Der Flughafen München will auch in den kommenden Jahren weiter in den Klimaschutz investieren, um bis 2030 vollständig CO2-neutral zu operieren.

Der Umweltschutz und die Reduktion des CO2-Ausstoß bekommen in der Flugbranche eine immer größer werdende Verantwortung zugeschrieben. Diese betrifft jedoch nicht nur Airlines, Flugzeug- oder Kraftstoffhersteller. Auch Flughäfen müssen sich in der Position sehen, aktiv für die Verbesserung der Klimaneutralität dieser Branche mitzuwirken. Der Flughafen München wirkt bereits seit einigen Jahren an dieser Zielverfolgung mit und plant auch für die Zukunft weitere Maßnahmen und Investitionen zu ergreifen, wie der Flughafen in einer Pressemitteilung bekannt gab.

Deutschlandweiter Vorreiter der Nachhaltigkeit

Die aktuelle Pandemie beschäftigt die Reisebranche zunehmend und stellt sowohl die Bewältigung, als auch die Schadensbegrenzung durch die Folgen der Corona-Pandemie häufig in den Vordergrund. Dabei dürfen jedoch andere wichtige Ziele, wie zum Beispiel die Weiterentwicklung zu mehr Klimaneutralität der Branche, nicht außer Acht gelassen werden. Der Flughafen in München zählt zum deutschlandweiten Vorreiter im Hinblick auf Maßnahmen zur CO2-Reduktion. Als erster deutscher Flughafen willigte der Airport München im Jahr 2019 der “Net-Zero-Carbon”-Resolution ein. Mit Unterzeichnung dieser Vereinbarung bestätigte der Flughafen, ebenso wie die 200 weiteren beteiligten europäischen Flughäfen, eine vollständige Reduktion der Emissionen auf Null bis zum Jahr 2050 zu gewährleisten.

Ungeachtet der enormen Herausforderungen, vor die uns die weltweite Pandemie und ihre Folgen derzeit stellen, bleibt die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Luftverkehr unser wichtigstes Zukunftsprojekt.

Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen München GmbH

Die 2009 eingeführte Klimaschutzstrategie des Flughafens verfolgt seither das Ziel, im Jahr 2030 einen vollständig klimaneutralen Flughafenbetrieb gewährleisten zu können. Seitdem konnten die CO2-Ausstöße bereits schrittweise verringert werden. Dadurch kann dem Ziel, die Emissionen bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent zu verringern, von Jahr zu Jahr näher gekommen werden. Für die übrigen 40 Prozent der verbleibenden Emissionen stehen Ausgleichsmaßnahmen zur Kompensation in Planung. Diese vielversprechende Zielsetzung soll unter anderem durch Investitionen von insgesamt bis zu 150 Millionen Euro bis zum Jahr 2030 erreicht werden.

Munich Airport

Trotz des enormen Anstiegs der Passagierzahlen von 28,6 Millionen im Jahr 2005 auf bis zu 48 Millionen im Jahr 2019 und den Ausbauten der Flughafenfläche im Jahr 2016, konnte der Flughafen München erfolgreiche Rückgänge der CO2-Ausstöße vermerken. In fast 15 Jahren wurde somit eine Reduktion der CO2-Ausstöße pro Passagier von 46 Prozent erreicht. Das entspricht pro Passagier einem Rückgang von 5,67 Kilogramm CO2 im Jahr 2005, auf nur noch knappe 3,08 Kilogramm CO2 im Jahr 2019.

Ergriffene Maßnahmen zeigen Wirkung

Die Weiterentwicklung hin zu einer klimaneutralen Flugbranche ist ein wichtiger Aspekt im Umweltschutz und erfordert dringenden Handlungsbedarf. Der Flughafen München sieht der Verwirklichung seiner vielversprechenden Ziele mit Optimismus entgegen, wie der Vorsitzende der Flughafen-Geschäftsführung, Jost Lammers, in einem Statement verdeutlicht. Mit über 280 Einzelmaßnahmen, die bereits am Flughafen umgesetzt wurden, soll dieser schrittweise zur Klimaneutralität geführt werden. Folgende Maßnahmen können hierfür als Beispiel angebracht werden:

  • Torluftschleier an den Hallentoren von Terminal 1 zur Reduktion von Wärmeverlusten
  • Optimierung der Gepäckförderanlage in Terminal 2
  • Optimierung der Klimaanlage im Airport Center
  • generelle technische Optimierungen und Effizienzsteigerungen
  • Ausbau der Elektromobilität am Flughafen
  • Einführung energiesparender LED-Technik

