In aktuellen Zeiten ist gefühlt eine jede Reise ein Erlebnis – mein Trip nach Großbritannien war dabei sogar in vielerlei Hinsicht besonders. Einen kleinen Einblick möchte ich mit meinem Tripreport geben!

Die Coronakrise hat dazu geführt, dass mein letzter Langstreckenflug mittlerweile mehr als eineinhalb Jahre her ist. Nach den Lockdowns habe ich es dafür umso mehr genossen, überhaupt wieder zu reisen, wie sicherlich auch schon mein Mallorca-Tripreport deutlich gemacht hat. Nach ein paar kleineren Trips zwischendurch, stand wegen einiger geschäftlicher Termine nun eine Reise nach Großbritannien ins Haus. Was im ersten Moment nach einem einfachen Hüpfer ohne großen Erlebnischarakter klingt, war insgesamt doch eine spannende Reise. Wegen der Unterschiede im Umgang mit dem Coronavirus zum einen und der Komplexität der Einreise wegen zum anderen.

Alle Teile des Tripreports im Überblick:

Positive Überraschung bei der Einreise

Meine Reise nach Großbritannien begann eigentlich schon zwei Tage vor dem Flug nach England, denn vor dem Flug galt es einen Coronavirus-Test zu machen – erlaubt sind hier auch die klassischen Bürgertests, sofern sie bestimmten Kriterien entsprechen. Mit dem negativen Ergebnis und einer ausgefüllten Einreisebestätigung – angeben muss man unter anderem alle Hotels auf der Reise – im Gepäck ging es dann zum Flughafen. Da ich am Sonntagabend flog, war die Airport World Lounge München leider schon geschlossen. Zu meiner Überraschung war die Europa Lounge aber noch offen. Als einziger Gast konnte ich noch gleich zwei verschiedene Business Class Mahlzeiten probieren und hatte damit auch gleich mein Dinner – ein überraschend positives Erlebnis.

Europa Lounge München Essen
Abendessen in der Europa Lounge München

Nicht unbedingt der Rede wert sein sollte mein Flug nach London Gatwick mit easyJet, wobei ich die größte Sorge eigentlich hinsichtlich der Einreise hatte. Nicht wegen Zweifeln, ob ich einreisen durfte, sondern wegen mehrerer Horrorgeschichten zur Dauer der Einreise nach Großbritannien in aktuellen Zeiten. Doch von mehreren Stunden Wartezeit um 23 Uhr Ortszeit (in Deutschland war es da schon Mitternacht) war trotz zahlreicher Ankünfte zu dieser Uhrzeit nichts zu sehen. Durch die E-Gates war ich vielmehr in fünf Minuten durch und konnte so bereits eine gute halbe Stunde nach der Landung im Hilton London Gatwick einchecken – dem ersten Hotel meiner Reise.

Hilton London Gatwick Airport Zimmer
Deluxe Zimmer im Hilton London Gatwick Airport

Weitergehen sollte es mit dem Erlebnis dann am nächsten Tag, als mir erstmal klar wurde, wie anders das Coronavirus in England bereits gehandhabt wird.

Eine andere Corona-Welt in London

Wenngleich mein Aufenthalt in London allen voran mit vielen Meetings gespickt war, fiel mir doch spätestens nach der Ankunft in der Stadt auf, wie anders die Welt hier doch mittlerweile ist. Schon beim Frühstück im Hilton London Gatwick Airport sah man kaum Masken, im Zug in die Stadt trug dann nahezu niemand mehr eine Maske und beim Hotel Check-In wurde ich förmlich komisch angeschaut, als ich noch eine Maske trug. Nach einigen Stunden gewöhnt man sich daran, dass in London – mit Ausnahme des öffentlichen Nahverkehrs – wieder alles genau so ist wie vor Corona. Keine Begrenzungen in Restaurants, keine Maskenpflicht und auch keine Pflicht, einen Test oder ähnliches vorzuweisen. Fast schon bizarr mutet da an, dass man als geimpfter Einreisender nicht nur einen Test vor dem Flug, sondern vor Ort auch noch einen – nicht gerade günstigen – PCR Test machen muss. Das Ergebnis kam allerdings zum Glück schon am selben Tag und war negativ (sonst hätte ich noch deutlich mehr Zeit gehabt, das weiter unten beschriebene Serviceerlebnis zu genießen 😉 ). Eine weitere Kuriosität sollte sich durch das Wetter ergeben, denn meine drei Tage in London waren von Sonnenschein und mehr als 20 Grad geprägt – auch das kenne ich so aus der Stadt eigentlich nicht…

Hyde Park London
Das Wetter in London hätte nicht besser sein können

Eine gewisse Komik durfte bei meinem Aufenthalt in London aber auch nicht fehlen. Gebucht hatte ich für meinen Trip das Biltmore Mayfair, das nach einer umfassenden Renovierung im Jahr 2019 zu Hilton gehört und damit das Debüt der Marke LXR Hotels & Resorts in Europa feierte. Die Zimmer und generell die gesamten Bereiche des Hotels sind ausgesprochen schick, die Lage ist meines Erachtens herausragend und man schläft wegen der Ruhe direkt am Grosvenor Square hervorragend. Klingt soweit toll, oder?

