Aufgrund der Lockerungen bisheriger Reisebeschränkungen und dem damit verbundenen Buchungsaufschwung bringen die Halbjahreszahlen der Lufthansa optimistische Aussichten – erstmals kann ein positiver Cashflow seit Beginn der Krise verzeichnet werden.

Nach der kürzlich vergangenen Auswertung der Halbjahreszahlen konnte mit dem ersten positiven Cashflow seit Beginn der Pandemie, erstmals auch anhand der Unternehmenszahlen ein Lichtblick erkannt werden. Zwar ist eine vollständige Regeneration der coronabedingten Verluste noch in ferner Zukunft, doch die bereits ergriffenen Maßnahmen zeigen bereits jetzt Ihr positives Ausmaß und geben Zuversicht. Nach Angaben des CEOs Carsten Spohr trugen die unzähligen Stellenstreichungen ebenfalls zu diesen ersten positiven Unternehmenszahlen bei und gelten weiterhin als notwendige unumgängliche Maßnahme, wie FVW berichtet.

Positive Halbjahreszahlen

Das zweite Quartal des Geschäftsjahres bei Lufthansa ist zu Ende, womit kürzlich die Auswertung der Halbjahreszahlen anstand. Diese brachten nun erstmals auch auf dem Papier hoffnungsbringende Aussichten auf die zukünftige Unternehmensentwicklung nach der Coronakrise. So konnte die Lufthansa bereits im Juni doppelt so hohe Buchungszahlen verzeichnen, wie zu Beginn des zweiten Quartals. In Zahlen ausgedrückt bedeutet diese positive Entwicklung eine Erhöhung des Cashflows auf rund 340 Millionen Euro. Zurückzuführen ist der erstmals seit Beginn der Krise positiv ausgefallene Cashflow dabei sicherlich auf Lockerungen der Reisebeschränkungen und den stetig voranschreitenden Impffortschritt. Sicherlich spielt dabei auch der vor Kurzem eingeführte EU-Impfpass eine maßgebliche Rolle, zumindest hinsichtlich der Reiseerleichterungen innerhalb des europäischen Raumes.

Lufthansa Airbus A380 1

Aufgrund dieser positiven Buchungsentwicklungen konnte die Lufthansa das angestrebte Kapazitätsniveau für das zweite Quartal vollständig ausschöpfen. Dennoch sind diese ersten positiven Entwicklungen noch kein Grund zum endgültigen Aufatmen, denn eine vollständige Regeneration ist noch immer nicht in Sicht. Immerhin liegen die momentan positiv erscheinenden Kapazitätsauslastungen weit unter dem “normalen” Vorkrisen-Niveau, denn sie entsprechen nur knapp 29 Prozent der Auslastungen in den Vor-Corona-Jahren. Somit bleibt auch weiterhin ein Quartalsverlust in Höhe von rund 952 Millionen Euro bestehen.

Weiterhin zu berücksichtigen sind ebenfalls die rund 30.000 gestrichenen Stellen in den vergangenen Monaten. Zwar gelten diese nach wie vor als unumgängliche Maßnahme, jedoch dürften sie trotzdem ein herber Rückschlag für das sonst so starke Unternehmen sein. Einzig positiv ist dabei zu erwähnen, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt rund 1,1 Milliarden Euro der angestrebten Einsparungen von rund 1,8 Milliarden Euro realisiert werden konnten.

Optimistische Zukunftspläne

Zusammenfassend kann die Lufthansa mit Blick auf die immer noch erschwerten pandemiebedingten Maßnahmen jedoch zufriedenstellend auf die Entwicklung der Zahlen in der ersten Jahreshälfte zurückblicken. Immerhin verfügt das Unternehmen am Ende des zweiten Quartals über rund 11,1 Milliarden Liquide Mittel und rechnet auch für die zweite Jahreshälfte mit weiterhin positiven Entwicklungen der Buchungszahlen. So rechnet die Lufthansa bereits im Spätsommer erneut mit ersten Langstreckenflügen nach Nordamerika und gegen Ende des Jahres mit Flügen in den asiatischen Raum.

Lufthansa Airbus A340

Ebenfalls wird momentan eine Kapitalerhöhung angestrebt, die bereits im vergangenen Mai von der Hauptversammlung bestätigt wurde. Mit dieser und weiteren Anleihen am Kapitalmarkt möchte das Unternehmen die liquiden Mittel sichern und die staatlichen Hilfen zurückzahlen. Im Rahmen der Corona-Überbrückungshilfen erhielt Lufthansa alleine von Deutschland rund 6,8 Milliarden Euro an Hilfsgeldern. Aufgrund der momentanen Unternehmenslage und den positiven Entwicklungen wird für das dritte Quartal mit einem Anstieg der Auslastungen bis auf 50 Prozent gerechnet.

Fazit zur wirtschaftlichen Entwicklung der Lufthansa

Seit Beginn der Coronakrise kann die Lufthansa erstmals einen positiven Cashflow verzeichnen und diesen als Lichtblick für weitere zukünftige Verbesserungen der Unternehmenssituation sehen. Zwar ist es bis zu einer vollständigen Regenration noch ein weiter Weg, dennoch erscheinen die Ergebnisse der ersten Jahreshälfte hoffnungsbringend. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt wird über die Rückzahlung der staatlichen Überbrückungshilfen und über eine weitere Ausweitung der Kapazitäten im dritten Quartal, auf bis zu 50 Prozent, gesprochen.

Autor

Seit Ann-Cathrin ihr erstes Praktikum in der Reisebranche absolviert hat stand fest, dass sie beruflich in die Welt des Reisens eintauchen möchte. Ihr Tourismusstudium und viele Kurztrips während der Semesterferien haben ihr bereits viele Einblicke in die Hintergründe und Abläufe und genauso die wunderschönsten Orte in den verschiedensten Ländern gezeigt.

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