Besonders hervorzuheben ist zwischen allen ergriffenen Maßnahmen die enorme Ausweitung der Elektromobilität am Flughafen München. Inzwischen findet man auf dem gesamten Flughafengelände mehrere hunderte Elektrofahrzeuge zur Personenbeförderung oder Gepäckabfertigung. Die Elektro- oder Hybridfahrzeuge des Flughafens nehmen somit bereits knapp 38 Prozent des Fuhrparks ein. Der Flughafen München investierte außerdem in “Biofuels” und betreibt seit einiger Zeit zunehmend Fahrzeuge mit Treibstoffen aus regenerativen Energien, wie zum Beispiel flüssigem Biomethan.

Airport Munich

Auch durch die Umstellung der Beleuchtungsanlagen zählt der Münchener Flughafen zum deutschlandweiten Vorreiter. Erstmals ersetzt ein Flughafen die gesamte Vorfeldbeleuchtung durch energiesparende LED’s und plant diesen Umstieg ebenfalls für alle Parkhäuser, Parkplätze und Straßen des Flughafens. Dieser Umstieg bringt nicht nur der Umwelt durch enorme CO2-Emissions-Einsparungen Vorteile, sondern auch den Flughafenfinanzen. Somit kann durch die effizientere LED-Beleuchtung ein erheblicher Energiekostenblock eingespart werden.

“Destination 2050 – A Route to Net European Aviation”

Ähnliche Maßnahmen zur Nachhaltigkeitsförderung des Flughafens München, sind auch bei einigen europäischen Airlines, wie zum Beispiel Finnair oder KLM, wiederzufinden. Aufgrund des enormen Handlungsbedarfs im Hinblick auf mehr Klimaneutralität beim Fliegen arbeitet nun auch die EU-Kommission an Projekten zur Förderung dieses Ziels. Außerdem wurde der Europäischen Kommission am 25. Februar 2021 ein Strategieplan seitens der europäischen Luftverkehrsverbände vorgelegt, der Maßnahmen zur vereinten Zielverfolgung aller beteiligter Akteure enthält. Das Dokument “Destination 2050 – A Route to Net Zero European Aviation” soll als Fahrplan gesehen werden um zukünftig einen nachhaltigen Flugverkehr gewährleisten zu können.

Fazit zur Förderung der Nachhaltigkeit am Münchener Airport

Die ergriffenen Maßnahmen und optimistischen Ziele des Münchener Flughafens lassen positiv auf eine Weiterentwicklung hin zur Klimaneutralen Flugbranche blicken. Der Flughafen nimmt die dringend notwendigen Handlungsmaßnahmen entsprechend ihrer Relevanz sehr ernst und stellt diese nicht in den Schatten der Pandemie. Die Zielverfolgung des Flughafens zu mehr Nachhaltigkeit sollte als Vorbild für weitere Flughäfen in Deutschland gesehen werden.

Autor

Seit Ann-Cathrin ihr erstes Praktikum in der Reisebranche absolviert hat stand fest, dass sie beruflich in die Welt des Reisens eintauchen möchte. Ihr Tourismusstudium und viele Kurztrips während der Semesterferien haben ihr bereits viele Einblicke in die Hintergründe und Abläufe und genauso die wunderschönsten Orte in den verschiedensten Ländern gezeigt.

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  • P.S.: Dass CO2 etwa nur ein Drittel der Erwärmungswirkung der gesamten Flugverkehrsemissionen ausmacht, ist nicht gerade neue Wissenschaft.
    Bereits 1999 hat der Weltklimarat dies in seinem Sonderbericht zu Flugverkehr festgestellt, vgl. etwa https://germanwatch.org/de/3790 (dort Hinweis auf ein pdf, die entsprechende Graphik auf Seite 6 der pdf quantifiziert).

  • Da hat jemand noch nicht verstanden, dass zwei Drittel der Erwärmungswirkung der Flugverkehrsemissionen von deren Nicht-CO2-Emissionen kommen.
    Selbst Verwendung von Synfuels oder Wasserstoff als Treibstoff senkt die Erwärmungswirkung der Flugzeuge also weniger als 50 Prozent.

    Von Seiten der Flugverkehrswirtschaft sind diese Botschaften bekanntermaßen Propaganda, um von der Erwärmungswirkung der anderen Emissionsbestandteile jenseits des CO2 abzulenken. Aber darauf muss man nicht reinfallen.
    Zwischenfrage: Wer kann mir sagen, wo bei CORSIA das “R” ist?

    Manfred Treber

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