Zwischen Wien und Salzburg habt Ihr die Wahl: Neben den Zügen der ÖBB fährt dort seit Dezember 2011 auch die private Westbahn. Sie ist kein Teil der Staatsbahn, fährt im Halbstundentakt und ist längst nicht mehr nur auf der Weststrecke unterwegs, sondern auch nach München, Innsbruck, Bregenz und seit März 2026 bis nach Kärnten.

In diesem Guide erklären wir, wem die Westbahn gehört, wohin sie fährt, welche Züge und Klassen es gibt, was die Tickets kosten und ob das Klimaticket gilt. Zum Schluss vergleichen wir die Westbahn mit der ÖBB. Diesen Guide haben wir im September 2026 komplett überarbeitet.

Das Wichtigste in Kürze: Die Westbahn ist ein privates Bahnunternehmen und gehört nicht zur ÖBB. Sie fährt bis zu 28 Mal täglich zwischen Wien Westbahnhof und Salzburg, dazu nach München, Innsbruck, Bregenz, Stuttgart und seit 1. März 2026 von Wien Hauptbahnhof über Graz nach Villach. Es gibt drei Klassen (Standard, Comfort und First), das Klimaticket Österreich gilt und schließt sogar die Comfort Class ein. ÖBB-Tickets gelten in der Westbahn dagegen nicht.

Was ist die Westbahn und gehört sie zur ÖBB?

Nein, die Westbahn gehört nicht zur ÖBB. Betreiber ist die Westbahn Management GmbH mit Sitz in Wien, ein privates Eisenbahnunternehmen, das 2008 von Stefan Wehinger und dem Bauunternehmer Hans Peter Haselsteiner gegründet wurde. Der Name hat übrigens nicht nur mit der Weststrecke zu tun: WEST steht für die Initialen des Gründers, WEhinger STefan.

Laut Firmenbuch halten seit März 2024 die Haselsteiner Familien-Privatstiftung 49,9 Prozent, die Schweizer Kolomani Holding 32,7 Prozent und die französische Staatsbahn SNCF 17,4 Prozent. Die früher genannte Augusta Holding ist nicht mehr beteiligt. Die Westbahn steht also im direkten Wettbewerb mit der ÖBB.

Westbahn Zug auf der Weststrecke
Die Westbahn fährt seit Dezember 2011 zwischen Wien und Salzburg

Wirtschaftlich läuft es inzwischen gut: Nach hohen Verlusten in den ersten Jahren kam die Westbahn 2023 auf rund 120 Millionen Euro Umsatz. Mit dem Geld baut das Unternehmen sein Netz aus, zuletzt mit der neuen Südstrecke nach Graz und Kärnten.

Wohin fährt die Westbahn?

Das Kerngeschäft ist die 317 Kilometer lange Weststrecke zwischen Wien und Salzburg. Hier fahren die Züge 28 Mal täglich im Halbstundentakt, unterwegs halten sie unter anderem in St. Pölten, Linz und Wels. Die Fahrt von Wien Westbahnhof nach Salzburg dauert rund zweieinhalb Stunden. In Wien starten die Züge am Westbahnhof und halten in Hütteldorf, nicht am Hauptbahnhof.

Über Salzburg hinaus fährt die Westbahn inzwischen weit nach Westen. Im Fahrplan 2026 gibt es fünf tägliche Verbindungen nach München, fünf nach Innsbruck und zwei nach Bregenz, dazu Züge nach Stuttgart und Lindau sowie Direktzüge in den Pongau und Pinzgau bis Zell am See und Saalfelden.

StreckeAngebot (Fahrplan 2026)Abfahrt in Wien
Wien – Linz – Salzburg28 Züge täglich, HalbstundentaktWestbahnhof, Hütteldorf
Wien – München / Innsbruckje 5 Verbindungen täglichWestbahnhof
Wien – Bregenz2 Verbindungen täglichWestbahnhof
Wien – Graz – Klagenfurt – Villach5 Verbindungen täglich, seit 1. März 2026Hauptbahnhof, Meidling

Neu ist seit dem 1. März 2026 die Südstrecke: Durch den im Dezember 2025 eröffneten Koralmtunnel fährt die Westbahn von Wien Hauptbahnhof über Wien Meidling, Wiener Neustadt, Semmering, Bruck an der Mur, Graz und Klagenfurt bis Villach. Nach Klagenfurt seid Ihr so in gut drei Stunden. Achtet deshalb auf den Bahnhof: Richtung Salzburg geht es ab Westbahnhof, Richtung Süden ab Hauptbahnhof.

Aktuell gibt es Einschränkungen: Seit dem 7. September 2026 fallen wegen Bauarbeiten montags bis donnerstags einzelne Züge zwischen Wien und Linz aus, die Verbindungen nach Innsbruck und München dauern bis zu 15 Minuten länger, und Lindau wird bis Dezember nicht angefahren. Mit dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 kommen laut Westbahn zwei zusätzliche Mittagszüge zwischen Wien und Salzburg, schnellere Fahrzeiten nach Tirol und Vorarlberg sowie eine tägliche Direktverbindung nach Spittal an der Drau.

