Während die Diskussionen über ein Nachfolgerticket für das Ende August auslaufende Projekt weiter anhalten, ist die Bahn mit den Ergebnissen zufrieden.

In nur wenigen Tagen läuft das 9-Euro-Ticket aus. Danach sollen aktuell wieder die normalen Preise in Deutschlands Nahverkehrszügen gelten, wenn diese nicht sogar erhöht werden. Nun zieht die Deutsche Bahn allerdings eine positive Bilanz für die vergangenen drei Monate, wie die Tagesschau berichtet. Welche Ergebnisse eine groß angelegte neue Datenauswertungen zum 9-Euro-Ticket liefert und wie es um die Diskussionen um die Nachfolgemodelle steht, zeigen wir Euch im Folgenden.

Ergebnisse für Bahn zufriedenstellend

Laut der Aussage von der neuen Regionalverkehrsvorständin der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, soll das 9-Euro-Ticket in den Augen des Unternehmens tatsächlich ein Erfolg gewesen sein. Dies wird damit begründet, dass jeder fünfte Nutzer des Sonderabonnements die öffentlichen Verkehrsmittel neu für sich entdeckt hat. Insgesamt seien mehr Fahrgäste als noch vor Corona im Regionalverkehr unterwegs gewesen. Demnach hat allein die Deutsche Bahn über ihre eigenen Kanäle 26 Millionen Sonderfahrkarten verkauft.

Bilder MVV Verbundbericht 2015

Während wir bei reisetopia zu dem Schluss kommen, dass das 9-Euro-Ticket in seiner jetzigen Form nicht haltbar ist, zeigen neue Datenauswertungen, dass zumindest ein kleiner Teil der Reisenden das Ticket als Ersatz für den Einsatz ihres privaten Autos genutzt hat. Dies zeigt die Datenauswertung einer neuen Marktforschungsanalyse.

Weniger PKW-Verkehr durch 9-Euro-Ticket?

Eine Umfrage, welche von Verkehrsunternehmen in Auftrag gegeben wurde, soll nun nämlich tatsächlich zeigen, dass sich durch das 9-Euro-Ticket zumindest zeitweise auch der Verkehr auf den Straßen verringert hat. Rund zehn Prozent aller Fahrten mit dem Ticket seien sonst wohl mit einem Auto unternommen worden. Die tägliche Nutzung von Autos ging ebenfalls von 43 auf 39 Prozent zurück. Der VDV beabsichtigt, die Umfrageergebnisse am kommenden Montag vorzustellen.

DB

Ein deutschlandweites 49-Euro-Ticket oder ein 69-Euro-Ticket wäre […] sinnvoll und mit dem Abbau umweltschädlicher Subventionen im Verkehr finanzierbar.

Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes

Auch fordern weiterhin viele Menschen und Organisationen eine Verlängerung des Tickets oder ein bezahlbares und geeignetes Nachfolgemodell. Auch das Umweltbundesamt meldet sich nun zu Wort. Der Präsident der Behörde sagt, dass ein attraktives und deutschlandweit gültiges Nachfolgeangebot der Türöffner für eine langfristige Transition vom Individual- hin zum öffentlichen Personennahverkehr bedeuten könnte.

Fazit zum Ende des 9-Euro-Ticket

Mit zunehmend weniger Geltungszeitraum für das 9-Euro-Ticket gewinnt die Diskussion um eine abschließende Bewertung ebendieses aber auch um die Verlängerung oder Fortführung des Angebots nochmals in Fahrt. Die Aussicht darauf, dass bald wieder vielen Menschen durch die Rückkehr zu den ursprünglichen Preisen oder gar der Erhöhung dieser ein Stück gesellschaftliche Teilhabe entrissen wird, welches sie für einen kurzen Zeitraum von drei Monaten genießen konnten, scheint für die Deutsche Bahn und andere Verkehrsverbunde kein akutes Problem zu sein. Diese ziehen zwar eine positive Bilanz für die letzten Monate, eine Eigeninitiative für die Fortführung eines attraktiven Angebots für den deutschen ÖPNV gibt es dennoch von den meisten nicht.

Autor

Sandro ist Content Editor und seit Januar 2022 bei reisetopia tätig. Seitdem er mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute versorgt er Euch vor allem am Wochenende mit interessanten Inhalten.

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