Wir beschäftigen uns mitunter schon seit Jahren mit der Thematik des Meilensammelns und versuchen noch immer die besten Tipps und Tricks mit Euch zu teilen. Wir wollen deshalb erklären, wie wir überhaupt dazu gekommen sind.

Regelmäßig treffen wir uns intern in kleiner und auch größerer Runde, um uns über die aktuellen Themen im Bereich der Luftfahrt, des Tourismus, der Hotellerie sowie zur Welt der Meilen und Punkte auszutauschen. Das Interesse dabei ist groß und gerne teilen wir deshalb unsere Erfahrungen – sowohl intern als auch extern. Eine wichtige Frage für den Einstieg ins Thema Meilen und Punkte: Wie sind wir überhaupt dazu gekommen? Spannende Antworten auf diese Frage liefern wir hier.

Vom Avgeek zum Meilenmogul

Für mich persönlich war der Werdegang nicht von Anfang so richtig klar. Ich bin Luftfahrt-begeistert, seitdem ich denken kann. Regelmäßig fuhr ich zu den verschiedenen Flughäfen in Berlin, um Flugzeuge zu bestaunen oder um sie selbst für die nächste Reise zu betreten. Glücklicherweise konnte ich vor allem auch letzteres des Öfteren tun. Häufig konnte ich gemeinsam mit meinen Eltern in die USA fliegen. Bis heute kann ich nicht mehr zählen, wie viele Flüge es tatsächlich waren. Die Devise dabei war aber immer: So günstig wie möglich fliegen, ohne einen Lowcost-Carrier nutzen zu müssen. Die Lufthansa war dabei oft die erste Wahl, und das ausschließlich in der Economy Class. Die Business Class wirkte Lichtjahre weit weg. Nie hätte ich mir vorstellen können, selbst einmal regelmäßig Business Class fliegen zu können. Mitglieder beim Vielfliegerprogramm Miles & More wurden wir damals allerdings schon früh.

The Qantas Hong Kong Lounge Blick Auf Lufthansa A380 Flugzeug

Doch was wir mit den Meilen anfangen konnten, war uns nie so richtig klar. Prämienmeilen konnte man für Prämien einlösen. Statusmeilen waren dabei irrelevant, denn diese verfallen sowieso nach einem Jahr und kaufen konnte ich mir damit auch nichts. Einen Freiflug wollte ich schon immer realisieren. Aber meine Eltern meinten immer: “Das ist unmöglich”. Dementsprechend lösten wir die Prämienmeilen regelmäßig für Sachprämien aus dem Worldshop ein. Spoiler Alert: Das solltet Ihr nicht machen! Durch meine Liebe zur zivilen Luftfahrt beschäftigte ich mich schon immer auf verschiedenen Kanälen mit der Thematik.

Irgendwann mit der Zeit ist zusätzlich zum Fernseher und dem Buch auch YouTube dazu gekommen. Erstmals habe ich Sam Chui vor einigen Jahren entdeckt, und fand die Reisen spannend. Ich beschäftigte mich also erstmals mit Flügen aus einer anderen Perspektive. Spannende Flüge, in der Business Class, zu finden war das erste Ziel.

Business Class: Lieber Cash oder mit Meilen?

Irgendwann kam ich dann zufällig auf reisetopia. Ich weiß nicht mehr ganz genau wie, aber ich glaube, mir wurde ein Beitrag in Social Media vorgeschlagen. Erstmals beschäftigte ich mit der Welt der Meilen, Punkte und Kreditkarten, aber eher halbherzig. Erst mit der Zeit wurde das mehr. Ich beantragte später die erste Kreditkarte außerhalb meiner Sparkassen-Welt: Die Barclay’s Card, die im Ausland kostenfrei genutzt werden kann. Später kam die Amazon Kreditkarte der LBB und schließlich auch die Hilton Honors Visa sowie Miles & More Gold dazu. Letztlich stieß ich aber auch auf die American Express Platinum Card. Mein oberstes Ziel war diese Kreditkarte geworden. Die vielen Vorteile für meine Reisen sollten sich in meinen Gedanken lohnen. Und tatsächlich war ich irgendwann an dieses Ziel angekommen.

Royal Palm Galapagos Hilton Hotel Villa Ansicht

Währenddessen konnte ich meine ersten Flüge in der Business Class realisieren. Das erste Mal in einem richtigen Sitz konnte ich im Airbus A330 von Aer Lingus auf der Verbindung von Dublin nach Malaga sitzen. Wenig später konnte ich auch endlich in einer vollwertigen Business Class von LATAM fliegen. Der Klassiker: Frankfurt nach Madrid. Nie hätte ich erwartet, einmal in einer Business Class zu sitzen. Mit der Zeit konnte ich im Alltag immer mehr Punkte und Meilen sammeln. Bei Payback, Membership Rewards, Miles & More und anderen Vielfliegerprogrammen. Wie man diese sammelt, könnte unterschiedlicher kaum sein. Und wofür man diese einlöst ebenfalls. Das haben wir auch Team intern erfahren.

