Ob der Flieger der Eltern schon gelandet ist, welches Flugzeug morgen auf Eurer Strecke eingesetzt wird oder warum über einem Land plötzlich kaum noch Maschinen unterwegs sind: Flightradar24 und FlightAware zeigen den weltweiten Flugverkehr nahezu in Echtzeit auf einer Karte. Beide Dienste sind im Kern kostenlos, hinter der bunten Karte steckt aber eine ziemlich clevere Technik aus Transpondern, privaten Empfängern und Satelliten.
Wir erklären, wie die beiden Flight Tracker entstanden sind, woher die Daten kommen, warum manche Flugzeuge auf der Karte fehlen, was die kostenpflichtigen Abos bieten und wie Ihr mit einem eigenen Empfänger selbst Daten beisteuern könnt.
Inhaltsverzeichnis
- Was sind Flightradar24 und FlightAware?
- Wie funktionieren Flight Tracker technisch?
- Warum fehlen manche Flugzeuge auf der Karte?
- Sind Flightradar24 und FlightAware kostenlos?
- Welcher Flight Tracker passt besser zu Euch?
- Wie kann man selbst Daten liefern und ein Gratis-Abo bekommen?
- Fazit zu Flightradar24 und FlightAware
Das Wichtigste in Kürze: Flightradar24 und FlightAware zeigen Flüge vor allem anhand von ADS-B-Signalen, die Flugzeuge selbst aussenden und die von zehntausenden Bodenempfängern sowie von Satelliten aufgefangen werden. Fehlt ADS-B, wird die Position per Multilateration berechnet oder aus Flugsicherungs- und Flugplandaten ergänzt. Die Basisversionen beider Dienste sind kostenlos, Abos verlängern vor allem die Flughistorie und schalten Zusatzfunktionen frei. Wer einen eigenen Empfänger betreibt, bekommt bei beiden Anbietern ein kostenloses Upgrade.
Was sind Flightradar24 und FlightAware?
Flightradar24 und FlightAware sind die beiden bekanntesten Flight Tracker der Welt. Auf einer frei bewegbaren Karte zeigen sie Flugzeuge mit Flugnummer, Flugzeugtyp, Kennzeichen, Höhe, Geschwindigkeit und Route an. Dazu kommen Abflug- und Ankunftstafeln für Flughäfen, Verspätungsstatistiken und eine Historie vergangener Flüge. Beide Dienste gibt es im Browser und als App für iOS und Android.
Flightradar24 begann 2006 als Hobbyprojekt zweier schwedischer Luftfahrtfans, die im Raum Stockholm die ersten ADS-B-Empfänger installierten und die Karte zunächst auf ihrem Flugvergleichsportal Flygresor zeigten. Seit 2007 ist Flightradar24 ein eigenständiger Dienst, 2009 öffneten die Gründer das Empfängernetz für jeden, der Daten beisteuern wollte. Bekannt wurde die Seite einem breiten Publikum im April 2010, als der Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull den Luftraum über Europa leerfegte.

FlightAware ging bereits 2005 an den Start und bot als einer der ersten Dienste eine kostenlose Flugverfolgung von Linien- und Privatflügen an. Das Unternehmen aus den USA gehört seit 2021 zu Collins Aerospace und verdient sein Geld heute vor allem mit Daten für Airlines, Flughäfen und Betreiber von Geschäftsreiseflugzeugen. Die kostenlose Website und die App sind für Reisende aber weiterhin voll nutzbar.
Wie groß die Dienste inzwischen sind, zeigt ein Blick auf Flightradar24: Der Dienst verfolgt nach eigenen Angaben mehr als 250.000 Flüge am Tag und zählt über fünf Millionen Nutzer täglich. Der meistverfolgte Flug aller Zeiten war 2022 die Überführung des Sargs von Queen Elizabeth II. von Schottland nach London, die rund fünf Millionen Menschen live mitverfolgten.
Wie funktionieren Flight Tracker technisch?
Die wichtigste Datenquelle ist ADS-B, kurz für Automatic Dependent Surveillance-Broadcast. Ein Flugzeug mit ADS-B-Transponder ermittelt seine Position per Satellitennavigation und sendet sie zusammen mit weiteren Daten mehrmals pro Sekunde auf der Frequenz 1090 MHz aus. Die Signale sind unverschlüsselt und für jeden frei empfangbar. Typischerweise enthalten sie:
- die Position mit Längen- und Breitengrad
- die Flughöhe und die Geschwindigkeit
- die Flugrichtung und die Steig- oder Sinkrate
- das Rufzeichen des Flugs und die eindeutige Kennung des Transponders
Den Flugzeugtyp und das Kennzeichen sendet das Flugzeug dabei nicht als Klartext. Die Flight Tracker ordnen die Transponderkennung über ihre eigenen Datenbanken einem bestimmten Flugzeug zu und verknüpfen sie mit Flugplandaten der Airlines. Daraus entsteht die Anzeige mit Flugnummer, Strecke und Flugzeugtyp, die Ihr auf der Karte seht.
