Über die Feiertage hinweg war ich innerhalb Europas unterwegs. Dabei konnte ich auf zwei verhältnismäßig kurzen Flügen in den Genuss von echten Langstreckenflügen kommen.

Gerade für Luftfahrt-Enthusiasten sind Großraumflugzeuge auf Kurzstrecken etwas besonderes. Zwar kommen auf ausgewählten Strecken innerhalb Europas regelmäßig Widebodies zum Einsatz, eine Einsatzgarantie hat man jedoch nur selten. Umso erfreulicher ist es, dass ich sowohl auf einem Fifth Freedom Flug als auch auf einem “regulären” Linienflug ein Großraumflugzeug betreten durfte.

Im Airbus A350-900 auf einem Fifth Freedom Flug

reisetopia verbindet. Nach knapp drei Jahren pflegt man zu ausgewählten Lesern und aktiven Mitgliedern der reisetopia Club Lounge ein gutes, mitunter freundschaftliches Verhältnis. Ein solches freundschaftliches Verhältnis pflege ich auch zu einem Leser, der genau so enthusiastisch und “nerdig” zum Thema #longhaulacrosseurope eingestellt ist. Deshalb bot es sich an, dass wir über die Feiertage Zeit hatten und uns zu einem gemeinsamen Trip aufgemacht haben. Die Route bauten wir dabei um den Fifth Freedom Flug von Singapore Airlines herum – zwischen Mailand und Barcelona.

Auf jenem Flug setzt die Fluggesellschaft einen Airbus A350-900 ein, der zuvor aus Singapur kommend den Flughafen Mailand Malpensa anfliegt. Wenngleich ich gerne ein Sitzplatz in der Singapore Airlines Business Class gebucht hätte, haben wir uns für ein Economy Class Ticket entschieden. Eine Entscheidung, die ich im Nachhinein nicht bereue, jedoch hat mich der Singapore Airlines Business Class Sitz durchaus angelächelt.

Singapore Airlines Business Class Sitzplatz Airbus A350-900

Die wohl wichtigste Frage: wie war der Flug? Die Antwort fällt einfach aus: grandios! Auf Sitzplatz 45K hatte ich einen perfekten Blick auf die gigantischen Tragflächen des A350-900, die Alpen (unter anderem konnte ich das Matterhorn erblicken) und beim Anflug auf Barcelona einen atemberaubenden Blick auf die Stadt.

Singapore Airlines Ausblick aufs Matterhorn
Erkennt Ihr das Matterhorn?

Der Sitz konnte ebenfalls überzeugen – wobei hier ein Hauptaugenmerk auf die große Beinfreiheit zu legen ist. Hier merkt man den Unterschied zwischen einer Economy Class, die eigentlich auf der Langstrecke zum Einsatz kommt. Bei einer Größe von knapp 1,90 Meter hatte ich noch zwei Hände breit Abstand vom Knie bis zum Vordersitz. An eine derartige Beinfreiheit ist in regulären Kurzstreckenflugzeugen nicht zu denken. Auch an ein Entertainment System ist auf der Kurzstrecke unüblich.

Economy Class Sitzplatz Singapore Airlines

Darüber hinaus war der Service bei Singapore Airlines so wie man es sich vorstellt. Zuvorkommend und selbst in der Economy Class auf einem anderen Niveau. Auf der Kurzstrecke, Flugzeit knapp 70 Minuten, wurde jedem Passagier ein Sandwich, Nüsse sowie Getränke serviert. Kostenlos. Auf Nachfrage erhielten wir sogar einen Singapore Sling. Proaktiv servierte uns der Purser einen weiteren Singapore Sling – “wir sollen den Flug in guter Erinnerung behalten!”.

Singapore Sling vor dem Fenster

Ein einziger Kritikpunkt bleibt jedoch. Der Klapptisch wurde leider nicht gesäubert. Kaffeeflecken störten das Bild doch ein wenig.

