Die Regierung Südafrikas gewährt der insolventen Fluggesellschaft South African Airways weitere Staatshilfen, um Gehälter und Abfindungen bezahlen zu können.

Wie reuters.com berichtet, hat die angeschlagene Fluggesellschaft South African Airways weitere Staatshilfen in Millionenhöhe erhalten. Diese sind nun dafür vorgesehen, die noch ausstehenden Abfindungen den Angestellten zu zahlen. Weitere Verhandlungen mit dem Personal sollen noch stattfinden. Weiterhin ist unklar, wie sich die Fluggesellschaft in Zukunft aufstellen kann oder wird.

346 Millionen US-Dollar für Abfindungszahlungen

Die angeschlagene South African Airways kämpft weiter ums Überleben. Bereits seit einigen Monaten befindet sich die gesamte Flotte am Boden. Mehrere Staatshilfen sollen aber dafür sorgen, dass die Fluggesellschaft auch bald wieder den Betrieb aufnehmen darf. Auch deshalb hat die südafrikanische Fluggesellschaft erneut weitere Staatshilfen in Höhe von 346 Millionen US-Dollar erhalten. Das Ministerium für öffentliche Unternehmen hat dieses Hilfspaket gewährt, damit die Fluggesellschaft die ausstehenden Abfindungen an das Personal auszahlen kann. Diese Zahlungen sind Teil des Restrukturierungsplans im Rahmen der Insolvenz.

South African Airways Airbus A340

Ebenfalls Teil des Restrukturierungsplans ist die Minimierung des Personals um zwei Drittel. Bereits 3.000 Mitarbeiter haben im August des vergangenen Jahres dem Abfindungsangebot zugestimmt – mit weiteren 1.300 Mitarbeitern befindet man sich in Verhandlungen zu den Abfindungszahlungen. Immerhin erhalten die 3.000 Mitarbeiter, die dem Angebot bereits zugestimmt haben, ihre Abfindung mit den neuen Staatshilfen ausgezahlt.

South African Airways seit 2019 insolvent

Generell gibt es von vielen Seiten Kritik an der staatlichen Unterstützung angeschlagener oder insolventer Fluggesellschaften. Vor allem durch die Corona-Pandemie kamen viele Fluggesellschaften ins Straucheln. Für diese Staatshilfen gibt es auch aus der eigenen Branche viel Kritik – Ryanair etwa reichte immer wieder Klagen gegen diese nach eigener Ansicht Verzerrungen der Wettbewerbsbedingungen ein. Auch bei South African Airways ist der Unmut groß, da die Fluggesellschaft bereits vor der Corona-Pandemie in die Insolvenz gehen musste. Seitdem wird die Fluggesellschaft vom Staat immer wieder finanziell unterstützt. Bereits vor einer Woche hatte die Fluggesellschaft weitere Staatshilfen in Höhe von 190 Millionen US-Dollar erhalten. Viele Experten vermuten aber, dass die Fluggesellschaft nie wieder profitabel fliegen wird und halten die erneuten Staatshilfen für Steuergeldverschwendung.

South African Airways A350

Vor der Krise beschäftigte die Fluggesellschaft ungefähr 10.000 Angestellte – davon werden nur noch zwischen 3.000 und 4.000 Angestellte verbleiben. Auch die Flotte ist um mehrere Flugzeuge verkleinert worden und besteht nach aktuellem Stand aus zwölf Flugzeugen der Typen Airbus A319, A320, A330 und A340. Die beiden ursprünglich als Flaggschiffe geplanten Flugzeuge vom Typ Airbus A350 wurden bereits an Air Mauritius zurückgegeben. Seit Ende des vergangenen Jahres plant man den Neuaufbau einer Flotte mit neuen Kurz- und Mittelstreckenflugzeugen. Damit wird sich die Fluggesellschaft wieder mehr auf die Region fokussieren, die bereits erfolgreich von Airlink, British Airways und Fluggesellschaften wie Kulula oder Mango bedient wird. Der internationale Flugverkehr, sofern von anderen Staaten erlaubt, findet momentan nur mit ausländischen Fluggesellschaften wie Ethiopian Airlines, Kenya Airways oder Qatar Airways statt. South African Airways könnte hingegen aller Spekulationen nach bereits im Sommer wieder an den Start gehen.

Fazit zu den erneuten Staatshilfen für South African Airways

Die Kritik an den Restrukturierungsplan in Verbindung mit den Staatshilfen für South African Airways ist groß. Jede Kritik ist durchaus berechtigt, da die Fluggesellschaft bereits vor der Pandemie in die Insolvenz gehen musste und bisher vergeblich versucht wieder an den Start zu gehen. Nicht umsonst halten viele Experten die Zukunft der Fluggesellschaft für ungewiss und kritisieren die Verschwendung von Steuergeld. Bei diesen Staatshilfen handelt es sich jedoch um Geld für die Angestellten, die bereits vor vielen Monaten freiwillig die Fluggesellschaft verlassen haben. Das Personal hat immer das beste für die Fluggesellschaft gegeben und für einen außerordentlich guten Service gesorgt. Dafür sollten sie auch endlich belohnt werden.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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