Die neue Emirates First Class ist das Produkt schlechthin, wenn es um ein geniales Erlebnis im Himmel geht. Am Boden sieht das anders aus, besonders wenn etwas schiefläuft – ein Happy-End sollte es für mich dennoch geben!

Es ist mittlerweile einige Wochen her, dass ich mich im Rahmen meines Trips nach Dubai entschieden habe, die neue Emirates First Class mit Meilen zu buchen. Ganze 85.000 Skywards Meilen (transferiert über meine American Express Platinum Kreditkarte) sowie knapp 100 Euro Steuern und Gebühren musste ich dafür aufwenden. Lange sah auch alles gut aus, doch mitten in der Nacht stand nicht nur ein einmaliges Erlebnis, sondern auch ein besonderes Review auf dem Spiel. Mit ein wenig Kreativität und einer gewissen Nervenstärke sollte es am Ende aber noch ein Happy-End geben – doch eins nach dem anderen.

Spontane Änderung des Flugzeuges

Emirates hat aktuell gerade einmal neun Maschinen in der Flotte, welche das neue First Class Produkt an Bord haben. Die Boeing 777-300ER fliegen dabei regelmäßig zu den europäischen Zielen Brüssel, Genf, Paris und Zürich. Natürlich hatte ich alles so geplant, dass ich das neue Produkt fliegen könnte und mich für die sichere Bank Paris entschieden. Seit Anfang Januar kam auf dieser Strecke immer ein Flugzeug mit der Startkennung EQ (das Q ist entscheidend) zum Einsatz – all diese Maschinen haben die neue First Class. Beim Online Check-in für meinen Flug war auch noch alles genau so, wie ich es mir vorgestellt habe: Sechs Plätze in der First Class (in der alten First Class der Boeing 777 sind es acht). Doch als ich um kurz vor Mitternacht im Uber zum Flughafen saß, sollte mich ein kleiner Schock ereilen: Auf einmal war bei einem Blick auf Flightradar ein Flugzeug mit einer anderen Kennung auf meiner Strecke vorgesehen.

Emirates First Calss Boeing 777 Suite 5
Statt der neuen Emirates First Class war auf einmal das alte Produkt vorgesehen

Ein kurzer Blick auf den Online Check-in zeigte dann auch schnell: Auf einmal waren acht Plätze in der First Class vorgesehen. Nun will ich gar nicht sagen, dass auch die “alte” First Class mehr als komfortabel ist, aber mir ging es bei diesem Flug explizit um das Review der neuen First Class, sodass die Änderung ein ziemliches Problem war. Nach einem kleinen Moment der Verzweiflung hieß es entsprechend umzudenken. Noch im Auto habe ich mir Gedanken um Alternativen gemacht und die anderen Strecken geprüft: Die Maschine nach Zürich war schon auf dem Weg, nach Genf sollte es an diesem Tag nicht gehen. Blieb als einzige Option noch der Flug nach Brüssel (hier sind beide Flüge täglich mit der neuen First Class eingeplant), der um halb 9 am Morgen (statt um halb 4 in der Nacht) gehen sollte – eine zusätzliche Wartezeit, die ich verkraften konnte.

Ahnungslosigkeit beim First Class Check-in

Gut vorbereitet ging es für mich also zum Emirates First Class Check-in, wo man meine Frage nach einer Umbuchung erst einmal mit Verwirrung hinnahm. Der (sehr freundliche) Mitarbeiter hat mein Problem nicht wirklich verstanden (was ich nachvollziehen kann). Zu meiner Überraschung wusste er aber überhaupt nicht, dass Emirates überhaupt verschiedene First Class Produkte hat. Kurios: Im Rahmen unserer Konversation durfte ich auf Nachfrage ausführlich erklären, welche verschiedenen Produkte die Airline in der First Class hat – verkehrtes Spiel. Meinen Umbuchungswunsch konnte mir der Mitarbeiter allerdings nach Rücksprache mit dem Ticketing nicht erfüllen, weil dies eben nur das Ticketing-Team könne. Theoretisch sollte es aber gehen, weil auf dem Brüssel-Flug niemand in der First Class gebucht war. Geschickt wurde ich also zu einem anderen Schalter, fünf Minuten weiter.