Exzessives Meilensammeln

Bei Moritz war die Herangehensweise eine andere. Er wollte früh so günstig wie möglich in der Business oder First Class um die Welt fliegen. Früh war ihm klar, dass man dafür Meilen und Punkte benötigt. Und dementsprechend früh hat er auch angefangen, diese zu sammeln. Bis heute ist das der Fall. Holidaycheck-Bewertungen schreiben, Zeitungsabos und Kreditkarten beantragen. Dazu im Alltag über Revolut Meilen sammeln. Ich muss zugeben, Payback Punkte sammle ich auch, und ein Zeitungsabo habe ich auch aktuell am laufen, um Miles & More Meilen zu sammeln. Wie “exzessiv” das jeder betreibt, kann aber unterschiedlicher kaum sein. Vor allem können diese vielen Möglichkeiten aber viele verwirren.

Payback Amex

Unsere neuen Teammitglieder Ankur und Julius sind mehr oder weniger bereits ins Thema eingestiegen. Julius hat schon vor vielen Jahren die eine oder andere Kreditkarte und vor allem Zeitungsabos beantragt. Das Ziel: Mit Miles & More Meilen spannende Destinationen auf der Welt erkunden, dabei aber so wenig Geld wie möglich ausgeben. So kam es, dass er von Brasilien über Frankfurt nach Singapur in der Business Class und zurück von Hongkong wieder nach Deutschland in der First Class flog, nur um so wenig Steuern und Gebühren bezahlen zu müssen.

Umwege für mehr Profit

Den Flug nach Brasilien buchte er günstig in der Economy Class von Condor. Durchaus interessant, wie unterschiedlich die Beweggründe und Ziele mit Meilen und Punkte sein können. Ich persönlich hatte das Ziel, einmal ein Meilenschnäppchen in die USA zu buchen. Das konnte ich auch erfolgreich umsetzen, ehe das Corona-Virus diesem Plan wieder einen Strich durch die Rechnung machte. Letztlich habe ich Meilen für die “neue” Business Class im Lufthansa Airbus A350 von Vancouver nach Berlin eingelöst, und für einen Business Class Flug von Toronto nach Vancouver in der Business Class von Air Canada.

Verbesserte Business Class Lufthansa Airbus A350

Ankur hingegen ist nicht nur neu bei reisetopia, sondern gerade auch erst in die Welt der Kreditkarten eingestiegen. Er hat sich gerade erst die Payback American Express beantragt. Und wir müssen sagen: Für den Anfang ist das eine gute Wahl. Die Kreditkarte von American Express ist kostenfrei. Einen Bonus von 3.000 Payback Punkten erhält man dazu auch. Das mag die Optionen auf den ersten Blick zwar eingrenzen, aber für den Start ist das gar nicht verkehrt. Denn dank der Transfermöglichkeit zu Miles & More kann man sich sowieso nur auf die Lufthansa und ihren Partnerairlines konzentrieren. Das ist aber nicht verkehrt, da die Star Alliance und Lufthansa Group so mit die meisten Optionen überhaupt bietet. Zudem ist eine Buchung von Prämienflügen denkbar einfach.

Fazit zu den Wegen zum Meilensammeln

Die Wege zum Einstieg in die Thematik könnten unterschiedlicher kaum sein. Gleiches gilt auch für die Art und Weise, wie jeder von uns seine oder ihre Meilen und Punkte sammelt. Aber im Grunde vereint uns alle der gleiche Gedanke: Unsere Ausgaben optimieren, um so günstig, aber gleichzeitig luxuriös und komfortabel wie möglich an unsere Lieblingsreiseziele zu gelangen.

Wie seid Ihr zur Thematik gekommen? Teilt es uns gerne in den Kommentaren mit.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

      • Also grundsätzlich kann jeder Vielflieger auch aus DE sich bei den Vielfliegerprogrammen der US-Airlines anmelden. Ob das Sinn ergibt, muss jeder individuell für sich entscheiden. Die Sammelraten können aber durchaus grundsätzlich attraktiv sein.

        Unterschiede zwischen den Kreditkarten in DE und den USA gibt es auf jeden Fall, und das ist auch vollkommen natürlich. Ob diese deshalb aber besser sind, lässt sich schwer sagen. Sicherlich gibt es in den USA einige interessante Transferpartner zum Einlösen der Punkte bzw. Meilen, aber auch hier kann man schwer pauschal eine Aussage treffen. In Deutschland sind wir jedenfalls nicht schlecht bedient mit den verschiedenen Vorteilen und Transferpartnern.

