Jeder fängt irgendwann einmal an und auch Fehler sind dabei quasi nicht zu vermeiden. Auch beim Thema Meilen und Punkte ist das nicht anders und die Fehler können vielfach leider auch sehr ärgerlich sein. Diese Fehler kommen nicht ohne Grund, schließlich ist das ganze alles andere als einfach.

Damit Ihr als Anfänger nicht die gleichen Fehler macht die auch wir am Anfang gemacht haben, zeigen wir Euch was am häufigsten schief geht. Für die Erfahreneren und die alten Hasen unter Euch kann dieser Beitrag sicherlich auch für das ein oder andere Schmunzeln sorgen, wenn man sich an frühere Dummheiten erinnert 😉

1. Meilen für die falschen Prämien einlösen

Das erste, was man Anfängern beim Thema Meilen und Punkte erklären muss, ist dass diese Schattenwährungen einen sehr unterschiedlichen Wert haben können. Dieser steigt und fällt mit den Einlösungen, für die man die Meilen oder Punkte einlöst. Das führt natürlich dazu, dass vielfach auch Einlösungen gewählt werden, die nicht unbedingt einen hohen Gegenwert haben. Bei Anfängern besonders beliebt: Koffer oder andere Sachprämien in den Shops der Programme. Jedes Mal, wenn wir von jemandem gehört haben, dass er sich einen neuen Rimowa Koffer für mehr als 100.000 Miles & More Meilen gekauft hat, schlagen wir gedanklich die Hände über dem Kopf zusammen.

Für die selbe Anzahl an Meilen hätte man auch einen First Class Flug oder ein Business Class Meilenschnäppchen für zwei Personen buchen können.

2. Glauben alle Meilen und Punkte wären gleich viel wert

Ähnlich wie auch bei “echten” Währungen ist nicht eine gleich der anderen. Das muss man aber erstmal wissen, denn schließlich lassen sich die meisten Punkte und Meilen für ähnliche Prämien einlösen. Viele Beispiele dafür findet man im Hotelbereich. Im (ehemaligen) SPG Programm der Starwood Hotels erhielt man für jeden ausgegebenen US-Dollar 2 Punkte. Bei Hilton Honors, dem Loyalitätsprogramm von Hilton erhält man dagegen mindestens 15 Punkte pro US-Dollar – Ihr seht, dass beide Währungen niemals gleich viel wert sein können.

Conrad Koh Samui Terrace 2
Hotelpunkte haben je nach Programm einen unterschiedlichen Wert

Besonders kompliziert macht das ganze, dass es im Gegensatz zu echten Währungen keine Wechselkurse gibt. Ihr könnt also nicht einfach bei einer Bank anfragen und so herausfinden, wie viel ein American Express Punkt im Vergleich zu einem Hilton Honors Punkt wert ist. Das liegt daran, dass der Wert wie zuvor schon erwähnt, stark von der Einlösung abhängt, für die Ihr die Punkte einlöst. Ein guter Anhaltspunkt für den Wert von bestimmten Punkten ist aber der Preis, den diese beim direkten Kauf haben. Vor allem Hotelpunkte kann man oft kaufen, sodass Ihr bei diesen Punkten immer recht gut einen Anhaltspunkt zum Wert der Punkte bekommen könnt. Ansonsten gilt es, einen persönlichen Wert für die Meilen oder Punkte zu bestimmen, wie Leo es etwa in seinem Guide zum Wert einer Miles & More Meile getan hat.

3. Die Jagd nach dem Status

Ein gerne und oft gemachter Fehler lässt sich ganz gut als irrationale Jagd nach einem Status beschreiben. Es ist ohne Zweifel richtig, dass ein Status einen großen Mehrwert erzeugen kann und das eigene Reiseleben deutlich verbessern kann. Allerdings bringt dieser auch nur etwas, wenn man wirklich viel fliegt. Klingt auf den ersten Blick selbsterklärend oder? Sollte es auch eigentlich, doch der Reiz von bestimmten Vorteilen und Privilegien auf Reisen bringt viele oftmals dazu unnötig viel Geld auszugeben, um einen Status zu erreichen, den diese dann aber nur ein bis zwei Mal nutzen.

Lufthansa Senator Lounge Schengen Satellite Munich
Zugang zu Lufthansa Lounges ist sicherlich angenehm, aber ist dieser auch mehrere Tausend Euro wert?

Es mag reizvoll klingen, in eine Longe zu gehen und weitere Vorteile zu genießen, viel bringen tut das aber auch nicht, wenn man viel Geld nur für das Erreichen des Status ausgibt, nur um diesen dann viel zu selten zu nutzen. Ihr solltet Euch also immer genau überlegen, ob Ihr einen Status wirklich nutzen könnt und nur dann auch versuchen, diesen zu erreichen. Wer sowieso ein recht hohes Reiseaufkommen hat und immer wieder knapp am Status scheitert, sollte natürlich auch den Status vollmachen. Wer allerdings wenig fliegt und nur den Status erreichen will, um ihn zu haben, gibt oftmals viel zu viel Geld für relativ geringen Mehrwert aus.

