Der Begriff Purser / Purserette kommt ursprünglich aus der Seefahrt, allerdings ist er inzwischen auch in der Luftfahrt ein geläufig. Dabei sind trotz des selben Namens die Aufgaben an Bord recht unterschiedlich, sodass wir hier nur auf den Purser in der Luftfahrt im Detail eingehen. Aber was unterscheidet den Purser von einem Flugbegleiter? Diese und andere Fragen, wie zum Beispiel, welche Aufgaben ein Purser hat oder wie man diesen Rang erreichen kann, erklären wir Euch in diesem Artikel!

Wie entstand der Berufsname und wie kam er in die Luftfahrt?

In der Seefahrt übernimmt der Purser auch kaufmännische Aufgaben wie das Einkaufen von Verbrauchsgütern, Durchsetzung der Zollbestimmungen oder auch den Bankverkehr. Da er auf diese Weise die Finanzen verwaltet, entstand der Name Purser aus dem englischen Wort “purse”, was übersetzt Geldbörse bedeutet. Auf Deutsch nannte man den Beruf früher auch “Zahlmeister” , allerdings setzte sich im Laufe die Zeit die englische Bezeichnung durch.

Eurowings Cornwall A320
Auch bei Low Cost Airlines sind Purser stets an Bord

Pan Am setzte diesen Begriff mindestens ab den 1950er Jahren dann für ihre leitenden Flugbegleiter ein, sodass sich diese Berufsbezeichnung auch in der Luftfahrt verbreitete und heutzutage bei vielen Airlines offiziell verwendet wird. Es gibt aber auch einige Ausnahmen, so wird zum Beispiel der Swiss der Kabinenchef als “Maître de Cabine” bezeichnet.

Welche Aufgaben hat ein Purser im Flugzeug?

Der Purser ist das ranghöchste Mitglied der Kabinenbesatzung und übernimmt somit die Verantwortung für die Bereiche Sicherheit und Kundendienst in der Kabine. Damit ist dieser der direkte Vorgesetzte aller Flugbegleiter an Bord und teilt ihnen die jeweiligen Aufgaben für den Flug zu. Zudem übernimmt er die Kommunikation zwischen den Piloten und der Kabinenbesatzung und sorgt dafür, dass alle Befehle des Kapitäns korrekt umgesetzt werden. Auch die Kontrolle des Notfallequipments sowie der korrekten Beladung und Sauberkeit der Bordküchen fällt in seinen Aufgabenbereich.

Lufthansa Business Class flugbegleiter purser kabine
Man kann den Rang der Kabinenbesatzung an der Uniform sehen: Flugbegleiter haben wie hier im Bild einen Streifen, Purser hingegen zwei

In Notfallsituationen ist der Purser auch für die Umsetzung der jeweiligen Notfallmaßnahmen, sowie die Koordination einer Evakuierung verantwortlich, falls diese nötig sein sollte.

Da die Aufgaben eines Pursers im Gegensatz zu den Flugbegleitern in der Verwaltung liegen, ist er meist selber nicht im Bordservice tätig, kann bei Engpässen aber natürlich trotzdem aushelfen.

Purser und Purser Assistant auf Langstreckenflügen

Da es bei Großraummaschinen, besonders auf Langstreckenflügen, aufgrund der hohen Passagierzahl zu Unübersichtlichkeit kommen kann, wird auf solchen Flügen oft ein Purser Assistant eingesetzt, der den Service in einer bestimmten Kabinenklasse übersieht und dem Purser somit die Arbeit erleichtert. Dies ist aber im Gegensatz zum Purser kein festgelegter Rang in der Kabinenbesatzung, sondern wird einem der Flugbegleiter als Aufgabe zugewiesen.

Singapore Airlines Economy Class Boeing 787 10 Kabine 2 Purser assistant
Oft ist der Assistant Purser für die Economy Class zuständig, da hier die meisten Passagiere sind

Die Lufthansa unterscheidet sich in diesem Aspekt etwas, denn sie unterscheidet bei den Pursern nochmals in zwei Ränge: Purser 1 (P1) und Purser 2 (P2), dabei ist der Purser 2 der höhere Rang von den beiden. Auf Kurzstreckenflügen werden nur P1 eingesetzt, diese sind dort das ranghöchste Mitglied der Kabinenbesatzung und übernehmen administrative Aufgaben. Hier gibt es keinen großen Unterschied zu anderen Airlines.

Auf Langstreckenflügen sind jedoch immer ein P1 und P2 eingeteilt, es gibt also zwei vollwertige Purser an Bord. In diesem Fall übernimmt der P2 sämtliche administrative Aufgaben und der P1 agiert als Purser Assistant und nimmt somit auch an den Abläufen im Bordservice teil.

Wie wird man Purser?

Um Purser zu werden, muss man offensichtlich erst die Ausbildung zum Flugbegleiter absolvieren. Mit langjähriger Berufserfahrung kann man sich dann zur Weiterbildung zum Purser bewerben. Neben Erfahrung und guter Fremdsprachenkenntnis sind Führungsqualitäten das wichtigste Merkmal bei der Auswahl der Kandidaten, denn sie müssen später eigenständig ein Team von Flugbegleitern leiten und koordinieren.

Die Dauer und Inhalt der Ausbildung ist von der jeweiligen Fluggesellschaft abhängig, wichtige Themen sind dabei aber auf jeden Fall Handlungen als Führungskraft sowie das Trainieren von Notfallsituationen, in denen man Crew und Passagiere kontrollieren muss.

Wie viel kann man als Purser verdienen?

Da man von Natur aus einiges an Soft Skills mitbringen muss und die Ausbildung recht fordernd ist, steigt dementsprechend das Gehalt, wenn man eine Weiterbildung zum Purser oder Purserette erfolgreich abschließt. So verdient man durchschnittlich etwa 3.000 – 4.000 Euro brutto, bei der Lufthansa kann man als P2 mit langjähriger Erfahrung und Zugehörigkeit zum Konzern durchaus 7.000 Euro und mehr bekommen.

Fazit zum Beruf des Pursers in der Luftfahrt

Auch wenn man den Purser oftmals nur bei den Kabinenansagen hört und nie wirklich sehen kann, ist er das Mitglied der Crew, das den ganzen Service organisieren und koordinieren muss. Zudem ist er auch für die Sicherheit an Bord zuständig, für den Falle eines Notfalls bestens ausgebildet und sorgt somit dafür, dass Euer Flug komfortabel und sicher verläuft. Auch wenn der Purser selber keine Getränke ausschenken muss, ist der Job alles andere als einfach und bringt viel Verantwortung mit sich.

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