  • Ihr schreibt Kreditkarten sind ein gutes Mittel. Die Regestrierungsbonis sind aber kaum Nennenswert, zumindest in der Schweiz. Cornercard bietet etwas wie 2’000 Meilen, Swisscard hatte zwar ein Angebot für 22’000, das gilt aber nur falls man nicht eh schon Kunde ist. Übersehe ich hier Optionen?

    • Also, grundsätzlich bezieht sich dieser Artikel auf unsere Erfahrungen aus Deutschland. Ja, hier gibt es meist ganz andere Meilen- und Punktenangebote, ich habe mir aber gerade von unserer Kollegin aus der Schweiz sagen lassen, dass man aktuell für die Cornercard 20.000 Meilen und für die Swisscard 25.000 Meilen erhält – kein so schlechter Deal also und damit durchaus vergleichbar mit unseren Erfahrungen hier.

      Für weitere Informationen kann ich dafür nur auf reisetopia.ch verweisen, dort findest Du auch alle aktuellen Informationen zu den beiden Kampagnen.

      • Hi Alexander,

        Du hast recht, aktuell gibt es bei beiden Anbieter eine Promotion.

        Aber sobald du beide Karten schon hast, ist auch schon Ende. Einen weiteren M&M / Star Alliance KK-Anbieter gibt es nicht. In den USA z.B ist die Auswahl an UA / AC / AA / DL Kreditkarten fast endlos – da kannst du mit KK Anmeldebonus und den extra Bonis für Ausgaben während x-Monaten fast endlos Meilen generieren. Das ist hier in der Schweiz bzw. auch in Deutschland nehme ich ab schon anders.

        Und auch das Miles & More Buchungssystem ist im gegensatz zu Avianca, United oder Air Canada nicht Meilensammlerfreundlich 😉

      • Hallo Bryan, dieser Meinung kann ich nur partiell mitgehen. Bei Amex gibt es in der Tat über den Bonus hinaus nur wirklich einen Weg, um noch mehr Punkte zu sammeln: über die Umsätze. Dank Punkteturbo und den Amex Offers mit Extra-Punkten, ist es aber immerhin etwas einfacher.
        Das gestaltet sich bei Miles & More, zumindest in DE, noch etwas leichter. Grundsätzlich eben, da man tendenziell häufiger über die LH Group stolpert und so auch auf Flügen Meilen sammeln kann. Aber auch im Alltag mit Payback, den Zeitungsabos und vielen Partnern von M&M geht es sehr schnell, noch mehr Meilen zu sammeln, und das regelmäßig. Dementsprechend finde ich M&M deshalb auch fast schon attraktiver, auch, weil die Einlösungen dank Star Alliance so vielfältig sein können.

  • Hallo, Alexander,
    ging mir ganz ähnlich.
    Zusammen mit meiner Frau haben wir in den letzten 45 Jahren einen erheblichen Teil dieser Welt bereist.
    Dass es da ein paar Tricks gibt, für einen akzeptablen Aufpreis deutlich komfortabler zu reisen, ist mir erst seit dem spektakulären Eröffnungsangebot von Qatar nach AKL aufgefallen.
    Aber letztlich ist es gut, dass dieses Wissen nicht allzu verbreitet ist. Sonst würde man keine Angebote in C von Deutschland nach Chile für weniger als 1500€ finden. 😊

  • Ich sehe: “von Brasilien über Frankfurt nach Singapur in der Business Class und zurück von Hongkong wieder nach Deutschland in der First Class flog”…

    Wass kostete dieser Flug in Meilen/€ und wie lange muss man diese Meilen sammelen? Und wie kreativ war diese Sammlung?

    • Habe gerade mal beim Kollegen nachgefragt. Der Flug von Brasilien über FRA nach SIN hat damals um die 92.000 Meilen und 50 Euro an Steuern und Gebühren gekostet, der First Class Flug von Hongkong zurück nach DE 105.000 Meilen und circa 45 Euro an Steuern und Gebühren. Die Einlösung ist mittlerweile aber schon ein paar Jahre her und die Meilenwerte wurden mittlerweile mitunter erhöht.

      • Der 3-Regionen-Award ist auch heute noch eines der besten Angebote, um die gesammelten Meilen sinnvoll einzusetzen. Wir werden nun endlich (nach der Pandemie) wieder einen solchen Award abfliegen (Sao Paulo – Bangkok – Manila und zurück), haben aber leider feststellen müssen, daß uns M&M keine für uns passenden Termine zur Verfüfung stellen konnte. Hat wahrscheinlich auch daran gelegen, daß wir in die asiatische High Season hineingeraten sind. So fliegen wir (zu zweit, was ja bei solch lohnenden Flügen fast immer eine Schwierigkeit darstellt) nun die Langstrecken mit Ethiopian, was zusätzliche Sidesteps notwendig machte. Insgesamt aber ein tolles und preiswertes Routing.

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