Für Verkehrsflugzeuge ist ADS-B heute in vielen Regionen Pflicht. In der EU müssen Flugzeuge mit mehr als 5.700 Kilogramm Höchstabfluggewicht oder einer Reisegeschwindigkeit über 250 Knoten bei Instrumentenflügen seit Juni 2020 ADS-B aussenden, in den USA gilt eine ähnliche Pflicht für weite Teile des Luftraums seit Januar 2020. Deshalb taucht heute nahezu jeder Linienflug über Europa und Nordamerika auf der Karte auf.
Ältere Flugzeuge, die nur einen sogenannten Mode-S-Transponder ohne Positionsangabe haben, lassen sich per Multilateration, kurz MLAT, orten. Dabei empfangen mehrere Bodenstationen dasselbe Signal, je nach Anbieter mindestens drei oder vier. Aus den winzigen Unterschieden in der Ankunftszeit berechnet der Server die Position des Flugzeugs. Flightradar24 nutzt MLAT seit 2013. Ergänzend fließen Radardaten von Flugsicherungen, Satellitenverbindungen der Airlines und Flugpläne ein. FlightAware gibt etwa an, Daten von Flugsicherungen aus mehr als 45 Ländern zu verarbeiten.
Die Reichweite eines ADS-B-Signals ist begrenzt, weil es sich nur auf Sicht ausbreitet. Ein Bodenempfänger erfasst Flugzeuge in Reiseflughöhe je nach Antenne und Gelände meist im Umkreis von einigen hundert Kilometern. Über den Ozeanen gab es daher lange große Lücken. Flightradar24 nutzt deshalb seit 2016 zusätzlich ADS-B-Empfänger im Weltall, FlightAware bezieht solche Satellitendaten vom Anbieter Aireon. So lassen sich heute auch Flüge über dem Atlantik oder Pazifik weitgehend lückenlos verfolgen.
Warum fehlen manche Flugzeuge auf der Karte?
Auch wenn die Karte fast vollständig wirkt, zeigen Flightradar24 und FlightAware nicht jeden Flug. Militärflugzeuge senden oft keine oder nur eingeschränkte Daten, kleinere Privatflugzeuge haben nicht immer ADS-B an Bord. In den USA können Halter von Privatflugzeugen außerdem beantragen, dass ihre Flüge in öffentlichen Trackern nicht angezeigt werden. Wo kein Empfänger in Reichweite ist, etwa über Teilen Afrikas oder Sibiriens, berechnen die Dienste die Position aus dem Flugplan, was Ihr an einer abweichenden Darstellung erkennt.
Ein neueres Problem sind Störungen der Satellitennavigation. Weil ADS-B die eigene Position aus GPS-Daten bezieht, springen Flugzeuge in Regionen mit GPS-Störsendern auf der Karte hin und her oder verschwinden kurzzeitig. Betroffen sind seit einigen Jahren vor allem die Ostsee-Region, der Nahe Osten und das Schwarze Meer. Flightradar24 zeigt solche Störungen seit 2024 auf einer eigenen Karte und berechnet seit 2025 für möglichst alle Flüge zusätzlich eine MLAT-Position, um falsche GPS-Daten auszugleichen.

Gesperrte Lufträume sind dagegen auf den ersten Blick zu erkennen. Wenn über einem Land plötzlich kein einziges Flugzeug mehr unterwegs ist, während sich die Maschinen an den Grenzen entlangschlängeln, liegt das nicht an fehlenden Daten, sondern an einer Luftraumsperrung. Genau solche Bilder machen Flight Tracker bei Krisen, Streiks oder Unwettern zu einer der ersten Informationsquellen, auch für uns in der Redaktion.
Für Euch als Reisende heißt das: Ein Flight Tracker ist ein hervorragendes Werkzeug, um zu sehen, wo Euer Flugzeug gerade ist und ob es pünktlich unterwegs ist. Verbindlich sind aber immer die Angaben der Airline und des Flughafens. Kommt es tatsächlich zu einer längeren Verspätung, lest in unserem Guide nach, welche Fluggastrechte bei Verspätungen Euch zustehen.
Sind Flightradar24 und FlightAware kostenlos?
