Im Gegensatz zum Erlebnis am Boden konnte mich die Air China First Class sehr begeistern. Das lag nicht zuletzt auch daran, dass ich der einzige Passagier in der Kabine war, was sicherlich immer etwas besonderes ist. Trotzdem hat mir das Produkt in jeglicher Hinsicht gut gefallen, was ich vor dem Flug nicht unbedingt gedacht hätte.

Dieses Review ist Teil des Tripreports zum reisetopia Meeting auf Bali. Alles zur Buchung und alle weiteren Teile findet Ihr im Intro!

Warum der Flug so (unerwartet) gut war und was Ihr an Bord von Chinas Flag-Carrier in der First Class erwarten könnt, lest Ihr in diesem Review!

Air China First Class Boeing 777 – die Buchung

Gebucht hatte ich mit Meilen über SAS EuroBonus ein First Class Hin- und Rückflugticket für 190.000 Meilen und knapp 300 Euro Steuern & Gebühren. Auf dem Hinweg ging es mit Asiana im Airbus A380 nach Seoul und anschließend weiter nach Bangkok. Auf dem Rückweg brachte mich Thai Airways zuerst von Bangkok nach Peking, von wo aus es dann mit Air China zurück nach Frankfurt ging.

Air China First Class Boeing 777 – der Sitz

Am Gate angekommen war ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht, als ich die Boeing 777 sah. Ich hatte eigentlich mit einer Boeing 747-8 gerechnet und hatte mich darauf gefreut, endlich mal mit einer 747 zu fliegen. Naja, man kann nicht alles haben und von der Kabine her ist die Boeing 777 exakt gleich. Die Sitze in der Air China First Class sind in einer 1-2-1 Bestuhlung angeordnet und sind halboffene Suiten.

Air China First Class Boeing 777 Kabine

Es gibt also keine Türen, die ich aber auch nicht unbedingt brauche. Die Privatsphäre ist meiner Meinung nach trotzdem mehr als ausreichend und der Sitz selbst sehr bequem.

Air China First Class Boeing 777 Sitz

Das Design der Kabine ist nicht unbedingt extrem luxuriös oder beeindruckend wie meiner Meinung nach etwa bei Lufthansa, gefällt mir aber sehr gut. Der Sitz selbst ist wie üblich mit einem großen Fernseher ausgestattet und es warten bereits die typischen Geschenke wie Kopfhörer, ein Amenity Kit und ein Pyjama auf mich.

Air China First Class Boeing 777 Sitz

Air China First Class Sitz

Die Mittelsitze sind durch eine Privatsphärenbeschränkung voneinander getrennt, die bei Bedarf hochgefahren werden kann. An der Außenseite befinden sich ein großes Fach sowie die Fernbedienung für das Unterhaltungssystem, das recht groß ist.

Air China First Class Sitz Privatsphäre

Air China First Class Entertainment Controller

Auf der dem Gang zu gerichteten Seite des Sitzes ist zudem eine Art Garderobe zu finden, in der man eine Jacke verstauen kann.

Air China First Class Sitz Schrank

Der Tisch ist ebenfalls groß und sehr stabil, was vor allem fürs Arbeiten sehr gut ist.

Air China First Class Laptop

Gegenüber des Sitzes findet sich noch die Fußablage, die zu meiner großen Überraschung keinen Sitzgurt hatte, sodass man hier nicht gemeinsam essen kann. Die meisten anderen First Class Sitze, etwa bei Asiana, Swiss oder auch Lufthansa.

Air China First Class Sitz Fußablage

Insgesamt ein wie ich finde recht “normaler” First Class Sitz, jedenfalls im Gegensatz zu den eher untypischen Konfigurationen von etwa Cathay Pacific, British Airways oder auch Singapore Airlines. Trotzdem hat mir der Sitz auf meinem Flug sehr gut gefallen und war sehr bequem.

