Ein Mileage Run ist für Flugbegeisterte ein Weg, um innerhalb kürzestmöglicher Zeit so viele Prämien- oder Statusmeilen wie möglich zu sammeln. Wie man seine Flugroute auf das Erreichen eines Vielfliegerstatus optimieren kann und was man dabei beachten sollte, erfahrt Ihr in diesem Artikel von reisetopia Basics!

Was macht einen Mileage Run aus?

Bei einem Mileage Run geht es darum, so viele Statusmeilen wie möglich innerhalb einer Flugreise zu sammeln und dabei einen so niedrigen Preis wie möglich zu zahlen. Dafür ist es wichtig, die Fare Rules für den Tarif zu kennen, den man nutzen möchte, um das maximale Ergebnis zu erreichen. Besonders wichtig sind dabei die Regeln bezüglich der erlaubten Anzahl an Zwischenstopps sowie die MPM (Maximum Permitted Mileage). Nur mit diesem Wissen kann man ein Routing planen, mit welchem man seine Meilenausbeute maximieren kann, ohne dabei einen signifikant höheren Preis zahlen zu müssen. Solch ein Vorhaben ist jedoch nur etwas für Reisende mit Sitzfleisch, denn das Ziel ist schließlich, so lange und so oft wie möglich innerhalb kürzester Zeit in einem Flugzeug zu sitzen.

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Ein Beispiel für ein meilenoptimiertes Routing

Eine Abwandlung des Mileage Run ist der sogenannte Segment Run, bei dem man so viele Flugsegmente wie möglich innerhalb von einer Flugreise abfliegen will. Dies wird oft bei Vielfliegerprogrammen gemacht, bei denen man den Status nur durch Flugsegmente sammeln kann, wie dem Frequent Traveller Status bei Lufthansa Miles & More oder Ethiopian Airlines ShebaMiles.

Wie optimiert man bei einem Mileage Run die Flugroute?

Das Optimieren des Routings ist der schwerste Teil vor der Buchung des E-Tickets. Hier muss man verschiedene Faktoren beachten, der wichtigste hiervon ist natürlich, bei welchem Vielfliegerprogramm man den Status erhalten möchte, so ist das Routing im Bild oben zum Beispiel auf einen Status beim British Airways Executive Club optimiert. Wer das Programm kennt, wird wissen, dass dieses Programm sogenannte Tier Points (TP) zur Berechnung des Vielfliegerstatus benutzt. Ein normaler Flug von Frankfurt nach Los Angeles würde in der Business Class 320TP für einen Hin- und Rückflug bringen, das hier gezeigte optimierte Routing gäbe hingegen 800TP.

american express centurion lounge miami view mileage run
Besonders in Amerika lassen sich interessante Mileage Runs basteln

Ein Mileage Run findet oftmals in den höheren Reiseklassen statt,  da hier die Meilengutschrift deutlich höher ist als in der Economy Class, das muss allerdings nicht der Fall sein. So gibt es für United MileagePlus, welches auch für günstige Economy Class-Tickets 100% Statusmeilen gutschreibt, recht lohnenswerte Runs für einen extrem günstigen Preis. Wie man sieht, hat jedes Vielfliegerprogramm seine Eigenheiten, die man beim Buchen eines Mileage Runs beachten sollte. In jedem Fall ist jedoch das Ziel, die Anzahl der Flugsegmente auf einer Strecke zu maximieren, was dann aber auch in vielen Umstiegen und teils langen Wartezeiten resultiert.

 Was ist beim Abfliegen eines Mileage Run zu beachten?

Ein Mileage Run ist selten ein angenehmes Reiseerlebnis,  und kann selbst in den höheren Reiseklassen sehr anstrengend sein, gerade wenn man sich damit erst seinen Vielfliegerstatus erfliegt. Der Zutritt zu einer Flughafen Lounge kann Euren Komfort auf der Reise schon deutlich erhöhen, da es hier Verpflegung, angenehme Sitzgelegenheiten sowie manchmal sogar Schlafräume oder Duschen gibt, mit denen Ihr Euch vor der Weiterreise erfrischen könnt. Wer also nicht im Besitz eines Status mit Loungezugang ist, dem ist der Erwerb eines Lounge Passes wie dem Priority Pass sehr zu empfehlen, welchen Ihr unter anderem durch eine American Express Platinum Kreditkarte erhalten könnt!

