Während meiner Reise durch die USA folgte ich einer Einladung des Portland International Airports vom Anfang des Jahres. Dabei durfte ich interessante Einblicke erhalten, die ich hier mit Euch teilen möchte.

Ein harter, aber interessanter Tag stand mir bevor. Nachdem ich am Mittag in Portland eingetroffen war, sollte ein Gespräch mit der Pressesprecherin des Flughafens von Portland folgen. Dabei durfte ich interessante Einblicke in die derzeitige Situation erhalten, in welcher die Corona-Pandemie noch immer eine wichtige Rolle spielt, aber keinesfalls eine Ausrede ist. Aber auch die “guten alten Zeiten” spielten in unserem Gespräch eine Rolle, als noch die Lufthansa und Condor den Flughafen angeflogen sind. Alle Eindrücke von meinem Besuch erhaltet Ihr hier.

Ein Gespräch bei Kaffee und Tee

Der Tag begann schon früh für mich. Am Morgen bin ich mit United Airlines in der First Class von Philadelphia gestartet und am Mittag nach Zwischenstopp in Portland angekommen. Hier wartete, nach dem Interview zur Corona-Situation in den USA mit einem befreundeten Arzt, der nächste spannende Termin, der mir Einblicke in die derzeitige Lage der Branche geben sollte. Warum aber ausgerechnet Portland? Der Termin kam bereits bei einer früher geplanten Reise zustande. Im Juni sollte es entlang der Westküste der USA gehen. Das Visum war aber noch nicht rechtzeitig fertig und zudem wurden meine Flüge gestrichen. Daher wollte ich diesen Termin aber unbedingt nachholen.

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Der Treffpunkt stand: Um 13:00 wollte ich mich mit Kama Simonds vor dem Check-in Bereich von Delta Air Lines treffen – eine Airline, die eine durchaus interessante Rolle für den Flughafen spielt, wie ich später noch erfahren und selbst erleben durfte. Kama, so wie ich sie später nennen durfte, arbeitet als Media Relations Manager für die Hafenbehörde Port of Portland. Diese Behörde ist auch Betreiber des internationalen Flughafens von Portland im US-Bundesstaat Oregon. Bis zum Treffpunkt hatte ich aber noch ein wenig Zeit. Zeit, die ich vor allem nutzen musste, um mein Aufgabegepäck zu verstauen oder einzuchecken. Am späten Abend sollte es mit Delta Air Lines über Atlanta zurück nach Fort Lauderdale gehen.

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Wie sich jedoch herausstellte, ein durchaus schwieriges Unterfangen. Gepäckschließfächer gibt es keine am Flughafen und auch Delta Air Lines wollte mein Gepäck weder verstauen noch einchecken. Erst unter Mithilfe einer freundlichen Dame, die freiwillig am Informationsschalter des Flughafens arbeitet, konnte ich mein Gepäck doch noch einchecken. Leider weiß ich ihren Namen nicht mehr, sie stand aber repräsentativ für die Angestellten wie Kama vor Ort. Der Flughafen verleiht ein gutes und heimatliches Gefühl. Die Leute sind nett und interessante Gespräche ergeben sich hier und da – vor allem aber mit Kama selbst.

Wir trafen uns pünktlich am ausgemachten Treffpunkt und gingen zum Kaffee. Sie bestellte einen Kaffee, ich einen Tee und wenige Minuten später setzten wir uns hin, um mehrere Stunden über die Situation des Flughafens, aber auch den privaten Erfahrungen während der Pandemie sowie das Leben und unsere Reiseerfahrungen im Allgemeinen zu reden.

Von Konferenzraum zum Spieleparadies

Wie ich bereits vorher selbst, aber auch in späteren Gesprächen in Florida erfahren durfte, hat sich die Corona-Pandemie überall anders ausgewirkt. Während Florida mitunter den stärksten Sommer überhaupt erleben durfte – da Einheimische ihren Urlaub in der Heimat verbringen mussten – sah die Situation am Flughafen von Portland noch ganz anders aus. Noch im Jahr 2018/2019 durfte der Flughafen mit 19,9 Millionen Passagieren einen Passagierrekord feiern durfte – doch seitdem sind die Zahlen in den beiden Folgejahren deutlich gesunken. Dank des starken ersten Quartals 2020 sowie der Vorjahreshälfte in 2019 konnten zum Ende des Geschäftsjahres 2019/2020 zumindest noch 14,5 Millionen Passagiere abgefertigt werden.