Welche Züge setzt die Westbahn ein?

Auf der Weststrecke fahren fast ausschließlich Doppelstocktriebzüge. Das Rückgrat der Flotte sind 15 sechsteilige Züge vom Typ Stadler KISS mit jeweils 526 Sitzplätzen, die seit 2021 im Einsatz sind. Dazu kommen vier geleaste Doppelstockzüge des chinesischen Herstellers CRRC mit je 536 Plätzen.

Die ursprünglichen Westbahn-Züge aus der Anfangszeit gibt es nicht mehr: Die 17 KISS-Garnituren der ersten Generation hat die Westbahn im Juli 2019 an die Deutsche Bahn verkauft. Wer in älteren Berichten von blauen Westbahn-Zügen im DB-Einsatz liest, meint genau diese Fahrzeuge.

Innenraum eines Westbahn Zuges
In den Doppelstockzügen gibt es Plätze im Ober- und im Unterdeck

Für die Südstrecke hat die Westbahn drei elfteilige Hochgeschwindigkeitszüge vom Typ Stadler SMILE geleast. Sie sind 202 Meter lang, haben 422 Sitzplätze und fahren im Koralmtunnel bis zu 250 Kilometer pro Stunde. Laut Westbahn gibt es in den Zügen Ledersitze, kostenloses WLAN und Steckdosen am Platz.

Welche Klassen gibt es in der Westbahn?

Die Westbahn bietet drei Klassen an: Standard Class, Comfort Class und First Class. Die Bezeichnungen WESTbahn CLASSIC und WESTbahn PLUS, die Ihr vielleicht noch aus älteren Berichten kennt, werden nicht mehr verwendet. Die 1. Klasse der Westbahn heißt heute First Class.

KlasseAusstattungAufpreis
Standard ClassVerstellbare Ledersitze, Klapptisch, Steckdose, WLANkeiner, Sitzplatzreservierung bei Online-Buchung inklusive
Comfort ClassMehr Beinfreiheit, Vierergruppen mit großen TischenUpgrade ab 7,90 Euro je nach Strecke, mit Klimaticket kostenlos
First ClassBreitere Ledersitze, Leselampe, Willkommensgruß, Service am PlatzUpgrade ab 9,90 Euro je nach Strecke

In der First Class bekommt Ihr einen breiteren, verstellbaren Ledersitz mit eigener Leselampe, zur Begrüßung Quellwasser, einen Schokoladenkeks und ein Erfrischungstuch sowie Service am Platz. In den KISS-Doppelstockzügen liegt die First Class im Oberdeck. Den genauen Sitzplan seht Ihr bei der Online-Buchung, wenn Ihr Euren Platz auswählt.

Sitzplaetze in der Westbahn
Der Service an Bord unterscheidet sich je nach gebuchter Klasse

Upgrades könnt Ihr online oder in den WestShops dazubuchen, Sitzplätze lassen sich bis drei Stunden vor Abfahrt kostenlos ändern. Unabhängig von der Klasse gibt es an Bord ein WestCafé mit Snacks und Getränken, außerdem buchbare Fahrrad- und Rollstuhlstellplätze.

Welche Tickets gibt es und was kosten sie?

Die Westbahn arbeitet mit dynamischen Preisen, einen festen Streckenpreis gibt es nicht. Wie teuer Eure Fahrt wird, hängt vor allem vom Tarif und vom Buchungszeitpunkt ab. Die wichtigsten Tarife im Überblick:

  • WestSuperpreis: Der Frühbuchertarif ist nur online erhältlich und an einen Zug gebunden. Buchbar ist er bis zu sechs Monate im Voraus, eine Stornierung kostet 25 Prozent des Ticketpreises, mindestens 4,99 Euro.
  • WestFlexpreis: Das flexible Ticket gilt am gewählten Reisetag in jedem Westbahn-Zug und lässt sich bis einen Tag vor der Reise kostenlos stornieren.
  • WestVorteilspreis: Mit ÖBB Vorteilscard, BahnCard oder einer anderen europäischen Bahnermäßigungskarte spart Ihr bis zu 50 Prozent auf den WestFlexpreis.
  • Weitere Tarife: Den WestSeniorenpreis ab 65 Jahren, den WestVorteilspreisDE für BahnCard-Inhaber und das DeutschlandPlusTicket für Reisende mit Deutschlandticket.

Für die Strecke Wien – Salzburg nennt die Westbahn WestSuperpreis-Tickets ab 13,99 Euro, auf einzelnen Verbindungen wirbt sie mit Frühbucherpreisen ab 4,99 Euro. Kinder unter sechs Jahren fahren gratis, Kinder unter 15 Jahren zahlen 3 Euro pro Strecke. Wer mit der BahnCard oder dem Deutschlandticket unterwegs ist, sollte die jeweiligen Sondertarife vergleichen.