Emirates First Class Check In Dubai
Der Service am Boden konnte leider nicht überzeugen

Dort teilte man mir dann mit, dass das First Class Ticket keine Änderungen an Skywards-Tickets vornehmen könne. Geschickt wurde ich also zum zehn Minuten entfernten Haupt-Ticketing. Dort angekommen durfte ich eine Nummer ziehen und weitere 20 Minuten warten – als ich dran kam, wurde mir mitgeteilt, dass man zwar eine Änderung auf einen anderen Flug nach Paris vornehmen könne, aber keine Streckenänderung. Das könne nur das Skywards-Team. Also gab man mir (kein Witz) beim Ticketing ein Telefon und bat mich, bei der Hotline anzurufen. Als nach 20 Minuten keiner ranging, intervenierte ich noch einmal und fragte nach anderen Lösungen. Wie sah diese aus? Ich sollte wieder zurück zum Check-in und dort über den Supervisor an einen Ansprechpartner bei Skywards kommen. Nach einer guten Stunde (mein ursprünglicher Flug rückte immer näher) ging es also zurück an den Ausgangspunkt.

Emirates First Class Boeing 777 Suite
Auch nach einer Stunde war ich der First Class Suite nicht näher

In der Zwischenzeit hatte ich mich natürlich auch noch einmal über mein Ticket informiert: Umbuchungen und Stornierungen sind beim First Class Flex Tarif mit Meilen kostenfrei möglich, auch Streckenänderungen. Online geht das allerdings nur bis 24 Stunden vor Anreise, sodass ich auch selbst nichts machen konnte (obwohl mir die Hotline-Ansage diesen Weg immer wieder empfahl, um Wartezeiten zu verhindern ;)). Immerhin konnte ich online sehen, dass für 85.000 Meilen (also denselben Tarif) ein Award-Ticket für den Flug nach Brüssel verfügbar war, was theoretisch eine Umbuchung ermöglichen sollte).

DXB BRU Emirates First Screenshot
Verfügbarkeit für eine Umbuchung war online zu finden

Zurück bei dem mir bekannten Mitarbeiter folgte erstmal der nächste Versuch Skywards zu erreichen – erfolglos. Nun also zum Supervisor, der sich ausgesprochen bemühte und über WhatsApp erst einmal zig verschiedene Personen anrief und anschrieb. Auch hier: Vorerst niemand zu erreichen. Man bat mich also erst einmal Platz zu nehmen, verwies aber darauf, dass man mir einen Sitz auf dem Flug nach Brüssel geblockt habe.

Ein Drama um eine Zuzahlung von 2,50 Euro

Hervorzuheben sind wirklich die Bemühungen der Mitarbeiter, aber eine gewisse Komik hatte die ganze Situation dennoch. Bei einem First Class Ticket ist bei Skywards niemand zu erreichen und selbst ein Supervisor hat kaum eine Chance, mit jemandem zu sprechen – mit dem Premium-Service der Airline in der Luft hat das wenig zu tun. Eine knappe halbe Stunde später allerdings kam der Supervisor dann tatsächlich zu mir und meinte, dass er die Umbuchung einrichten könne. Es gäbe aber ein Problem: Das Ticket nach Paris hatte 400 AED als Zuzahlung an Steuern und Gebühren, das neue dagegen hätte 410 AED. Diese müsse in bar beglichen werden – allerdings sei niemand von Skywards am Flughafen, bei dem die Zahlung möglich wäre. Sofern das der Fall gewesen wäre, hätte es vielleicht auch schneller geklappt 😉

