Wer häufiger in die USA fliegt, kennt die langen Schlangen an der Passkontrolle nach der Landung. Mit Global Entry könnt Ihr diese Schlangen umgehen: Das Programm der US-Grenzschutzbehörde CBP ermöglicht vorab überprüften Reisenden eine beschleunigte Einreise, und auch deutsche Staatsbürger können teilnehmen. Der Weg dorthin führt allerdings über zwei Behörden.
Wir zeigen, wer Global Entry beantragen kann, wie die Bewerbung mit der Vorprüfung durch die Bundespolizei abläuft, was das Programm kostet und wie die Einreise heute funktioniert. Außerdem klären wir, ob TSA PreCheck inklusive ist und für wen sich Global Entry lohnt.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Global Entry und welche Vorteile bringt es?
- Wer kann Global Entry beantragen?
- Wie funktioniert die Beantragung für Deutsche?
- Was kostet Global Entry und wie lange gilt es?
- Wie läuft die Einreise mit Global Entry ab?
- Ist TSA PreCheck bei Global Entry inklusive?
- Lohnt sich Global Entry?
- Fazit zu Global Entry
Das Wichtigste in Kürze: Global Entry kostet seit Oktober 2024 120 US-Dollar und gilt fünf Jahre, Minderjährige zahlen nichts, wenn ein Elternteil Mitglied ist oder sich gleichzeitig bewirbt. Deutsche bewerben sich zuerst online bei CBP und lassen dann bei der Bundespolizei an einem deutschen Flughafen eine Vorprüfung machen. Danach folgt ein kurzes Interview, meist direkt bei der Ankunft in den USA. TSA PreCheck ist inklusive, ein ESTA oder Visum braucht Ihr aber weiterhin.
Was ist Global Entry und welche Vorteile bringt es?
Global Entry ist ein sogenanntes Trusted Traveler Program der US Customs and Border Protection, kurz CBP. Wer sich vorab einer Zuverlässigkeitsüberprüfung unterzieht, darf bei der Einreise in die USA eigene Global Entry Spuren nutzen. Das klassische Gespräch am Schalter der Passkontrolle entfällt in der Regel, und die oft langen Warteschlangen könnt Ihr auslassen.
Dazu kommt TSA PreCheck: Mit Global Entry nutzt Ihr bei Abflügen von US-Flughäfen die schnelleren Spuren an der Sicherheitskontrolle. Das ist besonders praktisch, wenn Ihr innerhalb der USA weiterfliegt oder nach der Reise zurück nach Europa startet.
Wichtig ist, was Global Entry nicht ist: Das Programm ersetzt keine Einreiseerlaubnis. Auch als Mitglied braucht Ihr für die Einreise weiterhin ein gültiges ESTA oder ein Visum, darauf weist auch das Auswärtige Amt hin. Was Ihr sonst für die Einreise braucht, lest Ihr in unserem Überblick zu den Einreisebestimmungen für die USA.

Global Entry gilt an Flughäfen ebenso wie an Land- und Seegrenzen. Für die meisten Reisenden aus Deutschland zählt aber vor allem die Ankunft an den großen internationalen Flughäfen wie New York, Chicago, Miami oder Los Angeles.
Wer kann Global Entry beantragen?
Global Entry steht neben US-Bürgern und Inhabern einer Green Card nur Staatsbürgern bestimmter Länder offen, mit denen die USA eine Vereinbarung geschlossen haben. Deutschland gehört dazu, ebenso die Schweiz, die Niederlande und das Vereinigte Königreich. Österreich ist laut CBP derzeit nicht auf der Liste.
Grundlage für Deutsche ist eine gegenseitige Vereinbarung zwischen den USA und Deutschland: US-Bürger können im Gegenzug EasyPASS an deutschen Flughäfen nutzen. Deshalb übernimmt die Bundespolizei bei deutschen Bewerbern einen Teil der Sicherheitsüberprüfung.
Voraussetzung ist außerdem eine weiße Weste. Wer vorbestraft ist, gegen Zoll- oder Einreisebestimmungen verstoßen oder bei früheren Anträgen falsche Angaben gemacht hat, wird in der Regel abgelehnt. Die Gebühr wird auch bei einer Ablehnung nicht erstattet.
Wie funktioniert die Beantragung für Deutsche?
Die Reihenfolge ist für deutsche Bewerber festgelegt: Zuerst kommt der Online-Antrag bei CBP, danach die Vorprüfung bei der Bundespolizei. Ältere Anleitungen beschreiben teils noch den umgekehrten Weg. Aktuell läuft es laut CBP und Bundespolizei so ab:
- Konto auf der Trusted Traveler Programs Website von CBP anlegen, der Login läuft über Login.gov, dann den Antrag für Global Entry ausfüllen und die Gebühr bezahlen.
