Mit der aufkommenden Coronakrise wurden Fernreisen innerhalb weniger Wochen zu kaum mehr vorstellbarem Wunschdenken. Daher ist es für mich fast surreal mich an meine Reise nach Sansibar Mitte Februar zu erinnern, die man zeitlich perfekt als die Ruhe vor dem Sturm beschreiben könnte. Noch waren die Infektionszahlen gering und die allgemeine Auffassung zum Virus war eher ein “das wird schon nicht so schlimm sein”.

Drei Monate nach dem Beginn der Krise blicke ich nun sehr dankbar auf eine wunderschöne Reise zurück, bei der ich froh bin sie noch unternommen zu haben, kurz bevor das globale Reisen fast komplett zum Erliegen kam. Insgesamt verbrachte ich fast zwei Wochen auf der Insel Sansibar und berichte Euch in diesem Tripreport von meinen insgesamt gemischten Eindrücken der Insel!

Die verzweifelte und erfolglose Suche nach Prämienflügen nach Sansibar

Besonders viel war mir über Sansibar nicht bekannt, denn die Insel spielt nicht in der gleichen Liga wie die “Luxus-Inseln” Malediven, Seychellen oder Mauritius im Indischen Ozean. Dennoch findet man zahlreiche tolle Fotos und Berichte von Sansibar, sodass mir das Ziel attraktiv schien. Außerdem fehlte es mir bislang noch an echten Erfahrungen auf dem afrikanischen Kontinent, sodass ich Sansibar insgesamt durchaus interessant fand. Da zum Zeitpunkt meiner Reise auch noch ein Teil meiner Familie auf der Insel war, schien der Trip perfekt. Was mich dagegen vor eine echte Herausforderung stellte, waren die Flüge nach Sansibar.

Auf den ersten Blick denkt man, da wird es doch einiges geben, schließlich verfügt die Insel durchaus über ein gewisses Tourismus-Aufkommen. Viel schockierter war ich dann allerdings, als ich mir die Airlines anschaute, die nach Sansibar fliegen. Infrage kamen eigentlich nur Qatar Airways, die ab Doha einmal pro Tag fliegen oder Turkish Airlines, die ebenfalls regelmäßig auf die Insel fliegen.

Qatar Airways Qsuite Cahmapgner
In der QSuite nach Sansibar – so war der ursprüngliche Plan

Fast schockiert war ich auch, als ich sah, dass Emirates überhaupt nicht nach Sansibar fliegt. Obwohl es relativ teuer ist, ist Emirates wenigstens was die Verfügbarkeit angeht ein relativ sicherer Hafen. Durch die Krise hat sich natürlich nun einiges geändert, aber bei einer Airline, die mit einem Airbus A380 von Dubai nach Kuwait flog, konnte ich mir schwer vorstellen, dass sie nicht auf die Insel fliegt.

Bei einem kurzen Blick auf die Verfügbarkeiten stellte sich dann aber schnell heraus, dass das Vorhaben mit Turkish Airlines oder Qatar zu fliegen, nichts werden würde. Alternativ fasste ich dann die SkyTeam Airlines ins Auge, die über den Hub von Kenya Airways in Nairobi einige Flüge anboten. Nach mehreren Stunden im Kampf mit der Online-Suche von Flying Blue und einem Anruf bei der Hotline wurde mir gesagt, dass der Preis bei 400.000 Flying Blue Meilen zzgl. 450 Euro Steuern und Gebühren liegen würde. Ein Preis, der mich zum direkten Verabschieden und Auflegen in der Hotline führte. Alternativen gab es nicht wirklich, denn die genannten Fluggesellschaften waren so ziemlich alle Airlines, die nach Sansibar flogen und die man mit Meilen buchen konnte. Auch bei meiner letzten Hoffnung Oman Air, die man über Etihad Guest sehr günstig buchen kann, gab es keine Verfügbarkeit.

Schlussendlich blieb mir dann nur die Option bezahlte Tickets zu buchen. Business Class Tickets hätten mich, ebenfalls mit KLM und Kenya Airways, über 2.500 Euro gekostet, die Economy Class lag bei 550 Euro. Obwohl ich es rückblickend wahrscheinlich nicht noch einmal so machen würde, entschied ich mich für die Economy Class und nutzte dabei direkt meine 200 Euro Reiseguthaben, sodass der Preis deutlich günstiger wurde.

Kenya Airways Economy Class Boeing 787 Kabine Sitze

Dazu kann ich so natürlich ein Review zum Erlebnis an Bord von Kenya Airways beisteuern. Vorweggesagt: Begeistert hat mich die Airline nicht, ich bin aber auch schon deutlich schlechter in der Economy Class geflogen. Vor allem aber der Nachtflug hat mir nochmal gezeigt, warum die Business Class es doch wert ist.

