Wer Geld in US-Dollar, Schweizer Franken oder Britischen Pfund verdient, ausgibt oder anlegen will, stößt schnell auf das Fremdwährungskonto. Es spart in manchen Fällen Umtauschkosten, bringt aber auch ein Wechselkursrisiko, eigene Gebühren und steuerliche Besonderheiten mit sich. Für viele Reisende gibt es zudem eine einfachere Lösung.
In diesem Guide erklären wir, wie ein Fremdwährungskonto funktioniert, für wen es sich lohnt, welche Kosten anfallen und welche Anbieter es gibt, von Multiwährungskonten wie Wise und Revolut bis zu den Währungskonten deutscher Banken. Außerdem geht es um Einlagensicherung, Zinsen und Steuern. Diesen Guide haben wir im Oktober 2026 komplett überarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Fremdwährungskonto?
- Für wen lohnt sich ein Fremdwährungskonto?
- Was kostet ein Fremdwährungskonto?
- Welche Anbieter für Fremdwährungskonten gibt es?
- Wie sicher ist das Geld auf einem Devisenkonto?
- Gibt es Zinsen auf Dollar-Guthaben?
- Wie werden Fremdwährungskonten versteuert?
- Brauchen Reisende ein Fremdwährungskonto?
- Fazit zum Fremdwährungskonto
Das Wichtigste in Kürze: Ein Fremdwährungskonto, auch Devisen- oder Währungskonto genannt, wird in einer anderen Währung als Euro geführt. Sinnvoll ist es vor allem für Menschen mit Einnahmen oder regelmäßigen Ausgaben in dieser Währung. Bei Banken in der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro auch für Fremdwährungsguthaben, gegen Kursverluste schützt sie aber nicht. Kursgewinne können steuerpflichtig sein, bei verzinsten Guthaben behalten deutsche Banken seit 2025 Kapitalertragsteuer ein.
Was ist ein Fremdwährungskonto?
Ein Fremdwährungskonto ist ein Bankkonto, auf dem Guthaben nicht in Euro, sondern zum Beispiel in US-Dollar, Schweizer Franken oder Japanischen Yen liegt. Geld, das in dieser Währung eingeht, bleibt in dieser Währung, bis Ihr es selbst umtauscht oder ausgebt. Die Begriffe Devisenkonto und Währungskonto meinen dasselbe.
In der Praxis gibt es drei Varianten. Klassische Banken führen das Währungskonto meist als Unterkonto neben einem Euro-Konto, manche nur für den Wertpapierhandel. Online-Broker nutzen Fremdwährungskonten als Verrechnungskonto für Aktien an ausländischen Börsen. Multiwährungskonten von Anbietern wie Wise oder Revolut bündeln dagegen viele Währungen in einer App, inklusive Karte für Zahlungen.

Wichtig ist der Unterschied zwischen Halten und Bezahlen: Ein Währungskonto bei einer Bank ist nicht automatisch an den Zahlungsverkehr oder an eine Karte angebunden. Wer mit dem Guthaben im Ausland bezahlen oder Überweisungen empfangen will, sollte vor der Eröffnung genau prüfen, welche Funktionen das Konto bietet.
Für wen lohnt sich ein Fremdwährungskonto?
Ein Fremdwährungskonto lohnt sich vor allem dann, wenn Geld regelmäßig in einer fremden Währung fließt, egal ob als Einnahme oder als Ausgabe. Dann spart Ihr Euch den doppelten Umtausch von Dollar in Euro und später wieder zurück. Typische Fälle sind:
- Freiberufler und Selbstständige mit Kunden in den USA, der Schweiz oder Großbritannien, die in deren Währung bezahlt werden.
- Grenzgänger und Expats, die Gehalt in Franken oder Dollar beziehen oder im Ausland Miete zahlen.
- Besitzer einer Ferienwohnung außerhalb der Eurozone mit laufenden Kosten vor Ort.
- Anleger, die Aktien an ausländischen Börsen kaufen und Dividenden in Fremdwährung erhalten.
- Langzeitreisende, die über Monate in einer Währung unterwegs sind.
Wenig sinnvoll ist ein Fremdwährungskonto als reine Wette auf Wechselkurse. Auch vermeintlich stabile Währungen können innerhalb weniger Monate mehrere Prozent gegenüber dem Euro verlieren. Wer in Euro lebt und in Euro spart, holt sich mit einem Devisenkonto zusätzliches Risiko ins Haus, das durch höhere Zinsen nicht immer ausgeglichen wird.