- Nach dem Antrag erhaltet Ihr eine PASSID, die Ihr im Konto findet.
- Mit dieser PASSID lasst Ihr bei der Bundespolizei an einem deutschen Flughafen die verpflichtende Vorprüfung durchführen, das geht nur persönlich vor Ort.
- CBP prüft Euren Antrag und setzt den Status auf „Conditionally Approved“, also vorläufig genehmigt.
- Zum Schluss folgt ein kurzes persönliches Interview in den USA, danach erhaltet Ihr die endgültige Entscheidung im Konto.
Die Vorprüfung bietet die Bundespolizei an ihren EasyPASS-Standorten an. Das sind die Flughäfen Frankfurt, München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf, Köln/Bonn, Stuttgart und Hannover. Öffnungszeiten und Kontaktdaten der einzelnen Servicestellen findet Ihr auf der Website der Bundespolizei, an manchen Standorten lohnt sich eine Terminabsprache vorab.

Für das Interview gibt es zwei Wege. Ihr könnt einen Termin in einem Global Entry Enrollment Center in den USA buchen oder das Interview per Enrollment on Arrival direkt bei der nächsten Einreise erledigen. Dafür braucht Ihr keinen Termin, solange Euer Antrag vorläufig genehmigt ist und Ihr an einem der teilnehmenden Flughäfen ankommt. Laut CBP sind das mehr als 60 Standorte in den USA und Kanada sowie Preclearance-Flughäfen wie Dublin, Shannon und Abu Dhabi, in Deutschland gibt es keinen.
Zum Interview bringt Ihr Euren Reisepass und einen Nachweis Eurer aktuellen Wohnadresse mit, zum Beispiel einen Personalausweis oder Führerschein. Dort werden Fingerabdrücke und ein Foto aufgenommen und Ihr beantwortet einige Fragen. Die Hintergrundprüfung durch CBP dauert laut der Behörde oft nur wenige Wochen, in Einzelfällen aber auch bis zu zwölf Monate. Plant den Antrag deshalb mit ausreichend Vorlauf vor Eurer nächsten USA-Reise.
Was kostet Global Entry und wie lange gilt es?
Seit dem 1. Oktober 2024 kostet Global Entry 120 US-Dollar, vorher waren es 100 US-Dollar. Die Gebühr zahlt Ihr bei der Antragstellung, sie wird auch bei einer Ablehnung nicht zurückerstattet. Für die Vorprüfung erhebt die Bundespolizei nach eigenen Angaben keine Gebühr.
| Punkt | Stand Oktober 2026 |
|---|---|
| Antragsgebühr | 120 US-Dollar |
| Kinder unter 18 Jahren | kostenlos, wenn ein Elternteil Mitglied ist oder sich gleichzeitig bewirbt |
| Gültigkeit | fünf Jahre, bis zum fünften Geburtstag nach der Genehmigung |
| Verlängerung | ab 364 Tagen vor Ablauf online beantragbar, erneut 120 US-Dollar |
| Vorprüfung Bundespolizei | laut Bundespolizei kostenlos |
Die Mitgliedschaft endet an Eurem Geburtstag im fünften Jahr nach der endgültigen Genehmigung. Die Verlängerung beantragt Ihr wieder über die Trusted Traveler Programs Website. Für Verlängerungen bietet CBP teilweise auch Interviews per Video an, für den Erstantrag ist ein persönliches Interview aber Pflicht. Ob Ihr für die Verlängerung erneut zur Bundespolizei müsst, teilt Euch die Behörde im Verfahren mit.
Für Familien hat sich die Gebührenreform gelohnt: Seit Oktober 2024 zahlen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren keine Gebühr mehr, wenn ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter bereits Mitglied ist oder sich gleichzeitig bewirbt. Einen eigenen Antrag braucht aber jedes Kind, und zum Interview muss ein Elternteil oder Erziehungsberechtigter mitkommen.
Wie läuft die Einreise mit Global Entry ab?
Früher scannten Global Entry Mitglieder an Automaten Reisepass und Fingerabdrücke und füllten dort die Zollerklärung aus. Diese Kioske hat CBP an den großen Flughäfen weitgehend durch sogenannte Touchless Portals ersetzt. Ihr stellt Euch vor eine Kamera, die Euer Gesicht mit den hinterlegten Daten abgleicht, den Reisepass müsst Ihr nur noch einlegen, wenn das Gerät danach fragt.

Zeigt das Portal grünes Licht, geht Ihr direkt weiter zur Gepäckausgabe. Werdet Ihr zu einem Beamten geschickt, ist das kein Grund zur Sorge, auch das kommt bei Mitgliedern gelegentlich vor. An einigen großen Flughäfen erfasst CBP Global Entry Mitglieder inzwischen sogar im Vorbeigehen per Gesichtserkennung.