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Doch der Schein trügt. Als die Grenzen der USA dicht gemacht wurden, sind die Passagierzahlen in Portland rapide eingebrochen. Das liegt daran, dass der Flughafen vor allem Geschäftsreisende sowie Touristen aus Europa abfertigt. So konnten zu den negativen Spitzenzeiten im April 2020 mitunter lediglich 1.200 Passagiere am Tag am Flughafen gezählt werden. Trauriger Negativrekord, der sich auch in den Passagierzahlen für das letzte Geschäftsjahr widerspiegelt. So konnten 2020/2021 lediglich 7,4 Millionen Passagiere abgefertigt werden, was vor allem aber noch einer starken ersten Jahreshälfte 2021 zu verdanken ist. Das Geschäftsjahr des Flughafens läuft von Juli bis Juni.

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Dementsprechend ist der Ausblick im August noch schwierig zu formulieren gewesen. Dennoch geht der Flughafen davon aus, dass im Geschäftsjahr 2021/2022 circa 12,6 Millionen Passagiere abgefertigt werden können. Das hängt jedoch von der Rückkehr des Geschäftsreiseverkehrs sowie der wenigen Langstrecken ab. Auch der Geschäftsreiseverkehr in den USA war hingegen vieler Meinungen und Prognosen vom Lockdown betroffen. Die Langstrecken fehlten und der Fokus bei den stärksten Verbindungen wandelte sich.

Von Lowcost bis Abenteuerreisen

Alaska Airlines sowie Southwest Airlines sind die wohl wichtigsten Fluggesellschaften am Flughafen. Während Alaska Airlines vor allem nach dem Beitritt zur oneworld nochmal deutlich interessanter und attraktiver für die meisten Passagiere wurde, die regional nun noch bessere Anbindungen erhalten, hat Southwest Airlines ebenfalls ihre Präsenz am Flughafen ausbauen können. Der Lowcost-Carrier hat derweil bereits ein neues Concourse erhalten, das ursprünglich als Erweiterung für Alaska Airlines gedacht war. Die wiederum erhalten nun auch einen Neubau auf der anderen Seite des Flughafens. Beide Fluggesellschaften waren vor der Pandemie aber vor allem von Geschäftsreisenden abhängig. Die meist geflogenen und gebuchten Routen lagen daher allesamt im südlich angrenzenden Kalifornien. Während der Pandemie haben Freizeitreisen mehr Einzug erhalten. Dementsprechend ist Las Vegas die derzeit beliebteste Route ab Portland.

Auf der Langstrecke sieht die Situation noch deutlich schlechter aus, zumindest aktuell. Icelandair ist die einzige internationale Fluggesellschaft, die den Flughafen von Portland seit Sommer 2021 aus Europa anfliegt. Täglich verkehrt die Airline zwischen Keflavik und Portland. Damals noch mit einer Boeing 757, mittlerweile sogar mit einer Boeing 737 MAX. Darüber hinaus fliegt Volaris ebenfalls international. Die Airline ist sogar als einzige internationale Fluggesellschaft auch während der gesamten Pandemie zwischen Mexiko und Portland verkehrt. Doch weitere Langstrecken sollen schon bald wieder folgen. So will Delta Air Lines ab Frühjahr 2022 wieder die Verbindung zwischen Portland und Amsterdam aufnehmen. Die Route nach London Heathrow bleibt derweil weiterhin ausgesetzt. Und auch nach Deutschland sieht die Situation aktuell noch nicht viel besser aus, soll sich aber ebenfalls schon bald ändern.

