Die Erholung des Luftverkehrs in Deutschland stagniert im Juli 2022 leicht. Der Unterschied zum Vorkrisenjahr wird wieder höher.

Der Luftverkehr hat sich innerhalb der Sommermonate immer weiter erholt. Im Juli war der Europaverkehr zwar besonders stark, dennoch stagnieren die Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen ein wenig – zumindest wenn es um das Wachstum seit Beginn der Coronakrise geht. Alles in allem bleibt die Gesamtbilanz bezüglich der Krisenerholung auch weiterhin positiv, so der Bericht von aero.de unter Berufung auf die Daten der Deutschen Presseagentur.

Unterschied zum Vorkrisenjahr im Juli wieder höher

Im Juni 2022 betrug der Unterschied zum Vorkrisenjahr 2019 nur noch 27 Prozent. Dieser Wert war der stärkste, der seit Beginn der Coronakrise beobachtet werden konnte. Im Juli wird der Abstand zu 2019 wieder größer. Nun sind die Passagierzahlen wieder ganze 28,7 Prozent weniger, als im Juli 2019. Dennoch gab es im Vergleich zum Juli 2021 einen deutlichen Anstieg an Passagierzahlen. Bis zu
17,74 Millionen Gäste wurden im Juli 2022 verbucht – das sind fast 80 Prozent mehr im Vorjahresmonat.

Europaverkehr besonders stark

Dank der Sommerferien war die Nachfrage nach Reisen zu beliebten Reisezielen besonders hoch. Vor allem der Europaverkehr konnte hiervon profitieren. Im Vergleich zum Vorkrisenjahr waren es nur 21,6 Prozent weniger Passagiere.

Flugzeugfenster

Bei den Langstreckenflügen nahmen 74,2 Prozent der Reisenden aus dem Vorkrisenjahr die Angebote in Anspruch. Bei den Inlandsflügen sieht es deutlich düsterer aus. Die Zahl der Passagiere im Juli 2022 erreichte gerade einmal 38,2 Prozent der Zahlen vom Juli 2019. Grund dafür sind Streiks und der anhaltende Personalmangel an den deutschen Flügen, die vor allem im Juli zu einem weitaus niedrigerem Angebot geführt haben.

Wachstum am Frankfurter Flughafen stagniert

Am bedeutenden internationalen Drehkreuz Frankfurt stagniert das Wachstum besonders. Eigentlich gelten der Juli und August dank der Sommerferien als die stärksten Monate im deutschen Luftverkehr. Im Vergleich zu Juni sind die Passagierzahlen jedoch nur minimal um knapp 210.000 Reisende angestiegen. Dennoch wurde zum ersten Mal seit Beginn der Pandemie wieder die fünf Millionen Marke geknackt. Im Juli kam der Frankfurter Flughafen auf 5,02 Millionen Abfertigungen – und das trotz Personalmangel und Streiks.

Streiks und Personalmangel bremsen Wachstum im Juli

Dass im Juli dennoch einen Wachstum beobachtet werden konnte, ist ein Erfolg. Denn trotz der hohen Nachfrage waren die deutschen Flughäfen immer wieder mit massiven Problemen konfrontiert. So mussten viele der geplanten Flüge wegen Personalmangel gestrichen werden. Auch Streiks sorgten dafür, dass deutlich weniger Passagiere befördert werden konnten, als es den Airlines eigentlich möglich gewesen wäre.

Fazit zur Stagnation des Wachstums an den deutschen Flughäfen

Normalerweise ist der Juli einer der stärksten Monate für die deutsche Luftfahrt. Durch einige Faktoren wie Streiks und Personalmangel stagnierte das Wachstum im Vergleich zum Juni jedoch ein wenig. Trotzdem lässt sich ein positiver Trend der Zahlen beobachten, der vermuten lässt, dass sich die Luftfahrt auch weiterhin noch stärker von der Coronakrise erholen wird.

Autor

Sonja Issel ist seit Juni 2022 als Autorin Teil des reisetopia Content-Teams. Sie ist mit Leib und Seele Journalistin. Besondere Orte und Geschichten aufzuspüren sind ihre Leidenschaft. Ihre Expertise setzt sie jetzt für euch ein, um die besten Reisedestinationen zu finden - und um euch bezüglich News Up-To Date zu halten.

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