Ja, beide Flight Tracker lassen sich ohne Abo nutzen. In der kostenlosen Version seht Ihr die Live-Karte, könnt Flüge nach Flugnummer, Strecke oder Flughafen suchen und bekommt die wichtigsten Daten zu jedem Flug. Einschränkungen gibt es vor allem bei der Historie, bei Filtern und bei Detaildaten zum Flugzeug. Außerdem blenden beide Dienste in der Gratisversion Werbung ein.
Flightradar24 bietet neben der kostenlosen Version drei Abos an, die sich monatlich oder jährlich bezahlen lassen und sieben Tage kostenlos getestet werden können. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede laut Flightradar24 mit Stand Oktober 2026:
| Version | Flughistorie | 3D-Ansicht | Nutzung |
|---|---|---|---|
| Kostenlos | 7 Tage | 3 Sitzungen | privat |
| Silver | 90 Tage | unbegrenzt | privat |
| Gold | 365 Tage | unbegrenzt | privat |
| Business | 3 Jahre | unbegrenzt | privat und gewerblich |
Die Preise unterscheiden sich je nach Land, Währung und App-Store, den aktuellen Preis seht Ihr direkt in der App oder auf der Website. Silver ist dabei das günstigste Abo, Business richtet sich vor allem an gewerbliche Nutzer. Für die meisten Reisenden lohnt sich ein Abo nur, wenn sie die Werbung stört oder regelmäßig ältere Flüge nachschlagen möchten.
Auch FlightAware verkauft mehrere Premium-Abos, die monatlich abgerechnet werden. Sie bieten unter anderem unbegrenzte Flugalarme, gespeicherte Flughäfen und Flugzeuge sowie eine Flughistorie von drei, fünf oder acht Monaten. Für Piloten und Betreiber von Privat- und Geschäftsreiseflugzeugen gibt es eigene Profi-Produkte, die für Urlauber aber kaum eine Rolle spielen.
Welcher Flight Tracker passt besser zu Euch?
Für die meisten Reisenden ist Flightradar24 die bequemere Wahl. Die Karte aktualisiert sich flüssig, die App ist übersichtlich und zeigt schon in der Gratisversion das Kennzeichen des Flugzeugs und dessen letzte Flüge. Praktisch ist auch die Funktion, mit der Ihr die Handykamera auf ein Flugzeug am Himmel richtet und sofort seht, welcher Flug gerade über Euch hinwegfliegt.
FlightAware wirkt auf den ersten Blick nüchterner, punktet aber bei Details rund um den Flugablauf. Auf der Seite eines Flugs seht Ihr etwa die geplante Route mit Navigationspunkten, die Zeiten am Gate und auf der Startbahn sowie die vergangenen Flüge mit derselben Flugnummer. Praktisch sind auch die Flugalarme per E-Mail oder Push-Nachricht, die über Verspätungen und Streichungen informieren. Unbegrenzt viele Alarme gibt es allerdings nur mit Abo.
Ein Tipp aus der Praxis: Wollt Ihr wissen, welches Flugzeug auf Eurer Strecke unterwegs ist, schaut Euch in einem der beiden Tracker die gleiche Flugnummer an den Vortagen an. So erkennt Ihr oft, ob eine Airline dort ein neues oder ein älteres Kabinenprodukt einsetzt, bevor Ihr Euren Sitz wählt. Wie Ihr den passenden Platz bucht, erklären wir in unserem Guide zur Sitzplatzreservierung auf Flügen. Wie stark sich zum Beispiel die Sitze in der neuen und alten Lufthansa Kabine unterscheiden, zeigt unser Lufthansa Allegris Sitzvergleich.
Tipp: Für eine geplante Abholung reicht meist die kostenlose Version. Prüft den Flug kurz vor der Landung noch einmal, denn die angezeigte Ankunftszeit wird während des Flugs laufend aus Position und Geschwindigkeit neu berechnet.
Wird ein Flug kurzfristig gestrichen, sehen das Flight Tracker oft schon früh in den Abflugtafeln. Was Ihr dann von der Airline verlangen könnt, lest Ihr in unserem Guide zu den Fluggastrechten bei Annullierung.
Wie kann man selbst Daten liefern und ein Gratis-Abo bekommen?
Weil die Reichweite der ADS-B-Signale begrenzt ist, sind Flightradar24 und FlightAware auf möglichst viele Empfänger angewiesen. Einen Teil betreiben die Anbieter selbst, etwa an Flughäfen, den Großteil aber stellen Privatleute. Flightradar24 zählt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 50.000 verbundene Empfänger, FlightAware betreibt nach eigenen Angaben Bodenstationen in 195 Ländern.
