Mit der jüngsten Ankündigung die Flotte von Air Dolomiti zu verjüngen, ist es für uns an der Zeit die Flotte genauer zu betrachten. Doch wie sieht die aktuelle Flotte der Airline aus und wie könnte diese in Zukunft aussehen?

Die Luftfahrt befindet sich in einem enormen Wandel. Der Ruf nach besseren und effizienteren Flugzeugen war bereits vor der Corona-Pandemie vorhanden. Aufgrund der massiven Einschränkungen im internationalen Flugverkehr sehen sich viele Fluggesellschaften jedoch gezwungen, ihre Flottenplanung zu überdenken. Ausgedünnte und moderne Flotten werden mehr und mehr zum Standard. Anders ist dies der Fall bei der Lufthansa-Tochter aus Italien. Die Flotte soll schon bald mit einem Nachfolgemodell verjüngt werden. Zeit für uns, die Flotte genauer zu betrachten.

Die Flotte bisher

Vieles weist beim Besteigen eines Flugzeugs von Air Dolomiti nicht auf die Konzernmutter Lufthansa hin. Doch die italienische Regionalfluggesellschaft ist bereits seit vielen Jahren Teil der Lufthansa Group – und das äußerst erfolgreich. Besonders an der Beziehung beider Airlines ist, dass Air Dolomiti selbstständig agieren darf. Das bedeutet, dass die Flottenplanung als auch die Schulung zu großen Teilen in eigenen Händen liegt. Vielleicht eines der Erfolgsrezepte der Airline, die Verona als Heimat betitelt. Doch trotz der italienischen Herkunft ist Air Dolomiti vor allem in München äußerst präsent. Das Drehkreuz der Lufthansa nennt auch Air Dolomiti ihren tatsächlichen Heimatflughafen.

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Das Erscheinungsbild der Air Dolomiti fügt sich nahtlos ins Münchner Bild ein. Doch damals hatte die Airline das eine oder andere Schmankerl in der Flotte zu bieten. Von klassischen Turboprop-Regionalflugzeugen wie die ATR 42 und 72 und Bombardier De Havilland DHC-8-300 bis zur hierzulande eher seltenen Bombardier CRJ200 und Fokker 100 waren alle vertreten. Darüber hinaus konnte Air Dolomiti sogar mit einem Vierstrahler ihr Streckennetz bedienen. Der Babyjumbo BAe 146 war ebenfalls Teil der Flotte und damals ein oft eingesetztes Flugzeug in der Lufthansa Group, wie wir auch beim letzten Beitrag zur Eurowings erfahren haben.

Air Dolomiti Embraer E195

Turboprops und kleine Regionalflugzeuge sind mittlerweile aber kein Bestandteil der Flotte mehr. Die Flotte wurde vereinheitlicht und besteht mittlerweile nur noch aus 15 Flugzeugen des Typs Embraer 195. Dieses Flugzeug ist sowohl bei der Lufthansa als auch bei Alitalia zu finden. Daher galt es für lange Zeit als sehr wahrscheinlich, dass die Regionaltochter der Alitalia durch die Lufthansa übernommen und bei Air Dolomiti implementiert wird. Bisher wurde aus diesem Plan jedoch noch nichts.

Die Flotte zukünftig

Eine einheitliche Flotte hat heutzutage viele Vorteile. Das haben bereits im vergangenen Jahrhundert viele Lowcost-Carrier für sich entdeckt. Air Dolomiti ist zwar keine Billigfluggesellschaft, die Idee dahinter findet hier dennoch ideale Anwendung. Daher liegt ein Flugzeugtyp bei der zukünftigen Planung nicht fern: Die Embraer 195-E2.

Embraer E195 E2 2

Die E195-E2 ist der effizientere und modernere Nachfolger des derzeit eingesetzten Flugzeugs. Bevor die Coronavirus-Pandemie die weltweite Luftfahrt nahezu lahmlegte, plante Air Dolomiti ursprünglich eine Ausweitung der Flottenstärke auf insgesamt 26 Flugzeuge bis zum Jahr 2023. Bei einem gemeinsamen Termin mit dem brasilianischen Hersteller war bereits Embraer E195-E2 in Air Dolomiti-Lackierung zu sehen. Ein eindeutiger Hinweis.

Doch nicht nur bei Air Dolomiti sollen die Flugzeuge der Embraer eine wichtige Rolle spielen. Auch bei der Lufthansa soll regional nur noch dieser Flugzeugtyp zum Einsatz kommen. Zwar war die CRJ900 ein Rückgrat während der Pandemie. Die Flugzeuge sind noch keine zehn Jahre alt, sollen dennoch die Flotte bald verlassen. Ein konkreter Termin steht aber noch nicht fest. Regional soll also Embraer dominieren, weshalb – leider – der Airbus A220, anders als bei der Swiss, hier wohl keine Rolle spielen wird.

Lufthansa Cityline CRJ-900

Dass die Wahl auf Embraer fallen wird, hat vor allem mit den vielen Vorteilen der aktuellen Flotte zu tun. Piloten müssten nicht neu eingestellt werden, sondern können einfach auf den neuen Flugzeugtypen umgestellt werden. Dazu können die Flugzeuge flexibel im Flugplan gewechselt werden. Eine weitere Alternative gibt es momentan einfach nicht.

Fazit zur zukünftigen Flotte von Air Dolomiti

Die Strategie von Air Dolomiti hat sich bewährt und gefällt auch der Lufthansa. Nach den Exoten der Vergangenheit lässt sich mittlerweile nur noch ein Flugzeugtyp in der Flotte finden – die Embraer 195. Daher liegt es auf der Hand, dass die neue E195-E2 zukünftig das Erscheinungsbild der Flotte bestimmen wird. Das liegt vor allem an der einheitlichen Flottenplanung, aber auch am Mangel unter den Alternativen.

Autor

Alexander Fink ist als Content Editor seit Januar 2021 für reisetopia tätig. Zuvor war er als Account Manager in der Industrie beruflich unterwegs und schrieb von seinen Reiseerfahrungen im eigenen Blog. Heute ist er Euer Ansprechpartner für alle Airline- und Kreditkartenthemen.

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