Unerwartetes Upgrade auf einen Airbus A350-900 und in die Business Class

Neben dem Singapore Airlines Flug stand ein weiterer Flug im Fokus unserer Planung – ein Flug von British Airways, Finnair oder Iberia. Alle Fluggesellschaften setzen auf einzelnen Routen ebenfalls ein Langstreckenflugzeug ein. So fliegt beispielsweise die Boeing 777 zwischen London Heathrow und Madrid, Finnair setzt den Airbus A330 sowie den Airbus A350-900 nach Amsterdam oder London Heathrow ein.

Auf dem Finnair Flug bestand die Möglichkeit die neue Business Class zu testen, jedoch waren die Flugpreise bereits jenseits von Gut und Böse. So fiel die Wahl durch Zufall auf die Strecke zwischen Madrid und Brüssel. Hier kommt ebenfalls ein Airbus A330 zum Einsatz – häufig kommt hier ein Airbus A330 von LEVEL zum Einsatz. Wir sollten an jenem Freitag jedoch Glück haben: Iberia tauschte kurzfristig das Fluggerät auf einen hochmodernen Airbus A350-900.

Iberia Airbus A350-900
Eine wahre Schönheit: der Airbus A350-900 von Iberia

Aufgrund der bereits kostenpflichtig reservierten Sitzplätze im vorderen Bereich und einer zwischenzeitlichen Umsetzung auf 27L konnten wir nach einem kurzen Gespräch mit einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft ein Upgrade in die Business Class ergattern! Genial. Der erste Eindruck vom Sitz fiel durchaus positiv aus. Genügend Platz, direkt am Fenster, Privatsphäre ist auch gegeben. Keine Beanstandung meinerseits.

Iberia Business Class Sitz

Für Reisende zu Zweit bieten sich derweil die Mittelplätze ein, die ebenfalls eine größere Privatsphäre aufweisen.

Iberia Business Class Airbus A350-900

Der Service bei Iberia ist jedoch weiterhin grausam. Die Economy erhielt 20 Minuten nach dem Start bereits die erste und wohl auch einzige Getränkerunde. Passagiere der Business Class durften 50 Minuten warten. Die Getränke wurden zusammen mit dem Essen, das wiederum durchaus in Ordnung war. Einen vollwertigen Business Class Service kann man auf einem Kurzstreckenflug nicht erwarten – einen schnelleren Service jedoch schon. Eine gesonderte Getränkerunde hätte die Crew durchaus durchführen können.

Fazit zu meinen Flügen an Bord zweier Airbus A350-900 auf der Kurzstrecke

Kontrastreicher kann eine Flugreise an Bord eines Großraumflugzeuges auf der Kurzstrecke nicht sein. Im Gegenteil zu Flugzeugen der Airbus A320-Familie oder der Boeing 737 sind Flüge an Bord des Airbus A350 eine wahre Wohltat – unabhängig der Reiseklasse. Insgesamt haben mir beide Flüge sehr viel Spaß bereitet – nicht zuletzt aufgrund der schieren Schubkraft der Triebwerke. Interessiert Ihr Euch auch für Kurzstrecken innerhalb Europas, auf denen Großraumflugzeuge zum Einsatz kommen?

Autor

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  • Hi Tobias,

    danke für den interessanten Bereicht 🙂 Wie habt Ihr die Anreise nach BCN oder MXP organisiert? Kannst Du dazu einen günstigen Weg empfehlen, damit man den SQ-A350-Flug günstig erreichen kann?

    Danke & Grüße
    Ben

      • Moin Tobi,

        ich bräuchte was von MUC bzw. Süd-Deutschland aus, aber da ist aktuell leider alles teurer als der SQ-Flug selbst 😉

        VG
        Ben

      • Moin! 🙂
        Tatsächlich sind Oneway-Flüge absurd teuer, außer eben jener SQ-Flug. Evtl. lohnt es sich, den SQ Flug als Return zu fliegen und einen Hin- und Rückflug nach Mailand Linate oder Mailand Malpensa zu buchen. In Malpensa ist easyJet stark vertreten. Ich bin mir nicht sicher, ob Wizzair von MUC oder Süddeutschland nach Mailand fliegt.
        Alternativ bleibt wohl nur die Lufthansa oder ITA Airways als Möglichkeit.
        Liebe Grüße,

        Tobi

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