Im Internet werben immer wieder Portale damit, gesammelte Meilen gegen Bargeld anzukaufen. Wer seine Miles & More Meilen verkaufen möchte, riskiert damit allerdings sein gesamtes Meilenkonto, denn der Handel mit Meilen ist laut den Teilnahmebedingungen ausdrücklich verboten. Ganz wertlos sind überzählige Meilen deshalb aber nicht.

Wir erklären, was die Regeln von Miles & More zum Verkauf sagen, was der Bundesgerichtshof dazu entschieden hat und welche erlaubten Wege es gibt, Meilen mit anderen zu teilen oder sinnvoll loszuwerden.

Das Wichtigste in Kürze: Miles & More verbietet den Verkauf, Tausch und jede andere Weitergabe von Meilen gegen Geld, der Bundesgerichtshof hat diese Regel 2014 bestätigt. Erlaubt ist es, Prämienflüge für Verwandte, Freunde und Bekannte zu buchen, solange kein Geld fließt. Im kostenlosen Meilenpool können zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder ihre Meilen zusammenlegen. Den kostenpflichtigen Meilentransfer gibt es seit 2023 nicht mehr.

Darf man Miles & More Meilen verkaufen?

Nein. Laut den Teilnahmebedingungen von Miles & More sind Meilen und Points ebenso wie das Teilnehmerkonto nicht auf Dritte übertragbar. Der Handel mit Meilen ist untersagt, und zwar ausdrücklich durch Verkauf, Tausch, Versteigerung oder jede sonstige Weitergabe an Dritte. Verboten sind auch die Vermittlung eines solchen Handels und der Kauf von Meilen bei anderen Teilnehmenden. Eine Ausnahme gilt nur, wenn Miles & More selbst eine abweichende Regel bekannt gibt.

Ähnlich streng sind die Regeln für Prämien. Award Flights und andere Prämiendokumente dürft Ihr nur an Personen verschenken, mit denen Ihr persönlich verbunden seid, etwa Verwandte, Freunde und Bekannte. Der Verkauf eines Prämientickets ist ebenso verboten wie der Verkauf der Meilen selbst. Das gilt auch für Gutscheine und eVoucher, die Ihr mit Meilen erworben habt.

Laptop auf einem Schreibtisch
Einige Portale werben im Internet mit dem Ankauf von Meilen

Weil sich Meilen technisch nicht einfach auszahlen lassen, gehen solche Portale meist einen Umweg: Sie lassen sich die Zugangsdaten geben oder bitten Euch, mit Euren Meilen Prämienflüge für ihre Kunden zu buchen. Genau das fällt unter das Verbot, denn zwischen Euch und dem Reisenden besteht keine persönliche Beziehung, und es fließt Geld. Gebt Eure Zugangsdaten deshalb niemals an Dritte weiter.

Was hat der Bundesgerichtshof zum Meilenverkauf entschieden?

Mit dem Verbot hat sich der Bundesgerichtshof bereits befasst. Ein Miles & More Teilnehmer hatte mit seinen Meilen Prämientickets in die USA auf den Namen einer fremden Person gebucht, die dafür laut Gericht rund 3.000 Euro an ein Reisebüro gezahlt hatte. Lufthansa kündigte daraufhin den Teilnahmevertrag fristlos und entzog dem Mann seinen Vielfliegerstatus.

Mit Urteil vom 28. Oktober 2014 (Az. X ZR 79/13) entschied der Bundesgerichtshof, dass die Klausel zur Weitergabe von Prämien wirksam ist und die Kündigung zu Recht erfolgte. Entscheidend war die Gegenleistung in Geld. Prämienflüge für Freunde und Familie als Geschenk fallen dagegen nicht unter das Verbot. Wer beim Handel erwischt wird, muss also damit rechnen, Konto, Status und die restlichen Meilen zu verlieren.

Achtung: Auch eine scheinbar private Absprache, bei der Euch jemand für ein gebuchtes Prämienticket Geld überweist, ist ein Verstoß gegen die Teilnahmebedingungen. Das Risiko steht in keinem Verhältnis zum möglichen Erlös.

Ganz ohne Gegenwert müsst Ihr überzählige Meilen trotzdem nicht verfallen lassen. Die folgenden Wege sind von Miles & More ausdrücklich vorgesehen.

Kann man Meilen an eine andere Person übertragen?

Direkt von Konto zu Konto geht das heute nicht mehr. Zwischen Sommer 2019 und Februar 2023 bot Miles & More einen kostenpflichtigen Meilentransfer an, der 1 Cent pro Meile kostete und auf 35.000 Meilen pro Jahr begrenzt war. Diese Option wurde eingestellt.

Die beste Alternative ist das Meilenpooling. Zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder können ihre Prämienmeilen kostenlos in einem gemeinsamen Pool zusammenlegen, eine Verwandtschaft ist dafür nicht nötig. Einlösen dürfen die beiden erwachsenen Mitglieder. Nach einer längeren Pause seit Februar 2024 lassen sich neue Pools seit Sommer 2025 in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder eröffnen. Beachtet, dass der Schutz vor dem Meilenverfall durch eine Kreditkarte nur für die Meilen des Karteninhabers gilt. Alle Details erklärt unser Guide zum Miles & More Meilenpooling.

Miles and More Meilenpooling
Im Meilenpool können zwei Erwachsene und bis zu fünf Kinder gemeinsam sammeln

Mehrere Pools gleichzeitig sind nicht möglich, jedes Mitglied kann nur in einem Pool sein. Für Paare oder befreundete Vielflieger, die regelmäßig gemeinsam verreisen, ist der Pool trotzdem der einfachste Weg, Meilen zusammenzuführen.

Wie könnt Ihr Meilen für Familie und Freunde einsetzen?

