Mit einem Billigflieger / LCC geht es teils zu verdächtig günstigen Preisen zu vielen Destinationen auf der Kurz- und Mittelstrecke, und es gibt sogar einige Anbieter für Langstrecken. Wie die Airlines es trotzdem schaffen, Profit zu machen und was für Euch als Passagier bei der Buchung und beim Flug zu beachten ist, erfahrt Ihr in diesem Artikel der reisetopia Basics!

Welche Billigflieger / LCC gibt es in Deutschland?

Bei dem Wort Billigflieger wird vielen wohl Ryanair als erstes in den Kopf kommen, und das zu Recht, denn die irische Airline hat als erstes das Konzept erfolgreich genutzt und sich europaweit etabliert. Es gibt heutzutage aber auch viele andere Airlines, die mit günstigen Preisen locken, einige davon wollen wir Euch hier auflisten:

  • Ryanair
  • Easyjet
  • Eurowings
  • Laudamotion
  • Wizzair
  • Norwegian
  • Scoot

Die Definition für einen Billigflieger ist zwar nicht eindeutig geklärt, eines der Merkmale ist aber das No Frills-Konzept, nach dem wirkich nur die Beförderung von A nach B im Preis enthalten ist, jegliche Sonderleistungen aber mit einem Aufpreis verbunden sind. Jedoch setzen auch immer mehr von den sogenannten Full Service-Carriern wie die Lufthansa auf das selbe Konzept und verkaufen Basic- oder Light-Tarife, in denen nicht viel mehr als die Beförderung enthalten ist.

Eurowings Airbus A320

Wie sind Billigflieger / LCC trotz der Ticketpreise profitabel?

Zu allererst ist zu vermerken, dass die LCCs nicht nur günstige Tickets anbieten. Bei kurzfristigen Buchungen auf sehr beliebten Strecken können auch Easyjet und co. durchaus mehr als 300 Euro für einen einfachen Flug verlangen! Trotzdem lässt sich wohl sagen, dass der durchschnittliche Ticketpreis pro Passagier bei solchen Airlines deutlich geringer ist als bei Full Service Airlines wie der Lufthansa.

Ihren Profit maximieren sie dadurch, dass sie die Betriebskosten so niedrig wie möglich halten. Dies zeigt sich in vielen Aspekten, unter anderem auch in der Flugzeugflotte. So setzen viele Airlines nur auf einen einzigen Flugzeugtyp, beispielsweise nutzt Ryanair nur Boeing B737, während Easyjet nur Flugzeuge der Airbus A320-Familie betreibt. Dies reduziert die Wartungskosten, da so nur Infrastruktur für einen Flugzeugtyp aufgebaut werden muss, während herkömmliche Airlines teilweise mehr als 10 verschiedene Flugzeugmuster gleichzeitig im Einsatz haben.

Obwohl die meisten LCC sich auf den Kurzstreckenmarkt konzentrieren, gibt es auch einige Billigflieger wie Scoot oder Norwegian, welche sich einigermaßen erfolgreich im Langstreckenmarkt durchschlagen, diese setzen ebenfalls nur auf ein Flugzeugmuster in ihrer Flotte, so setzen beide Airlines auf längeren Strecken Boeing B787 ein, während die Kurzstrecken von einem anderen Flugzeugmodell bedient werden. So hat man selbst als Airline mit einem großen Streckennetz nur zwei Flugzeugtypen, die man warten muss.

easyJet

Ein weiterer Faktor sind natürlich die Personalkosten. Hier versucht man, die Anzahl der Beschäftigten so niedrig wie möglich zu halten. Möglich wurde dies unter anderem auch durch die rapide Entwicklung des Internets, sodass man heutzutage fast alles an einer Flugbuchung online bearbeiten kann, ohne dass ein Mitarbeiter manuelle Eingaben vornehmen muss. Dadurch gibt es auch immer weniger Serviceschalter an den Flughäfen, da auch bei Unregelmäßigkeiten sämtliche Umbuchungen und zugehörigen Formalitäten online abgefertigt werden, was allerdings auch das Passagiererlebnis negativ beeinflussen kann.

Was ist bei der Buchung bei einem Billigflieger / LCC zu beachten?

Mit den Billigfliegern hat sich auch immer weiter das minimalistische Servicekonzept ausgebreitet, welches neben einem (zufällig beim Check-In zugewiesenen) Sitzplatz kaum etwas mehr beinhaltet. Stattdessen versucht man, mit den günstigen Einstiegspreisen zu locken und bietet dann in den folgenden Schritten viele zusätzliche Extraleistungen an, die sich die Airline teuer bezahlen lässt.