Für den normalen Urlaub braucht Ihr in der Regel kein eigenes Fremdwährungskonto. Wie Ihr im Ausland auch ohne Währungskonto günstig bezahlt, erklären wir weiter unten.
Was kostet ein Fremdwährungskonto?
Die Kontoführung selbst ist bei vielen Anbietern kostenlos, teuer wird es eher an anderer Stelle. Bei der Deutschen Bank kostet das WährungsKonto laut Preis- und Leistungsverzeichnis vom 1. Oktober 2026 dagegen 11,90 Euro im Monat. Diese Kostenpunkte solltet Ihr vergleichen:
Umtausch: Banken rechnen meist zu einem eigenen Kurs ab, der um eine Marge vom Devisenmittelkurs abweicht. Bei der Deutschen Bank liegt der Aufschlag für Euro und US-Dollar bei 0,005 Dollar je Euro, das entspricht bei einem Kurs um 1,15 bis 1,20 Dollar rund 0,4 Prozent pro Richtung. Fintechs wie Wise rechnen zum Devisenmittelkurs und weisen die Gebühr separat aus.
Eingehende Auslandsüberweisungen: Kommt Geld per SWIFT aus den USA oder Asien, ziehen oft die eigene Bank und zwischengeschaltete Banken Gebühren ab. Die Deutsche Bank berechnet bei SHARE- und BEN-Überweisungen 5,50 Euro bis 2.500 Euro Betrag und bis zu 95 Euro bei großen Summen. Wise verlangt für eingehende Wire- und SWIFT-Zahlungen in US-Dollar 6,11 Dollar, Zahlungen über lokale Kontodaten sind kostenlos.

Weitere Entgelte: Dazu kommen je nach Anbieter Kosten für ausgehende Auslandsüberweisungen, Bargeldabhebungen, Karten oder Papierauszüge. Rechnet deshalb immer mit dem Gesamtbetrag, der nach Umtausch und Gebühren tatsächlich ankommt.
Welche Anbieter für Fremdwährungskonten gibt es?
Grob lassen sich Fintechs mit Multiwährungskonto und klassische Banken unterscheiden. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Konditionen, die wir im Oktober 2026 auf den Seiten der Anbieter geprüft haben:
| Anbieter | Kontoführung | Umtausch |
|---|---|---|
| Wise | Kostenlos, physische Karte einmalig 7 Euro | Devisenmittelkurs plus Gebühr ab 0,2 % |
| Revolut Standard | Kostenlos | Werktags bis 1.000 Euro im Monat ohne Gebühr, darüber 0,5 %, am Wochenende 1 % |
| Consorsbank | Kostenlos, Euro-Verrechnungskonto nötig | Referenzkurs mit Marge, dazu Entgelte laut Preisverzeichnis |
| comdirect Währungsanlagekonto | Kostenlos, ab 500 Euro | 1 % des Betrags |
| Deutsche Bank WährungsKonto | 11,90 Euro pro Monat | Aufschlag je Währung, bei USD 0,005 Dollar je Euro |
Wise: Mit dem Wise Multi-Währungs-Konto haltet Ihr Guthaben in rund 40 Währungen und bekommt eigene Kontodaten unter anderem für US-Dollar, Britische Pfund, Kanadische und Australische Dollar. Damit können Euch Kunden aus den USA wie auf ein amerikanisches Konto überweisen. Bis 250 Euro im Monat hebt Ihr kostenlos ab, darüber kostet es 2,69 Prozent.
Revolut: Das Revolut Girokonto bietet Unterkonten in mehr als 25 Währungen. Im kostenlosen Standard-Tarif tauscht Ihr laut Gebührenübersicht seit dem 9. Juli 2026 werktags bis 1.000 Euro im Monat ohne Gebühr, darüber werden 0,5 Prozent fällig. Am Wochenende kostet jeder Umtausch 1 Prozent, in den Tarifen Premium, Metal und Ultra entfällt das Monatslimit.