Eine Alternative ist die kostenlose App Global Entry Mobile von CBP. Sobald Ihr im Ankunftsterminal seid, wählt Ihr den Flughafen aus und schickt ein Selfie an CBP. Ihr erhaltet eine Quittung, die Ihr dem Beamten an der Global Entry Spur zeigt. Die App funktioniert nur an unterstützten Flughäfen und nur mit aktiver Mitgliedschaft.
Ist TSA PreCheck bei Global Entry inklusive?
Ja, laut TSA erhalten Global Entry Mitglieder auch die Vorteile von TSA PreCheck. Das gilt auch für deutsche Mitglieder, obwohl TSA PreCheck als eigenes Programm nur US-Bürgern und Personen mit Wohnsitz in den USA offensteht. Damit es klappt, tragt Ihr bei der Flugbuchung Eure PASSID in das Feld für die Known Traveler Number ein. Das PreCheck-Kennzeichen muss dann auf der Bordkarte stehen.
An der PreCheck-Spur bleiben Laptops und Flüssigkeiten im Handgepäck, Gürtel und leichte Jacken dürft Ihr anbehalten. Die Schuhe müssen seit Juli 2025 an US-Flughäfen ohnehin die meisten Reisenden nicht mehr ausziehen. Was an deutschen Flughäfen gilt, lest Ihr in unserem Guide zur Sicherheitskontrolle am Flughafen.
Die Airline muss an TSA PreCheck teilnehmen. Das tun neben den großen US-Airlines wie United, Delta und American auch Lufthansa, Swiss, Austrian, Condor, Eurowings Discover, Air France und KLM. Die vollständige Liste mit mehr als 120 Airlines veröffentlicht die TSA auf ihrer Website.
Kinder bis 12 Jahre dürfen mit einem PreCheck-berechtigten Erwachsenen die Spur nutzen. Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren brauchen das Kennzeichen auf ihrer eigenen Bordkarte, etwa über eine eigene Global Entry Mitgliedschaft.
Lohnt sich Global Entry?
Auf fünf Jahre gerechnet kostet Global Entry 24 US-Dollar pro Jahr. Der eigentliche Aufwand ist nicht das Geld, sondern der Weg dorthin: Online-Antrag, Termin bei der Bundespolizei und das Interview. Wer ohnehin regelmäßig über Frankfurt, München oder einen anderen der acht Flughäfen fliegt, kann die Vorprüfung aber gut vor einem Abflug erledigen.
Nach unserer Einschätzung lohnt sich Global Entry ab etwa zwei USA-Reisen im Jahr, vor allem wenn Ihr zu Stoßzeiten an großen Drehkreuzen landet oder in den USA weiterfliegt. Die Wartezeit an der normalen Passkontrolle schwankt stark und kann an vollen Tagen lang ausfallen.

Wer seltener fliegt, kann sich das Programm sparen und stattdessen die kostenlose App Mobile Passport Control von CBP nutzen. Sie steht unter anderem Reisenden mit genehmigtem ESTA offen, die schon einmal in den USA waren, und führt an teilnehmenden Flughäfen zu einer eigenen, meist kürzeren Spur. Eine Sicherheitsüberprüfung vorab ist dafür nicht nötig.
Unser Tipp: Bucht Euren nächsten USA-Flug möglichst mit Ankunft an einem Flughafen mit Enrollment on Arrival. Dann erledigt Ihr das Interview ohne Termin bei der Einreise und könnt Global Entry schon bei der darauffolgenden Reise nutzen.
Für einen entspannten Start in die Reise lohnt sich außerdem ein Blick auf die passende Kreditkarte für die USA und eine Reiseversicherung für die USA, denn Arztkosten können dort schnell sehr hoch werden.
Fazit zu Global Entry
Global Entry ist für Vielflieger in die USA eine der besten Investitionen: Für 120 US-Dollar auf fünf Jahre spart Ihr Euch die Schlange an der Passkontrolle und bekommt TSA PreCheck für Inlandsflüge dazu. Mit Touchless Portals und der Global Entry App geht die Einreise heute noch schneller als früher an den Kiosken.
Der Haken ist der Antrag: Als Deutsche müsst Ihr Euch erst bei CBP bewerben, dann persönlich zur Bundespolizei und zum Schluss zum Interview in den USA. Wer mindestens zweimal im Jahr in die USA reist, sollte den Aufwand trotzdem auf sich nehmen. Ein gültiges ESTA oder Visum braucht Ihr aber auch als Mitglied immer.