Achtet also darauf, dass Ihr den günstigen Preis, den Ihr anfangs gesehen habt, am Ende auch wirklich bekommt, denn teilweise sind einige Leistungen vorausgewählt und erhöhen den Flugpreis deutlich, wenn man nicht aufpasst. Ein Gepäckstück ist bei den LCCs ebenfalls nicht inbegriffen und kostet extra, lässt sich aber bei der Online-Buchung meist kostengünstiger hinzufügen als am Flughafen.

Das gilt auch generell für alle Services bei Billigfliegern, die Ihr buchen müsst. Die Online-Preise sind sowohl bei der Flugbuchung selber als auch bei den Extraservices deutlich günstiger als über das Callcenter oder einem Schalter gebucht. Damit versuchen die Airlines, ihre Passagiere zu “erziehen”, sodass sie alle Prozesse online abfertigen, was es ihnen wiederum erlaubt die Personalkosten weiter zu senken.

Auch der Komfort an Bord fällt meist eher untersurchschnittlich aus, da solche Airlines gerne die maximal erlaubte Anzahl an Sitzplätzen verbauen, um so viele Passagiere wie möglich transportieren zu können. Besonders der niedrige Sitzabstand ist hierbei ein oft diskutiertes Thema, welcher für größere Passagiere durchaus ein Kriterium bei der Auswahl einer Airline spielen kann. Gegen eine Zusatzgebühr kann man aber oftmals Plätze mit mehr Komfort reservieren, darunter fallen zum Beispiel die Sitzplätze weiter vorne bei der Eurowings oder die Notausgangsreihen bei allen Airlines, wo es deutlich mehr Beinfreiheit gibt.

EasyJet A319 Kabine Exit Row
Auch der Komfort an Bord ist recht bescheiden

So ist bei Ryanair und Laudamotion inzwischen ein Online Check-In und eine mobile oder ausgedruckte Bordkarte von zuhause Pflicht, ansonsten wird Euch eine Flughafen-Check-In Gebühr berechnet, welche besonders bei Laudamotion sehr happig ausfällt. Einige Personengruppen wie (Klein-)kinder sind davon aber ausgenommen, diese können wiederum nicht online einchecken, was auch zu Verwirrung seitens der Kunden führt.

Wie bereits erwähnt besitzen die Billigflieger auch keine Stationen an vielen Flughäfen, sodass Ihr bei Problemfällen diese entweder online oder per Telefon klären müsst, was sich bei Flugunregelmäßigkeiten ganz besonders negativ zeigt. Auch bei der späteren Bearbeitung der daraus enstandenen Kosten oder Entschädigungszahlungen stellen sich diese Airlines oft quer bzw. bezahlen diese nur nach mehrmaliger Aufforderung.

Kann man bei einem Billigflieger / LCC Meilen sammeln?

Das Sammeln von Meilen ist bei Billigfliegern leider kaum möglich, in Europa gibt es jedoch eine nennenswerte Ausnahme. So könnt Ihr mit Eurowings sowohl beim eigenen Vielfliegerprogramm Boomerang Club als auch bei dem bekannten Programm Lufthansa Miles&More sammeln und dort sogar einen Vielfliegerstatus erreichen. Ryanair und Easyjet erlauben zwar nicht das Sammeln von Meilen, aber ein Vielfliegerprogramm haben sie dennoch im Angebot. Hier erhaltet Ihr gegen eine jährliche Gebühr einige Vorteile auf Flügen mit der eigenen Airline, er gibt jedoch keine sonstigen Kooperationspartner wie bei herrkömmlichen Airlines.

Eurowings Kreditkarten Gold
Eurowings bietet Kreditkarten an, mit denen Ihr bei der Buchung einige Vorteile erhaltet

Fazit zu Billigflieger / LCC

Solange Ihr wisst, was Euch bei einem Flug mit einem Billigflieger erwartet und keine zu hohen Erwartungen stellt, kann man zu sehr günstigen Preisen viele europäische und auch einige weiter entfernte Ziele erreichen. Lediglich bei Unregelmäßigkeiten würde man sich einen besseren Service erhoffen, besonders wenn es um die Erstattung von Kosten geht. jedoch funktioniert das Umbuchen meist über die Website ohne Probleme.

 

 

 

 

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