Eine Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) hat nach aktuellen Erkenntnissen bewiesen, dass vollständig geimpfte Personen nicht mehr infektiös sind – Gesundheitsminister Spahn plant bereits neue Freiheiten und hat eine entsprechende Empfehlung den Ländern vorgelegt.

Das Corona-Virus hat den Alltag der Menschen weltweit verändert. Das neue Virus verlangte schnelle Antworten, die mit den neuen Impfstoffen geliefert werden konnten. Unklar war jedoch, ob auch bereits geimpfte Personen infektiös sind. Eine Studie des RKI hat ergeben, dass das nicht der Fall ist. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant deshalb, die Quarantänepflicht und zumindest teilweise die Testpflicht für vollständig geimpfte Personen aufzuheben. Zuständige Behörden prüfen nun diese Möglichkeit – eine entsprechende Vorlage liegt ihnen vor und soll beim kommenden Bund-Länder-Treffen debattiert werden, wie rnd.de berichtet.

Freiheiten für Geimpfte geplant

Lockdown und Reisebeschränkungen sind zwei Begriffe, die unweigerlich mit dem Corona-Virus verbunden sind. Auch heute dominieren diese Begriffe unseren Alltag. Trotz vorhandener Impfdosen ändert sich das bisher nicht. Auch das Infektionsgeschehen selbst scheint bei gerade einmal knapp fünf Millionen vollständig geimpften Personen nur schwer kontrollierbar zu sein. Von Anfang an war die Rede von Herdenimmunität. Davon ist Deutschland aktuell noch weit entfernt. Dennoch hatte die Ministerpräsidentenkonferenz das RKI um die Analyse gebeten, ob und wann die Einbeziehung Geimpfter in Testkonzepte “möglicherweise obsolet” wird. Schon heute spielen Impfungen in den Plänen eine Rolle, finden bisher jedoch noch keine Anwendung. Das könnte sich bald ändern. Denn die Studie des RKI hat ergeben, dass Personen, die vollständig gegen Corona geimpft sind, das Virus nicht mehr übertragen können.

Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister (CDU)

Damit könnten sich für diese Personengruppen neue Freiheiten ergeben. Von Privilegien ist dabei nur schwer zu sprechen, wenn Menschen ihre zuvor gewohnten Freiheiten wieder zurückerlangen. Neben dem uneingeschränkten Einkaufserlebnis soll dann auch wieder das uneingeschränkte Reisen möglich sein. Die Quarantänepflicht für vollständig geimpfte Personen soll nach Empfehlung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn aufgehoben werden. Aktuell müssen alle Reisenden bei Ankunft in Deutschland ein negatives Testergebnis vorweisen können. Zudem müssen sich alle Rückkehrer aus Risikogebieten, und den jeweiligen Einstufungen in Virusvarianten- oder Hochinzidenzgebiet, in Quarantäne begeben. Der Nachweis über eine vollständige Impfung, welche mindestens 14 Tage in der Vergangenheit liegt, soll mit den tagesaktuellen Testnachweisen gleichgesetzt werden. Rückkehrer aus Nicht-Risiko-, Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit entsprechendem Nachweis müssen nicht in Quarantäne. Lediglich bei Rückkehrern aus Virusvariantengebieten soll es bei der Testpflicht bleiben.

Studie des RKI soll Rückkehr in Normalität ermöglichen

Die neuen Erkenntnisse zieht der Gesundheitsminister vollständig aus der Studie des RKI, entsprechende Ergebnisse dazu liegen nun den jeweiligen Gesundheitsministern der Länder vor. Die Testpflicht für vollständig geimpfte Personen im Einzelhandel, aber auch bei Reisen, soll damit entfallen. Details und die entsprechende Vorgehensweise werden beim kommenden Bund-Länder-Treffen in der nächsten Woche besprochen.

Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen. Aus Public Health-Sicht erscheint das Risiko einer Virusübertragung durch Impfung nach gegenwärtigem Kenntnisstand in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen. Das Risiko kann durch weitere Vorgaben (Selbstisolierung bei Symptomen; weiter Einhalten der AHA+L-Regeln) zusätzlich reduziert werden.