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So nahm die deutsche Ferienfluggesellschaft Condor vor etwa drei Jahren erfolgreich die Verbindung zwischen Frankfurt und Portland auf. Eine Route, die bis 2005 die Lufthansa noch betrieben hat. Dabei sprach man schon damals erfolgreich abenteuerlustige Reisende an, die man mit der Natur Oregons, dem Columbia River und den Wasserfällen, aber auch mit der Stadt Portland selbst anlocken konnte. Seit dem Condor die Verbindung übernommen hat, haben auch viele Einheimische an der Westküste Frankfurt und Deutschland für sich entdecken können. Die Nachfrage auf dieser Route, die mit einer Boeing 767 bedient wurde, war also gut. Daher stand es für Condor scheinbar auch außer Frage, die Verbindung im Sommer 2022 wieder aufnehmen zu wollen.

Die neue Lufthansa-Tochter Eurowings Discover war dem Flughafen auf Nachfrage derweil noch unbekannt. Entsprechende Pläne eine Route nach Portland, oder zumindest in der Region mit Seattle, aufnehmen zu wollen, scheinen also Stand August noch nicht bestanden zu haben. Auch eine Rückkehr der Lufthansa selbst scheint weiterhin ausgeschlossen zu sein. Die Kranich-Airline fliegt dafür aber wieder regelmäßig nach Seattle.

PDX Next – die Natur spielt nicht nur bei Reisenden eine wichtige Rolle

Die Natur scheint nicht nur bei den Reisenden auf der Langstrecke eine wichtige Rolle zu spielen. Portland ist als Stadt mit besonderen Merkmalen in den USA bekannt. So wird sie nicht nur als Tattoo-Hauptstadt der USA gerne genannt. Auch im Rahmen der Nachhaltigkeit nimmt die Stadt eine besondere Rolle ein, sowie es die Natur für die Bewohner der Stadt ebenfalls tut. Dabei hört man besonders gut, was diese der Stadt zu sagen hat.

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Im Rahmen der Umbau- und Modernisierungsarbeiten am Flughafen Portland macht man die Gebäude Erdbeben-tauglich. Die neue Zentrale des Flughafens ist dementsprechend ausgestattet worden. Das Gebäude ist flexibel und kann während einer solchen Naturkatastrophe auch weiterhin den Betrieb sicherstellen. Doch darüber hinaus spielt mehr Raum und Moderne im Rahmen von PDX Next eine wichtige Rolle.

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Die Flughafengebäude werden nach und nach modernisiert. Der öffentliche Bereich vor Ankunft und Abflug mit dem großen Dach ist mittlerweile zum Wahrzeichen der Stadt avanciert. Auch die Airlines glauben an das Projekt und investieren in den Flughafen Portland. So konnte man auch während der Pandemie die die Chance nutzen, mit weniger Passagieraufkommen die Modernisierung und Umbauarbeiten voranzutreiben. Dabei spielt auch ein weiterer Faktor eine wichtige Rolle: Nachhaltigkeit. Eine Dachkonstruktion des Gebäudes konnte aus regionalem Holz und Stahl erstellt werden.

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Das Holz stammt dabei von Waldbränden aus Oregon – circa 70 Prozent, aber nicht sichtbar – sowie von lokalen Stämmen, ebenfalls aus Oregon. Zum Thema Nachhaltigkeit gehört auch Recycling unweigerlich dazu. So wurden alte Elemente des Flughafens bei Umbauarbeiten wiederverwendet und dienen beispielsweise als Verbindungsstück zwischen den beiden Terminals.

Fazit zur Situation am Flughafen Portland

Nachdem unser Gespräch beendet war, führte mich Kama noch durch den Sicherheitsbereich des Flughafens. Sie zeigte mir dabei das Verbindungsstück zwischen den beiden Terminals, welches von alten Teilen recycelt wurde. Ihre Leidenschaft für die Luftfahrt stand dabei symbolisch für den Flughafen, der zwar nur eine vermeintlich untergeordnete Rolle zwischen Seattle und San Francisco spielt, aber als Vorreiter während der Krise dienen kann. Für mich hat sich der Weg nach Portland gelohnt, auch wenn es noch am selben Abend zurück nach Florida gehen sollte. Im nächsten Artikel folgt mein Erfahrungsbericht zur Delta Air Lines First Class in der Boeing 757 sowie 767 und meinen Erfahrungen am Flughafen Portland selbst.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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