Der US-Carrier United Airlines gab im Anschluss an den Wegfall der Maskenpflicht an Bord bekannt, bei Stornierungen, die sich auf die Maßnahme berufen, Kulanz walten zu lassen.

Die Fluggesellschaft United Airlines äußerte sich zum Wegfall der Maskenpflicht an Bord von Flugzeugen, die kürzlich durch ein Gerichtsurteil aufgehoben worden war. Man wolle demnach gegenüber Gästen, die aufgrund dessen ihren Flug nicht mehr wahrnehmen wollen, kulant sein und die Erstattung ihrer Flugtickets erlauben, so simpleflying. Was Fluggäste, die unter den neuen Umständen nicht mehr fliegen wollen, tun können und wie sich andere US-Airlines diesbezüglich positionieren, erfahrt Ihr im Folgenden.

Maskenpflicht wird nicht wiedereingeführt

Nachdem durch ein Gerichtsurteil einer Bundesrichterin aus Florida die Maskenpflicht in allen öffentlichen Verkehrsmitteln in den USA aufgehoben worden ist, meldet sich United Airlines zu Wort. Dort verkündet man, dass alle, die ohne eine Maskenpflicht an Bord zum aktuellen Zeitpunkt ihren Flug nicht antreten wollen, von unkomplizierten Alternativen Gebrauch machen können, welche die Fluggesellschaft freiwillig anbietet. Man sei sich dementsprechend bewusst, dass die Nachricht zwar für die meisten eine positive sei, es jedoch einige Menschen gebe, die zum aktuellen Zeitpunkt öffentliche Verkehrsmittel ohne eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes meiden wollen. Auf diese Gäste wolle man durch die Kulanzregelung Rücksicht nehmen.

All of our customers should feel free to wear a mask and many of them are. For customers like that, that are immunocompromised or that have other concerns or issues, we are working with those customers if they really don’t want to fly.

Scott Kirby – CEO United Airlines
United Airlines
Auch auf Flügen von United Airlines entfällt künftig die Maskenpflicht, solange an der Destination des Fluges vergleichbare Regeln gelten wie aktuell in den USA.

Auch wenn das Justizministerium den Gerichtsentscheid anfechten wird, geht der United CEO Scott Kirby nicht davon aus, dass die Maskenpflicht zurückkommen wird. Bei der Revision der US-Regierung ginge es demnach primär um die Frage der Rechtsprechung und der juristischen Zuständigkeit der Richterin. Kirby betont aber weiterhin, dass Flugzeuge zu den Orten zählen, an denen die Infektionsgefahr trotz des Kontaktes mit anderen Menschen in einem geschlossenen Raum am niedrigsten sei, da die Luftfilter 99,97 Prozent der Luftpartikel filtern.

Rückerstattungen und Fluggutschriften aus Kulanz

Das Coronavirus werde laut Kirby in Zukunft endemisch und sei auch entsprechend zu behandeln. Demzufolge sollten seiner Meinung nach auch die Regeln für den Umgang mit dem Virus sowie die allgemeine Einstellung der Bevölkerung überdacht und anschließend der neuen Realität angepasst werden. United Airlines stellte klar, dass Fluggäste aktuell keinen Grund dazu bräuchten, ihre Buchungen entweder zu stornieren und eine Rückerstattung oder eine Gutschrift zu erhalten, welche für einen zu einem späteren Zeitpunkt stattfindenden Flug eingesetzt werden kann. Letzteres sei United-Airlines-Sprecher Josh Freed zufolge ohnehin für die meisten Tickets möglich.

COVID is going to be with us, it’s going to be endemic and it’s going to be here a long time, but we’re learning to live with that, including in airports, in restaurants or at sporting events.

Scott Kirby – – CEO United Airlines
Alaska Airlines
Auch Alaska Airlines will mit Kunden über Möglichkeiten, die sie momentan haben sprechen.

Auch andere Fluggesellschaften in den USA gehen einen ähnlichen Weg. Manche verzichten jedoch auf eine Kulanzregelung, wie man sie bei United Airlines finden kann. Während Alaska Airlines angibt, mit Kunden eine Einzelfalllösung anzustreben, geht American Airlines einen anderen Weg. Dort verweigert man Fluggästen, die nicht ohne eine Maskenpflicht an Bord fliegen wollen, eine Rückerstattung der gebuchten Tickets. Southwest Airlines bietet weiterhin die Möglichkeit, gebuchte Flüge gegen eine Fluggutschrift nach dem obigen Prinzip einzutauschen und von Delta Air Lines liegt noch keine Äußerung zur Thematik vor.

Fazit zum Umgang mit dem Wegfall der Maskenpflicht bei US-Carriern

Einige der in den Vereinigten Staaten von Amerika beheimateten Fluggesellschaften überraschen mit kulanten Regelungen, die denen entgegenkommen, die sich nicht wohl damit fühlen, ihre gebuchten Flüge ohne eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln anzutreten. Die Entscheidung, überhaupt etwas in diese Richtung zu tun, ist für mich insofern überraschend, da die US-Airlines erstens im Allgemeinen nicht dafür bekannt sind, über die Maßen kundenorientiert zu arbeiten und zweitens da eine solche Möglichkeit meiner Meinung nach für Flüge, die bei einer europäischen Fluggesellschaft gebucht wurden, unvorstellbar wäre.

Autor

Seitdem Sandro mit nur einem Jahr seinen ersten Langstreckenflug antrat und danach 6 Jahre lang im Ausland aufwuchs, war er von Reisen begeistert. Heute ist er immer auf der Suche nach der nächsten Möglichkeit, in einen Zug oder ein Flugzeug zu steigen, neue Orte und Personen kennenzulernen und seinen Horizont zu erweitern.

Fragen? In der reisetopia Club Lounge auf Facebook beantworten wir Eure Fragen.