4. Das Konzept von Allianzen und Partnerschaften

Für blutige Anfänger oftmals eine totale Krux ist das System von Allianzen, Partnerschaften, Hotelketten und Vereinigungen, die uns das Leben beim Reisen deutlich einfacher machen. Man sammelt Amex Punkte, transferiert diese zu Singapore Airlines und bucht damit einen Prämienflug mit Lufthansa. Vollkommen nachvollziehbar oder? Wenn man das System kennt ja, ansonsten ist die Sache erstmal ziemlich verwirrend.

Swiss and Lufthansa

Sowohl Airlines als auch Hotels sind vielfach in großen, weltweiten Organisationen verknüpft, die man als Reisender sehr gut für sich nutzen kann. Das ganze Konzept hier kurz und knapp zu erklären, würde wahrscheinlich etwas zu weit führen, aber in unseren reisetopia Basics findet Ihr die wichtigsten Infos und Erklärungen. Grob gesagt ist es aber sehr nützlich die Verbindungen und Partnerschaften zu kennen, um beim Meilen sammeln (noch) mehr profiteren zu können.

5. Meilengutschrift beim eigenen Vielfliegerprogramm

Dieser Fehler passt zu dem direkt vorangegangenen relativ gut, denn wenn man Mitglied in einem Vielfliegerprogramm ist, könnte man davon ausgehen, dass es auch am meisten Sinn ergibt, die Flüge mit dieser Airlines auch dort gutzuschreiben. Allerdings ist das mitnichten der Fall, denn vielfach sind die Gutschriften anderswo wesentlich besser. So habt Ihr bei den Allianzen generell die Möglichkeit Eure Flüge bei zahlreichen Partnerprogrammen gutzuschreiben, die oftmals deutlich mehr Meilen für Eure Flüge versprechen.

Ein gutes Beispiel dafür sind die wiederkehrenden Business Class Deals mit Singapore Airlines ab Nordeuropa. Hier gibt es beim hauseigenen Programm immer 125 Prozent der Entfernungsmeilen, während Ihr bis vor kurzem noch 200 Prozent Gutschrift bei SAS Eurobous erhalten habt. Durch einen einzigen Flug konnte man sich so den Star Alliance Gold Status sichern, ein wesentlich besserer Deal als weniger Meilen und kein Status bei KrisFlyer, oder? Es lohnt sich also immer einen Blick auf die verschiedenen Gutschriften der Partner zu werfen und zu überlegen, ob es Sinn ergibt, die Meile anderswo gutschreiben zu lassen. Eine gute Hilfe kann dabei die Datenbank Where to Credit sein.

6. Nicht ausreichend nach Verfügbarkeiten suchen

Ein ebenfalls gerne gemachter Fehler kommt, wenn man fleißig Meilen gesammelt hat und diese dann für die eigene Traumreise einlösen möchte, ist dass man zu schnell aufgibt. Schließlich gibt es quasi eine unendlich große Menge an Möglichkeiten von Eurem Startpunkt. Nur weil das Tool, was Ihr zur Suche nach Prämienverfügbarkeiten nicht direkt den perfekten Weg anzeigt, heißt das nicht, dass es diesen nicht gibt.

Eva Air Business Class Boeing 777 Einzelsitze
Am Ende fliegt Ihr vielleicht mit kleinem Umweg, könnt aber trotzdem Eure Meilen einlösen

Die Suche nach einzelnen Strecken oder Segmenten kann hier Wunder bewirken. Man muss nur dranbleiben und eventuell etwas kreativ werden. So haben wir selbst bisher immer irgendwie einen Weg gefunden, mit Meilen an unser Ziel zu kommen. Vielfach war es nicht der direkte Weg, irgendeinen gab es aber immer!

7. Zu viele Meilen- oder Punkteprogramme

Es mag auf den ersten Blick komisch wirken, dass zu viele Programme, in denen man Meilen und Punkte sammelt nicht sinnvoll sind. Schaut man etwas genauer hin, ist weniger oftmals mehr. Sammelt Ihr etwa immer wieder in verschiedenen Programmen einige Meilen oder Punkte, werdet Ihr nie höhere Kontostände erreichen, die dann die wirklich interessanten Einlösungen möglich machen. Somit ist es eigentlich immer besser, sich auf einige Programme zu konzentrieren, in denen man dann möglichst viele Meilen oder Punkte sammelt.

