Nach der Massenentlassung im vergangenen Sommer macht Swiss den entlassenen Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter wieder ein Jobangebot.

Im vergangenen Mai kam die Nachricht von Swiss, dass sie als letzte Airline der Lufthansa-Group als Folge der Corona-Pandemie auch zum Mittel der Massenentlassung greifen müssen. Konkret traf es 550 Angestellte von Swiss, wovon 334 Flight Attendants waren. Nun macht die Airline den entlassenen Flugbegleiterinnen und Begleitern ein überraschendes Jobangebot. Dies begründet die Lufthansa-Tochter unter anderem wegen der Impfpflicht an Bord, wie der Tagesanzeiger berichtet.

Angebot eines Rückkehrrechts ab April 2022 

Seit nicht mal einem Jahr von Swiss entlassen und doch bald wieder als Flugbegleiterin oder Flugbegleiter an Bord? Dies könnte bald real werden für die entlassene Swiss-Crews. Begründet wird es durch die Lufthansa-Tochter einerseits mit dem Sommerflugplan 2022. Neben sechs neuen Destinationen plant die Airline wieder 80 Prozent der Kapazität verglichen mit 2019 anzubieten. Gemäß eigenen Angaben liegen sie aktuell bei rund 60 Prozent. Um diese Personalengpässe ausgleichen zu können, wendet Swiss sich nun wieder an die ehemaligen Flight Attendants. 

Doch auch die Impfpflicht für das Flugpersonal zum 15. November 2021 zog einige Mitarbeitenden von Swiss weg. Andererseits lässt die Impfobligatorik rund 200 Personen momentan nicht arbeiten, da sie sich nicht impfen lassen. Ihnen droht im Januar die Kündigung, wenn sie sich der Impfung weiterhin verweigern.

Swiss 2

Alle Kolleg:innen, von welchen wir uns im Rahmen der Restrukturierungsmassnahmen trennen mussten, werden seitens HR im Januar 2022 mit dem Angebot eines Rückkehrrechts ab April 2022 angeschrieben.

Schreiben von Swiss an alle Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter

Weiter begründet Swiss das Jobangebot auch mit der hohen Fluktuation innerhalb von Swiss, wie der freiwilligen Verabschiedung von Mitarbeitenden durch den vorzeitigen Ruhestand, wie abouttravel.ch schreibt.

“Die Swiss lernt einfach nichts aus der Geschichte”

Als weitere Maßnahme für den Personalengpass hat Swiss bekannt gegeben, dass aktuell Crew-Mitglieder ihr Pensum nicht reduzieren dürfen. Dagegen können sie vereinfacht einen Festangestellten-Status beantragen wie auch ihr Pensum erhöhen. Falls dennoch Mangel an Personal bestehen würde, würde Swiss 2022 neues Kabinen-Personal rekrutieren müssen.

Swiss

Die  Gewerkschaft Kapers zeigt sich enttäuscht, dass die Warnung im letzten Frühsommer nicht ernst genommen wurde. Trotzdem freuen sie sich über die Rückkehr der ehemaligen Crew-Mitglieder.

Wir haben den Swiss-Chefs im Frühsommer gesagt, dass die Entlassungen keinen Sinn haben, weil sie die Leute beim Aufschwung bald zurückholen müssen. Ich habe Kolleginnen, die wurden sowohl nach dem Swissair-Grounding als auch bei der Restrukturierung 2006 entlassen und danach zurückgeholt. Die Swiss lernt einfach nichts aus der Geschichte.

Sandrine Nikolic-Fuss, Präsidentin der Kabinenpersonalsgewerkschaft Kapers

Fazit zum Jobangebot von Swiss an entlassene Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter

Nach den Massenentlassungen letzten Sommer stellt Swiss nun ein Jobangebot an die ehemaligen Crew-Mitarbeitenden. Begründet wird dies mit den wegfallenden Mitarbeitenden durch die Impfpflicht, die frühzeitige Pensionierung und die natürliche Fluktuation. Doch auch mit der erhöhten Kapazität im Sommerflugplan 2022. Diese Maßnahme ist bei Swiss jedoch keineswegs neu, bereits nach dem Swissair-Grounding wie auch der Restrukturierung 2006 kam dies vor.

Autorin

Grossgeworden in einer Swissair-Familie, wurde Livia die Liebe zum Reisen quasi in die Wiege gelegt. Nichts macht die gebürtige Zürcherin so glücklich, wie auf Reisen zu sein, darüber zu schreiben und recherchieren. Begleitet Livia auf reisetopia quer durch die Welt!

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  • Jaja, erst rausschmeißen und jetzt Personalengpass. Fire an rehire…

    Ich hoffe keiner der Ehemaligen fällt darauf herein, werden sie doch bei nächster Gelegenheit die ersten sein, die wieder draußen sind…

    Soll das Management mal erleben, wie es ist, wenn keiner ihr Gehalt und ihre Boni erarbeitet.

    • Leider müssen die Linien auch noch irgendwie profitabel sein. Ich habe keine Ahnung, wir man das macht, wenn man einen großen Teil des Umsatzes verliert und gleichzeitig bei 100% Personalkosten bleiben soll.
      Das ist so absurd wir Streik der DB Mitarbeiter für mehr Gehalt bei sinkenden Einnahmen…

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