Am Ende buchte ich so also folgende Verbindung über Amex Travel:

  • Berlin – Paris CDG mit Air France
  • Paris CDG – Nairobi mit Kenya Airways – Boeing 787
  • Nairobi – Zanzibar mit Kenya Airways Embraer 175
  • Zanzibar – Nairobi mit Precision Air
  • Nairobi – Paris CDG mit Kenya Airways – Boeing 787
  • Paris CDG – Berlin mit Air France

Hotelauswahl auf Sansibar

Zur gesamten Reise sollte man vielleicht erwähnen, dass ich nicht gerade ein Frühbucher war. Ich hatte leider etwas gemacht, was ich häufig tue, nämlich den Flug schon einmal gebucht, um mich um die Hotels später zu kümmern. Normalerweise, besonders in Städten, ist das kein großes Problem, denn dort gibt es mehr Angebot als Nachfrage für Zimmer und irgendwo findet man am Ende immer noch etwas. Mit der Herangehensweise trifft man in Urlaubsregionen allerdings schnell auf Probleme wie ich feststellen musste. Als ich nämlich auf die Hotels auf Sansibar während meiner Aufenthaltszeit schaute, war ich doch schockiert wie schlecht die Verfügbarkeit und vor allem wie hoch die Preise waren.

Das erste Hotel war dennoch schnell gefunden, denn in Stone-Town, der Hauptstadt von Sansibar war das DoubleTree nicht nur relativ günstig, sondern nach Moritz Bericht vor knapp drei Jahren auch von der Qualität her in Ordnung. Da ich hier nach der Ankunft mitten in der Nacht sowieso nur eine Nacht bleiben wollte, war das Hotel mit etwa 100 Euro für die eine Nacht fair bepreist.

Zanzibar Stone Town Forodhani Gardens 4

Anschließend war ich eigentlich relativ flexibel, was die weitere Planung anging und schaute mich nach mehreren Regionen auf der Insel um. Nach Moritz Bericht war Nungwi, der Urlaubsort im Norden zwar was den Strand angeht der beste Ort, hatte aber auch einen gewissen Pauschal-Tourismus Flair, sodass ich hier nicht unbedingt die ganze Zeit verbringen wollte. Nach einiger Recherche stieß ich auf das kleine Tikitam Palms, welches an der Ostküste mitten im Nirgendwo war. Da das Hotel nur über die üblichen Verdächtigen Booking und Expedia buchbar war, schrieb ich die Unterkunft direkt persönlich an und fragte, ob man preislich etwas entgegenkommen könnte, die Rate lag bei über 300 Euro pro Nacht. Man bot mir drei Nächte für knapp über 550 Euro inklusive Halbpension an, was nach einem sehr guten Deal aussah.

Tikitam Palms Hotel Zanzibar 2

Nach dem Aufenthalt in dem kleinen Hotel, kann ich das nur bestätigen, denn ich habe selten so ein tolles, kleines Boutique Hotel erlebt. Neben der malerischen Natur und der wunderschönen Anlage war ich hier drei Nächte lang mit nur sechs anderen Gästen untergebracht, denn das Hotel hat nur sieben Zimmer. Wer einen privaten Urlaub genießen möchte und sehr viel Leistung und Qualität zu einem günstigeren Preis möchte, findet das hier auf jeden Fall.

Trotz der positiven Erfahrung im Osten von Sansibar wollte ich mir auch den Norden noch anschauen und buchte dort zunächst das The Z Hotel, da ich noch ein neues Hotel in der Stadt testen wollte, Moritz hatte sich die eigentlich klare Wahl, nämlich das DoubleTree Nungwi bereits angeschaut. Nach zwei von vier Nächten, die dank pumpender Musik aus der Bar direkt neben meinem Zimmer schalflos waren, zog ich dann aber für die letzten zwei Nächte doch ins DoubleTree um, welches mit Punkten bezahlt die beste Option war. Alles andere hätte oberhalb von 500 Euro pro Nacht gekostet und war daher keine Option.

Tikitam Palms Hotel Zanzibar Beach

Hier merkt ich dann ähnlich wie im Z Hotel, was Moritz mit Pauschal-Athmosphäre meinte. Obwohl die Managerin bei der Ankunft sehr vom All-Inclusive Produkt des Hotels überzeugt war, konnte mich selbst die Happy-Hour mit elf Bier zum Preis von sieben nicht überzeugen. Obwohl das Hotel extrem das Klischee von der All-Inclusive Hölle bedient, ist Nungwi selbst sogar recht schön, sodass ich beim richtigen Hotel durchaus empfehlen würde hier einige Tage Urlaub zu machen, wenn Ihr in Sansibar seid.

