Uber gibt es in China seit Jahren nicht mehr, dafür aber DiDi, den mit Abstand größten Fahrdienst des Landes. Für Reisende ist die App der einfachste Weg, in chinesischen Städten von A nach B zu kommen: Ihr gebt Euer Ziel in lateinischen Buchstaben ein, bezahlt per Kreditkarte und verständigt Euch mit dem Fahrer über einen Chat mit automatischer Übersetzung.
Ich habe DiDi auf meinen China-Reisen für weit über 100 Fahrten in mehr als 20 Städten genutzt. In diesem Guide zeige ich, welche App Ihr braucht, wie Registrierung und Bezahlung für Ausländer heute funktionieren, was eine Fahrt kostet und welche Alternativen es gibt.
Inhaltsverzeichnis
- Gibt es Uber in China?
- Welche DiDi App braucht man als Tourist?
- Wie bezahlt man bei DiDi in China?
- Wie funktioniert eine Fahrt mit DiDi?
- Welche Fahrtklassen gibt es bei DiDi?
- Wie viel kostet eine Fahrt mit DiDi?
- Wie funktioniert die Abholung am Flughafen und Bahnhof?
- Welche Alternativen gibt es zu DiDi in China?
- Fazit zu DiDi in China
Das Wichtigste in Kürze: Ladet vor der Reise die internationale App „DiDi Rider“ aus dem App Store oder von Google Play herunter, registriert Euch mit Eurer deutschen Handynummer und hinterlegt eine Visa- oder Mastercard. Dann funktioniert DiDi in China fast wie Uber.
Gibt es Uber in China?
Nein. Uber hat sein China-Geschäft bereits 2016 an DiDi verkauft und bietet seitdem keine Fahrten in China mehr an. Auch Grab, das in Südostasien verbreitet ist, fährt in China nicht. Wer in China einen Fahrdienst per App bestellen will, landet deshalb fast zwangsläufig bei DiDi, das den Markt klar dominiert.
Für Reisende ist das eine gute Nachricht, denn DiDi ist für Ausländer inzwischen deutlich einfacher nutzbar als noch vor einigen Jahren. Seit Deutsche ohne Visum nach China reisen dürfen, nutzen auch viele Touristen die App. Laut Auswärtigem Amt ist die visumfreie Einreise für Aufenthalte bis zu 30 Tage derzeit bis zum 31. Dezember 2026 möglich.
Neben der eigenen App gibt es DiDi auch als Mini-Programm innerhalb von Alipay und WeChat. Welche Variante für Euch am besten passt, hängt vor allem davon ab, wie Ihr bezahlen wollt. Dazu gleich mehr.
Welche DiDi App braucht man als Tourist?
Für Reisende ist die internationale App DiDi Rider gedacht, die Ihr ganz normal im App Store und bei Google Play findet. Sie ist komplett auf Englisch, und Ihr braucht weder eine chinesische Handynummer noch ein chinesisches Bankkonto. Die chinesische Version der App solltet Ihr dagegen nicht nutzen, sie ist nur auf Chinesisch verfügbar.
Bei der Registrierung gebt Ihr Eure Handynummer an und bestätigt sie per SMS-Code. Mit einer deutschen Nummer sollte das in der Regel klappen. Wichtig ist, dass Ihr die SMS empfangen könnt, also die Registrierung am besten schon zu Hause erledigt. Danach hinterlegt Ihr eine Kreditkarte.
reisetopia Tipp: Nutzt für DiDi eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr. Abgerechnet wird in chinesischen Yuan, mit einer normalen Karte zahlt Ihr sonst bei jeder Fahrt rund 1 bis 2 Prozent drauf.
Für das Internet unterwegs reicht in der Regel Roaming oder eine eSIM eines ausländischen Anbieters. Damit funktionieren DiDi und die übrigen Apps ohne chinesische SIM-Karte, und Ihr seid auch für den Fahrer über die App erreichbar.
Wie bezahlt man bei DiDi in China?
In der App DiDi Rider könnt Ihr eine Visa- oder Mastercard direkt hinterlegen. Nach der Fahrt wird der Betrag automatisch abgebucht, Ihr steigt einfach aus. Nur bei Fahrten mit der Taxi-Option kann es passieren, dass der Fahrer die Zahlung im Auto abwickeln möchte.
Alternativ bucht Ihr DiDi über das Mini-Programm in Alipay oder WeChat und bezahlt über deren Wallet. Beide Apps akzeptieren inzwischen auch ausländische Kreditkarten. Zahlungen bis 200 Yuan sind dabei gebührenfrei, darüber berechnen Alipay und WeChat Pay bei ausländischen Karten in der Regel 3 Prozent auf den gesamten Betrag. Für die meisten DiDi-Fahrten innerhalb der Stadt fällt also keine Gebühr an.
Etwas Bargeld solltet Ihr trotzdem dabeihaben. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass elektronisches Bezahlen für Touristen nicht immer reibungslos funktioniert, etwa wenn eine Karte abgelehnt wird oder das Handy streikt.
Wie funktioniert eine Fahrt mit DiDi?
Die Bedienung ist fast identisch mit Uber. Ihr gebt Euer Ziel ein, der Abholort wird per GPS ermittelt und lässt sich bei Bedarf anpassen. Adressen und Hotelnamen könnt Ihr in lateinischen Buchstaben eingeben, das klappt meistens gut. Bei kleineren Adressen hilft es, den chinesischen Namen des Ziels parat zu haben, zum Beispiel aus der Hotelbestätigung.
