Erstmals kann die Lufthansa einen positiven Cashflow seit Beginn der Krise verzeichnen, die Sparmaßnahmen laufen besser als geplant. Dennoch erteilt Lufthansa-Chef Carsten Spohr dem Airbus A380 eine endgültige Absage.

Nach der Auswertung der Halbjahreszahlen konnte mit dem ersten positiven Cashflow seit Beginn der Pandemie erstmals auch anhand der Unternehmenszahlen ein Lichtblick erkannt werden. Zudem zeigen die bereits ergriffenen Sparmaßnahmen Ihren positiven Effekt und geben Zuversicht. Wenig Zuversicht verspricht jedoch die Situation um den Airbus A380. Wie aeroTELEGRAPH berichtet, erteilt Carsten Spohr dem Superjumbo nun die endgültige Absage.

Raus aus der Pandemie

Das zweite Quartal des Geschäftsjahres bei Lufthansa ist zu Ende, womit kürzlich die Auswertung der Halbjahreszahlen anstand. Der starke Anstieg der Passagierzahlen bedingt die positive Entwicklung und damit auch eine Erhöhung des Cashflows auf rund 340 Millionen Euro. Zudem zeigen die bisher ergriffenen Sparmaßnahmen ihre gewünschte Wirkung und übertreffen dabei bereits die Erwartungen.

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Schon zum jetzigen Zeitpunkt konnten rund 1,1 Milliarden Euro der angestrebten Einsparungen von rund 1,8 Milliarden Euro realisiert werden. Lufthansa-Chef Carsten Spohr verweist dabei vor allem auf die rund 30.000 gestrichenen Stellen in den vergangenen Monaten. Zwar gelten diese nach wie vor als unumgängliche Maßnahme, jedoch dürften sie trotzdem ein herber Rückschlag für das sonst so starke Unternehmen sein.

Lufthansa-Flotte

Bis 2024 möchte so der Konzern insgesamt 3,5 Milliarden Euro an Kosten einsparen. Betriebsbedingte Kündigungen sollen dabei wie mit den Gewerkschaften vereinbart vermieden werden. Der Konzern verfügt aktuell noch über knapp 110.000 Angestellte. Durch Fluktuation oder Abfindungszahlungen konnten in Deutschland bereits 5.000 Stellen ersatzlos gestrichen werden. In der Schweiz sollen noch 2.000, in Österreich zu den 850 bisherigen noch 500 weitere Stellen gestrichen werden. Damit alles weiter nach Plan verläuft, setzt die Lufthansa auf die Wiederaufnahme der lukrativen Transatlantikrouten.

Aus für den A380

Die Lufthansa war naturgemäß vor allem auf der Langstrecke stark vertreten. Dabei stellen die Transatlantikrouten den wohl größten und wichtigsten Faktor dar – ein Faktor, der bisher noch fehlt. Zwar könnte US-Präsident Biden noch in diesem Jahr die Grenzen für vollständig Geimpfte öffnen, dennoch ist der Zeitplan bisher unklar. Klar scheint dafür jedoch die Entscheidung zum bisherigen Flaggschiff der Lufthansa, welches vor der Pandemie regelmäßig auf verschiedenen Strecken nach Nordamerika eingesetzt wurde.

Lufthansa Airbus A380 1

Das Aus des Airbus A380 scheint endgültig besiegelt. Auch wir merken, dass bei Vielfliegern und Reisebegeisterten die Sehnsucht nach dem Superjumbo ungebrochen ist. Aktuell befinden sich die Flugzeuge der Lufthansa in der Langzeiteinlagerung im spanischen Teruel – sechs wurden sogar schon an Airbus zurückgegeben. Anderen Flugzeugen wie dem Airbus A340-600 oder Boeing 747-400 erging es ähnlich. Ihr Comeback wurde jedoch besiegelt. Der Airbus A340-600 soll mit First Class im kommenden Sommer nochmal zurückkehren, während alle noch in der Flotte befindlichen Boeing 747-400 noch in diesem Jahr in den Betrieb zurückkehren werden.

Lufthansa Airbus A340

Diese Möglichkeit bestand bisher auch beim Airbus A380. Zwar waren die Aussagen von Spohr bisher immer eher gegen den Superjumbo zu deuten, eine klare Absage hat er dem beliebten Airbus jedoch noch nicht erteilt. In einem Gespräch mit Analysten am gestrigen Donnerstag sei jedoch eine klare Entscheidung gefallen worden. Im Gespräch sagte er:

The A380 will obviously not come back.

Trotzdem sich Carsten Spohr in der letzten Phase der Pandemie wähnt, scheint trotz aktuell positiver Tendenzen das Aus des Airbus 380 unumgänglich.

Fazit zur aktuellen Situation bei Lufthansa

Ein Anstieg der Passagierzahlen und der positive Effekt der Sparmaßnahmen spiegeln sich erstmalig auch in den Zahlen zur Halbjahresanalyse der Lufthansa wider. Diese Sparmaßnahmen, vor allem bei den Personalkosten, sind aber auch in den kommenden Jahren unausweichlich. Ebenfalls unausweichlich scheint das Ende des Airbus A380 zu sein. Einige Exemplare befinden sich noch immer offiziell in der Flotte der Lufthansa, eine Rückkehr wird jedoch immer unwahrscheinlicher. Erstmals äußerte sich Carsten Spohr sehr konkret zum möglichen Ende des größten Passagierflugzeugs der Welt.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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  • Diese Aussage gestern zum A380 ist absolut keine andere als bisher auch.
    So leid es mir (für die A380-Hater) tut, “Der A380 kommt aus heutiger Sicht nicht zurück.”
    Nichts anderes als das hat Carsten Spohr einmal mehr von sich gegeben, zum zig tausendsten Mal mittlerweile, irgendwann wird ihm dabei bestimmt langweilig…

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