Jahrelange Verspätung und damit viel Zeit zur Vorbereitung – und trotzdem läuft es nicht reibungslos am BER. Der Flughafen hat kurzfristig Maßnahmen ergriffen, die nun erstmals einen reibungslosen Betrieb garantieren konnten.

Das mediale Interesse am Hauptstadtflughafen BER reißt nicht ab. Die entsprechenden Schlagzeilen liefert der Flughafen weiterhin munter selbst. Wartezeiten von bis zu fünf Stunden unter Volllast sollen jedoch nur eine Ausnahme gewesen sein. Und tatsächlich konnte der BER einen weitestgehend reibungslosen Betrieb am Wochenende garantieren. Zu längeren Wartezeiten kommt es jedoch auch an den übrigen Flughäfen des Landes, wie die Tagesschau berichtet. Doch diese können immer besser mit den derzeitigen Herausforderungen umgehen.

Berliner Chaostage bleiben aus

Die Herbstferien haben bereits in den ersten Bundesländern ihren Höhepunkt erreicht. Für den vergangenen Freitag wurde die bisherige Rekordpassagierzahl von über 70.000 Gästen am Flughafen Berlin-Brandenburg erwartet – und damit der nächste Chaostag. Doch die deutschen Flughäfen konnten das vergangene Wochenende im Regelbetrieb bestreiten, so auch der Hauptstadtflughafen Willy Brandt. Ein Sprecher der Flughafengesellschaft FBB hat auf Nachfrage der Tagesschau bestätigt, dass der Betrieb weitgehend normal gewesen sei. Dafür haben der BER sowie die Airlines und Unternehmen am Flughafen diverse Maßnahmen kurzfristig ergriffen, die scheinbar gefruchtet haben müssen. Die Lufthansa hat zu den Stoßzeiten prompt die Personalzahl von 12 auf 18 an den Check-in-Schaltern erhöht. Darüber hinaus wurden die Partner am Flughafen dazu aufgerufen, ihre Systeme zu überdenken und anzupassen.

Chaos BER 2
Lage am BER vor einer Woche: Volle Pass- und Sicherheitskontrollen

Auch der BER hat umgehend reagiert und kurzfristig ein Eingreiftrupp zusammengestellt. Das Team, bestehend aus circa 40 zusätzlichen Fachkräften, soll Passagieren beim Check-in und den Sicherheitskontrollen den Weg weisen und unterstützend an den Check-in-Schaltern aushelfen. Die Mitarbeiter sind am Flughafen direkt angestellt und haben sich freiwillig für den Einsatz während der restlichen Herbstferien gemeldet. Solche oder ähnliche Maßnahmen sind an anderen Flughäfen in Deutschland nicht notwendig, die Herausforderungen sind aber dieselben und damit kein Problem der Hauptstadt allein. Personalengpässe treffen auf die Notwendigkeiten der Corona-Pandemie: Mitarbeiter an den Check-in-Schaltern müssen alle notwendigen Dokumente und Nachweise prüfen. Dementsprechend verlängern sich sukzessiv die Wartezeiten an den Flughäfen Deutschlands, aber auch weltweit – die IATA warnte erst kürzlich von Wartezeiten bis zu acht Stunden.

Entspannte Lage im Rest des Landes

Dies ist jedoch auch an den weiteren Flughäfen noch längst nicht der Fall. Zu längeren Schlangen kam es zwar auch in Hamburg und Hannover, der Betrieb konnte jedoch uneingeschränkt garantiert werden. Ein hohes Passagieraufkommen konnten auch die beiden größten Flughäfen Deutschlands und Lufthansa-Drehkreuze Frankfurt und München verzeichnen.

Keine großen Wartezeiten. Es läuft.

Statement eines Sprechers der Fraport AG
Deutsche Flughäfen Europaflüge

Beide Flughäfen sind jedoch den Umgang mit hohen Passagierzahlen gewohnt. Zwar kam es auch hier zu längeren Schlangen, die Flüge konnten aber pünktlich abgefertigt werden.

Die Flüge sind alle pünktlich raus. Wir haben keine Beschwerden bekommen.

Statement eines Sprechers des Flughafens München
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Auch die beiden größten Flughäfen Nordrhein-Westfalens konnten einen reibungslosen Betrieb garantieren – Düsseldorf und Köln/Bonn konnten eine entspannte Lage vermelden. Dennoch sind die Passagiere weiterhin dazu aufgerufen, ausreichend früh am Flughafen ihrer Wahl einzutreffen. Mindestens zwei Stunden vor Abflug wird empfohlen. Die Lufthansa hat zuletzt ihren Passagieren am BER sogar empfohlen, bis zu vier Stunden vor Abflug dort einzutreffen.

Fazit zur Lage an den deutschen Flughäfen

Der Berliner Hauptstadtflughafen stand in den vergangenen Tagen erneut in den Schlagzeilen. Nachdem der Betrieb vor circa einem Jahr erfolgreich und reibungslos aufgenommen werden konnte, stand der neue Flughafen vor den Herausforderungen der aktuellen Zeit. Während in den vergangenen Tagen die Wartezeiten immer länger wurden und Passagiere ihre Flüge verpasst haben, bessert sich die Lage. Die kurzfristigen Maßnahmen scheinen zu helfen. Auch an den übrigen Flughäfen Deutschlands konnte der Betrieb weitestgehend reibungslos sichergestellt werden. Dabei haben alle Flughäfen eins gemeinsam: Die Kontrolle der Dokumente und Nachweise nimmt zu viel Zeit in Anspruch. Bedingt durch den Personalmangel der Coronakrise kann es immer noch zu Unterbrechungen kommen. Passagiere sind deshalb dazu angehalten, ausreichend früh am Flughafen einzutreffen.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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