Bei einem Hotel Status denken viele an tolle Suite-Upgrades oder kostenloses Frühstück, bei einem Airline Status an Lounge-Zugang oder Priority Boarding. Doch wer viel unterwegs ist, findet schnell auch einen weiteren Vorteil: Hilfe bei Problemen.

Auch wenn ich in diesem Artikel konkret auf zwei Erlebnisse eingehen möchte, sollen diese Ausführungen eher beispielhaft stehen, denn das ein Status bei Problemen weiterhilft, gilt nicht nur in manchen Situationen, sondern eigentlich immer. Egal ob es um Unwetter, Verspätungen oder auch um ganz unerwartete Ereignisse geht, ein Status kann in solchen Situationen die Rettung sein. Klingt übertrieben? Ist es aber definitiv nicht!

Priorität bei Überbuchungen und Verspätungen

Wer am Check-in Schalter die Business oder First Class Schlange nehmen kann, der hat es zweifelsfrei einfacher und spart Zeit. Doch meist geht es an normalen Tagen nur um wenige Minuten. Anders sieht es dann aus, wenn es mal wieder einen Streik oder ein großes Unwetter gibt. Teilweise sind dann tausende Menschen am Flughafen. Wer hier entweder in der Lounge nachfragen oder an der Schlange vorbei an den First Class Schalter gehen kann, der spart teilweise nicht nur Stunden, sondern kann unter Umständen auch die letzten verfügbaren Plätze auf einem Flug ergattern – ein unschätzbarer Vorteil.

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Bei Unregelmäßigkeiten bekommt man dank einem Status meist noch einen Platz

Doch nicht nur bei großen Unregelmäßigkeiten hilft ein Status, wie sich bei einem meiner letzten Flüge gezeigt hat. Durch meine Verspätung von Danang nach Hongkong habe ich meinen Cathay Dragon Flug nach Haikou verpasst. Schon in der Lounge in Vietnam hat man sich noch bemüht mir zu helfen – dem Status sei Dank. Auch wenn dies nichts gebracht hat, ging die besondere Hilfe in Hongkong weiter. Erst nachdem ich den Status noch einmal erwähnt hatte, wurde auf einem zuvor “überbuchten” Flug auf einmal ein Platz frei. Ich will nicht wissen wie oder warum das auf einmal funktioniert hat, ich bin so aber noch einigermaßen entspannt angekommen anstatt viele Stunden sinnlos durch die Gegend zu fliegen oder eine Nacht in Hongkong zu verbringen.

Cathay Pacific The Wing First Class Lounge
Statt mehrere Stunden durch die Gegend zu fliegen, konnte ich dank meinem Status in eine First Class Lounge

Ein glücklicher Zufall? Keineswegs, denn schon zuvor hatte in viele Situationen, in denen ich durch einen Status doch noch eine Umbuchung hinbekommen habe. Zum Beispiel auf dem Weg von Paris nach Krakau, wo auf Grund von Unregelmäßigkeiten bei LOT Polish Airlines eine Übernachtung auf dem Weg nahezu zwangsläufig notwendig war – nur dank des Star Alliance Gold Status gab es am Ende doch noch einen Platz auf einem Flug von Austrian nach Wien. Auch wer andere Vielflieger fragt, wird schell merken: Dank einem Status bekommt man auch auf einem überbuchten Flug teilweise noch einen Platz. Nicht umsonst gibt es bei bezahlten Tickets sogar Dinge wie eine Wartelistenpriorität.

Kurzfristige Stornierungen und spontane Umbuchungen

Ein weiteres Beispiel dafür, wie wertvoll ein Status bei Problemen sein kann, sind Hotels. Als Statusinhaber kann man zum Beispiel bei Hilton bis kurz vor dem Anreisetag noch ein Zimmer buchen – auch wenn das Hotel längst ausgebucht ist. Dafür muss dann teilweise ein anderer Gast sich eine andere Unterkunft suchen – das klingt natürlich hart, kann sich aber dennoch zu einem unschätzbaren Vorteil entwickeln. In diesem Kontext sollte man aber natürlich bedenken, dass eine solche Buchung oft recht teuer ist, sodass man für diesen Vorzug doch so einiges bezahlen muss.

Hyatt Regency Danang Zimmer
Ein Status hilft einem auch in Hotels ungemein, wenn einmal etwas schiefgeht

Doch es geht eben nicht immer nur um festgeschriebene Vorteile, wie erneut mein vorhin aufgezeigtes Beispiel zeigt. Durch meine spontane Umbuchung bin ich am Ende zu einem anderen Flughafen gefahren, der knapp 300 Kilometer von meinem eigentlichen Hotel entfernt gewesen wäre. Wirklich sinnvoll wäre dieser Umweg nicht mehr gewesen, da ich schlussendlich sowieso nach Sanya (mein neuer Zielflughafen) wollte. Mein Aufenthalt von drei Nächten im Hilton Wenchang war zwar sowieso günstig, die Rate allerdings auch komplett mit Vorauszahlung und ohne Stornierungsmöglichkeit. Abgesehen davon wäre selbst bei einer flexiblen Rate die Stornofrist längst abgelaufen.

