Der BDL blickt deutlich pessimistischer in die nahe Zukunft des Luftverkehrs, als etwa die Airlines und erwartet auch deutlich später eine vollständige Erholung der Branche.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) blickt nicht ganz so optimistisch in die nahe Zukunft der Industrie, wie es andere Branchenvertreter tun. So erwartet der BDL auch erst in gut vier Jahren wieder das Niveau von vor der Krise, wie fvw.de berichtet. Treibende Kraft derzeit: Die Urlauber. Geschäftsreisen sieht der Bundesverband nicht mehr auf das Vorkrisenniveau zurückkehren.

BDL deutlich pessimistischer als Airlines

Das erste Halbjahr des zweiten Corona-Krisen-Jahres ist vorbei und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat nun ein Zwischenfazit gezogen. Das Ergebnis: An den Flughäfen in Deutschland wurden so viele, beziehungsweise so wenige Passagiere, wie vor gut 50 Jahren gezählt. Und auch die vollständige Erholung, bis zum Niveau von vor der Krise, sieht der BDL noch weiter entfernt, als sich das viele Branchenvertreter derzeit noch erhoffen. Dennoch sind seit den Sommermonaten auch positive Buchungszahlen zu vernehmen, da die Nachfrage deutlich gestiegen ist. So ist laut BDL davon auszugehen, dass im laufenden Jahr immerhin ein Drittel des Vorkrisenniveaus von 2019 erreicht werden wird.

Flughafen Hamburg
Der BDL rechnet erst 2025 mit einer vollständigen Erholung

Bis 2022 geht die Luftverkehrswirtschaft demnach davon aus, dass 80 Prozent der Zahlen von vor zwei Jahren erreicht werden könnten. Allerdings mehr Impfungen, mehr erleichterte Reisebeschränkungen und eine starke Konjunktur vorausgesetzt. Eine komplette Erholung bis zum Vorkrisenniveau erwartet der Bundesverband so jedoch erst für das Jahr 2025. Andere Branchenvertreter, darunter einige Airlines, sind da bis dato optimistischer gewesen und nannten häufig 2023 als das Jahr der vollständigen Erholung. Auch mit Blick auf die Geschäftsreisen zeigt sich der BDL deutlich pessimistischer. Dieser würde nicht mehr so zurückkommen, wie noch vor der Krise, da viele Geschäftsreisen „verzichtbar bleiben werden“.

Urlauber verleihen Branche kleinen Aufschwung

Besonders Urlauber seien derweil die treibende Kraft, die die Luftfahrt seit Juni zumindest ein wenig beflügeln kann. Ansonsten sieht sich die Branche mit einem Umsatzeinbruch von 63 Prozent konfrontiert; entsprechend ist auch die Zahl der Beschäftigten um zehn Prozent im Vergleich zu 2019 gesunken. Dabei werden derzeit fast die Hälfte der ursprünglichen Verbindungen von und nach Deutschland wieder angeboten. Innerdeutsch sind es jedoch gerade einmal 28 Prozent, was allerdings nicht nur an der Krise, sondern auch an den sich verändernden Bedingungen liegen würde, wie etwa der Wegfall easyJets auf dem innerdeutschen Markt und der Ausbau der Bahnverbindungen. Ähnlich wie Lufthansa & Co. sieht auch der BDL die Langstrecke, insbesondere die Routen in die USA, als großen Hoffnungsträger. Hier ist allerdings immer noch nicht klar, wann normale Einreisen in die Vereinigten Staaten wieder möglich sein werden.

Fazit zu den Aussichten des BDL

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft blickt deutlich pessimistischer als etwa diverse Airlines auf die derzeitigen Aussichten der Luftfahrtbranche. Zwar sei eine Erholung aktuell erkennbar, allerdings liegen die Zahlen immer noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau und – so der BDL – werden sich auch nicht so schnell erholen, wie sich das sicherlich manch einer aus der Branche erhofft. Die Langstrecke gilt dabei auch beim Branchenverband als Hoffnungsträger für eine Erholung der Industrie, besonders mit Blick auf die USA.

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Max saß irgendwann häufiger in einem Flugzeug als in einer Straßenbahn, und kam so nicht umhin sich immer mehr mit den Themen rund um das Sammeln von Meilen, sowie den besten Flug- und Reisedeals zu beschäftigen. Auf reisetopia teilt er mit euch die neusten Deals und wichtigsten Tipps!

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