Die Air Canada Business Class in der Boeing 777 ist in vielen Punkten sicherlich eine der besten Star Alliance Business Classes auf der Langstrecke. Auf dem Flug von Vancouver nach London konnte ich mir einen guten Eindruck vom Produkt machen und war insgesamt sehr zufrieden – doch es gibt auch negative Punkte zu berichten.

Dieser Review ist Teil des Tripreports Mit Promo-Awards zum Skifahren nach Kanada. Alle weiteren Teile sowie weitere Infos findet Ihr im Einführungspost!

Was Ihr an Bord bei Air Canada erwarten könnt, wie Ihr die Air Canada Business Class günstig buchen könnt und wo die Schwachstellen des Produktes liegen, erfahrt Ihr in diesem Review!

Air Canada Business Class Boeing 777 – die Buchung

Die Buchung war in diesem Fall kurios – mit Meilen habe ich einen Hin- und Rückflug mit KLM und Air France von Hamburg nach Vancouver gebucht. Doch durch einen Streik am Hamburger Flughafen und fehlende Verfügbarkeiten bei KLM zum Ausweichflughafen Berlin Tegel wurde ich vor der Rückreise auf eine alternative Verbindung umgebucht.

So konnte ich die Air Canada Business Class natürlich sehr günstig testen, doch nicht jeder hat dabei so viel Glück wie ich. Ansonsten bietet Air Canada häufig gute Tarife von Deutschland nach Nordamerika an, die Business Class kann ebenfalls über Miles & More Meilen für 112.000 Meilen hin und zurück gebucht werden.

Air Canada Business Class Boeing 777 – der Sitz

Die Air Canada Business Class auf der Langstrecke bietet in einer 1-2-1 Konfiguration jedem Passagier direkte Zugang zum Gang. Ich hatte mich dabei für die vordere Kabine mit sechs Reihen entschieden, hinter der zweiten Tür gibt es zudem eine kleinere Kabine mit nur drei Reihen.

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Die mittleren Sitze sind dabei für Paare natürlich ideal, falls man seinen Nachbar nicht immer sehen möchte kann man zudem eine kleine Trennscheibe hochfahren. Der Sitz ist nicht so stark abgeschirmt, wie es beispielsweise in der EVA Air Business Class der Fall ist. Da konnte ich selber bei den mittleren Plätzen meinen Sitznachbarn nur mit starkem Aufwand überhaupt sehen, das geht hier deutlich einfacher.

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Für Alleinreisende ist sicherlich ein Fensterplatz ideal. Neben dem Blick aus dem Fenster bietet der Platz zudem ein wenig mehr Privatsphäre, da er nur von einer Seite aus einzusehen ist.

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Neben dem Sitz gibt es eine großzügige Ablagefläche, sodass man hier problemlos Laptop & Co während des Essens platzieren könnte. Meine Kritik wäre nur, dass der Platz sinnvoller genutzt werden könnte – es könnten hier weitere größere Klappen installiert werden, um den Laptop auch bei Turbulenzen sicher verstauen zu können.

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Es gibt hier zwar eine kleine, aufklappbare Fläche – diese darf aber explizit nicht für Stauraum während Start & Landung genutzt werden und ist zudem eher klein. In der Box findet Ihr die Steckdose und USB-Ladestationen, sowie den Controller für das Entertainment System.

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Unter der Box gibt es zudem die Steuerung des Sitzes, um genauer die Neigung steuern zu können. Sehr praktisch finde ich allerdings die zwei Knöpfe daneben: Sitzposition und Schlafposition. Bei vielen Airlines gibt es hier hochkomplexe Steuerungen, bei denen mehrere Knöpfe in Kombination gedrückt werden müssen, um den Sitz zu verstellen. Das ist hier schön einfach umgesetzt.

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Der Tisch des Sitzes kann per Klick ausgefahren werden und bietet dann genügend Platz für 15“ Laptops zum Arbeiten. Für meinen Geschmack war der Tisch allerdings ein wenig zu klapprig.

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Auffällig groß ist dafür der Fußraum, bei dem man in der Sitzposition die Fußablage fast nicht erreicht – eine gute Voraussetzung zum Schlafen!

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Am Platz wartete zudem bereits das Amenity Kit auf mich, welches ich sehr schick fand und nach dem Flug auch mitgenommen habe.

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Ich bin ein großer Fan der sehr privaten Reverse Herringbone Konfiguration, die auch Air Canada hier verbaut. Durch viel Privatsphäre, Stauraum und moderne Steuerung sind Langstreckenflüge damit für mich immer sehr komfortabel. Vergleichbare Sitze findet Ihr zum Beispiel auch bei Cathay Pacific, China Airlines oder auch American Airlines.

Air Canada Business Class Boeing 777 – der Schlafkomfort

Für mich ist auf der Langstrecke der Schlafkomfort eine der wichtigsten Kriterien zur Auswahl des besten Produktes. In der Air Canada Business Class ist das auf jeden Fall gut möglich! Beim Boarding lagen bereits Kissen, Decke und Matratzenpad auf dem Sitz bereit.

Air Canada Business Class Boeing 777 Bett

Der Sitz bietet in flacher Position eine große Privatsphäre und die Liegefläche ist auch für meine Überlänge angenehm groß. So konnte ich entspannt knapp vier Stunden schlafen und damit den nächsten Tag gut bestreiten!