Air China First Class Boeing 777 – der Schlafkomfort

Einer der mitunter wichtigsten Vorteile eines First Class Sitzes ist der zusätzliche Schlafkomfort, den der große Sitz bietet. In dieser Hinsicht muss ich sagen, dass ich bei Air China ein wenig mehr erwartet hätte. Das Bett selbst wird natürlich auf Nachfrage von der Crew bereitet und besteht aus einer Unterlage oder einer Art Laken, worauf zwei Kissen und eine Decke gelegt werden. Etwas schade finde ich, dass es keine Matratzenunterlage gibt, sondern lediglich ein normales Laken genutzt wird. Andere Airlines wie Asiana oder Cathay Pacific bieten da deutlich mehr.

Air China First Class Bett

Trotzdem sind die Breite und Länge des Sitzes zum Schlafen ideal, sodass hier auch ein längeres Nickerchen oder eine ganze Nacht kein Problem sein sollten. Da es bei meinem Flug um einen Tagflug handelte, habe ich das Bett lediglich ausprobiert und einen Film geschaut.

Air China First Class Boeing 777 – Essen & Trinken

Besonders gut gefallen hat mir in der Air China First Class das Angebot an Speisen und Getränken. Schon vor dem Start gab es ein Glas Champagner mit Nüssen.

Air China First Class Drink

Während des Boarding konnte ich einen Blick in die Speisekarte für den Flug werfen und mir die Optionen anschauen. Die Vorspeisen wurden auf einer Art Aufbau präsentiert und ich konnte mir zwei Speisen aussuchen.

Air China First Class Vorspeisen

Ich erinnere nicht mehr ganz genau, was es war, aber lecker war es auf jeden Fall! Danach gab es noch eine chinesische Vorspeise sowie einen Salat, ehe  das Highlight des Essens wartete, nämlich der Hauptgang.

Air Chian First Class Vorspeisen 2

Air China First Class Salat

Ich hatte zur Hauptspeise genau wie für die Vorspeisen die chinesische Option gewählt, obwohl ich der Sache bis das Essen kam nicht so recht traute. “Echte” chinesische Küche, die relativ wenig mit der Ente süß-sauer zu tun hat, die man aus deutschen China-Restaurants kennt, kann zuweilen etwas gewöhnungsbedürftig sein. In meinem Fall gab es tatsächlich Ente, die in traditioneller Art und Weise serviert wurde.

Air China First Class Essen Enten

Das Gericht hat mir wirklich außerordentlich gut geschmeckt und mein Bild von der chinesischen Küche deutlich verbessert. Da ich der einzige Passagier war, bestand die Flugbegleiterin darauf, dass ich alle Desserts probiere, die zur Wahl standen. Darunter waren Früchte, Eis und mehrere Torten, die meinen Appetit dann aber ein wenig überfordert haben.

Air China First Class Nachspeise

Vor der Landung gab es dann noch einmal Essen, dieses mal einen Shrimp Salat als Vorspeise und eine chinesische Nudelsuppe als Hauptgericht. Ähnlich wie in der Air China First Class Lounge hat mir die Suppe auch hier gut geschmeckt.

Air China First Class Essen Shrimp SalatAir China First Class Essen Suppe

Insgesamt hat mich das Catering in der Air China First Class absolut überzeugt. Ich war eingangs unsicher, ob man bei Air China wirklich etwas besonderes anbieten würden, denn chinesische Airlines gelten gemeinhin nicht unbedingt als weltweit führend. Ich kann aber sagen, dass meine Erfahrungen mit Air China dahingehend wirklich sehr gut sind, vor allem bei diesem Flug in der First Class.

