Die Lufthansa Group hat die Ergebnisse für das vergangene Geschäftsjahr vorgestellt und muss dabei einen Rekordverlust von 6,7 Milliarden Euro für den gesamten Konzern vermelden.

Die Lufthansa Group hat mit dem Konzernchef Carsten Spohr das Jahresergebnis für das Krisenjahr 2020 veröffentlicht. Dabei muss ein Rekordverlust von knapp sieben Milliarden Euro verbucht werden. Einzige Lichtblicke sind das Cargo-Geschäft mit einem Rekordergebnis und die Aussichten für das Jahr 2021. Das Ergebnis und der Ausblick im Detail!

Das Ergebnis für das Jahr 2020

Die Corona-Pandemie hat unbestritten für die wohl größte Krise der modernen zivilen Luftfahrt gesorgt. Fluggesellschaften müssen weiterhin einen Großteil der Flotten am Boden behalten, da die Nachfrage nach wie vor fehlt. Zuversicht für das Jahr 2021 macht sich breit, doch zunächst muss das Jahr 2020 endgültig abgeschlossen werden. Das hat nun auch die Lufthansa AG gemacht und die Jahresergebnisse für das vergangene Jahr vorgestellt. Dabei war fast schon zu erwarten, dass die Lufthansa einen Rekordverlust zu verzeichnen haben wird. Die Rekordzahl vorweg: Das Gesamtergebnis belief sich auf einen Verlust von 6,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr konnte man noch einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro erzielen.

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Der Umsatz der Lufthansa Group sank im Jahr 2020 auf magere 13,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2019 betrug dieser noch satte 36,4 Milliarden Euro. Dennoch konnte der Konzern einen kleinen Erfolg vermelden: Der Mittelabfluss konnte im vierten Quartal auf 300 Millionen Euro verringert werden. Noch zu Beginn der Pandemie verlor die Lufthansa täglich mehrere Millionen Euro. Das konnte man jedoch nur mit umfangreichen Kostensenkungen schaffen, leider auch zulasten der Mitarbeiter. Die Personalkosten konnten durch Kurzarbeit, aber vor allem auch durch Stellenstreichungen sowie Vereinbarungen mit Sozialpartnern deutlich gesenkt werden. Damit konnten insgesamt 20 Prozent der Stellen abgebaut werden – Aktuell zählt das Unternehmen 110.000 Mitarbeiter.

Das vergangene Jahr war das herausforderndste in der Geschichte unseres Unternehmens – für unsere Kunden, unsere Mitarbeiter und unsere Aktionäre. Reisebeschränkungen und Quarantäne haben zu einem einzigartigen Nachfrageeinbruch im Luftverkehr geführt. Jetzt müssen international anerkannte, digitale Impf- und Testnachweise an die Stelle von Reiseverboten und Quarantäne treten, damit Menschen wieder Familie und Freunde besuchen, Geschäftspartner treffen oder andere Länder und Kulturen kennenlernen können.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG

In Deutschland sollen weitere 10.000 Stellen gestrichen werden. Schon im Jahr 2020 hat die Lufthansa angekündigt, dass diverse Flugzeuge das Unternehmen verlassen werden – prominente Beispiele dafür sind die Boeing 747-400 sowie der Airbus A340-600. Die gesamte Konzernflotte wird in den kommenden Jahren nur noch 650 Flugzeuge umfassen. Das hängt vor allem mit dem enormen Nachfragerückgang aufgrund der Reisebeschränkungen zusammen. Die gesamte Lufthansa Group hat im vergangenen Jahr nur etwa ein Drittel aller Flüge beziehungsweise lediglich eine Kapazität von 31 Prozent im Vergleich zu 2019 angeboten. Dementsprechend niedrig fällt auch die Zahl der beförderten Passagiere aus: Nur 36,4 Millionen Passagiere wurden in 2020 befördert. Das entspricht 25 Prozent des Vorjahresniveaus.

