Um den Personalabbau im Cockpit auszugleichen, bietet Lufthansa rund 850 Piloten ab 55 Jahren ein Freiwilligenprogramm mit dem Angebot einer Übergangsversorgung an. A380-Crew-Mitglieder wird für ein vorgezogenes Karriereende eine Sonderprämie angeboten.

Bereits im Dezember letzten Jahres drohten etwa 1.000 Piloten der Lufthansa Kündigungen, die in einem langwierigen Tarifstreit endeten. Eine Besserung der Situation war auch im Februar dieses Jahres nicht in Sicht: Die Lufthansa stellte die Piloten bereits auf den Jobabbau ein, der ab 2022 in die Wege geleitet werden soll. Nun bietet die Lufthansa Piloten in einem Freiwilligenprogramm an, den Weg in die Übergangsversorgung mit Einmalzahlungen zu ebnen. Dies soll aus dem „Freiwilligenprogramm Cockpit” hervorgehen, dessen Papier liegt Aero.de vorliegt, nach Angaben des Luftfahrtnachrichtenmagazins.

Weiterer klarer Hinweis auf das A380-Ende

Nach den Milliarden-Verlusten in Rekordhöhe infolge der Corona-Pandemie, die die Lufthansa im letzten Jahr in Kauf nehmen musste, kündigte der Konzern kürzlich einen Personalabbau von weiteren 10.000 Arbeitsplätzen an. Im Zuge dessen soll der Personalabbau nun bei Piloten ab 55 Jahren durch Einmalzahlungen für den vorzeitigen Ausstieg abgefedert werden.

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Die Staffel soll bei 32.000 Euro für den Jahrgang 1958 beginnen und bei 240.000 Euro für Piloten des Jahrgangs 1967 enden. Lufthansa soll für das Programm zunächst 24 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Berechtigte Piloten können bis Ende Juli dieses Jahres den Eintritt in die Übergangsversorgung zu den Bedingungen des Programms beantragen. Laut Aero.de beschäftigt Lufthansa rund 850 Piloten der zur Teilnahme berechtigten Jahrgänge. Des Weiteren enthalte das Dokument einen weiteren klaren Hinweis auf das A380-Ende bei der größten europäischen Fluggesellschaft.

Lufthansa Airbus A380

Insider vermuteten bereits seit Ende letzten Jahres einen Abschied des Airbus A380 seitens der Lufthansa. Dies wird nun weiter bekräftigt, denn Piloten „des künftig bei Lufthansa nicht mehr eingesetzten Typs Airbus A380″ sollen eine Sonderprämie von 35.000 Euro für die Teilnahme am Freiwilligenprogramm erhalten. Lufthansa soll 14 Stück ihrer Airbus-Jets A380 derzeit eingelagert haben. Sechs Maschinen sollen bereits an Airbus verkauft worden sein.

Fazit zur Lufthansa-Sonderprämie für den Ausstieg von Piloten

Im Krisenjahr 2020 mussten einige Fluggesellschaften Milliardenverluste hinnehmen, so auch die Lufthansa. Das Unternehmen hat sich selbstrendend noch nicht vollständig von der Krise erholt und gab erst kürzlich einen weiteren Abbau von 10.000 Stellen bekannt. Um den Stellenabbau bei den Piloten abzufedern, bietet die Lufthansa Piloten ab 55 Jahren nun Einmalzahlungen für deren freiwilligen Ausstieg an. A380-Piloten sollen ebenfalls eine Sonderprämie bei vorzeitigem Karriereende erhalten, was bedeuten dürfte, dass das Ende des Modells bei der deutschen Fluggesellschaft so gut wie besiegeln sein könnte.

Autorin

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  • Ich habe es unter einem anderen Post heute schon geschrieben.
    Diese Sonderprämie kommt daher, dass die A380 Piloten die Spitzenverdiener unter den Piloten sind. Ohne Frage wird die Maschine noch weitere 2-3 Jahre geparkt sein, außer es passiert ein Wunder (an Wunder zu glauben ist oftmals aber auch nicht das Schlechteste). Solch teure Piloten über diesen Zeitraum zu bezahlen, ohne sie zu beschäftigen, ist wirtschaftlich gesehen absoluter Unsinn. Wartungsflüge müssen auch nicht durchgeführt werden, denn die Maschinen sind ja alle im Long Term Storage und bis auf eine Maschine, die im September folgen wird, alle in Teruel bzw. Tarbes. Wenn die Maschinen dann zurück in den Liniendienst gehen, bekommen dir Münchner A350 Piloten, oder zumindest ein Teil, ihr Typerating für den A380, das sie parallel zu dem des A350 nutzen können.
    Die Passage „des künftig bei Lufthansa nicht mehr eingesetzten Typs Airbus A380″ ist nichts anderes, als das, was seit Anfang Herbst 2020 klar ist: Lufthansa plant nicht mit dem Airbus A380, allerdings bleiben die übrigen 8 Maschinen weiter in der Flotte und im Langzeitparkmodus, falls sich die Pandemie schneller zum Guten entwickelt als man heute absehen kann.
    Bei 747-400 und vor allem A340-600 ist das schon geschehen, es kommt also nicht von weit her, dass das gleiche Szenario auch für die A380 eintritt, aber natürlich dauert das etwas länger. Dazu kommt, dass jeder Lufthansa A380 Pilot bisher auch wirklich nur das eine gültige A380 Typerating hatte, somit hätte man die Kosten für eine Umschulung seitens Lufthansa zu tragen. Demnach ist es wie bereits erwähnt die sinnvollste Entscheidung zu versuchen, diese A380 Piloten mit einer Sonderprämie aus dem Unternehmen zu bekommen und in ein paar Jahren dann neue A380 Piloten auszubilden. Das ist ja grundsätzlich kein Problem. Man hat die Maschinen und man hat die Simulatoren, das nötige Know-How etc.