Auszug aus der Studie des RKI

Indes mahnt der Gesundheitsminister weiterhin zur Vorsicht. Sollten die neuen Maßnahmen für Geimpfte umgesetzt werden, müsse zunächst die dritte Welle überstanden werden. Sollte die dritte Welle gebrochen und die bereits vorhandene Teststrategie ausgedehnt werden können, ist die Umsetzung bereits in den kommenden Wochen geplant. Damit hätten alle Bürger die gleichen Möglichkeiten – ungeimpfte Personen würden weiterhin jedoch auf die Testangebote zurückgreifen müssen. Unklar sei noch, ob dies auch im Falle einer überstandenen Covid-19-Erkrankung gelte.

Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde. Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen.

Jens Spahn, Bundesgesundheitsminister (CDU)

Der Nachweis dazu könnte in der neuen Luca-App oder im kommenden EU-Impfpass vorgelegt werden. Möglicherweise könnte dann der Impfnachweis ausreichen, um beispielsweise eine Hotelbuchung vorzunehmen. Das würde auch den inländischen Tourismus wieder ankurbeln können. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hingegen gab sich nach der Vorstellung des EU-Impfpasses eher zurückhaltend und mahnt an, dass ein solcher Impfpass nicht die breite Masse benachteiligen dürfe.

Fazit zum möglichen Wegfall der Quarantänepflicht

Das Corona-Virus scheint in Deutschland aktuell nicht unter Kontrolle zu sein. Vor allem die Virus-Mutanten bereiten große Sorgen. Weitere Erkenntnisse und Studien zu den Impfungen folgen jedoch. Nachdem Israel bereits erste Erfolge vermelden konnte, bestätigt die Studie des RKI die Annahme: Vollständig geimpfte Personen nicht mehr infektiös. Daraus ergeben sich neue Freiheiten, die schon bald umgesetzt werden sollen, wenn es nach Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht. Er plant, dass diese Personengruppe uneingeschränkt einkaufen und reisen darf. Die breite Masse dürfe dabei jedoch nicht benachteiligt werden, weshalb die Ausdehnung der Teststrategie ebenfalls bei den Öffnungsplänen eine Rolle spielt.

Autor

Seit Alex zum ersten Mal im Alter von 3 Jahren geflogen ist, wollte er das Flugzeug eigentlich nicht mehr verlassen. Bis heute riss seine Faszination fürs Fliegen nicht ab, weshalb er sich entschlossen hat, Euch an seinen Erfahrungen und Tipps teilhaben zu lassen.

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  • Eure Grundannahme/erste Aussage ist leider falsch (‘nicht mehr infektiös’). Das RKI stellt lediglich in aller Schwammigkeit fest, dass von geimpften Personen ein ‘geringeres’ Risiko für Übertragungen ausgehe. Andererseits führt das Wissen um die Impfung natürlich auch zu mehr Gedankenlosigkeit im persönlichen Umgang, so dass das (wie auch immer) ‘geringere’ Risiko sich schnell in’s Gegenteil verkehren kann.
    Dies ist auch der Grund, warum außer Testpflicht und Quarantäne KEINE der Einschränkungen entfallen soll.

  • Wenn der PCR Test umsonst in Zukunft ist, wäre das okay. Weil es kann nicht sein, das man nicht geimpft werden darf und am Ende noch bestraft wird indem man die Tests aus eigener Tasche zahlt. Das ist ein großer Nachteil, finde ich. Zudem müssen die älteren Personen keinen Urlaub nehmen für Quarantäne, weil die meisten nicht mehr arbeiten.

    • Hi Tobias, ich bin über 60 und muss noch arbeiten, wie viele meiner Bekannten auch…. also nicht neidisch sein auf die “richtig” Alten. Davon verreisen nicht mehr so viele. Und gerecht läuft hier schon lange nichts mehr ab….

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