Zum Schluss meines Trips erwartete mich dann noch ein echtes Highlight auf Sansibar. Nämlich wollte ich mir das Park Hyatt Zanzibar in meiner letzten Nacht auf der Insel anschauen, das man sicherlich als eines der besten Hotels auf der Insel bezeichnen kann.

Park Hyatt Zanzibar Drinks Am Pool

Diesen Eindruck kann ich auch absolut bestätigen, denn das Hotel gehört zu meinen Top-Hotels bislang. Das könnte auch an dem Upgrade auf eine riesige Suite liegen, die ich als kostenloses Upgrade über reisetopia Hotels und Hyatt Privé bekommen habe, aber auch unabhängig davon ist das Hotel absolut genial.

Schöne Strände, Unterwasserwelten und ein Hauch von Afrika auf Sansibar

Was die Aktivitäten angeht, habe ich mich bei meinem Aufenthalt tatsächlich relativ zurückgehalten. Das liegt nicht daran, dass man auf Sansibar nichts machen kann, sondern eher, weil ich die Reise eher als Erholung angesehen habe und auch nicht unbedingt viel unternehmen wollte. Was ich aber gemacht habe, waren zwei Tauchausflüge, die beide sehr schön waren.

Tauchen Zanzibar

Leider war beim zweiten der Seegang extrem, was auch bei einer Teilnehmerin zu massiver Seekrankheit führte und den ganzen Trip damit eher unangenehm gestaltete. Dennoch kann ich das Tauchen auf Sansibar nur empfehlen, besonders im östlich gelegenen Mnemba Atoll, wo man eine tolle Unterwasserwelt entdecken kann.

Tauchen Zanzibar 2

Darüber hinaus habe ich längere Spaziergänge durch Nungwi und Stone Town unternommen, was ich ebenfalls sehr empfehlen kann. Einen guten Überblick über Stone Town bietet auch Moritz City Guide!

Fazit zu meiner Reise nach Sansibar

Wie schon eingangs erwähnt bin ich sehr froh, so knapp vor dem Lockdown der Corona-Pandemie noch eine Fernreise unternommen zu haben. Nicht nur, weil ferne Ziele wahrscheinlich für die nächsten Monate erstmal fern bleiben werden, sondern auch weil ich eine besondere Insel kennenlernen durfte. Obwohl Sansibar sicherlich vom Standard her nicht mit dem Malediven oder Sansibar mithalten kann, kann ich die Insel nur empfehlen. Das Meer, der Strand und die Natur sind ebenfalls wunderschön und den Preis, den man dort bezahlen muss, ist etwas ganz anderes!

Alle Teile des Tripreports im Überblick:

Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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  • Das war ja alles mit Ansage! Kurzfristig ist dort nix. Das Meer bei Ebbe mit dem Fernglas zu finden. Du findest in Kenia auf Galu Beach einen Strand wie auf den Seychellen auf La Digue mit weniger Besuchern und sehr gute Hotels

  • Sehr interessante Passage über die Buchung. Du schreibst, dass Du im Nachhinein lieber Business gebucht hättest, vor allem wegen des Nachtfluges. Wäre es dir wirklich 2.000€ Aufpreis wert gewesen? Immerhin hast Du so eine ganz schöne Stange Geld für andere Reisen/Dinge gespart, und Paris-Nairobi ist jetzt auch nicht der längste Flug!

    Letzten Endes kann das aber nur jeder selbst entscheiden. Mir wäre ein Vielfaches des Eco-Preises für ein Business Class-Ticket too much. Auf sehr langen Flügen würde ich evtl. das Doppelte bezahlen bei einer sehr guten Airline samt evtl. Positionierung ins nahe Ausland.

    Und zu guter Letzt verteile ich noch einen Punkt für Erdung und Bodenständigkeit an Dich.

    • Hi Marcel,

      zunächst einmal danke für deine netten Worte 🙂 Du hast Recht, 2.000 Euro ist schon eine Menge für einen solchen Flug. Mir hat das ganze nur erneut vor Augen geführt, wie viel entspannter das Reisen am Ende doch ist, wenn man vorne sitzt. Diesen Aspekt habe ich stärker unterschätzt als ursprünglich gedacht. Das Eco-Ticket lag bei etwa 600 Euro, bis 1.400 Euro wäre ich rückblickend eventuell bereit gewesen für die Business Class zu bezahlen. 2.000 Euro eher nicht, aber mit dem richtigen Deal wären die 1.400 Euro bestimmt möglich gewesen. Wie im Artikel auch geschrieben, bin ich was die Planung angeht nicht unbedingt so stolz auf die Reise wie auf andere 😀

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