Ich bin vor kurzer Zeit von Berlin nach Frankfurt gefahren. Zu meiner eigenen Überraschung fiel die Wahl schnell auf die Deutsche Bahn.

Wer mich mittlerweile kennt, sollte wissen, dass die Deutsche Bahn nicht meine natürliche Wahl des Transportmittels ist. Dennoch fiel meine Wahl für diese Fahrt spontan und einfach auf den ICE-Sprinter zwischen Berlin und Frankfurt. Gebucht habe ich die Fahrt in der 1. Klasse und musste dabei so einige Überraschungen feststellen. Meine Erfahrungen möchte ich mit Euch teilen.

Relikt aus vergangenen Tagen

Zugegeben: Ich bin nicht der größte Bahnexperte und -liebhaber. Wer bereits persönliche Beiträge von mir gelesen hat, wird erkannt haben, dass meine Leidenschaft bisher der zivilen Luftfahrt galt. Dennoch hat sich zumindest ein gewisses Interesse in den vergangenen Monaten und Jahren entwickelt. Gleichzeitig kommt man in Deutschland an die immer wieder “spektakulären” Schlagzeilen der Deutschen Bahn nicht vorbei. Das Thema beschäftigt wohl jeden Reisenden in Deutschland und jeder hat seine Meinung zum Konzern. Ich versuche diese in meinem Beitrag jedoch außen vorzulassen.

Vergangenen Freitag ging es für mich dienstlich von Berlin nach Frankfurt/Main. Meine Wahl fiel dabei relativ schnell auf die Deutsche Bahn. Die Preise waren zwar relativ hoch, im Vergleich zur Lufthansa jedoch immerhin noch deutlich günstiger. Ich fahre mittlerweile nur noch relativ selten mit dem Zug durch Deutschland. Lange Fahrten mit dem Zug oder gar dem Auto habe ich immer als unangenehm empfunden. Die Fahrt nach Frankfurt sollte knapp vier Stunden dauern. So wirklich wusste ich nicht, was ich von dieser Fahrt erwarten sollte. Ich kontaktierte vorher meinen besten Freund, der im Gegensatz zu mir eine Leidenschaft für den Bahnverkehr entwickelt hat.

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Er konnte mir schnell sagen, welcher Zug sich auf dieser Strecke lohnt und welchen Sitzplatz ich reservieren sollte. Ich habe mich für den ICE-Sprinter mit Abfahrt um 11:04 vom Berliner Hauptbahnhof entschieden. Diese Fahrt sollte mit dem ICE 3 durchgeführt werden. Großer Vorteil: Das kleine Panorama-Abteil an den jeweiligen Enden des Zuges. Mit etwas Glück kann man von einem Sitzplatz hier die gesamte Fahrt mit Blick auf dem Zugführer verbringen. Ich fühlte mich in meiner Wahl bestätigt. Aus irgendeinen Grund wollte ich die 1. Klasse testen und hoffte auf einen wunderbaren Ausblick von meinem Sitzplatz.

Witzigerweise verfüge ich noch immer über ein Relikt der Vergangenheit: die Bahncard. Damals als Student beantragt, hat sich die Bahncard 25 bei mir zur Karteileiche entwickelt, für die ich jährlich den entsprechenden Beitrag leiste. Leider nutze ich sie nicht wirklich und für diese Buchung hat sie mir leider auch nicht geholfen. Um den Rabatt der Bahncard zu erhalten, muss man eine separate Bahncard 25 beantragen, die sowohl für Fahrten in der 2. Klasse als auch der 1. Klasse gilt. Ich musste den vollen Preis des Super-Sparpreises bezahlen, welcher übrigens nicht stornierbar oder zu ändern ist. Das steht zwar klar in den Bedingungen beschrieben, aber vor allem in der aktuellen Lage nicht gerade die Regelung, die man sich als Fahrgast wünscht.

Supermarkt ist meine Lounge

Der Freitag war gekommen und ich habe mich von meinem Wohnort zum Hauptbahnhof von Berlin begeben. Ich kenne noch die Zeiten als hier nur der kleine Lehrter Stadtbahnhof stand. In unmittelbarer Nähe bin ich geboren worden und aufgewachsen. Die Fahrt verlief bisher problemlos. Für die Fahrt wollte ich mich noch mit ein paar Snacks und ein paar Getränken eindecken. Dafür ist der Hauptbahnhof der ideale Ort. Die vielen Geschäfte bieten eine bunte Vielfalt verschiedenster Speisen. Mir reichte eine Brezel und ein Wasser sowie ein Saft.