Emirates First Class Champagner
Fast wäre die Umbuchung an einem Betrag von 2,50 Euro gescheitert

Nun ging es also um ganze 10 AED – 2,50 Euro – die einer Umbuchung noch im Wege standen. Kreditkartenzahlungen? Erstmal nicht möglich. Also ging es wieder quer durch den Flughafen zum Ticketing – man sei nicht zuständig. Irgendwann dann das Einlenken bei Skywards: Man könne doch eine Kreditkarte akzeptieren und siehe da, knapp 15 Minuten später hatte ich doch tatsächlich einen Boarding Pass für Brüssel in der Hand. Nach jeder Menge Dank an den Supervisor, der sich unglaublich reingehängt hatte, ging es also durch die Sicherheitskontrolle in die Emirates First Class Lounge – immerhin sollte ich hier jetzt noch sechs Stunden Zeit haben, weil es ja doch deutlich später nach Brüssel als ursprünglich nach Paris gehen sollte.

Flexibilität von Meilen & die Emirates Service-Schwäche

Was bleibt als Moral der Geschichte? Zum einen, dass ich noch einmal gelernt habe, wie genial die Flexibilität von Meilen ist. Ich konnte mein Ticket (die Probleme bei der Umsetzung mal außen vor) problemlos noch wenige Stunden vor Abflug auf eine andere Destination ändern und habe keinen Cent (mit Ausnahme der 2,50 Euro zusätzlichen Steuern) bezahlt und konnte so am Ende das Bordprodukt fliegen, das ich auch fliegen wollte – so etwas bieten sonst nur extrem teure bezahlte Tickets. Doch nicht nur das Bordprodukt ist dabei ein Faktor, auch die generelle Flexibilität einfach später am Tag einen anderen Flug zu nehmen und spontan die Destination ändern zu können, ist ein unglaublicher Luxus, der mir noch einmal verdeutlicht hat, warum ich so gerne Meilen sammle.

Emirates First Class Moritz Pyjama
Nach dem langen Kampf um die Umbuchung war das Erlebnis umso schöner

Zum anderen allerdings wurde mir auch noch einmal klar, was für ein Serviceproblem die Airlines vom Golf am Boden haben. Das gilt für Emirates genauso wie für Qatar Airways und auch Etihad Airways. Immer wenn etwas schiefgeht oder es komplizierter wird, scheitern die Prozesse nahezu vollständig. Während eine solche Umbuchung bei der Lufthansa bei einem Meilenticket vermutlich innerhalb weniger Minuten möglich gewesen wäre (wenn auch potenziell mit einer Umbuchungsgebühr), brauchte ich bei Emirates nicht nur Nerven aus Drahtseilen, sondern auch jede Menge Eigeninitiative und Vertrauen in die Sache, um die Umbuchung überhaupt hinzubekommen. Das ist ausgesprochen schade, denn den hohen Standard, den Emirates an Bord bietet, kann die Airline in anderen Bereichen scheinbar nicht aufrechterhalten.

Fazit zu meiner bizarren Emirates First Class Umbuchung

Ein paar verschobene Termine, ein letzter Platz im verspäteten Thalys nach Paris und etwas weniger Schlaf als gewöhnlich: Am Ende konnte ich die neue Emirates First Class testen und blicke auf ein ausgesprochen bizarres Erlebnis am Flughafen in Dubai zurück. Ich hätte mir das alles sicherlich anders vorgestellt, aber zurückblickend bleibt eine Geschichte, auf die ich mit einem Lächeln zurückblicke: Immerhin hat am Ende alles geklappt und eine spontane Idee hat es möglich gemacht, dass ich das vielleicht beste First Class Produkt der Welt kennenlernen durfte und gleichzeitig den Service von Emirates bei Umbuchungen testen konnte 😉

Autor

Moritz liebt nicht nur Reisen, sondern auch Luxushotels in aller Welt. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Es haben nicht alle A6-EQ Maschinen die neue First an Board. Es geht erst ab der EQH damit los. Es gibt sogar EQ Maschinen nur als zwei Klassen Ausstattung.

