Von Deutschland nach Tokio gibt es viele Wege. Man könnte es einfach haben oder man ist ein wenig reiseverrückt und fliegt von Bologna über Istanbul, Sao Paulo, Los Angeles und Dallas. Wieso macht man sowas? Genau das erkläre ich Euch in der heutigen Ausgabe von Reiseverrückt.

American Airlines meinte es im Sommer 2015 etwas zu gut mit den Preisen ab Brasilien. Ab Sao Paulo und Rio de Janeiro ging es zu zahlreichen Zielen in Asien und Australien für nur 300 Euro in der Business Class. Ohne einen Schimmer, wie ich nach Südamerika kommen sollte, konnte ich nicht widerstehen. Ein Ticket von Sao Paulo nach Tokio und zurück nach Rio de Janeiro war schnell gebucht. Der Wahnsinn konnte beginnen.

Direkt nach Brasilien? – Viel zu einfach.

Nach ein wenig hin und her um die Anerkennung des Tickets, stand irgendwann fest: Der verrückte Trip klappt. Passenderweise meinte es dann auch noch Turkish Airlines etwas zu gut mit den Preisen nach Südamerika.

American Airlines hat die Business Class ab Brasilien ein “wenig” zu günstig verkauft

Für unter 200 Euro war ein Hin- und Rückflug von Bologna nach Sao Paulo schnell gebucht. Turkish Airlines spendierte auf Grund des langen Layovers in Istanbul auch noch je eine Übernachtung in Istanbul. Nett. Ein weiterer Flug von München nach Bologna mit Air Dolomiti war schnell gebucht. Zurück nach Bologna wollte ich dann aber nicht mehr, also ging es über Athen mit einer Nacht im Sofitel am Flughafen wieder nach Berlin.

Auch die Turkish Airlines Economy Class war mit unter 200 Euro für den Hin- und Rückflug etwas zu günstig

Wenn wir schon bei Großzügigkeit sind: American Airlines hatte zwischendurch meine Flüge etwas hin und hergeschoben. Nach einer freundlichen Nachfrage ging es auf dem Weg zurück nicht über Dallas, sondern mit Japan Airlines über New York. Die Reiseroute sah am Ende so aus:

Einfach nur fliegen? – Urlaub ist doch viel schöner!

Für die Flüge habe ich so inklusive mehrere Inlandsflüge weniger als 800 Euro bezahlt. Nicht schlecht für eine kleine Weltreise. Durch das geschonte Budget, sollte aus dem Trip auch gleich ein kleiner Urlaub werden.

Um die Flüge herum ist ein außergewöhnlicher Urlaub entstanden

Die Zeit war ein wenig eingeschränkt, aber insgesamt sprangen doch zwei Nächte in Sao Paulo (eine wesentlich spannender Stadt als viele denken), eine Nacht in Florianopolis (weniger spannend), zwei Nächte im Ponta dos Ganchos Resort (beeindruckend), zwei Nächte an den Iguazu Falls (absolut sehenswert), zwei Nächte in Rio de Janerio (ein Muss für jeden Reisefan), vier Nächte in Tokio (faszinierend) sowie ein Tagesaufenthalt in Bologna heraus.

Der Beginn: Bologna

Ein paar weitere Nächte sollte das Flugzeug mein zuhause sein, sodass am Ende ein Urlaub von mehr als zwei Wochen mit unglaublich vielen neuen Erlebnissen stand!

Ausgeschlafen, durchgearbeitet, genossen

Nach einem interessanten Tag in Bologna ging es nach Istanbul, wo ich von Turkish Airlines ins Hotel Gorrion eingeladen wurde. Nach ein paar Stunden Schlaf stand der Flug nach Sao Paulo an. Da noch ein wenig Arbeit anstand, habe ich den Flug dank funktionierendem WiFi einfach durchgearbeitet.

Es folgte ein langer Weg nach Florianopolis

Auch der Reiseverrückte wurde dann allerdings in Sao Paulo ein wenig müde, stand doch noch ein Weiterflug mit Avianca Brazil (eine tolle Airline!) an. Nach knapp zwanzig Stunden ohne Schlaf ging es dann ins Sofitel Florianopolis (das schon damals mies war und jetzt passenderweise nur noch ein Novotel ist). Während “Floripa” selbst langweilig war, hat mich das Ponta dos Ganchos Resort (ein Leading Hotel of the World) begeistert.

Ein Ausblick, der für die lange Anreise entschädigt

Sollte jemand in der Gegend sein: Ein echtes Muss! Nach zu kurzen zwei Nächten ging es via Rio de Janeiro mit TAM (echt mies für ein oneworld Mitglied) zu den Iguazu Falls.