Nach einer kurzen Facebook-Nachricht an Hilton Honors bekam ich direkt Hilfe vom Kundenservice, der sich meiner Bitte um eine kurzfristige Stornierung angenommen hat. Zwar konnte man knapp zwölf Stunden niemanden beim Hotel erreichen, hat mich aber dennoch die ganze Zeit auf dem Laufenden gehalten. In der Nacht bekam ich dann die E-Mail vom Kundenservice, dass die Buchung komplett kostenfrei storniert worden war. Hätte Hilton oder das Hotel dies machen müssen? Natürlich nicht, dank meines Status hat man sich aber dennoch dafür entschieden. Vergleichbare Berichte kann man in den relevanten Foren nachlesen, denn auch dies war keineswegs ein Einzelfall.

Sanya Yazhou Bay Resort Pool
Statt mich über eine Planänderung ärgern zu müssen, konnte ich entspannt am Pool liegen

Im Spektrum der Hotels ist der Wert eines Status in dieser Hinsicht sogar noch deutlich größer. Wer beispielsweise früher abreisen muss, kann als Statusinhaber sehr häufig um eine mögliche Gebühr hierfür oder die Zahlung der weiteren Nächte herumkommen. Auch wer seinen Aufenthalt verlängern möchte, kann von einem Status profiteren. In meinem neuen Hotel in Sanya konnte ich zum Beispiel einfach um eine weitere Nacht verlängern und das Suite-Upgrade gleich behalten. Meine Kollegen haben sogar schon häufiger kurzfristig verlängert und konnten dabei von derselben Rate profitieren wie bei der Buchung der ersten Nacht – obwohl die zweite Nacht kurzfristig viel teurer gewesen wäre.

Fazit zum Wert von einem Status bei Problemen

Ein Status kann schon grundsätzlich extrem viel wert sein, ich komme sicherlich auf einen Gegenwert von mehreren tausend Euro im Jahr. Doch woran viele bei einem Hotel- oder Airline Status nicht denken, ist der Wert bei Problemen und Planänderungen. Zum einen darf man sich hier auf eine relevante Ersparnis freuen, weil Storno- oder Umbuchungsgebühren wegfallen. Zum anderen, und dass ist für mich noch viel wichtiger, kann man sehr beruhigt reisen. Ich weiß mittlerweile, dass mir selbst dannn geholfen wird, wenn einmal etwas schiefgeht. Dieses Gefühl macht Reisen schlichtweg deutlich angenehmer – ein unschätzbarer Vorteil!

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Autor

Moritz fliegt durchschnittlich an jedem dritten Tag und verbringt noch mehr Nächte in Hotels. Auf der Suche nach neuen Erlebnissen hat Moritz schon dutzende Airlines getestet und mehr als 100 Städte erkundet. Auf reisetopia lässt er Euch an seinen Erlebnissen & Tipps teilhaben!

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  • Kann ich nur bestätigen. Hatte einen Eco plus nach SIN via CDG mit AF gebucht und sollte wegen Flugzeugwechsel (keine First -> First Passagiere wurden nach C und einige C Pax nach Eco+ gesetzt). Nach einer Beschwerde in CDG mit Verweis auf Premium Kunde gings auf einmal und ich hatte meinen zuvor reservierten Platz in Eco+.

    • Hallo Pirol, die Amex Platinum ist dahingehend nicht wirklich vergleichbar. Es gibt zwar Versicherungen etc., aber da Amex die Fluggesellschaften und Hotels nicht “gehören”, kann man bei Amex nur die normalen Stornierungsbedingungen erwarten. Kostenfreie Rückerstattungen aus Kulanz kann es sicherlich hin und wieder geben, ich würde davon aber nicht ausgehen. Die Versicherungen schützen einen in unerwarteten Fällen aber natürlich.

  • Sehr interessanter Artikel! Da muß ich gleich einmal etwas fragen, was ich bis heute immer noch nicht ganz verstanden habe. 😉
    Ich habe einen Staralliance Gold Status über Turkish. Gilt der jetzt nur, wenn ich bei einem Flug meine Meilen auf Turkish schreibe oder auch wenn ich z.B. einen LH-Prämienflug habe oder einen Singapore-Flug mit Meilen auf Krisflyer? Kann ich dann einfach meine Karte über die App zeigen?

    • Hallo Conny, du kannst auch bei über andere Programme gebuchten Prämienflügen deine jeweilige Nummer des anderen Programms hinterlegen (spätestens am Check-in, falls es online nicht klappt) und damit auch von allen Statusvorteilen profitieren. Da gibt es zwischen mit Meilen und Cash bezahlten Flügen keine Unterschiede!

      • Aber wenn ich bei einem bezahlten Flug Meilen für Krisflyer sammle, muß ich doch meine Krisflyer-Nummer hinterlegen. Kann ich dann die Miles-and-Smiles-Nummer zusätzlich angeben, nur für den Status?

      • Hallo Conny, das ist grundsätzlich möglich. Du kannst zwar nur eine Nummer angeben (in dem Fall KrisFlyer), kannst aber dann bei der Lounge etc. einfach deine andere Goldkarte vorlegen. Manchmal werden die Mitarbeiter darauf bestehen, dass diese auch in der Buchung hinterlegt ist, meist ist das aber kein Problem.

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