Während der noch ausstehenden Reaktion der Regierung auf die Forderung des Dachverbands IATA nach Schnelltests vor Flügen für Passagiere, plant Lufthansa eigenverantwortlich die Einführung von Corona-Schnelltests auf der Langstrecke verpflichtend ab kommendem Monat.

Vor wenigen Tagen hatte die IATA die Einführung einer weltweit einheitlichen Teststrategie als Alternative zur Quarantäne gefordert, bei der sich alle Passagiere vor Abflug einen Corona-Schnelltest unterziehen müssen und nur mit negativem Ergebnis an Bord gehen dürfen. Allerdings steht diese Entscheidung in der Politik noch immer offen. Dennoch schließt sich der Lufthansa Konzern dem Konzept an und plant eigenständig schon ab Oktober eine Testpflicht vor ihren Langstreckenflügen durchzuführen. Somit soll das Vertrauen und die Sicherheit in der Flugbranche wieder aufgebaut werden und gleichzeitig eine zunehmende Ausbreitung des Virus verhindert werden.

Schnelltests primär für First- und Business Class Passagiere

Obwohl die Luftfahrtbranche weitestgehend die PCR-Tests unterstüzt hat, dessen Testergebnis in der Regel in spezialisierten Laboren innerhalb von drei bis fünf Stunden vorliegen sollte, wies der Airline-Dachverband IATA verstärkt auf Antigentests hin, die vor Ort verarbeitet werden können und normalerweise innerhalb von etwa 15 Minuten Ergebnisse liefern, wie reuters.com zitierte. Diese gelten zudem als sehr zuverlässig und kostengünstig. Das einzige Problem, ist das diese Tests noch nicht für die Anzahl des Passagieraufkommens für alle Flüge der Airline ausreichen werden, weshalb der Konzern bekannt gab, die Testpflicht vorerst in der First- und Business-Class einzuführen.

Lufthansa

Vorgesehen dafür ist die Eröffnung von Testzentren sowohl in Deutschland als auch in den USA, in denen alle Passagiere vor dem Abflug in Serientests auf das Coronavirus getestet werden. Die Airline erhofft sich damit einen Teil der internationalen Reisen wieder möglich zu machen und wartet zudem noch auf die Anerkennung der Regierung zu dieser Teststrategie. Quarantänemaßnahmen und Reisewarnungen, die derzeit die Erholung des Flugverkehrs komplett einschränken, könnten unter dieser Strategie aufgehoben werden. Das klingt ja nach einer baldigen Wiederbelebung in der Luftfahrtbranche. Es bleibt spannend, ob dieses Konzept in Wirklichkeit gut funktioniert und die Menschen dazu bewegt, wieder mehr Flugreisen zu buchen.

Wird Abbotts BinaxNOW Schnelltest unsere Zukunft auf Reisen werden?

Die neue Technologie von Abbott Laboratories – ein schneller, zuverlässiger, erschwinglicher und tragbarer Corona-Schnelltest – könnte vielleicht schon bald die Zukunft und ein sicherer Weg zur Eindämmung des Virus sein, der den Menschen ihre Reisefreiheit wieder uneingeschränkt garantieren kann. Dieser Test hat kürzlich in den USA die Zulassung der U.S. Food and Drug Administration erhalten, ein 5 Dollar-Einmalgerät, dass keine weiteren technischen Hilfsgeräte benötigt und zu dem zuverlässig nach 15 Minuten das Ergebnis liefert. Luftthansas Produktmanager Becker ist sich somit sicher, dass das der nächste Step ist, um wieder auf der Langstrecke zu fliegen.

You know that companies like Abbott or Roche are bringing these tests to the market, and we are definitely looking into this. You will see us applying them for new products within the next few weeks in October. That’s definitely the next thing to come.

Lufthansa Produktmanager Björn Becker

Becker sagt zudem, dass die Lufthansa noch nach Möglichkeiten suche, ihr Netz von Testzentren auf Flughäfen in den USA und Kanada auszuweiten – schließlich handle es sich hierbei um wichtige Märkte für die Airline.

Coronavirus

Diese Antigen-Tests werden voraussichtlich Produktionsmengen von zehn Millionen Tests im September verzeichnen – für den Oktober, sollen die Kapazitäten auf 50 Millionen Tests pro Monat erhöht werden. Diese Kapazitäten wurden bereits von den USA in Anspruch genommen, die 150 Millionen Tests bestellt haben, wie die Zeitung Bloomberg berichtete. Das ist sind natürlich noch lange nicht ausreichend, um auch für Europa diese Tests in großen Mengen sicherzustellen. Auch wenn die Reihentestung sicherlich nicht das Wundermittel für eine globale Pandemie ist und auch der Schnelltest teilweise bezüglich seiner Verlässlichkeit noch sehr umstritten ist, könnte damit der erste Schritt in Richtung Normalität gesetzt werden.

Fazit zu den Schnelltests bei Lufthansa-Flügen

Der Lufthansa Konzern möchte ab Oktober eigenständig Schnelltests auf der Langstrecke durchzusetzen und bevorzugt dafür Business- und First-Class Passagiere, da die Schnelltestmengen noch unzureichend sind. Wie das Konzept genau aussehen soll und wie sich die Situation dann mit den Economy Passagieren verhält, ist aktuell noch unklar. Die Airline wird trotzdem sicherlich auf vermehrte Buchungen auf der Langstrecke hoffen – es bleibt spannend, ob dies nach ihren Vorstellungen funktionieren wird. Was haltet Ihr von dem Konzept?

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Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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  • Eine gute Idee! Hoffentlich einigen sich die Staaten auf ein solches Verfahren. Es müssen trotz Corona auch verstärkt die ökonomischen, sozialen und gesundheitlichen Folgen betrachtet werden.

  • Was bringt es, wenn ausschließlich Business und First Passagiere getestet werden?
    Bleibt für die Zielländer immer noch das Risiko der zahlreichen Economy Passagiere.
    Ein Ende der Reise-Restriktionen – vor allem mit Blick auf die USA – wird so nicht zu erreichen sein…

  • Irgendwann muss es ja wieder losgehen mit der Fliegerei. Ich sitze seit Monaten – naja, nicht richtig fest, aber ich kann mich nicht wie gewohnt bewegen. Also diese Schnelltests, auf die ich hoffe. Denn Busse und Bahnen verkehren, während internationale Flüge einfach nur sehr eingeschränkt verfügbar sind. Es wird wieder losgehen, in welchem Umfang auch immer. Ökonomische Aspekte müssen einfach ausreichend berücksichtigt werden. Bei den Kreuzfahrten sieht es düster aus; Schiffe werden verschrottet, wie ich lese.

  • Für mich würde es auf alle Fälle ein Stück an mehr Sicherheit beim fliegen bedeuten und ein erster Schritt in die richtige Richtung.
    Zudem hoffe ich, dass ich meinen gebuchten First Class Flug (zum Schnäppchen-Deal) im Februar nach MIA mit Swiss doch noch antreten könnte durch so eine Maßnahme.
    Abgesehen von der dramatisch, wirtschaftlichen Entwicklung am FH MUC. Hier werden nur die großen Unternehmen genannt, wie die LH mit massiven Stellenabbau. Ich kenne Leute und Unternehmen in der Passagierkontrolle, Airline Caterings ect., wo auch viele Angestellte gekündigt werden sollen.
    Daher sollte doch etwas passieren um dem entgegenzuwirken!

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