The Biltmore Mayfair London Junior Suite
Junior Suite im The Biltmore Mayfair London

Wäre es auch, wenn beim Service nicht wirklich fast alles schiefgegangen wäre. Aus einer kurzen Wartezeit beim Check-in wurden schnell fünf Stunden, von etwa 20 Anrufen an verschiedenen Stellen während des Aufenthalts wurden gerade einmal zwei überhaupt angenommen und ein Room Service Menü zu bekommen war gefühlt schwieriger, als eine Firma in Deutschland zu gründen – und das soll etwas heißen 😉 Insgesamt habe ich meinen Aufenthalt tatsächlich genossen, schon allein, weil ich so häufig einfach nur noch Schmunzeln konnte, bei allem Verständnis für die Personalknappheit in der Hotellerie und in England insbesondere.

Ein komplett anderes Erlebnis in Schottland

Hatte ich es über die Jahre schon mehrfach nach England und auch nach Wales und Nordirland geschafft, fehlte Schottland noch auf meiner “Länder”liste. Entsprechend habe ich die Gelegenheit ergriffen und den Trip nach England gleich noch mit einem Besuch der schottischen Hauptstadt Edinburgh verbunden. Hier sollte die Welt eine ganz andere sein, was schon mit der Zugfahrt begann, bei der wiederum Maskenpflicht galt. Mit den Azuma Schnellzügen braucht man gute viereinhalb Stunden von London – in der ersten Klasse hat man zudem einen großen Tisch zum Arbeiten, bekommt Snacks und Getränke und hat – natürlich in allen Klassen – einen tollen Ausblick auf die schottische Landschaft!

LNER Azuma Zug England
Der Schnellzug nach Edinburgh ist eine klare Empfehlung wert

Nach diesen ersten Eindrücken sollte mich Edinburgh ganz anders empfangen, als zuvor London. Zum einen mit Blick auf das Wetter, denn auch wenn es in Schottland mit knapp 20 Grad auch überraschend warm sein sollte, war es doch meist sehr windig und grau – genau so, wie man es erwarten würde. Doch nicht nur das war anders, denn auch die Corona-Regeln sind eine andere Welt als in England. Kapazitätsbegrenzungen, Kontaktverfolgung und Maskenpflicht erinnern eher an Deutschland als an England. Das ist gerade mit Blick darauf, dass es sich trotz unterschiedlicher Regierungen in Landesteilen doch um dasselbe Land handelt – eine ausgesprochen interessante Erfahrung.

Callton Hill Edinburgh
Edinburgh sollte sich als ganz anders erweisen als London

Wenn wir schon bei Unterschieden sind: Auch beim Hotel sollte es noch eine Überraschung geben, denn das Waldorf Astoria Edinburgh hat mit Blick auf die Zimmer nicht gerade an den Eindruck dessen angeschlossen, was ich aus dem Biltmore Mayfair kannte. Der erste Versuch war ein totaler Reinfall (wohlgemerkt hatte ich immerhin die zweitniedrigste Kategorie gebucht und ein doppeltes Upgrade bekommen). Die Queen Superior Castle View Zimmer bieten zweifelsfrei einen tollen Ausblick, ansonsten sind sie aber winzig und erinnern wirklich in keinster Weise an ein Luxushotel. Das Highlight sind zudem die Fenster, die einem den Eindruck geben, direkt auf der Straße zu schlafen – eine beeindruckende Geräuschkulisse durch den Wind eingeschlossen.

Waldorf Astoria Edinburgh The Caledonian Superior Zimmer
Superior Castle View Zimmer im Waldorf Astoria Edinburgh

Es sollte danach allerdings deutlich besser werden, denn das zweite Zimmer (eine Kategorie darunter) war deutlich größer, mit einem modernen Bad ausgestattet und durch die Lage (ohne Ausblick) auch angenehm ruhig. Das restliche Erlebnis hat mich dann auch in jeder Hinsicht positiv überrascht, denn so schlecht der Service in London war, so großartig war er in Edinburgh. Alle Mitarbeiter waren enorm bemüht und freundlich, das Frühstück war im Vergleich ebenfalls signifikant besser.

Waldorf Astoria Edinburgh Frühstück
Frühstück im Waldorf Astoria Edinburgh

Genauso positiv überraschen sollte mich übrigens auch der Flughafen in Edinburgh, den man entspannt mit der Tram erreicht. Die Lounges vor Ort – mit dem Priority Pass über die American Express Platinum Card zugänglich – sind zudem hervorragend und sehr schick eingerichtet. So wurde selbst der Flug mit Ryanair noch ein wenig aufgewertet!

Fazit zu meiner Reise nach Großbritannien

Was Reisen besonders macht, ist nicht immer unbedingt die Destination, es ist das Erlebnis. Ferne Länder reizen uns gemeinhin, weil sie so anders sind. Doch in diesen Zeiten hatte ich diesen Eindruck schon im nahen London, denn die wenigen Tage auf der Insel – mein erster Besuch nach dem Brexit – fühlte sich in so vielerlei Hinsicht ganz anders an als alle Reisen zuvor und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben. Mit meinem kleinen Tripreport hoffe ich zudem, auch Euch einen guten Eindruck geben, was Euch bei einer Reise nach Großbritannien aktuell erwartet!

Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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