Die von der Regierung festgelegte und für den 01. April geplante Ticketsteuer wird trotz der aktuellen Corona-Krise erhöht. Die Reaktionen darauf fielen nicht positiv aus.

Obwohl die gesamte Luftfahrtindustrie aktuell schwer unter der Corona-Krise leidet, hält die Bundesregierung an der Erhöhung der Ticketsteuer für den 1. April fest. Der Branchenverband BDL nennt es ein “völlig falsches Signal”, die Regierung wiederum meint, in der aktuellen Situation würde diese niemandem schaden, da eh kaum Tickets verkauft würden. Offen ist bisher außerdem, ob die neue Ticketsteuer von den Airlines an die Kunden weitergegeben wird.

BDL: Erhöhung der Steuer erschwert Airlines die aktuelle Situation

Aktuell sind über dem Himmel Deutschlands kaum Flugzeuge auszumachen. Die Krise rund um das Coronavirus hält die weltweite Luftfahrtbranche weiter in Atem und auch hierzulande befinden sich die Fluggesellschaften in einer nie da gewesenen Situation. Und dennoch hält die Bundesregierung an ihren Plänen im Rahmen des Klimaschutzprogramms fest, wonach zum 1. April die Steuer auf Flugtickets angehoben wird. Somit steigt die Steuerabgabe für Flüge im Inland und innerhalb Europas von derzeit 7,50 Euro auf 13,03 Euro. Bei längeren Flügen von bis zu 6.000 Kilometern klettert der Satz von aktuell 23,43 Euro auf nunmehr 33,01 Euro. Für Langstreckenflüge werden künftig 59,43 Euro, statt der bisherigen 42,18 Euro erhoben. Damit sollen Menschen aufgrund von Preissteigerungen dazu bewogen werden, weniger zu fliegen und bei gleichzeitiger Senkung der Mehrwertsteuer auf Bahntickets, öfter in den Zug zu steigen.

Lufthansa CityLine CRJ900
Bild: Lufthansa

Der Branchenverband kritisierte die Regierung für ihr Festhalten an der Erhöhung der Ticketsteuer zum jetzigen Zeitpunkt und so würde es diese den betroffenen Airlines nur erschweren, aus der aktuellen Situation glimpflich herauszukommen. Unklar ist bisher jedoch, ob und in welchem Maße die Fluggesellschaften die Mehrkosten an die Fluggäste weitergeben werden. Währenddessen sieht die Bundesregierung mit der geplanten Erhöhung der Steuer keine Probleme gegeben, da der Luftverkehr zum aktuellen Zeitpunkt sowieso stark eingeschränkt sei und nur wenig Tickets verkauft würden, weshalb es die Airlines kaum bis gar nicht belasten würde. Ohnehin seien die aktuellen Steuerbelastungen der Fluglinien zurzeit sehr gering, so ein Regierungssprecher.

Regierung erwartet bis zu 785 Millionen Euro an Zusatzeinnahmen

Allerdings sei es den Airlines – genau wie anderen Unternehmen auch – möglich, auf die Hilfsprogramme der Regierung zurückzugreifen, wo unter anderem auch eine Stundung der nun vor der Erhöhung stehenden Steuer möglich sei. Außerdem richte sich die Luftverkehrssteuer nach der tatsächlichen Anzahl der Passagiere, die derzeit hauptsächlich ausblieben. Trotz der momentanen Krise soll die Erhöhung der Ticketsteuer dem Staat allein in diesem Jahr Zusatzeinnahmen von bis zu 470 Millionen Euro bescheren. Bei der vollen Entfaltung im Normalbetrieb des Flugverkehrs, sollen sich diese Einnahmen sogar auf bis zu 785 Millionen Euro belaufen, die die Regierung on top erhält.

Fazit zum Vorgehen der Bundesregierung

Dass die Bundesregierung an der Erhöhung der Luftverkehrssteuer zum jetzigen Zeitpunkt festhält, könnte tatsächlich ein falsches Signal in die momentan stark gebeutelte Branche senden, die sich mehr den je nach Unterstützung sehnt. Einerseits mag es sicherlich stimmen, dass die Airlines zurzeit sowieso kaum Tickets verkaufen und sich die Steuerausgaben demnach eh im Rahmen halten, dennoch hätte man zumindest über eine Verschiebung des Zeitpunkts der Erhöhung sprechen können, denn es stellt so oder so eine Belastung dar.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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  • Sobald die Corona-Krise vorbei ist, heißt mein neuer Standard-Flughafen Luxemburg. Ich spare hier 85 Euro Steuern und Flughafengebühren auf der Langstrecke ein und von dem eingesparten Geld kann ich 17 Tage parken.

      • Die pauschale Flughafengebühr ab Luxemburg ist 7,50€. Wir reden ab Frankfurt von 36,54 € nur als Flughafengebühr, da ist noch keine Luftverkehrsabgabe gezahlt worden. Ganz schön unverschämt. Normalerweise gilt economy of scales , d.h. Massenproduktion macht Güter und Dienstleistungen günstiger. Somit müsste ein XXL-Flughafen wie Frankfurt auch günstig sein, was er aber nicht ist.

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