Ein Charterflug ist neben dem Linienflug eine Art der Flugdurchführung und kommt besonders häufig zu Flügen an Ferienziele zum Einsatz. Wie ein Charter eigentlich funktioniert und was es zu beim Buchen zu beachten gilt, erfahrt Ihr in diesem Artikel unserer reisetopia Basics!

Was ist ein Charterflug überhaupt?

Ein Charterflug ist in seiner ursprünglichen Bedeutung ein Gegenstück zum normalen Linienflug. So operieren Linienflüge nach einem Plan, in welchem Streckennetz, Frequenz der Flüge sowie die Abflugzeiten für jedes Ziel vorgegeben sind. Ein Charterflug kann hingegen zu jeder Zeit und zu jedem Ziel durchgeführt werden, und richtet sich nicht nach einem Flugplan, und wird in IATA-Sprache auch als Non-Scheduled Traffic (deutsch: Nicht geplanter Verkehr) bezeichnet.

Die meisten Charterflüge werden im Auftrag von Reiseveranstaltern durchgeführt, welche die Kapazitäten eines Flugzeugs anmieten, um ihren Kunden zu ihrer Pauschalreise einen passenden Flug anbieten zu können. Diese Art von Charterflügen nennt man Inclusive Tour-Charter oder IT-Charter, da diese in Verbindung mit anderen Reiseleistungen verkauft werden. Auch bei anderen Arten von Charterflügen gilt aber, dass ein solcher immer nur auf Anfrage durchgeführt wird, wie z.B. ein Flug in einem Privatjet oder wenn die Lufthansa das DFB-Team zu ihren Spielen fliegt.

Welche Airlines führen Charterflüge durch?

Früher gab es viele Fluggesellschaften, die sich nur auf das Charterfluggesellschaft konzentriert haben, darunter gehören z.B. auch die Condor oder TUIfly. Diese kommen auch heute bei Pauschalreisen besonders häufig zum Einsatz, unter anderem auch wegen den touristisch orientierten Flugzielen. Allerdings ist die Nachfrage nach Flügen und Strecken heutzutage so groß, dass zu praktisch jeder Destination ein Linienflug existiert, sodass echte Charterflüge auch bei diesen Airlines eher selten sind und nur zu Spitzenzeiten zum Einsatz kommen, wo die Kapazitäten der Linienflüge nicht mehr ausreicht. Ansonsten wird eine bestimmte Anzahl an Sitzen auf einem Linienflug vorab an die Reiseveranstalter verkauft, die damit dann ihre Pauschalreise anbieten können, während die restlichen Sitzplätze als normale Nur-Flug Tickets verkauft werden. So hat man eine bessere Planbarkeit der Flüge und dadurch eine erhöhte Effizienz, was auch die Flugpreise weiter senkt.

Condor Charterflüge
Condor war früher sehr aktiv im Charterflug-Geschäft

Durch das neue System des Charters, bei denen man Kapazitäten auf normalen Linienflügen verkauft, kann nun praktisch jede Airline Charterflüge durchführen. So setzen sogar Flagcarrier wie die Lufthansa auf einigen Routen auf Teilcharter, um ihre Flugzeuge zu füllen. Wie man sieht, verschwimmen die Grenzen zwischen einem Linien- und Charterflug also immer weiter.

Wie erkennt man einen Charterflug?

Einen Charterflug als solchen zu erkennen, erweist sich oft als schwierig, denn es gibt Nichts, was auf den ersten Blick darauf hinweisen könnte. Die Flugnummer kann ein Indikator dafür sein, besonders wenn es eine besonders hohe Zahl (8xxx) ist, hier gibt es aber keine feste Regelungen, sodass das auch nicht sicher ist. Der einzig sichere Weg um einen Charterflug zu erkennen, ist im Flugplan der Airline nach dieser Flugnummer und Routing zu suchen. Falls die Flugnummer mit Eurem Routing im Flugplan auftaucht, ist es ein Linienflug, falls nicht ein Charterflug. Im Bezug auf Servicestandards an Bord gibt es keinen Unterschied zwischen Linien- und Charterflügen, oftmals ist bei Tickets von Charterflügen aber mindestens ein Gepäckstück inkludiert, da sie an Touristen gerichtet sind.

Wie bucht man einen Charterflug?