British Airways First Class Boeing 777 Kabine hintere Reihe mileage run
Auch in Premium – Klassen können Mileage Runs sehr anstrengend sein

Falls es dazu kommen sollte, dass Ihr aufgrund einer Unregelmäßigkeit einen Anschlussflug verpasst oder ein Flug annulliert wird, werdet Ihr oftmals auf einen Direktflug umgebucht, falls ein solcher auf Eurer Strecke vorhanden ist. Das hat natürlich zur Folge, dass Ihr dadurch viel weniger Meilen bekommt als ursprünglich geplant. In solchen Fällen könnt Ihr bei der Umbuchung oder nach dem Flug bei dem Servicecenter der Airline nach einem ORC (Original Routing Credit) fragen, sodass Euch trotz der Umbuchung die Meilen für das ursprüngliche Routing gutgeschrieben werden. Ihr habt jedoch keinen Anspruch darauf und es gibt auch keine Garantie, dass das bei allen Airlines klappt, daher solltet Ihr Euch zwischen den Umstiegen genug Zeit lassen, um solche Situationen so gut wie möglich zu vermeiden.

Lohnt sich ein Mileage Run für Prämienmeilen?

In den meisten Fällen lohnt sich ein Mileage Run wirklich nur für Statusmeilen, da man diese nur duch das Fliegen erhalten kann. Die meisten Vielfliegerprogramme erlauben den Kauf von Prämienmeilen, mit dem Ihr in den meisten Fällen eine bessere Geld / Meilen – Rate erreicht als durch einen Flug. Zusätzlich kommt noch dazu, dass man bei umsatzbasierter Gutschrift gar keine zusätzlichen Prämienmeilen erhält, egal welche Strecke man geflogen ist, da die Gutschrift nur vom Flugpreis abhängt, sodass sich bei Programmen wie Lufthansa Miles & More ein Mileage Run für Prämienmeilen gar nicht lohnt.

Lufthansa Airbus A321 Neue Lackierung Start
Bei Lufthansa lohnen sich Mileage Runs für Prämienmeilen gar nicht

Wer dringend Prämienmeilen benötigt, sollte diese also entweder durch Angebote mit Parterunternehmen oder direkt durch den Kauf beim Vielfliegerprogramm erwerben, besonders wenn es sich um ein Programm mit umsatzbasierter Gutschrift der Prämienmeilen handelt. Bei distanzbasierter Gutschrift kann man je nach Preis noch eine ordentliche Ratio herausholen, jedoch ist ein Mileage Run hauptäschlich wegen der Statusmeilen interessant.

Wenn man einen Mileage Run abfliegt, erhält man aber in den meisten Fällen mehr Meilen als bei einem regulären Routing, da man oft absichtlich viele Umwege in seine Buchung einbaut. Besonders mit einem Vielfliegerstatus, mit dem es einen Bonus auf Prämienmeilen gibt, wie bei dem British Airways Executive Club kann man aber mit einem Mileage Run auch eine ordentliche Menge an Meilen mitnehmen, alleine dafür lohnt es sich allerdings nach wie vor nicht.

Fazit zum Mileage Run beim Fliegen

Ein Mileage Run ist nur etwas für Flugverrückte, und hört sich für viele von Euch sicherlich alles andere als entspannt an. Jedoch ist es eine Faszination und auch ein Hobby für viele, sich ein Routing mit der maximalen Meilenausbeute auszuarbeiten und dann abzufliegen. Man sollte aber auch abwägen, was einem der Vielfliegerstatus am Ende bringt und ob es den Aufwand wirklich wert ist, anstatt blind einen Mileage Run abzufliegen, nur um den Status später kaum nutzen zu können. Wir empfehlen einen Mileage Run also nur, wenn Euch nur eine geringe Anzahl von Meilen zur nächsthöheren Stufe des Status fehlt und dieser Euch wirklich sinnvolle Vorteile gibt.

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