Air China First Class Boeing 777 – der Service

Besonders hervorzuheben ist der Service, den ich an Bord von Air China genießen konnte. Sicherlich hat dieses Urteil auch einiges damit zu tun, dass ich der einzige Passagier an Bord war, aber auch unabhängig davon ist mir der Service als außerordentlich gut in Erinnerung geblieben. Die Flugbegleiterin, die für mich verantwortlich war hat das für mich perfekte Mittelmaß aus Professionalität und ehrlicher Freundlichkeit getroffen. Es wirkte nicht so steif und maschinell wie bei Cathay Pacific, aber trotzdem nicht übertrieben locker oder distanzlos. Die Detailtreue, die auch bei Air China an den Tag gelegt wurde, hat mich vollends überzeugt. Kleine Dinge wie die Blume, die während des Essens auf den Tisch gelegt wird oder das zentimetergenau Hinlegen des Bestecks und der Stäbchen waren wirklich erstaunlich. Nicht dass dies irgendwie nötig ist, aber einen guten Eindruck macht dies auf jeden Fall.

Air China First Class Boeing 777 – das Entertainment

Das Unterhaltungssystem bei Air China war ebenfalls eine kleine Überraschung. Ich hatte bezüglich der Auswahl nicht allzu viel erwartet, auch weil China sich prinzipiell eher defensiv der westlichen Welt gegenüber darstellt. Zunächst aber ein Blick auf die “Hardware”. Es gibt einen großen Bildschirm, der wie üblich über der Fußablage angebracht ist und über eine gute, aber auch nicht perfekte Bildqualität verfügt. Das System lässt sich nur über die Fernbedienung steuern, was auch sinnvoll ist, denn einen Touch-Screen braucht man bei knapp 1,5 Metern Entfernung zum Sitz wohl eher nicht.

Air China First Class Unterhaltungssystem

Die Auswahl im System ist wie schon erwähnt relativ gut, denn man findet nicht nur zahlreiche asiatische Optionen, sondern auch eine gute Anzahl an westlichen Filmen und Serien. Nicht falsch verstehen, die Auswahl ist sicher nicht genial, wie etwa bei Singapore Airlines oder Emirates, aber jedenfalls deutlich besser als das was ich von Air China erwartet hatte. So gab es etwa auch einige deutsche Filme inklusive deutscher Sprache zu sehen, was ich nun wirklich nicht erwartet hatte.

Air China First Class Boeing 777 – Fazit

Wie eingangs schon erwähnt habe ich meinen Flug in der Air China First Class wirklich genossen. Nicht nur, weil ich das Erlebnis machen konnte eine gesamte First Class Kabine nur für mich zu haben, sondern auch weil der Service wirklich gut war. Sicher ist der Sitz selbst nicht unbedingt spektakulär und auch ansonsten macht die Kabine nicht unbedingt so richtig etwas her, aber trotzdem kann man den Sitz nicht so richtig kritisieren. Basierend auf meinen Erfahrungen kann ich Air China in der First Class also auf jeden Fall empfehlen!

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Autor

Seit dem ersten Flug in der Business Class ist Jan besessen von Meilen & Punkten. Als Flug- und Reiseverrückter genießt er dabei den Weg ans Ziel mindestens genau so wie die schlussendliche Destination. Auf reisetopia gibt er Euch wichtige Tipps und hält Euch über aktuelle Deals auf dem Laufenden!

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  • Wir sind dieses Jahr über Ostern mit Air China in der Business Class nach Auckland und zurück geflogen. Das Entertainment war in vielen Sprachen (Chinesisch, Englisch, Deutsch, Französisch usw.) verfügbar. Und das in einer sehr großen Auswahl … Aufgrund der Kommentare zum Thema Entertainment habe ich meine Notebook mit Netflix Filmen und Serien betankt. Diese habe ich aber auf den Flügen nicht benötigt.

  • Die Filmauswahl bei Air China ist eine Kastastrophe hinsichtlich deutscher Filme. Hier stellt man sich nicht auf die Strecken ein. Menükarte: In der Business werden Englisch und Deutsch oft auf eine Seite getan. Die Folge: Die Schrift ist viel zu klein. Selbst die Crew kann das manchmal nicht lesen.

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