  • Hätte Herr Lindner einfach ein paar Minuten länger in der Skywards Hotline gewartet, wäre ihm hier vermutlich problemlos weitergeholfen worden.
    Und diese Anspielung auf “man reist ja First Class” macht relativ wenig Sinn – hätte er ein bezahltes Ticket gehabt, wäre ihm am Flughafen deutlich schneller geholfen worden. (Einfach dadurch, dass das Ticketing bei Cash Tickets einfacher ist. Meilentickets verkomplizieren nunmal den Ticketing Prozess systemseitig.) Man muss hier einfach berücksichtigen, dass es sich um ein Meilenticket handelt, welches Emirates keinerlei Revenue bringt. Warum sollte man hierfür noch sofort verfügbare Ansprechpartner am Flughafen vorhalten?

    • Herr Lindner hat so einige Minuten gewartet – nach über einer Stunde hatte der Mitarbeiter von Emirates übrigens immer noch niemanden erreicht und seine Aussage war, dass das auch 2-3 Stunden dauern könnte (dann wäre der Flug nach Paris weg gewesen).

      Allerdings ist der Kommentar ja sowieso primär darauf ausgelegt klar zu machen, dass ein Meilenticket “weniger wert” ist. Besonders schön ist daran ja auch die Aussage, dass Emirates damit überhaupt keine Revenue erzielt. Das ist schon insofern interessant, als Emirates nicht wenig Geld von American Express dafür bekommt, dass ich Punkte transferiert habe. Genau diese Revenue hat Emirates also schon mal auf jeden Fall – und das ist nicht gerade wenig Geld.

      Loyalitätsprogramme sind für Fluggesellschaften das mitunter lukrativste Geschäft (man blicke dafür beispielsweise in die Geschäftsberichte der US-Airlines) – genau deshalb werden die Tickets gemeinhin auch gleich behandelt, weil die Airlines mit den Programmen eben sehr viel Geld verdienen. Es mag immer leicht fallen, Meilentickets als Tickets zweiter Klasse zu sehen – es stimmt aber eben einfach nicht.

      • Ein Meilenticket ist selbstverständlich für die Airline weniger wert – alleine die Kosten, die ein First Class Passagier durch Loungezugang, Catering, Amenities, Personalaufwand etc. verursacht sind im Vergleich zum Economy Passagier deutlich erhöht. Natürlich bekommt Emirates in diesem Fall Geld von Amex für den Punktetransfer und vermutlich wird hier auch ein Plus verbleiben – was sich aber definitiv auf dem Niveau eines Economy Gastes bewegt.
        Es ist wohl eher irrational zu glauben, dass man mit einem First Class Meilenticket der Airline einen ähnlichen Revenue einbringt wie mit einem cash Ticket. Tatsächlich sind es die zahlenden Vielflieger in Premium Klassen, die hier einen relevanten revenue bringen.
        Natürlich sind Vielfliegerprogramme sehr lukrative Geschäftsmodelle – das ist aber definitiv im Ganzen zu betrachten und träfe keinesfalls zu, wenn alle Kunden ihre Meilen so maximiert für Flüge einlösen würden wie du und ich 🙂 Irgendwer muss schließlich auch im World Shop mit Meilen bezahlen!

  • Hallo Moritz,

    mein Plan ist es, all meine Membership Rewards Punkte zu Skywards zu transferieren und die fehlenden Meilen bei Emirates zu kaufen um die Game Changer First von Dubai nach Europa zu fliegen.

    Nun habe ich bei Emirates aber – genau wie dir ja passiert ist – schon oft gehört, dass kurzfristig Flugzeugwechsel stattfinden. Ich will aber auf keinen Fall die alte First fliegen.