Interessanterweise kommt man mit einem Ticket der 1. Klasse nicht automatisch in die Lounge der Bahn. Lediglich BahnComfort-Kunden oder Reisende mit dem teuersten Tarif der 1. Klasse erhalten Zugang zu den Lounges der Deutschen Bahn. Diese können dafür immerhin die neue Premium Lounge am Berliner Hauptbahnhof besuchen. Das entsprechende Ticket hätte mich mehr als doppelt so viel gekostet. In Anbetracht der derzeitigen Situation mit dem aktuell auch weiterhin stark eingeschränkten Service für mich nicht lohnenswert. Auch nach der Pandemie stellt dies für mich keine Option dar, da man lediglich die Wartezeit in einer ruhigen Umgebung verbringen kann. Das Speisen- und Getränkeangebot der DB-Lounges ist für mich nicht interessant und relevant.

Wie in alten Zeiten

Dennoch freute ich mich auf meine erste Zugfahrt seit langer Zeit. In meiner Erwartung habe ich mir einen ruhigen und vor allem leeren Zug vorgestellt. Gleis 2 im Untergeschoss des Hauptbahnhofs lehrte mich aber, dass auch viele andere Menschen dasselbe Ziel wie ich hatten: Frankfurt/Main. Das Gleis war voll als hätte es Corona nie gegeben. Immerhin konnte man sich auf die Wagenreihung verlassen. Der Zug fuhr pünktlich ein und zu meiner Enttäuschung musste ich feststellen, dass ich am falschen Ende des Zuges – nämlich am hinteren – meine Zugfahrt verbringen werde.

Der Einstieg verlief entspannt und ohne großes Drängeln. Auf den Abstand achteten viele der Fahrgäste. Ich stieg als Letztes an der hintersten Tür des Zuges ein und bog gleich links ab. Die Panorama-Lounge an beiden Enden des Zuges ist ein kleines Abteil mit lediglich neun Sitzplätzen. Dabei sollte man beachten, dass es sich hierbei um einen Ruhebereich handelt. Sollte man das Glück haben und in die richtige Richtung sitzen, wird man durch die Scheibe zwischen Abteil und Fahrerkabine mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt. Ich konnte die Fahrt zumindest mit einem Blick auf die Schienen und die Landschaft verbringen.

Sprinter mit kurzem Atem

Ich habe meinen Sitzplatz für die knapp vierstündige Fahrt eingenommen. Aktuell werden in der 1. Klasse alle Nachbarsitze blockiert. Im gesamten Waggon sind die Sitze in einer 2-1-Konfiguration angeordnet. Ich hatte die Doppelbank für mich alleine. Die Sitze sind bequem, verfügen über ein kleines Leselicht, verstellbare Sitz- und Rückenlehnen sowie einen Schutz für mehr Privatsphäre zwischen den Rückenlehnen. Die Sitze sind gemütlich, der Komfort in der ersten Reihe jedoch leider nicht enorm. Ich bin nicht sehr groß, hatte aber aufgrund des Sitzplatzes hinter der Glasscheibe relativ begrenzten Freiraum für Beine und Füße. Dennoch eignet sich der Platz auch zum Arbeiten – selbst das Internet funktionierte während der gesamten Fahrt sehr gut.

Nur wenige Minuten außerhalb Berlins kamen die Schaffner im Doppelgespann, um die Tickets der Fahrgäste zu kontrollieren. Mit Kopfhörern auf den Ohren machte ich es mir gemütlich. Neben Komfort spielt vor allem in der aktuellen Zeit die Hygiene eine große Rolle. Die Sitze machten einen guten, gepflegten und vor allem sauberen Eindruck. Gleiches gilt auch für die Toiletten, die sich im nächsten Waggon befinden. Weiteren Service darf man in der 1. Klasse jedoch auch nicht erwarten. Speisen und Getränke gehörten schon vor Corona-Pandemie nicht zum Konzept der Bahn. Dafür haben die Zugbegleiter Bestellungen des Bordbistros zum Platz gebracht. Dieses hat zwar auch aktuell geöffnet, der Service an sich entfällt jedoch ebenfalls aktuell. Dafür können Fahrgäste der 1. Klasse noch immer eine Tageszeitung kostenfrei erhalten.