Nach der Bestellung seht Ihr Kennzeichen, Farbe und Modell des Autos, den Namen des Fahrers und seine Position auf der Karte. Während der Fahrt zeigt die App Strecke und voraussichtliche Ankunftszeit. Die wichtigste Funktion für Ausländer ist aber der Chat: Ihr schreibt auf Englisch, der Fahrer auf Chinesisch, und beide Nachrichten werden automatisch übersetzt. Missverständnisse hatte ich damit nur sehr selten.
Auch bei der Sicherheit ist DiDi gut aufgestellt: Es gibt einen Notruf-Button, über den Ihr direkt die Polizei erreicht, Ihr könnt Eure Fahrt mit Freunden teilen und Notfallkontakte hinterlegen. Die Telefonnummern von Fahrer und Fahrgast werden gegenseitig verborgen.
Welche Fahrtklassen gibt es bei DiDi?
Wie bei Uber wählt Ihr vor der Fahrt zwischen verschiedenen Klassen. Die genaue Auswahl hängt von der Stadt ab, typisch sind diese Optionen:
- Express: die günstige Standardklasse mit einfachen Autos
- Comfort: etwas neuere und größere Autos zu einem moderaten Aufpreis
- Premier: Oberklasse-Limousinen mit professionellen Fahrern, spürbar teurer, aber noch immer günstig im Vergleich zu Deutschland
- Taxi: reguläre Taxis, die nach Taxameter abrechnen
Ich selbst habe meistens Express genutzt und auf längeren Strecken gern Premier gebucht. Der Aufpreis ist überschaubar, und die Fahrzeuge sind deutlich komfortabler. Die Taxi-Option nutze ich nur, wenn in den anderen Klassen gerade kein Fahrer verfügbar ist, weil Taxifahrer das Ziel trotz App manchmal noch einmal mündlich hören wollen.
Wie viel kostet eine Fahrt mit DiDi?
Im Vergleich zu Taxis in Deutschland ist DiDi sehr günstig. In der Klasse Express liegen die Kosten grob bei 1,50 bis 2,50 Yuan pro Kilometer, dazu kommen je nach Tageszeit und Nachfrage Zuschläge. Kurze Fahrten innerhalb der Stadt kosten deshalb oft nur wenige Euro, selbst wenn Ihr lange im Stau steht.
Für die Fahrt vom Flughafen Shanghai Pudong ins Stadtzentrum solltet Ihr mit DiDi etwa 120 bis 200 Yuan einplanen, vom Flughafen Hongqiao etwa 50 bis 90 Yuan. Ein Taxi ist auf der Strecke ab Pudong meist etwas teurer. Längere Überlandfahrten, etwa von Shanghai nach Suzhou, sind dagegen nicht mehr ganz so günstig, hier ist der Schnellzug oft die bessere Wahl.
Wie funktioniert die Abholung am Flughafen und Bahnhof?
Am Flughafen und an großen Bahnhöfen ist die Abholung der knifflige Teil. An einigen großen Flughäfen wie Shanghai Pudong gibt es ausgeschilderte DiDi-Stationen, meist im Parkhaus. Dort warten die Fahrer, und die App zeigt den passenden Abholpunkt an.
Wo es keine solche Station gibt, müsst Ihr den Treffpunkt oft per Chat mit dem Fahrer abstimmen. Das kann bei großen Bahnhöfen mit vielen Ausgängen etwas dauern. Achtet auf das Kennzeichen und nutzt die Live-Position des Autos in der App. Wenn es schnell gehen muss, ist an manchen Bahnhöfen der offizielle Taxistand die einfachere Lösung.
Welche Alternativen gibt es zu DiDi in China?
Die wichtigste Alternative ist die Karten-App Amap, in China als Gaode bekannt. Sie ist inzwischen auch auf Englisch und Deutsch verfügbar und bündelt Fahrten verschiedener Fahrdienste, bezahlt wird meist über Alipay oder WeChat Pay. Gerade wenn DiDi zu Stoßzeiten keinen Fahrer findet, lohnt sich ein Blick in Amap.
Daneben bleiben natürlich reguläre Taxis, die Ihr an Taxiständen oder auf der Straße bekommt. Hier ist die Verständigung ohne Chinesischkenntnisse schwieriger, und nicht jeder Fahrer akzeptiert ausländische Karten. Zeigt dem Fahrer am besten die Zieladresse in chinesischen Schriftzeichen auf dem Handy.
Fazit zu DiDi in China
DiDi ist für mich die wichtigste App auf jeder China-Reise. Die internationale Version DiDi Rider funktioniert auf Englisch, akzeptiert ausländische Kreditkarten und löst mit dem übersetzten Chat das größte Problem vieler Reisender: die Verständigung mit dem Fahrer. Dazu kommen faire Preise und eine Verfügbarkeit in fast allen Städten.
Ladet die App am besten schon vor der Reise herunter, registriert Euch mit Eurer Handynummer und hinterlegt eine Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr. Als Backup lohnen sich Alipay oder WeChat Pay mit verknüpfter Karte, die Karten-App Amap und etwas Bargeld. Dann steht entspannten Fahrten in China nichts im Weg.