    Die Aussage von Lufthansa bezüglich A380 ist in ihrer Unklarheit tatsächlich relativ klar. Man plant nicht mit der Maschine, aber wenn sich die Flotte wieder sinnvoll einsetzen lässt, dann wird man diese auch in den Betrieb zurück holen.
    Diese Option lässt man sich nicht ohne Grund offen. Air France zeigt, dass man das auch anders machen kann. Eine Rückkehr ist bei Air France ausgeschlossen, wahrscheinlich gehören die Maschinen schon nicht einmal mehr der Air France, sondern irgendwelchen Leasinggebern oder Tarmac. Dass sich ein A380 sinnvoll einsetzen lässt, das hat Lufthansa ja vor der Krise immer wieder gezeigt. Besonders als man die Maschinen nach München verlegt hat, gab es immer wieder Aussagen hier und da, dass man mit dem A380 einen Batzen an Kosten sparen kann, wenn man ihn denn voll bekommt.
    Und obwohl noch bei weitem nicht alle Reiserestriktionen aufgehoben sind, steigen die Passagierzahlen. In Amerika, das bekanntlich den Europäern immer ein oder zwei Schritte voraus ist, gehen die Passagierzahlen bereits wieder durch die Decke. Und selbst ein Carsten Spohr korrigiert den Wegfall von Geschäftsreisenden kontinuierlich immer weiter nach unten. Das alles sind Sachen, die werden oftmals gar nicht wirklich berücksichtigt, aber jedes einzelne davon ist eigentlich tatsächlich ein positives Signal für die A380 bei Lufthansa.
    Allerdings neigen die Europäer offenbar stark dazu, alles so pessimistisch wie möglich auslegen zu wollen. So hängt man sich seit Monaten an prinzipiell exakt der gleichen Aussage bezüglich verschiedener Flugzeugmuster auf und legt diese bei jeder weiteren Wiederholung neu als weiteres Indiz für das endgültige A380 Aus bei Lufthansa aus.
    Das ist genauso wie wenn ich sage: “Der Schnee ist schwarz.”
    Egal wie oft ich diese Aussage wiederhole, der Schnee wird trotzdem nicht schwärzer sondern verändert die Farbe absolut gar nicht.

    • Ein Indikator für das endgültige Ende des A380 ist das überhaupt nicht, da ohnehin nur noch die Hälfte der Piloten für den Betrieb der Restflotte benötigt würden. Von daher: Alles wie gehabt

    • A380 Piloten verdienen nicht mehr als andere Lufthansa Piloten auch, die Bezahlung bei Lufthansa ist gänzlich musterunabhängig und richtet sich ausschließlich nach Funktion (Kapitän, Copilot, Senior-Copilot) und Dauer der Betriebszugehörigkeit in dieser Funktion. Ein A380 Kapitän bekommt also exakt das gleiche wie ein A320 Kapitän bei gleicher Kapitäns-Seniorität. In der Praxis verdiente ein A320 Kapitän vor der Krise sogar mehr als ein A380 Kapitän weil bei ihm noch etliche Überstunden hinzukamen, die es jetzt natürlich nicht mehr gibt. Der Grund für die Extraprämie für A380 Piloten beim Ausscheiden liegt darin, dass sie für Lufthansa zusätzliche Kosten verursachen werden, da sie auf ein anderes Muster umgeschult werden müssen.

  • die Prämien sind doch wohl eher ein Witz. Ein Flugkapitän der 200.000 EUR im Jahr verdient und gerne weiterfliegen will wird sich kaum mit solchen Summen abfinden lassen. Wenn so jemand 30 Jahre bei der LH war dann müssten da eher um die 600.000 EUR auf den Tisch (1 Monatsgehalt pro Jahr Betriebszugehörigkeit). Bin sehr gespannt was sich da tut.

    • Zumal der Staat bei Abfindungen jeglicher Art einen kräftigen Schluck nimmt. Wer das nicht mit einberechnet, wird sich umsehen wenn die lange Hand des Staates u d der Krankenkassen kommt.

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