Faszinierende Natur, langweilige Großstädte

Ich muss sagen: Allein für dieses Naturphänomen hat sich die Reise gelohnt. Gegen die Iguazu Falls können die Niagara Fälle einpacken. Das Belmond Hotel das Cataratas (direkt an den Wasserfällen) konnte mich trotz Vorfreude leider nicht überzeugen.

Einfach nur beeindruckend: Die Iguazu Falls

Nach zwei Nächten ging es dann aber auch ja schon weiter: Dieses Mal via Sao Paulo (wesentlich weniger langweilig als man denken mag) und Los Angeles nach Dallas. Allein für den genialen Ice Cream Sundae hat sich der Flug im Dreamliner nach Los Angeles gelohnt. Insgesamt fand ich die neue American Airlines Business Class aber ziemlich stark. Richtig gut gefallen hat mir auch die First Class im American Airlines Airbus A321.

Dallas hat leider nicht sonderlich viel zu bieten

Ein echt gutes Produkt für mittellange Flüge. Ach ja, Dallas kann man sich sparen. Eine extrem langweilige Stadt. Wenn wir schon bei Streichergebnissen sind: Die AA Business Class in der “alten” Boeing 777 ist eine Katastrophe und fühlt sich an wie eine schlechte Premium Economy Class.

Enorme Metropolen, lange Flüge

Die vier Nächte in Tokio sollten ein wenig Ruhe bringen. Da ich aber ein wenig zu verrückt bin, habe ich mich im ANA InterContinental, dem The Strings by InterContinental und dem Hilton Tokyo Odaiba einquartiert. Man muss ja ein paar Hotels testen.

Am Ziel angekommen: Tokio

Auch ansonsten ist Tokio so übertrieben groß, dass man einfach nicht zur Ruhe kommt. Eine faszinierende Stadt. Der Weg zurück war dagegen allen voran lang.

Selbst vier Tage sind nicht genug, um Tokio komplett zu erkunden

Entspannt war besonders die Zeit in Tokyo Narita: Anstatt eine Lounge zu genießen, habe ich mir lieber sechs verschiedene angeschaut. Dafür sahen die Schuhe nach dem Schuhputzservice in der JAL First Class Lounge wieder gut aus. Passend zum Flug in der Japan Airlines Business Class in der Boeing 787, ein wirklich geniales Bordprodukt, tolles Essen und ein ausgezeichneter Service. Vielleicht der beste Business Class Flug meines Lebens.

Einfach genial: Die Japan Airlines Business Class in der Boeing 787

Da kann ich American nur danken! Nach einem kurzen Stop in New York ging es danach in der American Airlines Business Class (dieses Mal in einer neuen Boeing 777) wieder nach Brasilien. Irgendwie schwach im Vergleich zu Japan Airlines. Nach zwei Nächten im faszinierende Rio, darunter eine im völlig überbewerteten Hotel Fasano, sollte es dann nach Hause gehen. Abends nach Sao Paulo und dann um 3 Uhr morgens weiter nach Istanbul.

Das Ende der Reise: Ein Tag in Istanbul

Dort lud mich Turkish Airlines dieses Mal ins Hilton Garden Inn Golden Horn ein. Anstatt am nächsten Morgen nach Bologna zu fliegen, ging es aber noch in die Stadt. Istanbul ist eine wirklich geniale und enorme Metropole! Durch einen schlimmen Stau hätte ich am Ende der Reise passenderweise fast noch meinen Flug nach Athen verpasst. Am Ende sollte es aber dennoch klappen, sodass ich nach mehreren Nächten im Flugzeug und einigen neuen und völlig verrückten Reiseerlebnissen wieder in Berlin gelandet bin!

Fazit zu den verrückten Umwegen nach Tokio

Zwischenzeitlich habe ich mich kurz gefragt, warum ich mir diesen Trip angetan habe. Retrospektiv kann ich aber nur sagen: Ich würde es jederzeit wieder machen. Die langen Flüge in der Economy Class waren vollkommen in Ordnung, Brasilien hat mich begeistert und die Flüge im Dreamliner von American Airlines und Japan Airlines waren ein Erlebnis für sich. Auch Tokio und Istanbul sind einfach nur geniale Städte. Wie sagt man so schön: Wo ein Ziel ist, da ist auch ein Weg. Mit ein paar verrückten Buchungen habe ich mir nach diesem Motto einen außergewöhnliche Trip rund um die Welt zusammengestellt. Dass Ihr genau das auch könnt, wollen wir Euch hier auf reisetopia zeigen!

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Autor

Moritz fliegt durchschnittlich an jedem dritten Tag und verbringt noch mehr Nächte in Hotels. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Das würde ich sofort auch so machen….! Alleine für die Wasserfälle lohnt sich die Anreise, wo bei ich die Aussicht von der Seite Brasiliens besser finde, das selbst erleben (laufen, Wasser, Aussichtsplattformen über dem Abgrund usw.) auf der Seite Argentiniens aber besser ist.

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