Mitmachen ist erstaunlich einfach. Ihr braucht einen kleinen Rechner wie einen Raspberry Pi, einen USB-Empfänger für 1090 MHz und eine Antenne mit möglichst freier Sicht zum Himmel. FlightAware beziffert die Kosten für ein solches Set auf unter 80 Euro. Beide Anbieter stellen fertige Software zur Verfügung, die die empfangenen Daten automatisch hochlädt. Wer an einem gut gelegenen Standort wohnt, kann sich bei den Anbietern zudem um ein kostenloses Empfänger-Paket bewerben, einen Anspruch darauf gibt es aber nicht.

Als Dankeschön gibt es ein kostenloses Upgrade. Wer Daten an Flightradar24 sendet, bekommt den sogenannten Contributor-Plan, der mehr als 60 Premium-Funktionen freischaltet und nur Datenlieferanten offensteht. Bei FlightAware erhalten Datenlieferanten automatisch einen kostenlosen Enterprise-Account. Viele Hobbyfunker speisen ihre Daten sogar parallel in beide Netze ein, Flightradar24 bittet in diesem Fall allerdings darum, die eigene MLAT-Funktion abzuschalten.
Fazit zu Flightradar24 und FlightAware
Flightradar24 und FlightAware machen den weltweiten Flugverkehr für jeden sichtbar und funktionieren dank ADS-B, Multilateration, Satellitenempfang und Flugsicherungsdaten erstaunlich zuverlässig. Für Reisende reicht in aller Regel die kostenlose Version: Ihr seht, wo Euer Flugzeug gerade ist, welches Modell eingesetzt wird und ob es pünktlich unterwegs ist. Flightradar24 ist dabei die übersichtlichere App, FlightAware punktet mit Flugalarmen und Details zum Flugablauf. Ein Abo lohnt sich vor allem für Luftfahrtfans, die eine längere Historie oder mehr Filter brauchen, und wer einen eigenen Empfänger aufstellt, bekommt die Premium-Funktionen sogar gratis.



Hi, ich sehe alle meine eigenen Flüge (ich fliege selber) immer nur in der Luft, so ab 2500-4000ft beginnend, also nie ab dem Flugplatz. Das liegt sicher daran, dass der Transponder aktiv von der Flugüberwachung mittels Secundar-Radar abgefragt wird, d.h. ansonsten selber nicht sendet. Wenn das so richtig ist, gibt es eine Möglichkeit der Verbesserung (z.B. am Flugplatz selber ein schwaches Abfragesignal mit geringer Reichweite senden)?
Hey Sylvio, danke dir erst einmal für deinen Kommentar! Obwohl es bei uns im Team einige Experten und “Heavy User” in Sachen Flightradar24 gibt, haben wir leider keine wirkliche Idee, was eine mögliche Verbesserung des Problems bringen könnte. Vielleicht kann ja jemand aus der Community, der diesen Kommentar liest, weiterhelfen 🙂 Liebe Grüße
Hallo,
ich habe eine Fachauskunft von Flightradar24 erhalten und mich mit einem wirklich guten Avioniker unterhalten (Porta Air Service, Herr Gauthier). Es ist so, dass Transponder Signale erst gesendet werden, wenn der Transponder von einem Sekundärradar angefragt wird. Dies geschieht halt erst in einer bestimmten Höhe. Da ist man schon etwas zu weit weg vom Flugplatz. An Flughäfen ist das anders, da dort Sekundärradaranlagen stehen.
Ein Ende könnte das haben, wenn auch wir, wie in den USA schon lange, auch ADS-B out! einbauen würden. Das sendet alle 2 sek bis zu 40 Datensätze. Es kann sogar Wetter empfangen, nur nicht in Deutschland. ADS-B war mal in Gespräch auch in Europa verpflichtend einzurichten. Das System ist nicht mal teuer. Empfänger bekommt man an jeder Ecke. Was nutzen die aber, wenn keiner außer die Großen sendet? Manchmal denke ich wir schießen uns hier wieder back to 1960. Wir bummeln hier mit drei Systemen rum (Transponder, FLARM und ADS-B) und was man wirklich bräuchte ist nicht dabei. Die Amis machen es richtig, alle das günstige ADS-B und fertig.
LG
Sylvio
PS: Ich baue mir jetzt ADS-B out in meinen Flieger ein. Kostet zwar 2.500,00€, aber dann sieht mich “fast” jeder. FLARM mache ich dazu.
Hey Sylvio, das klingt ja spannend! Interessant, dass man hierzulande bzw. in Europa noch immer so hinterherhängt. Freut mich sehr, dass man dir bei Flightradar24 so gut weiterhelfen konnte und vielen Dank fürs Teilen dieses Updates. Liebe Grüße 🙂