Weitere Vorzüge hat die Fahrt in der 1. Klasse jedoch nicht. Auch der Sprinter selbst kam mir eher wie ein regulärer Intercity vor. Nicht mal 30 Minuten ist dieser zur herkömmlichen Verbindung zwischen Hauptstadt und Main-Metropole schneller. Auf der Fahrt nach Frankfurt wird lediglich Halt in Berlin-Südkreuz, Halle und Erfurt gemacht. Daher beschleicht mich das Gefühl, dass die Zeitersparnis nur aus den fehlenden Zwischenstopps resultiert. In den meisten Fällen ist der Zug um die 140 km/h gefahren, nur selten etwas schneller. Das liegt leider auch daran, dass es in Deutschland auch weiterhin nur zwei Schnellfahrstrecken gibt, auf denen der ICE seine Geschwindigkeit auch wirklich nutzen kann. Bei all den berechtigten Diskussionen zum Wechsel des Zubringerverkehrs aus der Luft zur Schiene, stellt die Deutsche Bahn damit auf lange Sicht kein wirkliches Konkurrenzprodukt.

Fazit zu meiner Bahnfahrt in der 1. Klasse während der Pandemie

Wie schon eingangs erwähnt, bin ich kein Bahnexperte und werde es vermutlich auch nie sein. Das liegt auch daran, dass meine Erwartungen an die Deutsche Bahn immer zu hoch sein werden. Ich sehe jedoch keine Vorteile der 1. Klasse. Fahrgäste erhalten nicht automatisch Zugang zur Lounge und kostenfreie Speisen und Getränke darf man ungeachtet einer Pandemie auch nicht erwarten. Das ist auch nicht weiter schlimm. Dafür sind mir dann jedoch die Preise zu hoch und das Tarifsystem zu komplex. Ein höherer Preis für einen ICE-Sprinter wird mit wenigen Minuten geringerer Fahrzeit und weniger Zwischenstopps meiner Meinung nach ebenfalls nicht gerechtfertigt. Immerhin: die Fahrt verlief problemlos und pünktlich. Die Sitze waren sauber, die Fahrgäste hielten sich an die Maskenpflicht. Ich kam am gewünschten Ziel an, aber eine Fahrt in der 1. Klasse rechtfertigt das nicht.

Dafür kann der Sitz im Panorama-Abteil ein interessantes Gimmick sein. Dafür solltet Ihr den Fahrplan der Deutschen Bahn prüfen. Meines Wissens gibt es dieses Abteil nur im ICE 3 und ICE T.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • Ich pendele fast wöchentlich zwischen Berlin und Ffm. Mal mit der LH mal mit der DB ( BahnCard 25, 1. Klasse). Zeitlich nehmen sich beide kaum etwas, – preislich mitunter auch nicht. Man ist vielleicht eine halbe Stunde schneller mit dem Flieger, das liegt auch zum Teil daran, dass die Anfahrt zum BER länger dauert als zum Hbf….- natürlich subjektiv betrachtet, weil von KreuzKölln beide recht mies zu erreichen sind (BER 57 Min. , Hbf 32 min. ), ausserdem sollte man am BER min. 1,5 h vor Abflug sein, da sich trotz der wenigen Fluggäste die Sicherheitskontrolle ewig hinzieht. Entweder ist man dort noch nicht richtig in der großen Welt angekommen oder die Kontrollen werden zum Ausprobieren extra ‘intensiv’ durchgeführt.
    Die Flüge sind pünktlich, wohingegen bei der DB lediglich die Abfahrt pünktlich ist….- die Ankünfte variieren zwischen 20 min. und 1h 20 min. , selten eine Punktlandung. Neulich ist dersogenannte Sprinter, 17:04 ab Hbf sogar nur bis Südkreuz gekommen und vermeldete eine Störung an einem Wagen…..-eine knappe Stunde Verspätung in Ffm. Übrigens ist das Internet nicht immer zufriedenstellend, insbesondere in Thüringen läuft so gut wie nichts. Der Komfort geht so, der Service suboptimal und teuer. Es ist besser sich am Hbf bei REWE mit etwas Verpflegung einzudecken, zu empfehlen ist auch der Sushi-Laden neben Mc D.
    Ich würde auch eher den Flieger vorziehen (schade, dass EasyJet nicht mehr fliegt) als mit der Bahn zu fahren….- wenigstens kann man hier in Ruhe etwas am Laptop arbeiten (mit Hotspot gehts sogar in Thüringen)