Consorsbank: Das Consorsbank Fremdwährungskonto gibt es in 10 Währungen, darunter US-Dollar, Britische Pfund, Kanadische und Australische Dollar, Yen sowie Norwegische und Schwedische Kronen. Voraussetzung ist ein Euro-Verrechnungskonto, also in der Praxis ein Depot. Das Konto dient vor allem als Abwicklungskonto für Wertpapiere an ausländischen Börsen.
comdirect und Deutsche Bank: Die comdirect bietet ein Währungsanlagekonto in 13 Währungen ab 500 Euro an, beim Kauf und Verkauf der Währung fällt jeweils 1 Prozent Umtauschentgelt an. Die Deutsche Bank führt das WährungsKonto als vollwertiges Kontokorrentkonto für den Zahlungsverkehr, verlangt dafür aber eine monatliche Gebühr. Auch Sparkassen und Volksbanken richten Währungskonten oft auf Anfrage ein, die Konditionen stehen im jeweiligen Preis- und Leistungsverzeichnis.
Ein Devisenkonto eröffnen könnt Ihr bei Wise und Revolut komplett per App, die Identität bestätigt Ihr dabei mit Eurem Ausweis. Bei Banken ist die Eröffnung am einfachsten, wenn Ihr dort schon Kunde seid, dann reicht meist ein Antrag im Online-Banking. Wer vor allem in US-Aktien investiert, kann auch bei einem Broker wie Interactive Brokers Guthaben direkt in Fremdwährung halten.
Wie sicher ist das Geld auf einem Devisenkonto?
Bei Banken in der EU greift die gesetzliche Einlagensicherung auch für Guthaben in Fremdwährung. Geschützt sind bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank, unabhängig von Währung und Zahl der Konten. Im Entschädigungsfall wird in Euro ausgezahlt, umgerechnet zum Referenzkurs der Europäischen Zentralbank am Tag, an dem der Entschädigungsfall festgestellt wird. Für deutsche Banken regelt das Paragraf 7 des Einlagensicherungsgesetzes.
Die Einlagensicherung ist national organisiert. Bei der Consorsbank als Niederlassung der französischen BNP Paribas greift zum Beispiel die französische Sicherung FGDR, bei Revolut die litauische, weil das Konto bei der Revolut Bank UAB geführt wird. Mehr dazu lest Ihr in unserem Guide zur Einlagensicherung.

Wise ist dagegen keine Bank, sondern ein E-Geld-Institut. Eure Guthaben sind dort nicht durch eine Einlagensicherung geschützt, sondern werden getrennt vom Firmenvermögen verwahrt, das sogenannte Safeguarding. Bei Konten außerhalb von EU und EWR gelten die Regeln des jeweiligen Landes, dort kann der Schutz geringer sein oder ganz fehlen.
Achtung: Die Einlagensicherung schützt nur vor der Pleite der Bank, nicht vor Wechselkursverlusten. Verliert der Dollar zehn Prozent gegenüber dem Euro, ist auch Euer Guthaben in Euro gerechnet zehn Prozent weniger wert.
Gerade dieses Währungsrisiko unterschätzen viele, die ein Fremdwährungskonto als Geldanlage nutzen wollen. Legt deshalb nur Geld in Fremdwährung an, auf das Ihr auch bei einem ungünstigen Kurs nicht kurzfristig angewiesen seid.
Gibt es Zinsen auf Dollar-Guthaben?
Ja, das Zinsniveau in US-Dollar liegt seit einigen Jahren über dem in Euro, deshalb bieten manche Banken Festgeld in Dollar an. Die Consorsbank zahlt im Oktober 2026 bis zu 3,25 Prozent pro Jahr auf US-Dollar-Festgeld mit Laufzeiten zwischen 12 und 60 Monaten. Die Mindestanlage liegt bei 5.000 Dollar, Voraussetzung ist das Dollar-Fremdwährungskonto der Bank.
Bei Wise könnt Ihr Guthaben in einem Fonds mit Zinsertrag parken. Das ist allerdings keine Einlage, sondern eine Fondsanlage mit Jahresgebühr, das Kapital ist laut Wise einem gewissen Risiko ausgesetzt. Bei klassischen Währungskonten der Banken gibt es auf täglich verfügbares Guthaben oft nur wenig oder gar keine Zinsen.

Rechnet bei solchen Angeboten immer mit dem Wechselkurs mit. Ein Zinsvorsprung von einem Prozentpunkt ist schnell weg, wenn der Dollar bis zum Rücktausch nur leicht gegenüber dem Euro nachgibt. Dazu kommen die Umtauschkosten beim Hin- und Rückweg.
Wie werden Fremdwährungskonten versteuert?
Bei der Steuer kommt es darauf an, ob das Guthaben verzinst wird. Das Bundesfinanzministerium unterscheidet in seinem Schreiben zur Abgeltungsteuer vom 19. Mai 2022, zuletzt angepasst am 14. Mai 2025, zwischen verzinsten und unverzinsten Fremdwährungsguthaben. Die folgenden Punkte geben einen Überblick, ersetzen aber keine Steuerberatung.
