Die Lufthansa stellt ihre Quartalsergebnisse vor und kann endlich wieder in die Gewinnzone zurückfliegen. Ohne freiwillige Personalfluktuation geht es aber dennoch nicht.

Für das Jahr 2021 sei die Lufthansa laut eigenen Aussagen gut vorbereitet gewesen. Positive Ergebnisse könnten erzielt werden, sollte die Kapazität über die magische Grenze von 50 Prozent gelangen. Auch finanziell ist der Konzern gut ausgestattet. Bereits im Vorjahr konnte mit der Bundesregierung ein umfassendes Hilfspaket vereinbart werden, welches bis spätestens Ende des Jahres vollständig zurückgezahlt werden soll – dank der Kapitalerhöhung vor wenigen Wochen. Nun präsentiert die Lufthansa Group mit den aktuellen Quartalsergebnissen erstmals schwarze Zahlen.

Nächste Destination: Gewinnschwelle

Die Corona-Pandemie hat unumstritten für die wohl größte Krise der modernen zivilen Luftfahrt gesorgt. Fluggesellschaften mussten große Teile ihrer Flotten am Boden behalten. Lufthansa musste dabei einen Rekordverlust verzeichnen. Das Gesamtergebnis belief sich auf einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr konnte man noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro erzielen. Zuversicht für das Jahr 2021 machte sich dennoch breit, wie der Kranich nun auch bestätigt. Die Nachfrage an Reisen zu klassischen Feriendestinationen war so hoch wie lange nicht mehr. Zudem beträgt der Anteil an Geschäftsreisenden im September wieder 30 Prozent, jedoch nur auf den innerdeutschen und europäischen Verbindungen. Auch die Lufthansa-Tochter Eurowings kann den Aufwärtstrend unter den Geschäftsreisenden bestätigen. Der derzeitige Aktienkurs der Lufthansa sowie die Nachfrage der vergangenen Wochen und Monaten sorgen wieder für Gewinne, wie man auch anhand der Quartalsergebnisse sehen kann.

Mit der steigenden Nachfrage bei Geschäftsreisen und einem Rekordergebnis von Lufthansa Cargo konnten wir einen weiteren Meilenstein auf unserem Weg aus der Krise meistern: die Rückkehr in die schwarzen Zahlen. Wir bestätigen unsere führende Position unter den weltweit größten Airline-Gruppen. Jetzt geht es darum, den Weg der erfolgreichen Veränderungen weiterzugehen. Ich danke unseren Kundinnen und Kunden für ihre Loyalität und ihr Vertrauen und allen Mitarbeitenden weltweit, die mit Leidenschaft und Einsatz dazu beitragen, die aktuellen Herausforderungen zu bewältigen.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG

So konnte die Lufthansa Group erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder ein positives Ergebnis erzielen. Dies ist vor allem der Lufthansa Cargo zu verdanken, die erneut ein Rekordergebnis eingefahren hat. Aber auch bei der Lufthansa Passage sieht es deutlich entspannter aus. Der Anstieg der Buchungszahlen setzt sich fort. Im vergangenen Quartal kann man bereits 80 Prozent der Nachfrage des Vorkrisenniveaus verzeichnen. Dies liegt vor allem an den sukzessiven Grenzöffnungen auf dem Langstreckenmarkt. Nach Singapur und Kanada öffnen in wenigen Tagen auch die USA ihre Grenzen. Mit insgesamt 5,2 Milliarden Euro Umsatz konnte man diesen im Vergleich zum Vorjahresquartal fast verdoppeln. Das Adjusted EBIT der Lufthansa liegt im dritten Quartal 2021 bei 272 Millionen Euro. Rechnet man die Restrukturierungskosten mit ein, liegt das Ergebnis bei 17 Millionen Euro. Und auch die Eurowings konnte mit 108 Millionen Euro ein positives Ergebnis einfahren.

Carsten Spohr 1024x683 Cropped

Insgesamt konnten die Airlines 19,6 Millionen Passagiere im dritten Quartal befördern, was 46 Prozent des Vorkrisenniveaus entspricht. Damit konnte die Lufthansa Group in der Tat die “magische” und in 2020 selbsternannte Grenze erreichen, um endlich wieder schwarze Zahlen schreiben zu können. Der Sitzladefaktor lag bei knapp 69 Prozent und damit deutlich höher als noch im zweiten Quartal 2021. Der gesamte Konzern konnte dennoch nur ein Ergebnis von -72 Millionen Euro erzielen. Aber dennoch: Dieses Ergebnis lag im Vorjahresquartal noch bei -2 Milliarden Euro. Die Lufthansa Group kommt aber weiterhin um eines nicht drumherum: Personelle Fluktuation. Die Lufthansa bietet dem Personal auch weiterhin Freiwilligenprogramme an. So haben sich in diesem Rahmen über 3.000 Mitarbeitende in Deutschland für das freiwillige Ausscheiden aus der Lufthansa Group entschieden. Im November ist ein weiteres Freiwilligenprogramm für das Kabinenpersonal gestartet. Ziel sei es weiterhin, die Anzahl der Beschäftigten von 107.000 auf 100.000 zu senken.

Fazit zu den Quartalsergebnissen

Die Lufthansa stellt ihre Ergebnisse für das dritte Quartal 2021 und kann dabei erstmals wieder Gewinne präsentieren. Stolz ist der Konzern auf das Erreichte, ein langer Weg ist aber dennoch zu gehen – und das vor allem als Gruppe. Der gesamte Konzern erzielt noch immer ein negatives Ergebnis. Aber immerhin: Lufthansa und Eurowings machen es vor und erzielen erstmals seit Beginn der Pandemie wieder Gewinne. Die Zahlen klingen dabei aber deutlich besser. Zwar steigt die Nachfrage, die Auslastung beziehungsweise die Passagierzahlen liegen noch weit hinter den Zahlen von vor Corona.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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