  • Kurz zur Aussage
    Ohne den Hochgeschwindigkeitsverkehr in Deutschland zu gut reden zu wollen (manche böse Zungen behaupten, diese sei weltweit der langsamste und (beim Bau) teuerste).
    In Deutschland gibt es mehrere fertiggestellte Hochgeschwindigkeits-Neubaustrecken:
    Die 1990 in Betrieb gegangenen Pioniere Hannover–Würzburg und Mannheim-Stuttgart (jeweils vmax 250 km/h), dann Wolfsburg-Berlin. Sowie Köln-Frankfurt und München-Nürnberg (diese sind für 300 km/h trassiert. Und zuletzt Halle–Erfurt-Nürnberg (teilweise auch für 300 km/h).
    Schließlich noch die Rheintalbahn (Karlsruhe – Freiburg), teilweise Ausbau von zwei- auf viergleisig mit dann vmax 250 km/h, der noch in Bau befindliche Tunnel Rastatt war großes Thema in den Medien.

  • Hallo,
    ich will ja nicht auf alles eingehen. Und die Bahn ist alles andere als perfekt.
    Aber der Sitz der 1. Klasse ist allemal bequemer als bei LH oder anderen in Business.
    Die Reisezeit City-City ist deutlich kürzer als Flug inkl. An- und Abreise zum Airport.
    Ich habe keine Diskussionen um Handgepäck und Gepäck.
    Der Preis ist günstiger im Regelfall.
    Sicher gibst Du eine subjektive Erfahrung wieder, diese sollte aber, da Ihr hier auch meinungsbildend sein wollt, dann schon etwas fundierter und ehrlich vergleichend sein. Dein Bericht lässt Vergleiche mit anderen Verkehrsmitteln außer acht sondern zählt quasi nur auf, was Dir persönlich nicht gefiel.
    Das ist mir tatsächlich zu wenig.

    • Hallo Thorsten, danke für Dein Feedback. Tatsächlich ging es mir auch um keinen Vergleich mit irgendeinem Verkehrsmittel. Wenn es danach gehen würde, könnte man die Bahn genauso gut mit dem TGV vergleichen. Meiner Meinung nach ist der Bericht nicht zu einseitig negativ geschrieben. Wenn das bei Dir ankommt, dann liegt das wohl an den für mich überraschenden Erfahrungen vor der Fahrt selbst.

  • Wenn man mit einem Flugzeug (600-750 km/h schnell) auf vielen Strecken alles zusammengenommen nicht wesentlich schneller ankommt als mit der Bahn und Super-Sparpreise von 59 – ca. 139 € je Strecke nicht schätzt – dann weiss ich nicht. Ich werde weiter in DE die Bahn und auch Nachtzug nach Zürich oder Wien nutzen wo man z. T bei rechtzeitiger Buchung sogar ein Single mit Dusche für den Preis einer Flugstrecke bekommt.

  • Es gibt sicherlich Optimierungsmöglichkeiten in der 1. Klasse der DB, keine Frage, allerdings verschweigt der Artikel die wichtigsten Vorteile des Reisens in der 1. Klasse ggü. der 2. Klasse komplett: Die deutlich größeren Sitzabstände (=viel mehr Beinfreiheit!) und die nur drei Sitze nebeneinander je Reihe (also breitere Sitze und sogar die Möglichkeit (auch außerhalb von Corona), aufgrund der 1-2 Konfiguration einen wirklichen Einzelplatz zu buchen). Mit der geringeren Bestuhlung je Waggon ergibt sich ggü. der 2. Klasse ein weiterer nicht zu unterschätzender Vorteil auf langen Reisen: nur etwa 2/3 der maximal Reisenden je Waggon. Da diese Plätze i.d.R. auch nicht komplett ausgelastet sind, sitzt man meistens mit 30 – 50 % der Reisenden verglichen mit der 2. Klasse im Waggon. Dies bedeutet: Bessere Luft, weniger Unruhe im Waggon und meistens auch keine Kegelclubs (oder ähnlich nervig laute Reisegruppen). Dies dürften für die meisten Reisenden die wichtigsten Vorteile der 1. Klasse sein!
    Schade, dass diese Punkte nicht erwähnt werden. Denn so werden jetzt möglicher Weise potentielle Bahnfahrer von einer Reise abgehalten und greifen doch wieder auf den Flieger auf Kurzstrecken zurück…

