Der Tourismusverband World Travel and Tourism Council hat sich gegen eine mögliche Impfpflicht für Reisende ausgesprochen und als „diskriminierend“ bezeichnet.

Während das Thema Impfpflicht für Reisende aktuell heiß diskutiert und gerade aus der Branche viel Befürwortung erfuhr, spricht sich mit dem WTTC ein internationaler Tourismusverband nun gegen ein solches Vorgehen aus, da es sich dabei schlicht um „Diskriminierung“ handeln würde. Das berichtet unter anderem aero.de.

Impfpflicht für Passagiere „diskriminierend“

Das Erfordernis einer COVID-19-Impfung für internationale Reisen kommt einer Diskriminierung am Arbeitsplatz gleich und sollte abgelehnt werden – das zumindest sagte die Leiterin des World Travel and Tourism Council am Montag. „Wir sollten niemals eine Impfung verlangen, um einen Job zu bekommen oder zu reisen“, argumentierte die Geschäftsführerin des Branchenverbands, Gloria Guevara, auf einem Panel der Reuters Next Konferenz.

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Während die Regierungen ’um die Wette impfen’ um die Pandemie des Coronavirus einzudämmen, haben einige Politiker – darunter auch in Deutschland – vorgeschlagen, dass die Impfung für Flugreisen obligatorisch sein sollte. Qantas hat in diesem Zuge bereits angekündigt, eine eben solche Pflicht einführen zu wollen. „Ich bin mit dem Ansatz von Qantas absolut nicht einverstanden“, sagte Guevara, deren Organisation einen Sektor vertritt, der bis zu zehn Prozent der weltweiten Beschäftigung ausmacht. Und führte weiter aus: „Wenn Sie die Impfung vor der Reise verlangen, führt das zu Diskriminierung.“

„Massiver Mangel an Vertrauen“

Die Sicherheitsprotokolle der Fluggesellschaften und die Filterung der Luft an Bord bedeuteten, dass die Passagiere „eine geringere Chance haben, COVID in einem Flugzeug [als] in einem Supermarkt zu bekommen“, fügte sie hinzu. Weiter müssten gefährdete Gruppen geschützt und die Impfung für jene Gruppen priorisiert werden. Guevaras Kommentare standen im Gegensatz zu einer Mehrheit der Online-Panel-Teilnehmer, die laut einer Blitzumfrage der Konferenzveranstalter eine Impfpflicht unterstützten. Sie erhielt jedoch Unterstützung vom CEO der AirAsia Group, Tony Fernandes, der sagte, dass globale Testprotokolle der Schlüssel zur Freigabe von Reisen blieben.

Flughafen Köln Bonn

Fernandes erklärte dazu, er sei dennoch „pessimistisch“, was die Bereitschaft der Länder angeht, die Tests und Zertifikate der anderen zu akzeptieren, da viele asiatische Staaten wahrscheinlich ebenfalls Impfungen verlangen würden. „Es gibt im Moment einen massiven Mangel an Vertrauen da draußen“, sagte Fernandes und fuhr fort: „Die Länder werden sagen: ’Ist dieser PCR-Test wirklich nach unseren Standards durchgeführt worden?’ Die Regierungen werden unglaublich nationalistisch.“

Fazit zur Impfpflicht-Kritik des Tourismusverbandes

Dass der Vorschlag einer Impfpflicht fürs Reisen für ordentlich Zündstoff sorgen würde, war zuvor natürlich abzusehen. Weniger abzusehen war jedoch, dass auch offizielle Vertreter der Reisebranche dieses Vorgehen nicht begrüßen – ganz im Gegenteil. Andere, wie etwa Qantas, greifen da bereits vor und planen fest die Einführung einer Impflicht für Reisende. Was nun der richtige Weg für das ’New Normal‘ ist, ist vorher schwer zu beurteilen und lässt sich wohl nur mutmaßen. Dennoch sind die Argumente beider Seiten – jedenfalls in den meisten Fällen – nachvollziehbar.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Man kann eigentlich bei jedem Thema irgendjemand diskriminiert sehen. Oder man sucht sich (wie hier) endlich Lösungen, wie wir wieder zu einer Normalität kommen. Und diese Normalität muss ohne Covid-Schutzkonzepte funktionieren. Es kann nicht sein, dass wir wegen der Diskriminierungsschiene jetzt für immer solche Schutzkonzepte an Flughäfen und in Flugzeugen brauchen.

    Daher; Lösungsansätze zulassen, um möglichst vielen eine Normalität zu ermöglichen und nicht verhindern, weil nicht alle gleichzeitig profitieren können.

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