    Was wäre nach deinen gemachten Erfahrungen der Tipp? Versuchen?

    Und wie steht es eigentlich um Verfügbarkeiten für Prämientickets in der Game Changer First? Ist es leicht, freie Plätze zu finden?

    Vielen Dank und liebe Grüße!

    • Hi Manuel, ich würde behaupten, dass die Strecke nach Brüssel die mit Abstand sicherste Bank ist. Auf beiden täglichen Flügen kommt eigentlich nie ein anderes Produkt als die neue First Class zum Einsatz. Die Flüge sind zudem nicht ganz so unangenehm getimt wie der Nachtflug von Dubai nach Paris mit neuer First Class. Ansonsten ist auch Genf eine sehr sichere Bank.

      Generell allerdings kann man nie 100 Prozent sagen, dass alles klappt. Idealerweise bucht man aber eher kurzfristig, sodass die Gefahren etwas begrenzter sind.

      Mit Blick auf die Verfügbarkeit ist die Sache eigentlich ganz gut, wenn du alle Strecken im Blick hast, findest du normalerweise 2-3 Plätze pro Woche!

  • Danke für den Bericht. Traurig, dass man so einen riesigen Aufwand betreiben muss und es unnötig kompliziert gemacht wird. Bei American Airlines war es in LHR kein Problem einen Tag früher zu fliegen (ohne Aufpreis). Natürlich gesetzt der Verfügbarkeiten. Aber Emirates ist halt mehr Schein als Sein. Beim Check-in stellte ich fest, dass ich aufgrund eines Flugzeugswechsel von First in die Business downgegradet wurde. Ein Umbuchen war hier auch nicht gewollt, obwohl Verfügbarkeiten da waren. Das dreisteste war aber dass es auch keine Entschädigung geben soll. Ist ja gleichwertig und die Airline kann für ein Tausch nichts. Daraufhin habe ich dann die Buchung storniert, was aber viele bzw die Meisten nicht einfach machen können. Wir haben das primär wegen der First gebucht (und bezahlt) und den Städtetrip nur so mitnehmen wollen. Diese Airline wird mich definitiv nicht wiedersehen. Der Game Changer ist eh mehr Betrug, da die wenigsten Flugzeuge ihn haben und auch nicht weiter umgerüstet wird. Dann braucht man dafür nicht groß Werbung machen und so tun, wie toll man ist.

  • Danke für den Artikel. Ich habe die Game Changer First Class für nächsten Monat gebucht (und mich direkt für den Flug nach Brüssel entschieden, weil es die “sicherste Bank” zu sein scheint). Dein Erlebnis am Boden deckt sich mit dem, was ich mit Golf- Airlines erlebt habe. Ich hoffe, mir bleibt diese Erfahrung in drei Wochen erspart. Eine Diskussion über 2,50 Euro Gebührendifferenz bei einem 4000 Euro- Ticket mutet schon unfreiwillig komisch an, aber ich kann mir vorstellen, dass einem gar nicht zum Lachen zumute ist, wenn einem am Flughafen kurzfristig der Sinn der eigenen Reise durcheinander gewürfelt wird. Da kann jeder ein Lied von singen, der mal einen bestimmten QR- Flug wegen der QSuite gebucht hat und diese dann kurzfristig gar nicht fliegt. Zur Diskussion “Luxusreisen vs. Ukraine- Krieg”: Mit dem Totschlagargument kann man jedes Vergnügen im Leben schäbig aussehen lassen. Wie kannst du ins Kino gehen, während in der Ukraine Menschen sterben? Die traurige Wahrheit ist: Die Welt dreht sich auch während kriegerischer Konflikte (von denen es aktuell weltweit noch viel mehr gibt als den Ukraine- Einmarsch) weiter und wir alle stehen trotzdem vor unseren eigenen Problemen und müssen mit unserem Leben und unseren Jobs vorankommen – der eine als Busfahrer oder Elektriker, der andere als Betreiber eines Reiseportals. Viele Grüße von Loungerocker