Ganz legal ist es, mit Euren Meilen Award Flights für andere Personen zu buchen. Laut den aktuellen Bedingungen dürft Ihr Prämienflüge für Verwandte und Bekannte buchen, ohne selbst mitzufliegen. In der Suche setzt Ihr dafür den Haken bei „Ich fliege nicht selbst“, die Meilen werden von Eurem Konto abgezogen. Ein ausgestelltes Ticket ist allerdings nicht übertragbar, und Geld darf auch hier nicht fließen.

Für Kinder gibt es auf Flügen der Lufthansa Group sowie von Croatia Airlines, LOT und Luxair einen Rabatt: Kinder von zwei bis elf Jahren zahlen 25 Prozent weniger Meilen. Steuern und Zuschläge kommen bei jedem Award Flight hinzu und werden per Kreditkarte bezahlt. Antworten auf weitere Detailfragen findet Ihr in unserem Beitrag zu den Miles & More Award Flights.

Was tun mit Meilen, die Ihr nicht mehr braucht?

Wer keine Flüge mehr plant, kann Meilen auch in Gutscheine, Produkte aus dem Worldshop oder Hotels umwandeln. Gutscheine für Händler wie Ikea gibt es über den Partner cadooz. Einen guten Gegenwert bringt das allerdings selten: Nach unseren Berechnungen kommt Ihr im Worldshop auf höchstens rund 0,3 Cent pro Meile, mit Prämienflügen in der Business Class im Schnitt auf rund 1,7 Cent. Ob sich Gutscheine im Einzelfall lohnen, zeigt unser Guide zu den Miles & More Gutscheinen.

Gutscheine und Geschenkkarten
Gutscheine sind eine Option für Restmeilen, der Gegenwert ist aber gering

Eine sinnvolle Möglichkeit für Restmeilen ist auch die Spende. Miles & More bietet an, Meilen an Projekte von help alliance zu spenden, der Hilfsorganisation der Lufthansa Group, etwa für Bildungsprojekte. Bevor Ihr Meilen unter Wert einlöst, lohnt sich aber ein Blick auf das Verfallsdatum. Wie lange Eure Meilen gültig sind und wie Ihr sie schützt, erklärt unser Guide zum Miles & More Meilenverfall.

Wie kommt Ihr auf legalem Weg an mehr Meilen?

Umgekehrt fragen sich viele, ob sie fehlende Meilen bei anderen Mitgliedern kaufen dürfen. Auch das ist verboten. Erlaubt ist es dagegen, Payback Punkte im Verhältnis 1:1 in Miles & More Meilen umzuwandeln, bei Aktionen gab es zuletzt Boni von 10 bis 25 Prozent. Membership Rewards Punkte von American Express kommen nicht direkt, sondern über den Umweg Payback zu Miles & More. Wie das funktioniert, zeigt unser Guide zum Transfer von Payback Punkten zu Miles & More.

Payback Logo
Payback Punkte lassen sich im Verhältnis 1:1 in Miles & More Meilen umwandeln

Außerdem verkauft Miles & More selbst Meilen über seinen Partner. Das lohnt sich nur mit einer konkreten Einlösung im Blick, bei der der Gegenwert deutlich über dem Kaufpreis liegt. Alle Pakete und Preise lest Ihr in unserem Guide zum Miles & More Meilen kaufen.

Fazit zum Verkauf von Miles & More Meilen

Miles & More Meilen zu verkaufen ist nicht erlaubt, und das Verbot ist seit dem Urteil des Bundesgerichtshofs von 2014 auch gerichtlich bestätigt. Wer es trotzdem über Ankaufportale versucht, riskiert die Kündigung seines Kontos samt Status und Meilen. Von solchen Angeboten solltet Ihr deshalb die Finger lassen.

Sinnvoller ist es, überzählige Meilen für Prämienflüge von Familie und Freunden einzusetzen oder sie im kostenlosen Meilenpool mit einer zweiten erwachsenen Person zusammenzulegen. Gutscheine, Worldshop und Spenden bleiben eine Lösung für Restmeilen, die sonst verfallen würden, bringen aber deutlich weniger Gegenwert als ein Flug in der Business Class.

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Autor

Als Affiliate-Marketing-Manager kümmert sich Samer um die Betreuung der Affiliate-Partner sowie um die Empfehlungen für Finanzprodukte. Dabei stellt er sicher, dass reisetopia Euch stets die besten Produkte zu den besten Konditionen anbieten kann. In seiner täglichen Arbeit sorgt er dafür, dass die von reisetopia empfohlenen Finanzprodukte stets aktuell sind und einen Mehrwert für Euch bieten.

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  • Dann erläutere doch mir und Thomas gerne einmal, was das sammeln von Payback Punkten mit dem „Verkauf“/einsetzen von Meilen gemein hat. Wir freuen uns zu lesen wo da der Zusammenhang zum übrigen Inhalt und der Überschrift besteht, liebe Amelie.
    Zitat: „ Auch wenn man Miles & More Meilen nicht verkaufen darf, gibt es einige offiziell erlaubte Alternativen, auf die man zurückgreifen kann (…) doch es gibt eine attraktivere Alternative: der Transfer von Payback Punkten zu Miles & More.“

      • Hallo Pete, in dem Artikel steht klar und deutlich, dass wir auch Alternativen zum Verkauf beschreiben. Es mag sein, dass du dies anders siehst, wir möchten jedoch in unseren Artikeln umfassend über alle Möglichkeiten informieren. Dies hat nichts damit zu tun, dass hier nicht aufgepasst wurde. Nichtsdestotrotz schätzen wir Kritik an unseren Beiträgen, sofern konstruktiv, sehr. Liebe Grüße

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