In Australien und Neuseeland existiert sie bereits und in Großbritannien diskutiert man gerade darüber, über eine verpflichtende Hotelquarantäne. Nun denkt auch Kanada über diese Maßnahme nach.

Diesen Monat jährte sich das Coronavirus auch in Kanada. Dort traf vor einem Jahr der erste Fall auf. Seitdem hat sich die Situation weltweit nicht wesentlich zum Positiven geändert. Die Sorge vor einer weiteren Verbreitung und den mutierten Covid-19 Erregern ist groß, auch in Kanada. Aus diesem Grund erwägt die Regierung nun weitere strenge Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen, was vor allem Reiserückkehrer und die, die Reisen wollen, betreffen soll.

Hotel-Quarantäne zur besseren Einhaltung

Vieles hört man von den Grenzen Kanadas derzeit nicht. Weite Teile des Landes befinden sich seit Ende letzten Jahres in einem strengen Lockdown. Zudem wurde die Grenzschließung für internationale Reisende Monat für Monat verlängert, zuletzt vor wenigen Tagen. Die Schließung gilt vorerst bis Ende Februar, eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen. Dennoch reisen natürlich weiterhin Staatsbürger und Personen mit einem entsprechenden Aufenthaltstitel in das Land ein. Die derzeitigen Beschränkungen verbieten Reisen nach Kanada aus anderen Ländern als den Vereinigten Staaten, die nicht unbedingt notwendig oder im Ermessen der Regierung liegen. Dazu gehören alle Freizeitreisen, wie Urlaubs- und Eventreisen, für nicht-kanadische Staatsbürger oder Personen mit keinem festen Wohnsitz in Kanada. Die Public Health Agency of Canada gab nun bekannt, dass in den 153 Flügen der letzten zwei Wochen, die aus dem Ausland kamen, mindestens eine Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Derzeit müssen alle Rückkreisenden in eine vierzehntägige Quarantäne. Transport Canada verlangt nun, dass Personen, die nach Kanada einreisen, ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, dass beim Check-in nicht älter als 72 Stunden ist.

Kanada, Toronto

Nachdem die strengeren Maßnahmen bekannt gegeben wurden, meldete die Gesundheitsministerin Patty Hajdu bereits 50.000 Tickets für internationale Reisen. Dennoch denkt das Land über weitere scharfe Maßnahmen nach. So soll die vierzehntägige Quarantäne künftig in Hotels absolviert werden, wie die kanadische Regierung derzeit erwägt. Auch der oberste Arzt des Landes warnt davor, dass eine zu schnelle Lockerung der Beschränkungen die Fallzahlen wieder in die Höhe steigen lassen.

We need to hang on and hold tight for the next few months. We must get through to the spring and mass vaccinations in the best shape possible.”

Justin Trudeau, Prämierminister Kanada

Über ähnlich strenge Maßnahmen denkt derzeit auch Großbritannien nach, die derzeit mit hohen Fallzahlen durch die mutierten Covid-19 Erreger zu kämpfen haben. Damit prüft die kanadische Regierung auch Maßnahmen, die die Rückreise aus dem Ausland erschweren würde. Diese Meinung teilt auch der Minister für öffentliche Sicherheit des Landes, Bill Blair. Zu den strengeren Bestimmungen gilt auch eine höhere polizeiliche Präsenz und deren Durchsetzung der vierzehntägigen Quarantäne für Reiserückkehrer.

Vorzeitige Lockerungen sollen vermieden werden

Kanada versucht sich so weit wie möglich vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus zu schützen. Der kanadische Premierminister hofft, dass die Bürger durch die strengeren Reisebeschränkungen vermehrt zu Hause bleiben. Einer der größten Herausforderungen der kommenden Woche ist die ausreichende Versorgung mit dem Impfstoff. Nicht nur in Europa gibt es Lieferengpässe des Impfstoffes von Pfizer-BioNTech, auch Kanada ist von den reduzierten Lieferungen betroffen, nachdem das Unternehmen Umstellungen in ihrem Produktionsstandort Belgien bekannt gab. Pfizer-BioNTech hat sich dennoch weiterhin verpflichtet bis Ende März vier Millionen Dosen des Impfstoffes zu liefern.

Kanada, Vancouver Bild

Besonders stark von dem Coronavirus betroffen, waren seit Ende Dezember des vergangenen Jahres die Städte Quebec und Ontario, woraufhin die Regierung umgehend mit Einschränkungen handelte. Quebec verhängte sogar eine komplette Ausgangssperre, während Ontarios Regierung anordnete, dass die Bevölkerung zu Hause bleiben soll, ausgenommen für Arbeit, medizinische Besorgungen oder zum Einkaufen. Die Zahlen in der Stadt sind seit letzter Woche leicht zurückgegangen. Vergangenen Freitag wurden 2.662 neue Fälle gemeldet. Der Sieben-Tage-Durchschnitt der täglichen Neuinfektionen lag bei 2.703, nach einem Höchststand von 3.555 Neuinfizierten am 11. Januar. Dennoch ist die Lage in den Krankenhäusern belastend, insbesondere in Toronto, woraufhin Ottawa zwei mobile Krankenstationen mit 200 zusätzlichen Betten schickte. New Brunswick kündigte sogar eine vollständige Abriegelung der Region Edmundston ab dem kommenden Samstag an, da die Zahlen hier von sieben auf 129 Fälle angestiegen sind.

Insgesamt verzeichnet Kanada derzeit 731.450 bestätigte Covid-19 Infektionen und 8.622 Todesfälle. 42.555 Neuinfektionen alleine in den letzten sieben Tagen.

Fazit zu den strengen Einreisebestimmungen in Kanada

Obwohl das Land seit Monaten seine Grenzen für den internationalen Reiseverkehr geschlossen hält, sind die Zahlen der an Covid-19 infizierten Bürger hoch. Aus diesem Grund ist die Regierung der Ansicht, die Einreisebestimmungen weiter zu verschärfen, um eine Rückreise und allgemeine Reisen zu erschweren. Wie bereits in Australien und Neuseeland gängig strebt auch Kanada eine verpflichtende Hotelquarantäne für Rückreisende an. So soll die ohnehin verpflichtende vierzehntägige Quarantäne besser überwacht werden. Darüber hinaus gilt außerdem ein negativer Coronatest bei der Einreise, der nicht älter als 72 Stunden ist. Viele Regionen Kanadas befinden sich außerdem in einem harten Lockdown, einige Regionen werden sogar ganz abgeriegelt. Wann eine Reise in das Land für internationale Reisende wieder möglich sein wird, lässt die Regierung offen. Hoffnung auf eine schnelle Besserung macht sie jedoch nicht.

Autorin

Seit sie 4 Jahre alt ist, reist Julia um die Welt und besucht gerne exotische Orte und weiße Strände. Am liebsten entspannt sie irgendwo am Strand in der Sonne oder genießt beim Windsurfen die Grenzenlosigkeit des Meeres. Nebenbei studiert sie in Berlin Tourismusmanagement. Bei reisetopia möchte sie ihre Erlebnisse gerne mit Euch teilen!

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