Dass die Elektrofliegerei kein reines Hirngespinst ist, haben bereits zahlreiche Prototypen, als auch marktreife Kleinflugzeuge unter Beweis stellen können. Jedoch gibt es gerade bei den Flugzeugen der größeren Kategorien, um etwa 20 Sitzplätze, bisher kaum nennenswerte Entwicklungsfortschritte.

Dass aber besonders Kurzstreckenflüge ein großes Potential bieten, von elektrisch betriebenen Flugzeugen bedient werden zu können, möchte in naher Zukunft ein Verbund zahlreicher Forschungseinrichtungen, Universitäten, Konzerne, sowie unter anderem das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter Beweis stellen. Schon jetzt zeigt die Studie: Der nächstgrößere Schritt lohnt sich.

Commuter-Klasse Fokus der Untersuchung

Das Großprojekt, dem insgesamt 33 Institute und diverse Unternehmen angehören, läuft unter dem Namen Imothep. Imothep, benannt nach dem gleichnamigen und als erster großer Baumeister geltende Ägypter (etwa 2.700 vor Christus), hat sich zum Ziel gesetzt, bisher nur in der Theorie existierende Konzeptionen elektrisch betriebener Verkehrsflugzeuge auf Versuchsbasis praktisch umzusetzen. Schon jetzt gibt es einige Flugzeuge, die rein elektrisch fliegen. Allerdings handelt es sich dabei entweder um Prototypen, oder um kleine Propellerflugzeuge, die für eine Handvoll Personen ausgelegt sind. Der nächste größere Schritt sieht es vor, Verkehrsflugzeuge für die Kurzstrecke mit um die 20 Sitzplätzen zu realisieren und Imothep ist sich sicher, dass die nächste Phase erfolgreich sein wird.

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In Etappen, so sind sich die meisten Experten einig, soll es dabei dann nach und nach zu Elektrofliegern mit Kapazitäten von bis zu 100 Passagieren gehen. Im Fokus der Forschung des DLR in Zusammenarbeit mit der Ideenschmiede Bauhaus Luftfahrt aus München, stehen aktuell Flugzeuge der sogenannten “Commuter-Klasse”, von denen weltweit rund 3.000 in Betrieb sind und vor allem ab kleineren Flughäfen als Zubringer für größere Airports dienen. Die durchschnittlichen Distanzen dieser Flugrouten belaufen sich auf etwa 350 Kilometer.

“Sinnvolle und CO2-sparende Alternative”

Das DLR und Bauhaus Luftfahrt kamen bei ihrer Untersuchung elektrohybrider Antriebe für eben jene Klasse zu dem Schluss, dass diese eine “sinnvolle” und “CO2-sparende Alternative” darstellen würden. Zudem konnte der Verbund dem Elektro-hybriden Antrieb aktuell eine Reichweite von gut 200 Kilometern bescheinigen, die dabei rein elektrisch zurückgelegt werden kann. Mit als “Range Extender” bezeichneten Gasturbinen ließe sich diese Reichweite nochmal auf rund 1.000 Kilometer erweitern. Laut der Studie könnte somit ein Großteil der behandelten Kurzstrecken problemlos rein elektrisch betrieben werden. Während die Range Extender im Falle von Umleitungen und dergleichen im Notfall immer noch genug Reichweite böten.

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Für ihre Konzepte orientierten sich die Forscher an bereits vorhandenen Kurzstreckenmaschinen wie etwa Dornier Do 228 oder der Jetstream 31 von BAE. Beide Typen würden dabei den Einbau von Batterien nahe des hinteren Fahrwerks erlauben, was aus Sicht der Forscher mehrere Vorteile mit sich bringen würde, etwa eine optimale Gewichtsverteilung für Start und Landung oder ein unkomplizierter Austausch der Batterien am Boden.

Fazit zur Imothep-Studie

Hatte man aktuell noch nicht das Gefühl, die Forschung in der Elektrofliegerei würde allzu flott vorangehen, scheint sich nach und nach immer mehr zu bewegen, wie das DLR, beziehungsweise Imothep nun beweisen wollen. Somit dürfte schon die nahe Zukunft mit Blick auf rein elektrisch oder hybrid angetriebene Flugzeuge äußert spannend werden. Es bleibt dabei zu hoffen, dass die Entwicklung weiter an Fahrt aufnehmen wird.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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