Die Deutsche Bahn hat in den letzten Monaten mit immer gravierenderen Problemen hinsichtlich der Pünktlichkeit zu kämpfen.

Die vergangenen Monate waren auf der Schiene nicht nur im Nahverkehr durch das 9-Euro-Ticket, sondern auch im Fernverkehr durch erhebliche Verspätungen und eine besonders hohe Auslastung geprägt. Der Verspätungstrend scheint sich zum neuen Standard zu entwickeln, berichtet das rnd. Wie es um die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn im August stand, zeigen wir Euch im Folgenden.

Seit Monaten massive Verspätungen

Die vergleichsweise äußerst niedrige Quote an Zügen, die aktuell pünktlich ihr Ziel erreichen, hält bereits seit mehreren Monaten an. Zum dritten Mal in Folge bleibt dieser Wert unter 60 Prozent. Im August fiel der Wert jedoch sogar wieder ab, anstatt sich zu verbessern. Im vergangenen Monat waren nur 56,8 Prozent der Halte im Fernverkehr der Deutsche Bahn pünktlich. Dabei gilt, dass jegliche Verspätung, welche sechs Minuten nicht übersteigt, von der DB nicht als solche gewertet wird.

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Als Grund für die gehäufte Unpünktlichkeit werden weiterhin mehrere Ursachen genannt. So heißt es seitens der Bahn, dass auch im August die Nachfrage im nationalen und grenzüberschreitendem Güter-, Fern- und Regionalverkehr weiter sehr hoch war. Wie auch im Juli wird in den Hauptkorridoren der Infrastruktur noch immer gebaut. Infolge des Zugunglückes in Garmisch-Patenkirchen mussten laut Aussage eines Bahn-Sprechers ferner massenhaft Betonschwellen ausgetauscht werden.

Schlechtester Wert seit Jahren

Es heißt gemäß dem Sprecher weiter, dass sich die Situation Anfang September deutlich verbessert habe. Durch das Ende des 9-Euro-Tickets und den Abschluss einiger wichtiger Bauarbeiten sei das Schienennetz an zentralen Punkten entlastet, sodass sich die betriebliche Pünktlichkeit diesen Monat wieder verbessere.

Deutsche Bahn ICE

Trotzdem gibt es auf der Website der Bahn, welche die Pünktlichkeitsstatistik erläutert, den Hinweis darauf, dass es nach wie vor eine hohe Auslastung und umfangreiche Bau- und Instandsetzungsmaßnahen gebe. Das letzte Mal, dass ein derartig schlechter Pünktlichkeitswert bei Bahnfahrten wie im August zustande kam, war das Schneechaos von 2010.

Fazit zum erneuten Verspätungstiefpunkt der Bahn

Die Deutsche Bahn wird wohl die angepeilten Jahresziele hinsichtlich der Pünktlichkeit ihrer Züge massiv verfehlen. Die angestrebten Werte klingen im Gegensatz zu den aktuellen geradezu utopisch. Ob sich im September wie prognostiziert die Pünktlichkeit wieder steigern wird, ist fraglich und bleibt abzuwarten.

Autor

Sandro ist Content Editor und seit Januar 2022 bei reisetopia tätig. Seitdem er mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute versorgt er Euch vor allem am Wochenende mit interessanten Inhalten.

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  • Schickt das Management mal nach Japan zur Nachhilfe. Dort ist eine Minute Verspätung schon ehrenrührig. Und feuert abgehalfterte Politiker, die bei der Bahn immer wieder das Sagen haben!

    • In Japan haben die Schnell Züge auch eigene Gleise, die man nicht mit Öpnv, Regio und Güterzugen teilen muss. Gilt auch für den Öpnv dort. Jede Linie hat ihre eigenen Gleise teilweise sogar mit unterschiedlichen breiten

      • Auch da, wo die Bahn eigene Gleise für ICE hat, gibt es dauernd Verspätungen, bei S-Bahnen auf eigenen Gleisen ist das nicht anders. Und wie ist es in der Schweiz? Fast alle Züge pünktlich und keine extra Gleise für Schnellzüge. Dann kann es wohl nicht daran liegen.

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