Zinsen: Zinsen in Fremdwährung sind Kapitalerträge. Es fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Person steuerfrei.
Kursgewinne auf verzinsten Guthaben: Auch Währungsgewinne zählen hier zu den Kapitalerträgen, eine Haltefrist gibt es nicht. Jede Einzahlung und jede Zinsgutschrift gilt dabei als neue Anschaffung. Deutsche Banken müssen seit dem 1. Januar 2025 Kapitalertragsteuer auf solche Kursgewinne einbehalten, wenn das Guthaben nach dem 31. Dezember 2024 angeschafft wurde.
Kursgewinne auf unverzinsten Guthaben: Hier gilt Paragraf 23 des Einkommensteuergesetzes zu privaten Veräußerungsgeschäften. Tauscht Ihr Fremdwährung innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn zurück, wird der Gewinn mit Eurem persönlichen Steuersatz besteuert. Nach mehr als einem Jahr ist er steuerfrei. Bei mehreren Käufen gilt das FIFO-Prinzip: Die zuerst gekauften Beträge gelten als zuerst verkauft.

Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften bleiben steuerfrei, solange sie im Kalenderjahr insgesamt unter 1.000 Euro liegen. Das ist eine Freigrenze: Liegt der Gewinn darüber, ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Diese Gewinne meldet die Bank nicht, Ihr müsst sie selbst in der Steuererklärung angeben. Wer häufig größere Beträge tauscht, sollte Kaufdatum und Kurs jeder Transaktion dokumentieren.
Brauchen Reisende ein Fremdwährungskonto?
Für die meisten Urlaubsreisen lautet die Antwort Nein. Wer im Ausland mit Karte zahlt, braucht kein Guthaben in der Landeswährung, entscheidend sind die Gebühren der Karte. Viele Banken berechnen für Zahlungen in Fremdwährung ein Auslandseinsatzentgelt von oft 1 bis 2 Prozent, was genau dahintersteckt, erklären wir im Beitrag zur Fremdwährungsgebühr.
Die einfachere Lösung ist deshalb eine Kreditkarte ohne Auslandseinsatzgebühr. Damit bezahlt Ihr in Dollar, Pfund oder Baht zum Kurs der Kartenorganisation, ohne vorher Geld umzutauschen. Welche Karten sich dafür eignen, zeigt unser Vergleich der besten Kreditkarten für das Ausland.

Ein Multiwährungskonto wie Wise oder Revolut kann trotzdem praktisch sein, wenn Ihr länger in einem Land unterwegs seid, dort eine Unterkunft per Überweisung bezahlt oder Euer Reisebudget vorab zu einem bestimmten Kurs tauschen wollt. Achtet bei Revolut darauf, nicht am Wochenende zu tauschen, und bei Wise auf das Freilimit für Abhebungen.
Unser Tipp: Wählt am Geldautomaten oder im Kartenterminal im Ausland immer die Abrechnung in der Landeswährung. Bietet das Gerät eine Umrechnung in Euro an, ist der Kurs dafür meist deutlich schlechter.
Ein klassisches Währungskonto bei einer Bank lohnt sich für Reisende dagegen kaum. Es ist häufig nicht mit einer Karte verbunden, und die Umtauschkosten liegen oft über dem, was eine gute Reisekreditkarte kostet.
Fazit zum Fremdwährungskonto
Ein Fremdwährungskonto ist vor allem ein Werkzeug für alle, die regelmäßig Geld in einer anderen Währung einnehmen oder ausgeben, etwa Freiberufler mit Kunden in den USA, Grenzgänger, Expats oder Anleger mit Aktien im Ausland. Für sie sind Multiwährungskonten wie Wise oder Revolut meist die günstigste Wahl, wer Wert auf eine klassische Bank legt, findet bei Consorsbank, comdirect oder Deutscher Bank passende Angebote.
Als Geldanlage ist ein Devisenkonto dagegen nur etwas für Menschen, die das Wechselkursrisiko bewusst eingehen. Höhere Dollarzinsen können durch Kursverluste schnell verloren gehen, und Kursgewinne sind je nach Kontoart steuerpflichtig. Für den Urlaub braucht Ihr in der Regel kein eigenes Währungskonto, eine Kreditkarte ohne Auslandseinsatzgebühr erfüllt den Zweck einfacher.



