Google beantwortet Meilenfragen künftig direkt in der Suche: Im KI-Modus zeigt der Konzern, wie viele Meilen ein Prämienflug kostet und wie viele Punkte für eine Hotelnacht fällig werden. Miles & More steht bereits auf der Partnerliste – nur sehen Nutzer in Deutschland davon vorerst nichts.
Am 27. August 2026 hat Google drei neue Reisefunktionen für den KI-Modus seiner Suche vorgestellt. Das geht aus einer Mitteilung des Unternehmens hervor: Die Suche kann Flugpreise dauerhaft beobachten, Hotels direkt bei Google buchen – und neuerdings eben auch Prämienpreise in Meilen und Punkten ausweisen. Die Datenbasis liefert Google Flights mit nach eigenen Angaben mehr als 300 Partner-Airlines und Reiseportalen.
Das Wichtigste in Kürze
- Google weist im KI-Modus die Meilenpreise ausgewählter Vielfliegerprogramme aus
- Die Lufthansa Group und damit Miles & More folgen in den kommenden Wochen
- In Deutschland und Österreich ist die Funktion vorerst nicht nutzbar
Miles & More gehört zur zweiten Welle der Partner
Die Abfrage funktioniert in natürlicher Sprache. Wer nach einem Flug von Chicago nach Los Angeles mit AAdvantage Meilen für Anfang November fragt, bekommt passende Verbindungen samt der benötigten Meilen und der fälligen Steuern und Gebühren angezeigt. Gebucht wird anschließend nicht bei Google: Ein Klick führt zur Airline oder zur Hotelkette, wo die Prämie wie gewohnt eingelöst wird.
Zum Start unterstützt Google nur eine überschaubare Auswahl an Programmen. Bei den Airlines sind das Alaska Airlines und Hawaiian Airlines sowie American Airlines, bei den Hotels Choice Privileges, Hilton Honors und Wyndham Rewards. In den kommenden Wochen sollen Accor, Flying Blue, World of Hyatt, LATAM und die Lufthansa Group dazukommen – und damit auch Miles & More, das mit Abstand wichtigste Vielfliegerprogramm im deutschsprachigen Raum. Auffällig ist zugleich, wer fehlt: Delta, United, JetBlue und Southwest sind bislang nicht an Bord.
Wann genau die Lufthansa Group folgt und welche Einlösungen dann abgedeckt sind, ist bislang offen. Auf Anfrage von reisetopia wollte sich die Presseabteilung von Miles & More dazu noch nicht im Detail äußern:
Weitere Informationen, die die Lufthansa Group und damit auch Miles & More direkt betreffen folgen.
Miles & More auf Anfrage von reisetopia
Interessant wird die Anbindung vor allem deshalb, weil Miles & More seine Prämienflüge längst dynamisch bepreist. Der Meilenpreis für dieselbe Strecke schwankt also je nach Nachfrage und Auslastung erheblich, wie wir in unserem Guide zum dynamischen Preissystem aufgeschlüsselt haben. Eine schnelle Abfrage in der Suche könnte diese Schwankungen für Gelegenheitsreisende deutlich sichtbarer machen.
Prämienflüge zeigt Google in Deutschland und Österreich nicht
In den Fußnoten seiner Ankündigung schränkt Google die Verfügbarkeit deutlich ein: Sowohl die Preisbeobachtung als auch Teile der Meilen- und Punkte-Anzeige stehen zwar in allen unterstützten Ländern und Sprachen bereit, ausgenommen sind jedoch die Länder und Gebiete des Europäischen Wirtschaftsraums. Damit fallen Deutschland und Österreich heraus, ebenso der Rest der Europäischen Union. Der KI-Modus selbst ist hierzulande auf Deutsch nutzbar – die neuen Reisefunktionen sind es nicht.
Ein Test von reisetopia am 28. August 2026 bestätigt das. Auf die Frage nach einem Prämienflug von Frankfurt nach New York mit Miles & More Meilen liefert der deutsche KI-Modus kein Prämienmodul, sondern eine Textzusammenfassung aus Blogquellen – inklusive teils fragwürdiger Angaben zu Meilenpreisen und Prämientabellen. Und auf die Bitte, die Preise einer Strecke im Auge zu behalten, antwortet Google unmissverständlich, es könne Preise „nicht automatisch im Auge behalten”. Stattdessen verweist die KI auf den Schieberegler in der klassischen Flugsuche, den wir in unserem Google Flights Tutorial erklären.
Wie unzuverlässig das sein kann, zeigt ein Detail aus derselben Antwort: Für die Miles & More Meilenschnäppchen nennt die KI 55.000 Meilen für einen Hin- und Rückflug in der Business Class nach New York. Aktuell sind dafür 61.000 Meilen fällig, wie unsere laufend aktualisierte Übersicht der Meilenschnäppchen zeigt. Die KI gibt hier also einen überholten Stand wieder – bei einer Buchung wären das 6.000 Meilen Unterschied.

Wer außerhalb des Wirtschaftsraums sucht, ist besser dran: Großbritannien und die Schweiz gehören nicht zum Europäischen Wirtschaftsraum, dem Wortlaut der Fußnoten nach greift der Ausschluss dort also nicht. Ein echter Mehrwert ist das derzeit trotzdem nicht überall – für britische Punktesammler etwa fehlt bislang jedes Avios-Programm in der Partnerliste.
Und selbst dort, wo die Funktion bereits läuft, ersetzt sie keine ernsthafte Prämiensuche. Google fragt pro Anfrage jeweils nur ein Programm ab, stellt Meilenpreis und Barpreis nicht gegenüber und zeigt weder alternative Programme für dieselbe Strecke noch Transferpartner oder laufende Transferboni. Für einen schnellen Überblick reicht das, für die Jagd nach der günstigsten Einlösung nicht. Welche Programme sich wofür lohnen, zeigen unsere Übersichten zu den Vielfliegerprogrammen und den Hotelprogrammen.

Sobald die Lufthansa Group tatsächlich live geht, dürfte die Frage lauter werden, warum ausgerechnet europäische Nutzer das Ergebnis nicht sehen. Wir informieren Euch, sobald Miles & More in der Suche auftaucht – und prüfen dann, wie belastbar die angezeigten Meilenpreise wirklich sind.