Ebenfalls dem Schlafkomfort zuträglich ist das effiziente Frühstück, das knapp eine Stunde vor Landung serviert wurde. So kann der Schlaf maximiert werden und man kann trotzdem gesättigt das Flugzeug verlassen. Andere Airlines wecken Passagiere gerne schon einmal zwei Stunden vor der Landung – gerade bei den kürzeren Transatlantikflügen ist dies unpraktisch.

Air Canada Business Class Boeing 777 – das Catering

Direkt nach dem Boarding wurden bereits das Menü für den Flug sowie die Karten zur Auswahl des Frühstücks verteilt. Noch vor dem Start wurde nach den Präferenzen bei der Hauptspeise gefragt und die Frühstückskarten wurden eingesammelt – sehr praktisch, da dann vor der Landung nicht Zeit beim Verteilen des Frühstücks verschwendet wird und der Schlaf maximiert werden kann!

Die Hauptspeise wird mit einem Salat zusammen auf einem Tablett serviert, anschließend werden nach und nach die Hauptspeisen verteilt. Da es leider nur eine Vorspeise mit Fisch gab, habe ich diese übersprungen und direkt mit der Hauptspeise gestartet. Die einzige vegetarische Option waren hier Ravioli mit Tomatensauce – auch wenn das sehr unspektakulär klingt und aussieht, war es doch ziemlich lecker!

Air Canada Business Class Boeing 777 Essen 1

Eigentlich wollte ich auch noch die Zitronentarte und Früchte zum Nachtisch probieren, doch als ich mit der Hauptspeise fertig war, waren wir bereits zwei Stunden in der Luft und meine Müdigkeit hat sich gegen einen Nachtisch entschieden! Der Service bei Air Canada ist sehr ineffizient, gerade bei Nachtflügen schaffen einige Airlines einen kompletten Service mit mehreren Gängen innerhalb von 90 Minuten. Dass nach zwei Stunde nicht einmal die Nachspeise erreicht wurde, ist kein Zeichen von Effizienz.

Zum Frühstück konnte ich zahlreiche Gerichte auswählen und habe mich für Früchte, Müsli und ein Omelett entschieden, dazu gab es für einen Cappuccino.

Air Canada Business Class Boeing 777 Essen 3Air Canada Business Class Boeing 777 Essen 4

Auch das Frühstück war sehr lecker und hat mir gut geschmeckt!

Ein wenig Probleme hatte ich dagegen zu großen Teilen des Fluges mit dem Service, was vor allem an der Flugbegleiterin lag, die in meinem Gang gearbeitet hat. Beim Bestellen eines Wassers wurde mir eine Dose mit Wasser auf den Tisch geknallt statt eingeschenkt, es gab keine einzige Nachfrage, keine freundliche Begrüßung oder ähnliches. Die Krönung war, als ich relativ müde mein Bett bereiten wollte und wohl mit einem Fuß im Gang stand – mit einem „get out the way sir“ gepaart von einem leichten Schlag auf den Rücken wurde ich auf meinen Sitz verwiesen. Ein „can I help you with the bedding?“ hätte es auch getan.

Ich habe mich dann beim Purser über das rüde Verhalten beschwert, danach hat sich eine andere Stewardess um mich gekümmert, die deutlich freundlicher war und den Flug für mich deutlich angenehmer gestaltet hat! Die Crew macht für mich auf so einem Flug den Unterschied, ob ich mit einem Lächeln ankomme und mich richtig wohl gefühlt habe, oder ob ich abgesehen vom Sitz nicht mehr mit der Airline fliegen möchte. In der ersten Hälfte des Fluges war es eher letzteres, doch letztendlich war ich mit dem Service zufrieden.

Air Canada Business Class Boeing 777 – das Entertainment

Im Vergleich zu versetzten Business Class Konfigurationen wie der Turkish Airlines Business Class oder der Alitalia Business Class, ist der Bildschirm des Sitzes sehr nah am Sitz dran. Somit lässt sich das System größtenteils sehr gut über Touchscreen steuern, zusätzlich gibt es noch einen Touch-Controller in der Box neben dem Sitz.

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Das Entertainment System bietet dabei unter anderem eine solide Auswahl an Filmen und Serien, wobei ich hier einige Blockbuster vermisst habe.

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Sehr zu meiner Freude gab es dafür eine gute Auswahl an Podcasts – wenn ich diese nicht ohnehin schon auf meinem Handy hätte, wäre dies eine super Alternative!

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Das Highlight für mich ist die Live-Karte, welche durch Multitouch einfach verstellt werden kann und einen schönen Überblick über die aktuelle Position des Flugzeuges zeigt.

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Da ich ohnehin nie Filme im Flugzeug schaue, war ich mit dem Entertainment System sehr zufrieden. Film-Fans sollten sich im Zweifel lieber eigenes Entertainment mitbringen.

Air Canada Business Class Boeing 777 – Fazit

Die Air Canada Business Class auf der Langstrecke hat mir insgesamt trotz Makel beim Service sehr gut gefallen. Der Sitz ist großartig zum Sitzen und Schlafen mit viel Privatsphäre, das Essen hat mir gut geschmeckt und auf der zweiten Hälfte des Fluges war auf die Crew sehr zuvorkommend und freundlich. Wer einen entspannten Weg von und nach Kanada sucht, ist somit bei Air Canada auf jeden Fall sehr gut bedient!

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Seit Moritz herausgefunden hat, wie man Wege an eigentlich unerreichbare Ziele finden kann, ist er immer auf der Suche nach neuen, kreativen Methoden zum Erreichen von Reisezielen und Airline-Status. Auf reisetopia lässt er Euch daran teilhaben!

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