    • Hallo Guido, wie im Beitrag eröffnend erwähnt: Ich bin kein Bahnexperte und habe die Situation in der 2. Klasse nicht mehr in Erinnerung – die letzte Fahrt liegt einfach schon Jahre zurück. Dazu schreibe ich ausführlich meine Meinung zu den Sitzen und bin nicht so zufrieden damit, wie Du offensichtlich. Liegt aber auch an meinem speziellen Sitzplatz – ebenfalls im Artikel erwähnt.

  • Seit ein Fahrgast versuchte, mit einem Feuerlöscher die Glasscheibe zwischen Fahrgastraum und Platz des Triebzugführers zu zerstören um den dort arbeitenden Bahnmitarbeiter anzugreifen, sind anscheinend die Glaswände im Lounge-Abteil nur noch im Status „Milchglas“ im Einsatz. Persönlich habe ich die Sitzplätze in der Lounge mit Aussicht geschätzt, seit längerer Zeit aber im Status „Klarglas“ nicht mehr erlebt. Mit der Bahn bin ich zufrieden, insbesondere mit der ersten Klasse. Jetzt reserviere ich im ICE 3 die Sitzplätze mit Tisch und nicht diejenigen in der Lounge.

  • Jetzt muss ich mal eine Lanze für die Bahn brechen, gerade auf der Strecke Frankfurt-Berlin. Egal welchen Zug man nimmt, Fliegen dauert IMMER länger, wenn man die gesamte Reisezeit von Haustür zu Haustür bzw. Stadtmitte betrachtet, aber auch wenn man in Flughafennähe wohnt. Das war selbst zu TXL Zeiten mit seinen kurzen Wegen und und geringen Wartezeiten so. Mit der Anreise zum BER kann man Fliegen völlig vergessen. Ähnlich ist es von FRA nach MUC.
    Die Bahnfahrt ist entspannter, es gibt mehr Sitz- und Beinfreiheit, keine Warteschlangen, Security Checks, nervige Ansagen etc.etc. Der TGV in Frankreich ist ganz klar ein „echter“ Hochgeschwindigkeitszug, Reisen mit 300km und manchmal mehr macht schon Spaß, aber wer da mal drinnen war möchte den Komfort der DB nicht missen….
    Ich fliege ansonsten sehr gerne, aber für Reisen in D ist die Bahn mein Favorit

  • In Frankreich ist die Siedlungsstruktur anders. Allein die Teilstrecke Paris – Lyon ist ja schon so lang wie hier Berlin – Frankfurt. Und die Halte in Halle und Erfurt erschließen mehr als 5 Millionen potentielle Reisende. Deswegen hinkt der Vergleich zu Frankreich. Würde man zwischen Halle und Erfurt 300 km/h statt 250 km/h fahren, reduziert sich die Fahrzeit um weniger als 5 Minuten. Man verbraucht aber deutlich mehr Energie, was natürlich im Sinne des Klimawandels nicht zu rechtfertigen ist.
    Zumal ohnehin immer ein paar Minuten Puffer eingeplant sind und der Zug dann einfach länger im nächsten Bahnhof stehen würde. Deswegen wird die Höchstgeschwindigkeit nur dann ausgefahren, wenn der Zug verspätet ist. Macht man bei den Fliegern übrigens genauso.
    Und selbst die meisten Autofahrer rasen nicht mit 200 km/h durch Deutschland selbst wenn es erlaubt und vom Verkehr her möglich ist. Denn eine 15 Minuten frühere Ankunftszeit steht in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Benzinkosten.
    Interessant ist der Sprinter für viele trotzdem, weil er die Strecke Berlin – Frankfurt in etwa 4 Stunden schafft. Das ist für die meisten auch die Zeit, die sie benötigen, um in Berlin zum Flughafen zu fahren, durch die Sicherheitskontrolle zu gehen, rechtzeitig am Gate zu sein, zu fliegen, in Frankfurt zur S-Bahn zu laufen und in die Stadt zu fahren.
    In dem Bereich gab es schon jede Menge Verlagerung vom Flieger zur Bahn. Und es wird sicher noch deutlich mehr kommen, wenn die Strecke zwischen Frankfurt und Fulda noch flüssiger läuft. Für morgendliche Termine oder Anschlussflüge bleibt der Flieger aber ohnehin die bessere Wahl von Berlin.

