Die Anzahl an Flügen von Deutschland in die USA erreicht in diesem Sommer fast das Vorkrisenniveau. Dabei gibt es bei genauerer Betrachtung der Flugverbindungen jedoch Unterschiede zu der Zeit vor der Pandemie.

Seit dem 20. Februar 2022 steht die USA nicht mehr auf der Liste der Hochrisikogebiete. Somit ist es für Fluggesellschaften eine gute Zeit, die lukrative Langstrecke über den Atlantik wieder verstärkt anzubieten. So planen Airlines laut einer Auswertung des US Commercial Service für den Sommer wieder mit ähnlichen Frequenzen bei USA-Nonstop-Flügen wie 2019, berichtet FVW.

Neue Ziele, weniger Flüge

Die Transatlantik-Airlines blicken nach zwei durchwachsenen Jahren wieder zuversichtlich in den Sommer. Im Sommerflugplan 2022 wird insgesamt mit ähnlichen Frequenzen wie zuletzt 2019 geplant. Trotzdem kommt es zu Veränderungen bei den einzelnen Fluggesellschaften.

New York
New York steht weiterhin bei vielen Airlines im Flugplan.

Der Platzhirsch für Flüge von Deutschland in die USA bleibt die Lufthansa. Mit 217 Flügen pro Woche im Vergleich zu 232 Flügen im Jahr 2019 ist es ein moderater Rückgang um 6,5 Prozent. Neu als Destination dabei ist ab Juni 2022 erstmals St. Louis. Andere Ziele werden weniger häufig angeflogen, dazu zählen auch Dallas und Philadelphia (je fünf statt sieben Flüge pro Woche) sowie Boston und Los Angeles (jeweils 13 statt 14).

Der Sommerflugplan von Condor sieht 40 Flüge zu 12 Destinationen in den USA vor, 2019 waren es 41 USA-Flüge. Jedoch werden New Orleans, Pittsburgh und San Juan nicht wieder angeflogen, stattdessen stehen Boston, Los Angeles, New York und San Francisco auf dem Sommerflugplan. Die Konkurrentin Eurowings Discover bietet dagegen 20 USA-Flüge pro Woche an. Die Ziele lauten hier Anchorage, Fort Myers, Salt Lake City, Las Vegas und Tampa.

Nevada, USA
Es gibt viele mögliche Flugverbindung um einen Roadtrip durch die USA zu starten.

Der Ausbau der Transatlantik-Strecken der Atlantic Joint Business Partner wurde bereits für den Sommerflugplan angekündigt. Somit können Kunden von American Airlines aus 21 Flügen pro Woche von Deutschland in die USA wählen, 2019 waren es noch 35 Flüge. Dabei wird unter anderem der Flug von München nach Denver nicht wieder angeboten.

Darüber hinaus fliegt die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines nun nur noch 35 statt 56 mal pro Woche über den Atlantik. Im Vergleich zu 2019 fehlt beispielsweise der Flug von Berlin nach New York auf dem Sommerflugplan. Die einzige Fluggesellschaft, die ihre Frequenzen ausbaut, ist United mit 126 Flügen pro Woche, ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zu 2019.

Andere Flugzeuge, geringere Kapazitäten

Auch wenn auf einigen Verbindungen die Frequenzen beibehalten werden, so sinkt doch die Kapazität der einzelnen Flüge, da kleinere Flugzeuge eingesetzt werden. So bedient nur noch Singapore Airlines die Strecke von Frankfurt nach New York mit einem Airbus A380.

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Den einzigen USA-Flug mit einem A380 hat Singapore Airlines im Angebot.

Lufthansa hat ihre A380 bereits zu Beginn der Corona-Pandemie aussortiert und bedient nun die ehemaligen A380-Ziele Houston, Miami, New York und San Francisco mit Airbus A340 oder Boeing 747. Dies entspricht einem Kapazitätsrückgang um bis zu 47 Prozent. Auf den Strecken von Frankfurt nach Chicago und Los Angeles werden teilweise Airbus A340-300 mit 279 Sitzen statt Boeing 474-8 mit 364 Sitzen eingesetzt.

Dagegen haben American Airlines und Delta Air Lines ihre Frequenzen teilweise heruntergefahren, setzen jedoch auf den Strecken nun größere Flugzeuge ein. American Airlines nutzt Boeing 777 statt Airbus A330-200, mit 30 Plätzen mehr an Bord. Delta Air Lines fliegt mit Airbus A330-200 statt Boeing 767-300, was einem Plus von 24 Sitzplätzen entspricht.

Fazit zum Sommerflugplan in die USA

Die Anzahl der Nonstop-Flüge in die USA erreicht im Sommer 2022 fast das Vorkrisenniveau aus 2019. Viele Fluggesellschaften treten nach drei Jahren wieder verstärkt den Weg über den Atlantik an. Während verschiedene neue Verbindungen hinzukommen, werden Flüge zu einigen Destinationen noch nicht wieder angeboten. Hinzu kommt, dass auf einigen Verbindungen die Kapazitäten insbesondere durch den Wegfall des Airbus A380 verringert werden.

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