Die Coronakrise hält immer noch an und trotz eines leichten Aufschwunges in der Luftfahrtbranche sind derzeit 10.000 Flugzeuge gegroundet.

Flughäfen wie die in Teruel oder Tarbes haben Anfang letzten Jahres traurige Berühmtheit erlangt. Im Verlauf der Pandemie haben Fluggesellschaften wie Lufthansa, British Airways oder Air France einen Teil ihrer Flotte dort auf unbestimmte Zeit abgestellt. Nun ist weiterhin unklar, was mit den eingelagerten Maschinen passieren soll. Wie simpleflying berichtet, sind derzeit noch rund 10.000 Maschinen eingelagert.

Welchen Aufwand machen stehende Flugzeuge?

Wie wir bereits ausführlich berichteten, benötigen eingelagerte oder auch nur geparkte Flugzeuge einen deutlich größeren Aufwand als erwartet. Zunächst muss zwischen geparkten und eingelagerten Flugzeuge unterschieden werden. Flugzeuge lassen sich in der Regel bis zu einem halben Jahr parken und bis hin zu zwei Jahren einlagern. Zum Parken eines Airbus A330 werden beispielsweise 30 bis 60 Arbeitsstunden benötigt, zum Einlagern sogar 300. Damit das Flugzeug keine Schäden bekommt, werden Triebwerke abgedeckt oder abmontiert und eingelagert. Alle Öffnungen, wie Lüftungsventile werden verschlossen, damit keine Fremdkörper ins Innere der Flugzeuge geraten. Im Innenraum werden Luftentfeuchter aufgestellt, damit die Sitzpolster nicht schimmeln. Des Weiteren müssen die Tanks und Messgeräte der Flugzeuge überprüft werden, um eine problemlose Funktion dessen zu ermöglichen. Denn das Ziel der Einlagerung ist, die Flugzeuge funktionsfähig zu halten, damit diese eines Tages wieder problemlos fliegen können. Falls dieses Ereignis eintreten sollte, benötigt ein geparktes Flugzeug um die 20 Arbeitsstunden und ein eingelagertes 120 Stunden, um wieder voll einsatzfähig zu sein. Insgesamt ist es jedoch wirtschaftlich sinnvoller, Flugzeuge bei langen Standzeiten einzulagern, weil geparkte Maschinen deutlich mehr Wartungsarbeiten benötigen.

Swissparken

Laut des Airline Insights Report von Cirium sind im Februar 2021 10.183 Passagierflugzeuge eingelagert gewesen. Im Vergleich dazu befanden sich 21.635 Flugzeuge in der Luft, was etwa 32 Prozent aller Flugzeuge ausmacht. Aufgeteilt nach Regionen ergibt sich diese Zusammensetzung aller eingelagerten Flugzeugen.

  • 2.937 (28,8 Prozent) Flugzeuge aus Nordamerika
  • 619 (6,1 Prozent) Flugzeuge aus Lateinamerika
  • 3.536 (34,7 Prozent) Flugzeuge aus Europa
  • 1.065 (10,5 Prozent) Flugzeuge aus dem Nahen Osten und Afrika
  • 1.956 (19,2 Prozent) Flugzeuge aus dem asiatisch-pazifischen Raum

Welche Flugzeugtypen werden am häufigsten eingelagert?

Es lassen sich Trends bezüglich der Flugzeuggröße erkennen. Großraumflugzeuge werden aufgrund der geringen Nachfrage nach Flugreisen zu einem größeren Teil als Schmalrumpfflugzeuge, wie der Airbus A320, eingelagert. Beispielsweise das größte Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A380, ist der größte Verlierer der Pandemie. Denn bei vielen bekannten Airlines, darunter die Lufthansa, Air France oder Etihad, steht der große Vogel vor dem Aus.

Airbus 2466266 1920

Inlandsverbindungen werden momentan stärker frequentiert als Fernverbindungen. Dementsprechend können Fluggesellschaften mit vielen Inlands- und Kurzstreckenflügen eine stärkere Nachfrage bedienen und müssen dementsprechend weniger Flugzeuge einlagern. Beispielsweise besitzt die Airline Cathay Pacific aus Hongkong eine große Anzahl an Großraumflugzeugen, weswegen im März 2021 etwa die Hälfte aller Flugzeuge eingelagert wurden, da Cathay Pacific eher auf längeren Strecken unterwegs ist. Selbes gilt für Singapore Airlines: die Airline setzt viel Großraumflugzeuge ein und musste viele Flugzeuge einlagern.

Fazit zur Einlagerung von rund 10.000 Flugzeugen

Die Coronakrise hält immer noch an und trotz einer langsamen Erholung des Flugverkehrs befinden sich mit 10.000 eingelagerten Flugzeugen rund 32 Prozent aller Flugzeuge immer noch am Boden. Es wird sich zeigen, wie viele der momentan stehenden Flugzeuge wieder dauerhaft fliegen werden. Bleibt zu hoffen, dass Reiseeinschränkungen bald wieder gelockert werden und sich die Luftfahrtbranche somit von der Krise schnellstmöglich wieder erholt.

Autor

Genauso wie den Schwarzwald, liebt David es neue Orte und Kulturen zu entdecken. Am liebsten kombiniert er einen Städtetrip mit anschließendem relaxen am Strand. Er studiert Tourismusmanagement in Wernigerode und macht ein Praktikum bei reisetopia. Er hält euch mit News auf dem Laufenden!

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