Als Reaktion auf die neuen Virus-Mutationen verschärft Großbritannien ein weiteres Mal die Einreiseregeln. Seit heute früh hat das Land den Reiseverkehr auch aus Süd- und Mittelamerika, Portugal und den Kapverden gestoppt.

Die Verbreitung der aus Großbritannien und Südafrika entdeckten Virus-Varianten wurde mittlerweile in den verschiedensten Ländern nachgewiesen. Zuletzt wurde auch in Brasilien eine neu grassierende Mutation des Coronavirus festgestellt und öffentlich gemacht, weshalb Großbritannien entsprechend reagiert. Der britische Verkehrsminister Grant Shapps, hat neben dem bereits existierenden Einreiseverbot für alle Besucher aus touristischen Absichten, das Verbot nun speziell für alle Passagiere aus Süd- und Mittelamerika und Portugal erweitert.

Großbritannien stoppt Reiseverkehr infolge der Virus-Mutation in Brasilien

Das Gesundheitssystem in Großbritannien gerät trotz Lockdown zunehmend unter Druck. Aufgrund einer Überlastung der Kliniken gibt es lange Wartezeiten in den Notaufnahmen, einige Krankenhäuser haben kaum mehr Kapazitäten für andere Operationen und Behandlungen. Die neue Virus-Variante breitet sich zunehmend mit einer raschen Geschwindigkeit im Land aus, auch Premierminister Boris Johnson zeigt sich besorgt über den Verlauf des mutierenden Virus. Die Zahl der importierten Fälle spielt nach wie vor eine wichtige Rolle.

Vor wenigen Tagen folgte daher der Beschluss alle Einreisen aus touristischen Zwecken im gesamten Königreich und Nordirland zu verbieten und eine zusätzliche Testpflicht für alle zwingend notwendigen Reisen einzuführen. Doch damit noch nicht genug. Die vor Kurzem entdeckte Virus-Mutation in Brasilien hatte die Regierung veranlasst, die Einreisebestimmungen ein weiteres Mal zu verschärfen und ein striktes Verbot für alle Passagiere aus den süd- und mittelamerikanischen Ländern sowie aus Portugal und den Kapverden erteilt.

Brasilien, Rio De Janeiro

Von der Maßnahme betroffen sind nach Angaben von BusinessTraveller.com alle Einreisenden, die sich in den letzten zehn Tagen in Argentinien, Brasilien, Bolivien, Chile, Kap Verde, Kolumbien, Ecuador, Französisch-Guayana, Guyana, Paraguay, Panama, Portugal (einschließlich Madeira und den Azoren), Peru, Surinam, Uruguay und Venezuela aufgehalten haben oder durch diese Länder gereist sind. Die Bestimmung gilt seit heute früh 4 Uhr morgens. Ausgenommen sind britische und irische Staatsbürger und Menschen mit Aufenthaltsrecht in Großbritannien, wobei eine zehntägige Quarantänepflicht bei der Rückkehr weiterhin Vorschrift ist. Auch der Warenverkehr wird von dem Verbot freigestellt. Zudem wurden alle direkten Passagierflüge aus Argentinien, Brasilien, Kap Verde und Portugal nach Großbritannien verboten.

Testpflicht bei Einreise nach England aufgeschoben

Die Einführung einer Corona-Testpflicht für Reisen nach England, welche ursprünglich für den 15. Januar geplant war, ist um drei Tage aufgeschoben worden und wir daher am kommenden Montag um 4 Uhr morgens in Kraft treten. Die Verschiebung der Testpflicht begründet die britische Regierung damit, dass man “internationalen Einreisenden Zeit geben wollte, sich vorzubereiten”. In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt gegeben, dass PCR-Tests, RT-Lamp-Tests sowie Antigentests anerkannt werden, diese allerdings ab dem Zeitpunkt der Einreise nicht älter als 72 Stunden sein dürfen. Die Testpflicht gilt für die Einreise aus allen Ländern mit Ausnahme Schottlands, Nordirlands, Irlands, Isle of Man, Jersey und Guernsey. Zudem sind auch Kinder unter elf Jahren von dem Nachweis freigestellt. Großbritannien macht also wortwörtlich die Schotten dicht und erlaubt die Einreise ausschließlich in den wenigsten Ausnahmefällen.

England, London

Darüber hinaus erhofft sich die britische Regierung eine baldige Wirkung durch die Massenimpfung und hat das Impftempo durch die Einführung von Impfungen in Apotheken bereits deutlich erhöht. Ziel sei es bis Mitte Februar bis zu 15 Millionen Menschen aus den größten Risikogruppen zu impfen, nachdem sich die Impfkapazitäten durch die Zulassung der drei Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Oxford/Astrazeneca und Moderna deutlich erhöht haben. Man darf gespannt bleiben, ob die Massenimpfung wie geplant erreicht werden kann und wie sich die epidemiologische Situation in der Zwischenzeit weiterentwickeln wird!

Fazit zum erweiterten Einreiseverbot Großbritanniens

Großbritannien zieht ein weiteres Mal seine Einreiseregeln an. Neben dem bereits existierenden touristischen Einreiseverbot, dass das Vereinigte Königreich wenige Tage zuvor beschlossen hatte, zieht das Land jetzt eine Erweiterung des Verbots in Erwägung, dass ab sofort allen Passagieren aus einigen südamerikanischen Ländern als auch Portugal die Einreise untersagt. Damit reagiert die britische Regierung auf die in Brasilien aufgedeckte neue Virus-Variante und zieht ihre Konsequenzen.

Autorin

Seitdem Karolin als Schülerin an einem Austauschprogramm in Frankreich teilgenommen hat, wächst täglich ihre Begeisterung für das Reisen und Entdecken neuer Länder und ihre Leidenschaft für die französische Sprache.

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