    • Ich habe das ja auch nicht miteinander verglichen. Mir fällt das auf und einigen anderen Bahnliebhabern und Experten genauso. Das hier ist aber meine persönliche Meinung und ich sehe darin keinen entscheidenden Vorteil. Ich kann Deine Sichtweise aber nachvollziehen.

  • Was für ein einseitig negativer Artikel und dann noch voller Falschangaben… Es gibt mehr als 2 Hochgeschwindigkeitsstrecken in Deutschland, ICE Sprinter wird mit einem IC verglichen… Also sonst sind eure Artikel deutlich besser recherchiert… Und was an dem Tarifsystem der Bahn mit Flex- und Sparpreisen kompliziert sein soll, verstehe ich auch nicht. Da sind ja eher die vielen verschiedenen Flugpreise kompliziert.

    • Hallo, danke für Dein Feedback. Okay, es gibt mehr Hochgeschwindigkeitsstrecken. Strecken, auf denen ein ICE aber die Höchstgeschwindigkeit ausfahren kann, gibt es nur zwei – https://www.t-online.de/leben/reisen/reisetipps/id_83683492/darum-faehrt-der-ice-hinterher-die-schnellsten-zuege-der-welt.html

      Schlecht recherchiert ist hier nichts, da es sich um einen persönlichen Erfahrungsbericht handelt. Außerdem stehe ich beim komplizierten Tarufsystem der Bahn mit meiner Ansicht nicht alleine da.

      • Es gibt ICE-Typen, die schaffen nur 230 km/h, andere 250 km/h, andere 280 km/h, andere 300 km/h. Wohl auch deshalb gilt europaweit eine Ausbaustrecke für 200 km/h und mehr bzw. eine Neubaustrecke ab 250 km/h als Hochgeschwindigkeitsstrecke. Und davon gibt es schon einige, insbesondere wenn man sich die deutsche Siedlungsstruktur verinnerlicht.
        Von Berlin fährt der ICE bis Erfurt nahezu durchgängig zwischen 200 und 250 km/h. Erst danach wird es langsamer. Dennoch beträgt die Durchschnittsgeschwindigkeit etwa 140 km/h auf dieser Strecke, inklusive Halten. Der Flieger ist mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit (Gate – Gate) von etwas über 300 km/h übrigens auch recht langsam unterwegs.
        Die Panorama-Lounge gibt es auch im ICE-T. Allerdings wird sie inzwischen fast immer auf Milchglas umgestellt, also ohne Blick nach vorn auf die Strecke. Deswegen kann man wohl auch die Lounge im ICE 4 als Gimmick dazu zählen, wenn man Wert auf ein kleines Abteil legt.

      • Hallo Torsten, danke für Dein Feedback. Das mit dem ICE T hatte ich schon zuvor ergänzt. Auch wenn man juristisch gesehen schon ab 200 km/h von einer Schnellfahrstrecke sprechen kann, ist sie es meiner Meinung nach nicht, wenn der Zug 300 km/h fahren kann. Und obwohl der Zug zwischen Halle und Erfurt 300 km/h fahren könnte, ist er es nicht gefahren. Zumindest so fern ich es überblicken konnte. Wenn ich dann einen Blick nach Frankreich werfe und sehe, dass die Züge dort fast standardmäßig 300 km/h fahren, bin ich über die Bedingungen hier schon stark verwundert. Vor allem, wenn ich höre, dass auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Köln und Frankfurt nur der ICE 4 eingesetzt wird, der lediglich 250 km/h höchstens fahren könnte – aber auf einer Strecke unterwegs ist, die fast durchgängig 300 km/h erlaubt.

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