Das ganze gilt vor allem im Hotelbereich, wo es durchaus Sinn ergibt, sich einer Kette “hinzugeben” und dort dann sowohl viele Punkte zu sammeln, als auch einen Status zu erreichen. Das ist dann wesentlich besser, als Mitglied in dutzenden Programmen zu sein, aber nirgendwo je einen großen Kontostand zu erreichen. Nicht umsonst sind die besten Einlösungen teilweise auch nicht ganz günstig, sodass nur wirklich treue Kunden belohnt werden. Würdet Ihr beispielsweise nicht gerne einmal kostenlos im Conrad Koh Samui oder dem Hilton Seychelles Labriz Resort übernachten? Wenn Ihr bei zahlreichen Ketten gleichzeitig sammelt, würde das vermutlich nie etwas werden.

8. Punkte auf der Straße liegen lassen

Ein weiterer Fehler, der gerne gemacht wird, bezieht sich auf das Sammeln von Meilen. Zu Beginn weiß man vielfach noch überhaupt nicht, wie viele Möglichkeiten es gibt, Meilen und Punkte zu sammeln und lässt eine Menge Möglichkeiten ungenutzt. Payback Punkte lassen sich in Miles & More Meilen transferieren, man kann Meilen mit Kreditkarten oder Zeitschriften sammeln und es gibt kostenlose Meilen für das Bewerten von Hotels? Man muss mit der Zeit erst einmal lernen, wie sich Meilen sammeln lassen und welche Möglichkeiten es gibt. Danach ärgert man sich mitunter eventuell was man verpasst hat, aber ist in Zukunft achtsam, wo sich überall Meilen verstecken 😉

9. Die Angst vor Kreditkarten und Jahresgebühren

Kreditkarten sind bekanntermaßen einer der besten Wege, um Meilen zu sammeln oder auch auf anderen Wegen geniale Vorteile auf Reisen zu genießen. Dabei sind all diese Vorteile aber meistens nicht umsonst und die Kreditkarten kommen mit einer Jahresgebühr daher. Auf Anhieb schreckt das natürlich viele ab, was aber vielfach relativ unsinnig ist. Wir selbst bezahlen jeder fast 1.000 Euro pro Jahr an Jahresgebühren, die wir aber durch die Vorteile und Meilen vielfach wieder zurückbekommen.

American Express DCC

Ein gutes Beispiel dafür ist die 600 Euro teure Amex Platinum Card, die zwar auf dem Papier unsinnig teuer ist, durch die viele Vorteile aber dennoch eine sehr lohnenswerte Investition ist. Natürlich muss man bei jeder Kreditkarte abwägen, ob sich die Jahresgebühr lohnt, in den meisten Fällen ist der Mehrwert aber um einiges größer als die jährlichen Kosten.

10. “Ich fliege nur mit Lufthansa wegen Miles & More”

Besonders interessant ist wie ich finde ein Fehler, der zeigt wie gut die verschiedenen Loyalitätsprogramme funktionieren. Vielfach hört man von Anfängern nämlich, dass diese seit der Anmeldung bei Miles & More nur noch mit der Lufthansa fliegen, denn dort sammelt man ja Meilen. Das Programm tut also genau das was es soll und bringt Euch dazu, nur noch mit einer Airlines zu fliegen. Das führt natürlich dazu, dass Ihr nicht mehr preissensibel seid und auch bei der Lufthansa bucht, wenn es teurer ist, nur weil Ihr Meilen sammelt.

Das mag auch in Einzelfällen sinnvoll sein, in der Regel solltet Ihr aber darauf achten, dass Ihr immer den Wert der Meilen in Eure Preisberechnung einbezieht. Ein Flug, der 200 Euro mehr kostet, aber Euch 5.000 Miles & More Meilen einbringt ist auf keinen Fall ein guter Deal, denn selbst bei einem hohen Meilenwert sind die Meilen nicht mehr als 150 Euro wert. Und nicht vergessen: Dank Allianzen, Codeshares und mehr könnt Ihr Miles & More Meilen natürlich längst nicht mehr nur bei der Lufthansa sammeln, sondern insgesamt bei mehr als 30 weiteren Airlines!

Fazit zu den Anfängerfehlern bei Meilen & Punkten

Wir selbst haben den Großteil dieser Fehler am Anfang auch gemacht. Das ganze Thema ist so vielseitig und umfassend, dass man wahrscheinlich nicht zig weitere Anfängerfehler finden könnte, die wir oder andere gemacht haben. Vielleicht aber hilft diese Übersicht dem ein oder anderen entweder bestimmte Fehler nicht zu machen oder sich mit einem Schmunzeln an die eigenen Anfänge zu erinnern 😉

Fallen Euch noch weitere Anfängerfehler ein, die wir vergessen haben?

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Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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