Wie bereits erwähnt kommen Charterflüge für die Öffentlichkeit nur zum Einsatz, wenn einer oder mehrere Reiseanbieter ein komplettes Flugzeug für Ihre Pauschalreisen anmieten. Private Charter wie Truppentransporte oder Regierungsflüge lassen wir hier außer Acht, da man diese als normale Person sowieso nicht buchen kann.

Folglich kann man Charterflüge häufig nur im Set mit einem Hotelaufenthalt oder anderen Reiseleistungen zusammen erwerben. Sollte der Reiseveranstalter es allerdings nicht schaffen, das Flugzeug damit zu füllen, kann er dazu übergehen, die restlichen Sitzplätze in Form von Nur-Flug-Tickets zu verscherbeln. Dies sind dann die Last-Minute-Angebote, bei denen man teilweise weniger als eine Woche Zeit zum Abflug hat und nur dieser spezifische Flug zu dem günstigen Preis verfügbar ist. Wer Interesse an solchen Angeboten hat, kann diese meist auf der Website von den Reiseveranstaltern selbst finden.

Condor Charterflüge Eintagsfliegen
Die Condor Eintagsfliegen sind ein Beispiel für übriggebliebene Sitzplätze auf Charterflügen

Falls ein Reiseveranstalter nur Kapazitäten auf einem Linienflug gechartert haben sollte, läuft es nach einem ähnlichen Prinzip: Bleiben auch kurz vor Abflug noch Sitzplätze übrig, so werden diese entweder direkt günstig verscherbelt oder an die durchführende Airline zurückverkauft, welche diese dann nach normalen Tarifen verkaufen kann, falls hier noch Bedarf besteht. Teilweise werden diese Restkontingente auch an weitere Fluganbieter wie OTAs verkauft, welche dann mit den günstigen Preisen locken können.

Was ist bei einem Charterflug zu beachten?

Falls Ihr Euer Flugticket im Rahmen einer Pauschalreise bucht, ist der Reiseveranstalter auch Euer Vertragspartner, er kümmert sich also auch um jegliche Probleme, die während der Reise auftreten. Wenn Euer Flug zum Beispiel annulliert wird, ist bei einem Linienflug immer die Airline für eine Ersatzbeförderung zuständig. Bei Charterflügen oder gecharterten Sitzplätzen auf einem Flug ist hingegen immer das Reisebüro zuständig, und dieses müsst Ihr dann auch für eine eventuelle Umbuchung oder Erstattung kontaktieren, genauso verhält es sich mit anderen Problemen wie Gepäckverspätung oder -verlust.

lufthansa economy class airbus a380 kabine
Selbst wenn Ihr mit Lufthansa fliegt, ist bei einer Buchung einer Pauschalreise über einen Reiseveranstalter dieser für Euch zuständig

Bei Unregelmäßigkeiten mit Charterflügen an Ziele, die nicht von Linienflügen bedient werden, kann es auch einige Probleme geben, wenn Ihr umgebucht werden müsst oder Euer Gepäck nachgeliefert werden muss, da es einfach keine Flüge zum Zielort gibt und oft eine umständliche Flugkombination genutzt werden muss. Es kann also im Vergleich zu einem Linienflug schwerer für den Reiseveranstalter sein, falls irgendetwas schiefgehen sollte. Das sollte jedoch kein Argument gegen einen Charterflug sein, denn in den allermeisten Fällen passiert nichts und Ihr könnt den Komfort eines Direktflugs an eine besondere Destination genießen, den es mit keiner Airline gäbe.

Fazit zu Charterflügen

Das originale Konzept des Charterflugs ist sehr interessant und erlaubt es Reiseveranstaltern, einen passenden Flug für ihre Pauschalreise anzubieten, sodass man den Reisekomfort erhöhen kann. Wenn Sitzplätze auf solchen Flügen übrig bleiben, kann man auch ein Schnäppchen schießen und einen günstigen Urlaub erreichen, wenn man zeitlich etwas flexibel ist und die Last-Minute-Angebote annehmen kann. Es gibt aber immer wenige echte Charterflüge und in den meisten Fällen werden einfach Kapazitäten auf einem Linienflug gemietet, sodass der Begriff wohl auf längere Sicht keine so große Rolle mehr spielen wird.

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