Westbahn Zug am Bahnsteig
Die Ticketpreise richten sich nach Tarif und Buchungszeitpunkt

Am günstigsten bucht Ihr online auf der Website oder in der App. In den WestShops kostet der WestFlexpreis 2 Euro mehr, in ausgewählten Trafiken 3 Euro mehr und im Zug beim Steward 5,10 Euro mehr. Mit den WestPunkten sammelt Ihr bei jeder Fahrt Punkte, die Ihr später für Tickets oder im WestCafé einlösen könnt, mit dem Relax Check-in gibt es doppelte Punkte.

Gilt das Klimaticket in der Westbahn?

Ja, das Klimaticket Österreich gilt in allen Westbahn-Zügen innerhalb Österreichs. Mehr noch: Inhaber fahren ohne Aufpreis in der Comfort Class und können ihren Sitzplatz bis zu sechs Monate im Voraus kostenlos reservieren. Die First Class ist nicht inklusive, dafür bietet die Westbahn ein Jahres-Upgrade First für Klimaticket-Kunden an.

Tipp: Für die Abschnitte in Deutschland gilt das Klimaticket nicht. Mit dem KlimaPlus-Ticket fahrt Ihr aber von Salzburg nach München für 24,90 Euro oder nach Stuttgart für 49,90 Euro weiter. Bis zu vier Kinder zwischen sechs und 14 Jahren fahren mit Klimaticket-Inhabern für 3 Euro pro Strecke mit.

Auch Zeitkarten der Verkehrsverbünde, etwa in Wien, Oberösterreich, Salzburg und Tirol, werden in den Westbahn-Zügen auf den jeweiligen Abschnitten anerkannt.

Westbahn oder ÖBB: Was ist die bessere Wahl?

Auf der Strecke Wien – Salzburg liegen Westbahn und ÖBB bei der Fahrzeit nah beieinander, beide brauchen rund zweieinhalb Stunden. Der größte praktische Unterschied ist der Bahnhof: Die Westbahn fährt ab Wien Westbahnhof und Hütteldorf, die Railjets der ÖBB ab Wien Hauptbahnhof und Meidling. Je nachdem, wo in Wien Ihr startet, kann das den Ausschlag geben.

Achtung: ÖBB- und DB-Tickets gelten in der Westbahn nicht, umgekehrt gilt ein Westbahn-Ticket nicht in ÖBB-Zügen. Verpasst Ihr Euren Westbahn-Zug, könnt Ihr also nicht einfach in den nächsten Railjet steigen.

Bei der Ausstattung punktet die Westbahn mit Ledersitzen in allen Klassen, der kostenlosen Sitzplatzreservierung bei Online-Buchung und dem kostenlosen Comfort-Upgrade für Klimaticket-Inhaber. Die ÖBB bietet dafür das dichtere Netz, bessere Anschlüsse ins Ausland und Nachtzüge wie den Nightjet, die es bei der Westbahn nicht gibt.

OEBB Sitzplaetze im Railjet der neuen Generation
Die ÖBB fährt auf der Weststrecke mit Railjets ab Wien Hauptbahnhof

Wer mehr Komfort sucht, sollte beide Angebote vergleichen: Die First Class der Westbahn ist ein günstiges Upgrade mit Willkommensgruß, die Railjet First Class der ÖBB bietet dagegen die Business Class als weitere Stufe. Wie die ÖBB insgesamt im Vergleich zur Deutschen Bahn dasteht, lest Ihr in unserem Artikel ÖBB und Deutsche Bahn im Vergleich. Preislich lohnt es sich, für Eure Reisetage beide Anbieter zu prüfen, denn die günstigsten Angebote wechseln je nach Zug und Buchungszeitpunkt.

Fazit zur Westbahn

Die Westbahn ist eine echte private Alternative zur ÖBB und gehört nicht zur Staatsbahn. Zwischen Wien und Salzburg fährt sie im Halbstundentakt, dazu kommen Verbindungen nach München, Innsbruck, Bregenz und seit März 2026 über Graz nach Villach. Mit drei Klassen, Ledersitzen, kostenlosem WLAN und der inklusiven Sitzplatzreservierung bei Online-Buchung ist der Komfort gut.

Besonders attraktiv ist die Westbahn für Klimaticket-Inhaber, die kostenlos in der Comfort Class fahren, und für Frühbucher mit dem WestSuperpreis. Unser Gastautor Stephan schätzte bei seinen früheren Fahrten zudem den hellen Innenraum und den ebenerdigen Einstieg mit Gepäck. Denkt nur daran, dass ÖBB-Tickets nicht gelten und die Westbahn in Wien vom Westbahnhof statt vom Hauptbahnhof Richtung Salzburg fährt.

Ihr habt spannende Informationen, Euch fehlen wichtige Themen oder Ihr habt einfach eine Anregung für neue Content Ideen? Dann sendet sie uns über dieses Formular!

Autor

Regelmäßig liefern uns Gastautoren spannende Berichte über Airlines, Hotels und Lounges. Ihr wollt auch einen Gastbeitrag schreiben? Schickt eine E-Mail an [email protected]!

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.