Die Gewerkschaften Kapers, Aeropers, VPOD, SEV GATA und der Kaufmännische Verband reagieren mit einem Protestbrief gegen den neuen Wet-Lease-Vertrag zwischen Swiss und airBaltic. Sie sprechen von Lohndumping.

Vor gut einer Woche verkündete Swiss den Start eines neuen Wet-Lease-Vertrags mit airBaltic, um ihre eigenen Ressourcen zu schonen. Der Plan der Lufthansa-Tochter sieht es vor, zum kommenden Winterflugplan bis zu sechs Airbus A220-300 der lettischen Fluggesellschaft einzusetzen. Nicht zur Freude verschiedener Gewerkschaften der Schweizer Flugbranche. In ihren Augen habe Swiss in der Personalplanung zu spät gehandelt und nun hinter ihrem Rücken die Auslagerung beschlossen, wie swissinfo.ch schreibt.

Scharfe Kritik von den Gewerkschaften

Diesen Sommer nahmen Flugstreichungen im Zuge des Personalmangels überhand – so auch bei Swiss. Um die Lage auf die Wintersaison zu stabilisieren, ist Swiss mit der lettischen Airline airBaltic einen Wet-Lease-Vertrag eingegangen. Die Gewerkschaften Kapers, Aeropers, VPOD, SEV GATA sowie der Kaufmännische Verband kritisieren diesen Schritt scharf. In ihrem Protestbrief werfen sie der Lufthansa-Tochter Lohndumping vor und zeigen sich fassungslos über die Auslagerung der Arbeitsplätze, nachdem Swiss-Mitarbeitenden während der Pandemie die Unternehmung beigestanden sind.

airBaltic Kabine

Gemäß den Sozialpartnern hätte Swiss sich frühzeitig um die Personalplanung kümmern sollen, um einen Engpass an Mitarbeitenden zu verhindern. Während diverse Gespräche geführt wurden, um eine Lösung zu finden, entschied sich Swiss hinter ihrem Rücken für die neue Wet-Lease-Partnerin. Falls Wet-Lease-Partnerschaften eingegangen werden, fordern die Gewerkschaften, dass sozialverträgliche Anstellungsbedingungen sichergestellt und Gesamtarbeitsverträge erstellt werden. Ihrer Meinung nach soll die Partnerschaft mit airBaltic nochmals überprüft werden.

Swiss verneint die Vorwürfe des Lohndumping und betont die Entlastung der Swiss-Mitarbeitenden durch die neue Partnerschaft mit airBaltic. Zudem weist die Lufthansa-Tochter auf die relevante Stabilisierung des Winterflugplans, die durch die neue Wet-Lease-Partnerschaft möglich wird.

Fazit zum Protest der Gewerkschaften gegen den Wet-Lease mit airBaltic

Verschiedene Gewerkschaften der Schweizer Flugbranche reagieren empört gegen die neue Wet-Lease-Partnerschaft von Swiss. Sie sprechen von Lohndumping und der Auslagerung von Arbeitsplätzen. Swiss hingegen weist die Vorwürfe ab und betont die Vorteile der neuen Zusammenarbeit. Auch Eurowings setzt auf eine Wet-Lease-Partnerschaft mit airBaltic. Anders als bei Swiss löste dies jedoch keinen Aufschrei aus.

Autorin

Livia Güntert ist Country Managerin Switzerland und seit September 2021 Teil des reisetopia Teams. Nach ihrem Studiengang in Marketing und Kommunikation ist die gebürtige Züricherin voller Vorfreude nach Berlin gezogen. Fasziniert von der Reisebranche und der Nähe zu ihrer Heimat, schreibt Livia leidenschaftlich gerne Artikel, Kolumnen und Deals rund um die Schweiz.

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  • Who is financing AirBaltic? How come a tiny ex USSR country can operate an airline more successfully than an old western country? What is going here? EU subsidies maybe…

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