Die Gewerkschaft ver.di hat die Streiks des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen ausgeweitet! Heute werden unter anderem die Flughäfen in Frankfurt, Hamburg und München bestreikt.

Bereits gestern wurde es an sechs Flughäfen deutschlandweit chaotisch – inklusive Flugausfällen und Verspätungen. Denn die Gewerkschaft ver.di rief die Luftsicherheitskräfte erneut zu einem Warnstreik auf. Die Gewerkschaft will Ernst machen und weitete die Streiks auch auf den heutigen Tag mit weiteren deutschen Flughafen aus, wie unter anderem das RND berichtet.

Streiks gehen weiter

Nachdem es bereits am gestrigen Montag zu massiven Flugausfällen und Unterbrechungen an gleich sechs deutschen Flughäfen gekommen war, folgte unter anderem heute in Frankfurt gleich der nächste Streiktag. Die Betreibergesellschaft Fraport bereitete die Passagiere deshalb bereits auf den Streiktag vor. Passagiere, die ihre Reise in Frankfurt beginnen möchten, wurden gebeten nicht am Flughafen zu erscheinen. Die Personenkontrollen werden ganztägig geschlossen bleiben. Laut eigenen Angaben folgten die meisten der für heute ursprünglich eingeplanten 71.000 Passagiere diesen Aufruf. Lediglich der Transit wird möglich sein. Dennoch müssen auch Transitpassagiere mit Verzögerungen im Betriebsablauf rechnen. Laut Fraport seien für Dienstag 130 von knapp über 800 geplanten Flugbewegungen wurden ersatzlos annulliert.

IATA Ende der Reisebeschränkungen
Bild: Munich Airport

Zudem rief die Gewerkschaft ver.di die Angestellten des zweitgrößten Flughafens in Deutschland noch gestern ebenfalls zum Streik auf. In München legte das betroffene Sicherheitspersonal bereits gestern um 14 Uhr die Arbeit nieder. Wie an den anderen betroffenen Flughäfen heute auch soll der Streik noch bis heute um 24 Uhr andauern. Gestern wurden 20 Flüge annulliert. Zu einer Protestaktion des Personals am Flughafen München sei es bislang aber noch nicht gekommen. Laut Angaben der Gewerkschaft ver.di soll in München aber auch nicht das gesamte Sicherheitspersonal an den Streiktätigkeiten beteiligt sein. Neben Frankfurt und München werden im übrigen auch die Flughäfen Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden bestreikt.

Flughafen Stuttgart Vorfeld 2

In Hamburg finden heute keine geplanten Starts mehr statt. Heute Vormittag teilte die Betreibergesellschaft noch mit, dass alle 87 geplanten Starts annulliert wurden. Zudem wurden 18 von 89 geplanten Landungen ebenfalls annulliert. Ähnlich wie in Frankfurt sind auch hier die Personenkontrollen ganztägig geschlossen. In Stuttgart fallen die Auswirkungen nicht ganz so massiv wie in Frankfurt und Hamburg aus. Hier wurden “lediglich” 28 von 50 geplanten Abflügen abgesagt. Bei den übrigen Flügen kommt es jedoch zu massiven Verzögerungen. Der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden beschreibt die Lage ähnlich. Die Wartezeiten an den Sicherheitskontrollen haben sich verdoppelt, aber immerhin findet der Flugverkehr wie geplant statt.

Massive Flugausfälle und Verspätungen

Zum Streik aufgerufen sind neben Beschäftigten in der Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle vor allem Beschäftigte in der Fluggastkontrolle. Die Forderungen nach mehr Lohn zielen auf die etwa 25.000 Beschäftigten in ganz Deutschland ab. Konkret geht es um eine Lohnerhöhung von mindestens einem Euro pro Stunde, bei einer Mindestlaufzeit von zwölf Monaten. Zudem soll der Lohn für die Personal- und Warenkontrolle sowie der Frachtkontrolle dem der Luftsicherheitsassistenten angeglichen werden. Wie die Gewerkschaft ver.di bereits mitteilte, sei auch die dritte Verhandlungsrunde unzureichend zu Ende gegangen. Die nächste Verhandlungsrunde sei jedoch bereits für den 16. und 17. März geplant.

Flughafen Köln/Bonn

Am Montag wurden bereits die Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig bestreikt. Das sorgte für mehrere Hundert Flugannullierungen und -verzögerungen. Tatsächlich mussten allein in Düsseldorf wiederholt 160 Flüge annulliert werden. Geplant waren insgesamt 290 Flugbewegungen am gestrigen Montag. In Köln/Bonn wurden 94 von 136 geplanten Flugbewegungen ersatzlos gestrichen. Lediglich zehn Flugzeuge konnten abgefertigt werden und durften zum geplanten Ziel starten. In Berlin fielen ebenfalls circa zwei Drittel der geplanten Flugbewegungen aus. Insgesamt beteiligten sich allein in Berlin 220 Angestellte am Warnstreik. Deutschlandweit rechnete man mit über 1.300 Angestellten.

Ver.di Streik Flughafen Gewerkschaft

In Berlin waren hauptsächlich Flüge von easyJet betroffen. Aber auch bei Lufthansa und ihrer Tochter Eurowings kam es zu Flugausfällen. In Düsseldorf waren hauptsächlich Flüge der Lufthansa Group betroffen. Bei anderen Airlines kam es deutschlandweit ebenfalls zu Ausfällen beziehungsweise massiven Verzögerungen. Frankfurt dient als Drehkreuz der Lufthansa sowie Eurowings Discover. Die Flüge der Lufthansa Group gehen jedoch größtenteils nach Plan raus, hier sind anders als erwartet andere Airlines betroffen. Stuttgart dient hauptsächlich als Basis für die Lufthansa-Tochter Eurowings. Daher kommt es vor allem hier zu Verzögerungen und Ausfällen.

Fazit zur Ausweitung der Streiks

Die Gewerkschaft ver.di forderte bereits erneut die Beschäftigten im Luftsicherheitsbereich am gestrigen Montag zum Ausstand auf. Anders als bisher waren schon insgesamt sechs Flughäfen deutschlandweit gleichzeitig betroffen – mit dem Flughafen München folgte im Laufe des gestrigen Tages noch ein weiterer Airport. Grund dafür sind gescheiterte Verhandlungen für mehr Lohn. Dabei geht es um alle Angestellten im Sicherheitsbereich deutschlandweit. Die Streiktätigkeiten werden aber auch am heutigen Dienstag fortgesetzt. Betroffen sind unter anderem die Flughäfen Frankfurt und Hamburg. Die Fraport AG und der Flughafen Hamburg forderten bereits Passagiere auf, nicht am Flughafen zu erscheinen, sofern sie ihre Reise dort antreten.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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