Die Lufthansa führt eine temporäre Maßnahme ein, um die massiv überlastete Infrastruktur und die Probleme, die sich durch sie ergeben, in den Griff zu bekommen.

Während die Lufthansa weiterhin stark mit der aktuellen Situation in der Luftfahrt zu kämpfen hat, stoppt man nun kurzfristig den Verkauf von Tickets aller niedrigen Buchungsklassen, wie fvw berichtet. Die Preise steigen dadurch erheblich an, wer jetzt noch kurzfristig ein Ticket kaufen muss, ist dazu gezwungen, tief in die Tasche zu greifen. Wie lange bei der Lufthansa von nun an nur teure Tickets erstanden werden können, zeigen wir Euch im Folgenden.

Luftfahrt gerät an ihre Kapazitätsgrenzen

Während die Lufthansa beispielsweise am Frankfurter Flughafen weiterhin auf eine Entlastung durch ausländische Arbeitskräfte, die eigens dafür, dass sie der Personalnot an hiesigen Flughäfen entgegenwirken sollen, nach Deutschland geholt werden, hofft, verzögert sich dieses Vorhaben noch um einige Zeit. Demnach nehme die Sicherheitsprüfung aktuell viel Zeit in Anspruch und die subsidiären Arbeitskräfte stünden erst nach den Sommerferien bereit. Wir befinden uns also aktuell in einer neuen Reise-Realität, die weniger Leistung für mehr Geld bietet.

Flughafen Frankfurt Check in
An deutschen Flughäfen fehlen tausende Mitarbeitende.

Dies deckt sich auch mit dem neuen Versuch der Lufthansa, die jetzige Situation zu entschärfen, die zeigt, in welch desolatem Zustand sich die Luftfahrt aktuell befindet. Die Airline schränkt also ab sofort den Verkauf von Flugtickets massiv ein, um vorerst keine weiteren Flüge annullieren zu müssen. Da man allerdings nicht wie KLM den Ticketverkauf gänzlich einstellen kann, wie man es dort Ende Mai für Flüge ex-Amsterdam beschloss, musste eine andere Möglichkeit her. Nun sind die Preise für Flüge so hoch, dass wohl nur noch jene, die wortwörtlich um jeden Preis fliegen müssen, ein Ticket kaufen werden.

Nur noch teure Buchungsklassen verfügbar

Die Lufthansa, welche kürzlich ihren Status als einzige Fünf-Sterne-Airline Europas wieder verlor, verkauft aktuell nur noch die höchstmöglichen Buchungsklassen (J & Y bzw. G & F) auf innerdeutschen-, innereuropäischen- und transatlantischen Flügen in Richtung USA und Kanada. Ein kurzfristig gebuchter Flug von Frankfurt nach Amsterdam kostet somit im Economy-Light-Tarif stolze 927 Euro. Ein Flug im selben Tarif nach New York sogar mehr als das Doppelte. Neben Flügen der Lufthansa selbst sind auch Flüge von Air Dolomiti von der temporären Regelung betroffen.

Lufthansa verkauft nur noch teure Tickets
Die Strategie der Lufthansa resultiert in absurd hohen Preisen für eine erhebliche Anzahl von Flügen der Airline.

Lufthansa hat das Ziel, allen Gästen, die von einer Flugstreichung betroffen sind, eine alternative Reisemöglichkeit anzubieten. Um dies sicherzustellen, hat das Unternehmen die Verfügbarkeit auf Lufthansa-Flügen für Neubuchungen im Juli reduziert.

Lufthansa-Sprecher auf Anfrage von fvw

Die Fluggesellschaft erhofft sich dadurch den Andrang vermindern zu können, der aktuell herrscht und Kapazitäten für notwendige Umbuchungen zu schaffen, die sich aus den tausenden gestrichenen Flügen ergeben. Für Neubuchungen und freiwillige Umbuchungen stünden laut der Lufthansa bis zum 05. Juli lediglich die teuersten Buchungsklassen für Reisen bereit, die bis zum Ende des Monats innerhalb Deutschlands und Europa stattfinden. Für Flüge nach Nordamerika werde der entsprechende Reisezeitraum, in dem nur hochpreisige Flugtickets erworben werden können, sogar bis auf den 10. August ausgeweitet.

Fazit zur vorübergehenden Erhöhung der Preise bei der Lufthansa

Viele Menschen kritisieren aktuell die Taktik der Lufthansa, vor allem in Anbetracht der Aussagen von Carsten Spohr, der sich noch im Mai damit rühmte, dass alle Tickets der Lufthansa restlos ausverkauft wären. Allerdings ist es durchaus verständlich, dass die Fluggesellschaft in einem Zustand wie dem Jetzigen, in dem man ohnehin nicht in der Lage ist, die erhöhte Nachfrage nach Flugreisen zu erfüllen, die Anzahl der Flüge auf eine solche, die tatsächlich durchführbar ist, begrenzt und dabei das Hauptaugenmerk darauf legt, dass jene, die bereits ein Ticket besitzen, über jene, die jetzt noch eines erwerben wollen, priorisiert behandelt werden.

Autor

Sandro ist Content Editor und seit Januar 2022 bei reisetopia tätig. Seitdem er mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute versorgt er Euch vor allem am Wochenende mit interessanten Inhalten.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.

  • « Während die Lufthansa beispielsweise am Frankfurter Flughafen weiterhin auf eine Entlastung durch ausländische Arbeitskräfte, die eigens dafür, dass sie der Personalnot an hiesigen Flughäfen entgegenwirken sollen, nach Deutschland geholt werden, hofft, verzögert sich dieses Vorhaben noch um einige Zeit » Unlesbar

  • manchmal frage ich mich echt welche Manager bei LH sitzen? Man verkauft nur noch teuere Tickets, damit ersten die Nachfrage sinkt (wir sie nicht tun!) und zweitens dann die EU261 Kompensationszahlungen nicht so ins Gewicht fallen? Geht’s noch?

    Ein Unternehmen, welches die Leistung nicht erbringen kann, sollte nach meinem Verständnis nach die Leistung gar nicht mehr verkaufen!!

    • Ich verstehe ja, dass die die Anzahl der Passagiere reduzieren müssen, wenn mehr nun mal nicht geht, aber dann nur noch die ganz teuren Tickets anzubieten und nicht die Kapazitäten in allen Preisklassen gleichmäßig zu reduzieren, ist zwar im Kapitalismus , den ich unterstütze, durchaus folgerichtig (Angebot ./. Nachfrage), hat aber doch den Nachgeschmack des Raubrittertums.

      Na gut, wenn die dann garantiert auch fliegen, soll mir das ja recht sein (man hat ja die Möglichkeit die Buchung abzubrechen, wenn der Preis nicht gefällt), aber selbst das werden sie kaum garantieren wollen.

      Bis zum 5. Juli sind es ja nur noch ein paar Tage, das lässt sich aussitzen, mal sehen ob die Aktion verlängert wird.
      Ferien im eigenen Lande soll ja auch schön sein.

Alle Kommentare anzeigen (1)