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Immerhin konnte die Lufthansa Group von ihrer Drehkreuzfunktion profitieren und somit zumindest im geringen Teil einen stabilen Flugplan garantieren. Auch die Luftfracht hat sehr positiv zum Jahresergebnis beigetragen. Die Lufthansa Cargo konnte mit einem bereinigten EBIT einen Rekordgewinn von 772 Millionen Euro erzielen. Im Vorjahr betrug das lediglich eine Million Euro.

Der Ausblick für das Jahr 2021

Schon lange plädiert Lufthansa-Chef Carsten Spohr für eine andere Strategie, um den internationalen Flugverkehr wieder zu ermöglichen. Daher fordert er den flächendeckenden Einsatz von Impfungen und Tests und die Abschaffung der Pflichtquarantäne. Für das Jahr 2021 sei die Lufthansa gut vorbereitet und rechnet mit einer Angebotskapazität von 40 bis 50 Prozent zum Niveau des Vorjahres. Positive Ergebnisse könnten erzielt werden, sollte die Kapazität über die magische Grenze von 50 Prozent gelangen. Auch finanziell ist der Konzern gut ausgestattet. Bereits im Vorjahr konnte mit der Bundesregierung ein umfassendes Hilfspaket vereinbart werden. Neun Milliarden Euro können insgesamt zur Verfügung gestellt werden. Bisher musste die Lufthansa Group nur einen kleinen Anteil in Höhe von 3,3 Milliarden Euro in Anspruch nehmen, eine Milliarde Euro wurden bereits überpünktlich zurückgezahlt.

Die einzigartige Krise beschleunigt den Transformationsprozess in unserem Unternehmen. 2021 wird für uns ein Jahr der Redimensionierung und Modernisierung. Dabei bleibt Nachhaltigkeit im Fokus: Wir prüfen, ob alle Flugzeuge, die älter als 25 Jahre sind, dauerhaft am Boden bleiben. Ab dem Sommer rechnen wir wieder mit einer stärkeren Nachfrage, sobald durch eine weitere Verbreitung von Tests und Impfstoffen die restriktiven Reisebeschränkungen zurückgehen. Wir sind vorbereitet, um kurzfristig wieder bis zu 70 Prozent unserer Vorkrisenkapazität anzubieten, wenn die Nachfrage steigt. Mit einer kleineren, agileren und nachhaltigeren Lufthansa Group wollen wir unsere führende Position weltweit behaupten und die Arbeitsplätze von rund 100.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nachhaltig sichern.

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG

Zum 31. Dezember 2020 verfügte der Konzern über liquide Mittel von rund 10,6 Milliarden Euro, 5,7 Milliarden Euro davon für sogenannte nicht in Anspruch genommene staatliche Stabilisierungshilfen. Für das Jahr 2021 möchte sich die Lufthansa Group vermehrt auf den touristischen Reiseverkehr fokussieren. Dementsprechend wurden die Sommerflugpläne der Airlines, wie Lufthansa und Austrian Airlines, auch schon teilweise vorgestellt.

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A380 D-AIMB LHT Frankfurt geparkt mit Engine Cover

Die Lufthansa Group ist nicht die erste Fluggesellschaft, die ihre Jahresergebnisse bereits vorgestellt hat. Vor allem die Wettbewerber aus den USA, darunter die Star Alliance Partnerin United Airlines, aber auch Delta Air Lines, haben ihre Ergebnisse schon vorgestellt und mussten mitunter ebenfalls rekordverdächtige Negativergebnisse vermelden.

Fazit zum Rekordverlust der Lufthansa

Die Vorstellung der Jahresergebnisse überrascht mittlerweile kaum noch. Viele Fluggesellschaften müssen Rekordverluste vermelden, wie es nach dem Krisenjahr 2020 eben zu erwarten war. Immerhin kann die Lufthansa positiv in die Zukunft blicken. Das Unternehmen ist finanziell gesichert, ein Großteil der Arbeitsplätze ebenfalls. Der Konzern deutet es zwar nur beiläufig an, jedoch kann die Krise auch eine Chance für eine lange benötigte Erneuerung der Flotte sein – immerhin denkt man darüber nach alte Flugzeuge endgültig am Boden zu behalten und die Flottenerneuerung damit schneller voranschreiten zu lassen.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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