  • Menschen haben heutzutage sehr unterschiedliche Probleme. Dem einen wird die eigene Hütte zerbombt, der andere wird abgeschossen, wiederum andere verlieren ihr gesamtes Hab und Gut, und andere haben das enorm große Problem, die richtige First Class zu buchen.
    Es soll angeblich auch Leute geben, die aufgrund der allgemeinen Teuerung auf Urlaub überhaupt verzichten müssen oder die Probleme mit den Heizkosten haben.
    Aber diese armen Schweine können ja Business oder wenigstens Premium Eco reisen.
    Zum Glück musste Herr Lindner für das re – Routing nur 2,50 aufzahlen. Ist ja ein Schnäppchen !
    Und für solche Sonderwünsche sind diese Service- Typen am Flughafen ja schließlich da… haben ja sonst nichts zu tun.
    Ein wirklich ungeheuer gut passender Text zum aktuellen Kontext…..
    Ich hoffe, das Menu hat geschmeckt!

    • Ach Wolfgang, das ist ja die übliche Diskussion, die man in jedem Kontext führen kann. Ich bin selbst eng mit dem verbunden, was in der Ukraine passiert und habe vor vielen Jahren meine Bachelorarbeit über die Revolution geschrieben, war selbst vor Ort und kenne viele Betroffene. Gleichzeitig bin ich Realist genug, um zu wissen, dass ich die Situation nicht dadurch verändern kann, dass wir bei reisetopia die Arbeit einstellen, weil Reisen als Thema im Kontext der geopolitischen Situation zweifelsfrei unwichtig sind.

      Am Ende ist es nun einmal so, dass das eine mit dem anderen nichts zu tun hat, auch wenn jeder von uns gerne mehr Möglichkeiten hätte, um die momentane Situation zu verändern. Diese Webseite ist nun einmal eine mit Fokus auf Luxusreisen, auch in schwierigen politischen oder wirtschaftlichen Zeiten (wenn wir jetzt auf die Inflation anspielen). Es steht außer Frage, dass jede Luxusreise im Verhältnis zu den Geschehnissen in der Ukraine unwichtig erscheint, genauso wie übrigens jedes Fußballspiel, jedes Abendessen mit Freunden und jeder Arbeitstag in regulären Kontexten. Deswegen stellen wir aber eben nicht alle unser Leben ein und verkriechen uns in einem Schneckenhaus.

      Im Übrigen: Ich würde behaupten, dass die Mitarbeiter am Flughafen durchaus dafür verantwortlich sind, dass sie eine Umbuchung für ein Ticket durchführen können. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass sie genau dafür da sind. Ansonsten sollte man eben kein Ticket mit kostenfreier Umbuchung anbieten.

      • Hallo Moritz,

        das einfachste wäre gewesen , dass Ticket zu stornieren und neu zu buchen. Wäre übrigens mit jedem ( auch bezahl Tickets) gegangen. Alle EK Tickets, egal welche Farebase sind momentan kostenlos stornierbar. Bist du aktuell in DXB? Bin bis Montag auch noch hier und habe vielleicht noch ein paar wichtige Infos über EK für euch. Ich würde mich freuen dich und das Team kennenzulernen. Liebe Grüße karim

      • Hi Karim, das war mir ehrlich gesagt so kurzfristig zu riskant. Es ist ja nicht gesichert, dass die Punkte sofort wieder auf dem Konto sind und ich musste an dem Tag zwingend noch zurück nach Europa. Im Zweifel wäre ich dann erstmal komplett ohne Ticket dagestanden – das wäre ein zu großes Risiko im Vergleich zum Flug in der “alten” First Class nach Paris gewesen.

        Da das ja der Rückflug war, bin ich leider bereits wieder in Europa. Ich komme voruassichtlich im Mai wieder nach Dubai.

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